9. Januar 2026
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Ampeers Energy verkündet erfolgreiche Sanierung
Quelle: Ampeers Energy
UNTERNEHMEN.  Nachdem Ampeers Energy im vergangenen Jahr einen Insolvenzantrag stellen musste, gibt es nun gute Nachrichten: Die Sanierung wurde erfolgreich umgesetzt, der Betrieb bleibt erhalten.
Der Jahreswechsel beginnt für den Münchner Energiedienstleister Ampeers Energy mit guten Nachrichten: Im Zeitraum des vorläufigen Insolvenzverfahrens wurde eine übertragende Sanierung umgesetzt, teilten Unternehmen und Insolvenzverwalter am 8. Januar mit. Der Geschäftsbetrieb als auch die Marke können damit fortbestehen. Es gibt aber strategische Änderungen in einzelnen Geschäftsbereichen. 
// VON Heidi Roider  MEHR...

Im Zuge der übertragenden Sanierung wurde das operative Geschäft der Ampeers Energy GmbH in die Ampeers Group GmbH überführt. Möglich wurde dies durch den Einstieg des Projekt- und Quartiersentwicklers Growlution mit Sitz in Essen. Die bestehende Growlution GmbH wird hierfür als neue „gesellschaftsrechtliche Basis genutzt“ und im Januar 2026 in die Ampeers Group GmbH umfirmiert.

Die neue Gesellschaft wird weiterhin von den bisherigen Geschäftsführern Karsten Schmidt und Tobias Müller geführt. Im Zuge der Neuausrichtung wird die Geschäftsführung durch Maurizio Lindemann erweitert, der das Leitungsteam um seine operative und strategische Erfahrung ergänzt. Lindemann ist der Geschäftsführer der Growlution GmbH. 

Ampeers Energy ist eine Ausgründung aus dem Institutsteil Angewandte Systemtechnik des Fraunhofer-Instituts für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung (IOSB-AST) und wurde 2019 gegründet. Mehr als 150 Kunden mit insgesamt rund 300.000 Wohneinheiten betreut Ampeers Energy derzeit. Zu den Kunden zählen vor allem Wohnungsbaugesellschaften bundesweit, aber auch Versorger und Stadtwerke. 

Insvolvenzverfahren läuft parallel zur Sanierung weiter 

Das Amtsgericht München hatte am 1. Januar 2026 das Insolvenzverfahren gegen den Energiedienstleister Ampeers Energy eröffnet (wir berichteten). Das teilte das Amtsgericht am 2. Januar mit. Als Grund wurde seitens des Gerichts „Zahlungsunfähigkeit“ angegeben. Zuvor hatte das Amtsgericht München am 31. Oktober 2025 die vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet und den Rechtsanwalt und Sanierungsexperten Axel W. Bierbach von der Münchner Kanzlei Müller-Heydenreich Bierbach & Kollegen zum Insolvenzverwalter bestellt. 

Auch bei einer erfolgreichen übertragenden Sanierung muss ein Insolvenzverfahren eröffnet werden, um die „rechtssichere Abwicklung der Altgesellschaft und die Gleichbehandlung der Gläubiger zu gewährleisten“, teilte Ampeers Energy weiter mit. Der Markenname Ampeers Energy bleibt in der neuen Gesellschaft bestehen. 

Zudem fließt ein mittlerer einstelliger Millionenbetrag durch unabhängige Finanzinvestoren in das Unternehmen, teilte der Insolvenzverwalter weiter mit. Es handelt sich um sieben private, nicht-institutionelle sowie branchenerfahrene Investoren, teilte das Unternehmen auf Nachfrage der Redaktion mit, ohne Namen zu nennen. Diese Finanzierung stärke die Eigenständigkeit der neuen Gesellschaft. Bierbach: „Ich freue mich, dass wir den Investorenprozess innerhalb eines sehr ambitionierten Zeitrahmens erfolgreich zum Abschluss bringen und sicherstellen konnten, dass das Team sowie die Leistungsfähigkeit des Unternehmens erhalten bleiben.“ Durch die übertragende Sanierung konnte auch ein Großteil der 55 Arbeitsplätze gerettet werden. 

