ENERGIEERZEUGUNG.
Die Stromerzeugung stieg im dritten Quartal um 11 Prozent. Der Großhandelspreis kletterte um 52 Prozent. Im Außenhandel erwies sich Deutschland als Nettoexporteur.
Deutschlands Stromeinspeisung stieg im dritten Quartal 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 11 Prozent auf 111,1
Milliarden kWh. Gleichzeitig verteuerte sich der Großhandelsstrompreis um 51,7
Prozent auf 125,51
Euro/MWh. Die Stromexporte summierten sich auf 16,8
Milliarden kWh (plus 39,2
Prozent). Sie lagen damit um 1
Milliarde kWh über den Importen (minus 22,7
Prozent). Das geht aus dem neuen Strommarktbericht der Bundesnetzagentur auf „smard.de“ hervor.
// VON Manfred Fischer
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Die Photovoltaik speiste im dritten Quartal 31,5
Milliarden kWh in das Netz der allgemeinen Versorgung ein. Damit erreichte sie den höchsten Wert für ein drittes Quartal und den zweithöchsten Quartalswert insgesamt. Im Juli betrug die Einspeisung 12
Milliarden kWh – ein neuer Höchstwert für einen einzelnen Monat.
Auch die Windkraft verzeichnete Zuwächse. Offshore-Anlagen speisten 5,9
Milliarden kWh ein, 4
Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Bei Windenergie an Land nahm die Einspeisung um 16,8
Prozent auf 24,9
Milliarden kWh zu. Beide Werte seien Höchstwerte für ein drittes Quartal, schreibt die Bundesnetzagentur.
Die Einspeisung aus Wasserkraft, Biomasse und sonstigen erneuerbaren Energien ging dagegen zurück. Insgesamt erreichten erneuerbare Energien einen Anteil von 66,5
Prozent an der Stromerzeugung. Im Vorjahresquartal waren es 65 Prozent.
Knapp 40 Prozent mehr SteinkohleverstromungBei den konventionellen Energieträgern wuchs die Einspeisung aus Braunkohle um 1,5
Prozent auf 15,4
Milliarden kWh. Die Steinkohleverstromung legte um 39,3
Prozent auf 6,4
Milliarden kWh zu. Dagegen sank die Einspeisung aus Erdgas um 8,1
Prozent auf 8,9
Milliarden kWh.
Der durchschnittliche Gasgroßhandelspreis lag laut Regulierungsbehörde im dritten Quartal bei 64,10
Euro/MWh und damit rund 91
Prozent über dem Vorjahreswert. In der Merit-Order fielen Gaskraftwerke dadurch „häufiger hinter Kohlekraftwerke zurück“.
Im europäischen Vergleich fiel der Strompreisanstieg in Deutschland geringer aus als in den meisten Nachbarländern. Dort nahmen die durchschnittlichen Großhandelspreise im Mittel um 64,7
Prozent zu. Besonders stark waren die Zuwächse in Frankreich mit 144,2
Prozent, Belgien mit 82,5
Prozent und im Marktgebiet Norwegen
2 mit 81
Prozent. „Die Marktkopplung bewirkt, dass Angebot und Nachfrage länderübergreifend bedient werden und sich Großhandelspreise somit tendenziell angleichen“, resümiert die Bundesnetzagentur.
Negative Strompreise stellten sich hierzulande in 675 von 8.832 Viertelstunden ein, nach 544 Viertelstunden im Vorjahreszeitraum. Der niedrigste Preis betrug minus 19
Euro/MWh. Im Vorjahresquartal waren es minus 61,08
Euro/MWh.
Mehr als 300 Euro/MWh in 79 ViertelstundenEin besonders hoher Preis ergab sich am 14. September 2026 am Day-Ahead-Markt: Für die Viertelstunde von 19.45 bis 20 Uhr lag er bei 740,01
Euro/MWh. Zu diesem Zeitpunkt speisten Windkraftanlagen kaum Strom ein, die Solarproduktion lag tageszeitbedingt bei nahezu null. Die Netzlast lag bei 14,6
Millionen kWh, die Gesamterzeugung jedoch nur bei 10.300
kWh. Die Preisbildung sei im Wesentlichen durch Braunkohle und Erdgas erfolgt.
Insgesamt wurden im Betrachtungszeitraum in 79 Viertelstunden Preise von mehr als 300
Euro/MWh erreicht. Im Vorjahresquartal waren es 48 Viertelstunden.
Dänemark blieb mit 3,9
Milliarden kWh der wichtigste Stromlieferant Deutschlands. Es folgten die Niederlande mit 3,3 Milliarden kWh und Frankreich mit 2,4
Milliarden kWh. Der größte Abnehmer deutschen Stroms war Österreich mit 3
Milliarden kWh, gefolgt von Dänemark und den Niederlanden. Die Exporte nach Frankreich stiegen um 209,2
Prozent auf 1,3
Milliarden kWh. Der Anteil erneuerbarer Energien an den Importen blieb mit 50,7
Prozent nahezu unverändert. Bei den Exporten erhöhte er sich auf 72,2
Prozent.
(mf)
// VON Manfred Fischer
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