REGENERATIVE. Der Anteil der Erneuerbaren an der Bruttostrom-Erzeugung ist nach Zahlen der Bundesnetzagentur weiter gestiegen. Der Großhandelspreis erreichte 2025 in der Spitze gut 583 Euro/MWh.
Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat am 5.1.2026 Strommarktdaten für das Jahr 2025 auf Basis ihrer Informationsplattform „SMARD“ vorgelegt. Die in dieser Information zur Stromerzeugung ausgewiesenen Zahlen beinhalten allerdings nur die Einspeisung in das Netz der allgemeinen Versorgung. Nicht eingeschlossen sind die Erzeugung in Anlagen der Industrie und der Deutschen Bahn, soweit keine Einspeisung der erzeugten Mengen in das Netz der allgemeinen Versorgung erfolgt. Vom „SMARD“-System sind zudem die Stromerzeugungsmengen privater Photovoltaikanlagen nicht erfasst, die direkt im Haushalt verbraucht werden, der sogenannte PV-Eigenverbrauch.
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Auch wenn die gesamte Erzeugung in Deutschland somit höher ist als die aktuell von der BNetzA veröffentlichten Zahlen zeigen, werden die Tendenzen, die für das Jahr 2025 relevant waren, sehr deutlich. Das sind: Die Stromerzeugung aus konventionellen Anlagen ist leicht gesunken, während die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien erneut zugenommen hat.
Erneuerbaren-Anteil bei 55,3 ProzentDer bei weitem stärkste Zuwachs wurde bei der Photovoltaik verzeichnet. Ausschlaggebend dafür waren vor allem der deutliche Zubau von Erzeugungskapazitäten sowie die überdurchschnittlich starke Sonneneinstrahlung im Frühjahr und im Sommer 2025. Die PV-Erzeugungskapazitäten sind von 76,6
GW zum 1.
Januar 2024 auf 86,4
GW zum 1.
Januar 2025 gestiegen und haben sich 2025 um fast 17
GW auf 103,3
GW zum 1.
Januar 2026 erhöht. Die Stromerzeugung aus den anderen erneuerbaren Energien, insbesondere Wasserkraft und Wind onshore, hat sich 2025 dagegen verringert.
Legt man die gesamten Zahlen zur Stromversorgung in Deutschland zugrunde, wie sie der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) erfasst, so hat sich der Anteil der erneuerbaren Energien an der Brutto-Stromerzeugung in Deutschland von 57,8
Prozent im Jahr 2024 auf 58,1
Prozent im Jahr 2025 vergrößert. An der Deckung des Brutto-Stromverbrauchs waren erneuerbare Energien 2025 mit 55,3
Prozent beteiligt – gegenüber 54,2
Prozent im Jahr 2024. Der geringere Anteil – gemessen am Brutto-Stromverbrauch – erklärt sich dadurch, dass in Deutschland 2025 erneut mehr Strom verbraucht als im Inland erzeugt wurde.
Deutschland erneut Netto-Importeur bei StromZurück zu den Daten der BNetzA: Im kommerziellen Außenhandel importierte Deutschland insgesamt 76,2
TWh (2024: 77,2
TWh) und exportierte 54,3
TWh (2024); 48,9
TWh). Im Vergleich zum Vorjahr sind die Importe um rund 1,3 Prozent gefallen und die Exporte um 11,1
Prozent gestiegen, wodurch der Nettoimport um 22,6
Prozent auf 21,9
TWh sank.
Größte Stromlieferanten nach Deutschland waren 2025 Dänemark mit 19,4
TWh, Frankreich mit 13,7
TWh und Niederlande mit 13,1
TWh. Die größte Exportmenge wurde mit 13,5
TWh nach Österreich verzeichnet. An zweiter Stelle unter den Bestimmungsländern rangierte 2025 Dänemark mit 7,1
TWh – gefolgt von Tschechien mit 6,9
TWh. Die stärkste Steigerung der Exporte erfolgte in die Schweiz, und zwar um 81,5
Prozent im Vorjahresvergleich auf 5,6
TWh.
Großhandelspreise für Strom 2025 gestiegenDer durchschnittliche Großhandelsstrompreis am Day-Ahead-Markt belief sich 2025 im Marktgebiet Deutschland/Luxemburg auf 89,32
Euro/MWh, 13,8
Prozent über dem Durchschnittspreis des Vorjahres von 78,51
Euro/MWh. In den Anrainerstaaten DE/LU ist der Großhandelspreis von 71,44
Euro/MWh im Jahr 2024 um 17,3
Prozent auf 83,78
Euro/MWh im Jahr 2025 gestiegen.
Der höchste Großhandelspreis des Jahres 2025 lag bei 583,40
Euro/MWh. Dies war am Montag, 20.
Januar, in der Stunde von 17 bis 18
Uhr der Fall. Bei einem prognostizierten Stromverbrauch von 69,7
GWh wurden in dieser Stunde nur etwa 3,4
GWh durch Einspeisung durch Photovoltaik und Wind vorausgesagt. Deren tatsächlich realisierte Erzeugung lag bei rund 4,6
GWh und der realisierte Stromverbrauch bei 70,6
GWh. Da die Preisbildung im Stromgroßhandel zum größten Teil am Day-Ahead-Markt erfolgt, sind die prognostizierten Werte ausschlaggebend für die Entwicklung der Großhandelspreise, wie die BNetzA erklärt.
In 573 von 8.760
Stunden des Jahres 2025 kam es zu negativen Großhandelspreisen. Diese können auftreten, wenn ein hohes und unflexibles Angebot auf eine niedrige Nachfrage trifft. Eine niedrige Nachfrage ist typisch beispielsweise an Wochenenden oder an Feiertagen und stärker auf Sommer- als auf Wintermonate konzentriert. Der niedrigste von der BNetzA für das Jahr 2025 genannte Großhandelspreis für Strom lag bei minus 250,32
Euro/MWh.
// VON Hans-Wilhelm Schiffer WENIGER