Auswirkungen auf den Geschäftsbetrieb

Im Zuge der Neuausrichtung wurde nach Auskunft von Ampeers Energy der Mieterstrombereich umstrukturiert. Ab Januar 2026 übernimmt der Partner „EM Energiemanagement“. Die Firma betreut und rechnet die Mieterstromprojekte künftig ab. EM Energiemanagement mit Sitz im baden-württembergischen Weinstadt ist auf Mieterstromprojekte spezialisiert, insbesondere auf Gebäudeversorgung und Energiedatenverarbeitung.

Für das Angebot einer expliziten Software-Lösung zur Abrechnung von Lokalstromprojekten in Eigenregie kooperiert Ampeers Energy in Zukunft mit der Firma Solarize. Ampeers Energy bleibt jedoch Ansprechpartner und verantwortet weiterhin Planung, Umsetzung und die Beratung zur Auswahl des Stromnutzungsmodells. 

Die Leistungen von Ampeers Energy – insbesondere im Bereich Klima- und Modernisierungsstrategie, Konzeptentwicklung, Planung und Realisierung von PV-Projekten – werden hingegen so fortgeführt. Die Teams, Zuständigkeiten und Prozesse bleiben erhalten.
// VON Heidi Roider
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  POLITIK & RECHT
Quelle: Pixabay / Ed White
Großer Andrang auf Ausschreibung vom November
WINDKRAFT. Die Bundesnetzagentur hat endlich die Zuschläge der Ausschreibung für Windenergieanlagen an Land zum 1. November 2025 veröffentlicht. Die Auktion fand viele Bewerber.
In der Ausschreibung für Windkraft an Land zum 1. November 2025 gab es eine große Zahl an Bewerbern, teilte die Bundesnetzagentur am 8. Januar mit. Bei einer ausgeschriebenen Menge von 3.450 MW wurden 905 Gebote mit einer Gesamtmenge von 8.155 MW eingereicht. Im Ergebnis konnten 415 Gebote mit einer Zuschlagsmenge von 3.456 MW einen Zuschlag erlangen. 37 Gebote mussten vom Verfahren ausgeschlossen werden.
 // VON Susanne Harmsen MEHR...

Der Präsident der Behörde, Klaus Müller, sagte, dass die eingereichte Gebotsmenge von über 8.000 MW den bisher höchsten Wert in einer Ausschreibung darstellt. „Über das gesamte Jahr 2025 betrachtet war damit erfreulicherweise jede Ausschreibung überzeichnet“, kommentierte Müller. Zugleich seien die Zuschlagswerte gegenüber der Vorrunde weiter gesunken.

Die im Gebotspreisverfahren ermittelten Zuschlagswerte liegen zwischen 5,80 ct/kWh und 6,12 ct/kWh. Der durchschnittliche mengengewichtete Zuschlagswert sinkt gegenüber der Vorrunde (6,57 ct/kWh) weiter und liegt mit 6,06 ct/kWh deutlich unterhalb des Höchstwerts von 7,35 ct/kWh.

Die meisten Zuschläge entfallen auf Gebote für Standorte in Nordrhein-Westfalen (1.093 MW, 148 Zuschläge) gefolgt von Niedersachsen (1.091 MW, 133 Zuschläge). Die drittgrößte Zuschlagsmenge ergab sich für Projekte in Brandenburg (262 MW, 34 Zuschläge). Die nächste Ausschreibungsrunde für Windenergieanlagen an Land findet am 1. Februar 2026 statt.

Verbände fordern Fortsetzung des Ausbaus

Energieverbände begrüßten das starke Ausschreibungsergebnis im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Für den Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) sagte Kerstin Andreae „Der starke Wettbewerb innerhalb der Ausschreibungen funktioniert und führt zu sinkenden Förderkosten.“ Die BDEW-Hauptgeschäftsführerin folgerte daraus: „Um das Ausbauziel bis 2030 zu erreichen, bleiben weiterhin ein hohes Ausbautempo sowie verlässliche Rahmenbedingungen erforderlich.“

Für den Bundesverband Windenergie sagte Präsidentin Bärbel Heidebroek: „Um die Ziele des EEG von 115 GW installierter Leistung Wind an Land tatsächlich zu erreichen, braucht es eine kurzfristige Nachholung von Ausschreibungsmengen, die 2017/2018 aufgrund des Fehlstarts der Ausschreibungen verloren gegangen waren.“

Als Vertreter der Anlagenhersteller sagte Dennis Rendschmidt, Geschäftsführer des VDMA Power Systems: „Die bevorstehende EEG-Novelle muss Investitionen in Windenergie anreizen und für politische Verlässlichkeit und Klarheit sorgen.“ Nur so könnten Versorgungssicherheit, technologische Souveränität und industrielle Wertschöpfung langfristig gesichert werden. Für die Sicherheit und Resilienz des Energiesystems solle die Gesetzgebung berücksichtigen, dass Sicherheit durch den Einsatz vertrauenswürdiger Komponenten und die konsequente Überprüfung aller digitalen Zugriffe durch Dritte – etwa Hersteller oder Dienstleister gewährleistet werden müsse, so Rendschmidt.

EEG-Novelle fristgerecht vorlegen

Kerstin Andreae mahnte mit Blick auf die anstehende EEG-Novelle: „Die kurzfristige Einführung eines vollständig neuen Rahmens, der einen grundlegenden Systemwechsel bedeuten würde, ist wegen der knappen Zeit bis zum 01.01.2027 zu vermeiden“. Der BDEW schlägt im Interesse der Investitionssicherheit für den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien ein zweistufiges Vorgehen vor. 

Als ersten Schritt einer Weiterentwicklung des EEG schlägt der BDEW ein Marktmengenmodell vor: Eine feste Strommenge wird bei positiven Strompreisen über einen zweiseitigen Contract for Difference (CfD) vergütet, bei negativen Preisen entfällt die Vergütung. Dabei sei anders als bei der derzeit geltenden gleitenden Marktprämie die Dauer des Förderzeitraums (aktuell 20 Jahre) unerheblich. Dies könne kurzfristig zu einer spürbaren Reduktion der EEG-Fördersummen beitragen.

In einem zweiten Schritt sollte eine Weiterentwicklung des EE-Investitionsrahmens eng mit der Energiewirtschaft abgestimmt werden. Pilotausschreibungen können helfen, die Praxistauglichkeit neuer Modelle zu testen, um Investitionssicherheit und somit eine gute Wirtschaftspolitik zu gewährleisten.

Die Ausschreibungsergebnisse sind auf der Webseite der Behörde veröffentlicht.
 // VON Susanne Harmsen
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Verbände bieten Mustervertrag für H2-Lieferung an
Quelle: Shutterstock / r.classen
WASSERSTOFF. Eine Verhandlungsdelegation mehrerer Energieverbände hat einen Mustervertrag für die Reservierung von Wasserstoffkapazitäten erstellt. Dieser steht im Internet bereit.
Ein Verhandlerteam der Energieverbände BDEW, VKU und Geode hat den deutschen Mustervertrag für die Reservierung von Wasserstoffkapazitäten (RV) erstellt. Für Anfang 2026 haben europäische Netzbetreiber erste „User-Commitment-Prozesse“ zur Vermarktung von Wasserstoffkapazitäten angekündigt. In Deutschland soll parallel dazu nun ebenfalls die Vermarktung entsprechender Kapazitäten ermöglicht werden.
 // VON Susanne Harmsen MEHR...

Mit dem RV soll dem Markt und den Netzbetreibern bereits im Vorfeld zur Kooperationsvereinbarung Wasserstoff (KoV H2) eine Vorlage zur Verfügung stehen. Mit dem Inkrafttreten der KoV H2 I zum 1. Januar 2028 soll der RV dann in diese integriert werden. Der Vertragsentwurf wurde durch die wertschöpfungsstufenübergreifend besetzte Vertragsdelegation sowie den BDEW/VKU-Juristenkreis Standardverträge Gas umfassend diskutiert und geprüft, so die Verbände. Zudem seien Rückmeldungen aus den Fachgremien der drei Verbände, von Netznutzerverbänden sowie von der Bundesnetzagentur berücksichtigt worden.

Kompromiss erzielt

Im Rahmen der Arbeiten wurden insbesondere auch Fragen zu Kündigungsmöglichkeiten, zu Verzögerungsfolgen sowie zur Verbindlichkeit reservierter Kapazitäten intensiv erörtert. „Der Vertragsentwurf stellt deshalb in den wesentlichen Punkten einen Kompromiss zwischen den unterschiedlichen Interessen der betroffenen Wertschöpfungsstufen dar“, erläutert die Verhandlerdelegation.

Jedoch sei die Aufnahme eines unbedingten, verbindlichen Anspruchs auf die reservierte Kapazität zu einem im RV festgelegten fixen Zeitpunkt aufgrund des geltenden Rechts- und Regulierungsrahmens nicht möglich gewesen. Dies würde insbesondere im Konflikt mit der in §§ 15b und 15c i. V. m. § 28q EnWG vorgesehenen Überprüfung des Szenariorahmens und des Netzentwicklungsplans durch die Bundesnetzagentur stehen.

Die Kapazitätsreservierung nach dem vorliegenden Mustervertrag stelle unter diesen Rahmenbedingungen das größtmögliche „Commitment“ der beteiligten Parteien dar. Dies schaffe auch im Netzentwicklungsplanprozess die besten Voraussetzungen, die dafür notwendigen Infrastrukturmaßnahmen durch die Bundesnetzagentur zu bestätigen, so die Verbände.

„Der Mustervertrag ermöglicht den Betroffenen die einheitliche Anwendung von Reservierungsbestimmungen und setzt ein weiteres Signal für den Hochlauf des deutschen Wasserstoffmarktes“, schreiben die Autoren.

Der Mustervertrag für H2-Kapazitäten steht im Download-Bereich des BDEW bereit.
 // VON Susanne Harmsen
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Regierungsberater: Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt stellen
Quelle: Georg Eble
POLITIK. Der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) fordert die Bundesregierung auf, Nachhaltigkeit zum strategischen Leitprinzip ihres gesamten Regierungshandelns zu machen.
In seiner aktuellen Stellungnahme „Nachhaltigkeit weiterdenken – Zukunft gestalten“ bekräftigt und präzisiert das Gremium seine bereits im Frühjahr 2025 vorgelegten Empfehlungen und mahnt ein entschlosseneres, ressortübergreifend abgestimmtes Vorgehen an.
 // VON Stefan Sagmeister MEHR...

Der RNE ist ein unabhängiges Beratungsgremium der Bundesregierung und setzt sich aus 15 Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Politik zusammen. Er wird seit 2001 alle drei Jahre neu berufen und berät die Bundesregierung mit dem Ziel, langfristige Grundlagen für eine nachhaltige, generationengerechte Entwicklung zu schaffen.

Kern der Stellungnahme ist die Aufforderung, politische Prioritäten systematisch an den Nachhaltigkeitszielen auszurichten. Öffentliche Mittel sollten langfristig, investiv und generationengerecht eingesetzt werden, während zugleich private Investitionen gezielt mobilisiert werden müssten. Der RNE betont, dass Nachhaltigkeit Wettbewerbsfähigkeit sichern, Resilienz stärken und den gesellschaftlichen Zusammenhalt fördern könne, wenn Zielkonflikte offen benannt und fair gelöst würden.

Dazu zählt auch ein erweitertes Sicherheitsverständnis, das neben Verteidigungsfragen resilientere Lieferketten, Klimarisiken und den Schutz demokratischer Strukturen umfasst. Nachhaltigkeit wird damit ausdrücklich als strategische Antwort auf eine sich zuspitzende Weltlage verstanden.

Die Empfehlungen gliedern sich in acht Handlungsfelder:

1. In der Regierung abgestimmt handeln
Nachhaltigkeitsziele sollen ressortübergreifend verbindlich verankert und durch kohärentes Regierungshandeln umgesetzt werden.

2. Verlässlichen Rahmen für Finanzen schaffen
Der RNE fordert generationengerechte Staatsfinanzen und investive Ausgaben, die öffentliche und private Mittel auf Nachhaltigkeitsziele ausrichten.

3. Wandel klug gestalten
Der Umbau von Wirtschaft und Energiesystem soll planbar, innovationsorientiert und sozial ausgewogen erfolgen.

4. Klimaresilienz aufbauen
Wirtschaft, Städte und kritische Infrastruktur müssen systematisch gegen Klimafolgen abgesichert werden.

5. Spaltung entgegenwirken
Bildung, Beteiligung und demokratische Kompetenzen sollen gestärkt werden, um gesellschaftlichem Zusammenhalt entgegenzuwirken.

6. Verteilungskonflikten offen begegnen
Lasten und Kosten des Wandels sollen transparent benannt und fair verteilt werden, um Akzeptanz zu sichern.

7. Europäische Union stärken
Deutschland soll innerhalb der Europäischen Union stärker koordiniert handeln und Nachhaltigkeit als gemeinsames Leitprinzip vorantreiben.

8. Weltweit gemeinsam Ziele realisieren
Internationale Institutionen und Partnerschaften sollen gestärkt werden, um globale Nachhaltigkeitsziele gemeinsam umzusetzen.

Gerade mit Blick auf eine sich zuspitzende geopolitische Lage, wirtschaftliche Stagnation, wachsende soziale Spannungen sowie die fortschreitende Klima- und Biodiversitätskrise sollte Nachhaltigkeit zum strategischen politischen Kompass werden, schreibt der RNE.

Die Stellungnahme „Nachhaltigkeit weiterdenken – Zukunft gestalten“ kann auf der Internetseite des Rates für Nachhaltige Entwicklung heruntergeladen werden.
 // VON Stefan Sagmeister
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Klimazoll auf Stromimporte
Quelle: Pixabay / NakNakNak / E&M
INSIDE EU ENERGIE. Unser Brüsseler Korrespondent Tom Weingärtner kommentiert in seiner Kolumne „Inside EU Energie“ energiepolitische Themen aus dem EU-Parlament, der EU-Kommission und den Verbänden.

Der Klimazoll auf Strom, der seit Anfang des Jahres von der EU erhoben wird, trägt vielleicht nicht wirklich zum Klimaschutz bei. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der Brüsseler Denkfabrik Bruegel. Importeure, die vom CBAM (carbon border adjustment mechanism) erfasst werden, müssen ab 1. Januar auf zum Beispiel Stahl oder Zement eine Abgabe entsprechend dem Kohlendioxid entrichten, das bei der Produktion entstanden ist. Die Höhe des Klimazolls orientiert sich am CO2-Preis im europäischen Emissionshandel (ETS), den Stahl- oder Zementwerke in der EU bezahlen müssen. Damit soll verhindert werden, dass die Betreiber ihre Produktion in Länder verlagern, die keine Abgaben auf den CO2-Ausstoß erheben.

 // VON Tom Weingärtner MEHR...

Für Strom könnte diese Rechnung nach Ansicht der Experten von Bruegel aber nicht aufgehen. Die EU kauft gegenwärtig Strom aus fünf Drittstaaten: Marokko, Großbritannien, Ukraine, Serbien und der Türkei. 2024 waren es insgesamt 22,5 Millionen kWh. Anders als bei Stahl könne jedoch nicht eindeutig festgestellt werden, woher ein Elektron stamme, das über Interkonnektoren mit diesen Ländern transportiert werde. Zur Kalkulation des Klimazolls müsse deswegen auf Annahmen zurückgegriffen werden, die man nur unvollständig kontrollieren könne.

Es könne nicht mit Sicherheit gesagt werden, welcher Strom zu einem bestimmten Zeitpunkt importiert werde. Strom werde dann exportiert, wenn das Angebot im Herkunftsland größer als die Nachfrage sei. Das sei typischerweise der Fall, wenn viel Strom aus Wind und/oder Sonne erzeugt werde. Ein Klimazoll, der sich an der durchschnittlichen CO2-Intensität der Elektrizitätswirtschaft in den Nachbarländern der EU orientiert, kann deswegen nach Ansicht von Bruegel zu falschen Reaktionen am Elektrizitätsmarkt führen.

Wackelige Berechnungsgrundlage

Zumal die Berechnung auf der Grundlage der durchschnittlichen Emissionen in den letzten fünf Jahre erfolge. Bei der hohen Geschwindigkeit, in der neue Windräder und Solaranlagen ans Netz gingen, werde die tatsächliche CO2-Intensität nicht abgebildet. So habe Großbritannien sein letztes Kohlekraftwerk 2024 geschlossen, müsse für diese Emissionen aber noch auf Jahre Klimazoll bezahlen.

Eine Modellrechnung des Handels mit Großbritannien (wo die CO2-Intensität der Stromerzeugung geringer ist als in der EU) habe ergeben, dass CBAM den Import von Grünstrom über den Ärmelkanal deutlich reduziere und dazu führe, dass auf dem Kontinent rund 2 Millionen Tonnen mehr CO2 entstünden. Umgekehrt wird bei der Stromproduktion in Marokko, der Ukraine oder der Türkei mehr CO2 ausgestoßen als im Durchschnitt der EU. Dort würde CBAM zu einem Rückgang der Emissionen führen. Wie sich der Klimazoll genau auf den CO2-Ausstoß der EU und ihrer Nachbarstaaten auswirke, lasse sich gegenwärtig nicht vorhersagen.

Sicher sei jedoch, dass der Stromhandel mit den Drittstaaten zurückgehen werde. Ein Aufschlag zwischen 70 und 80 Euro pro Tonne CO2 wird nach den Berechnungen von Bruegel im Fall der Ukraine zu einem Rückgang der Exporte um 60 Prozent (von 6 auf 2,5 Milliarden kWh) führen. An den östlichen Grenzen der EU werde die Integration der Elektrizitätsmärkte verlangsamt und fallende Großhandelspreise würden Investitionen in erneuerbare Energien in diesen Ländern behindern.

Transitproblem auf dem Balkan

Auf dem westlichen Balkan entsteht nach Ansicht von Bruegel außerdem ein Transitproblem für Grünstrom, der aus Griechenland in andere EU-Staaten gelangt. Der Schaden für den Energiebinnenmarkt, der von großer Bedeutung für die Klimapolitik der EU sei, könne am Ende deutlich größer ausfallen als ein möglicher „Carbon leakage“.

Zumal das Risiko einer Produktionsverlagerung in der Elektrizitätswirtschaft nur gering sei. Ihre Einbeziehung in den CBAM ist nach Ansicht von Bruegel deswegen nicht gerechtfertigt: „Die potenziellen Vorteile davon sind begrenzt im Vergleich zu den Friktionen, die dadurch entstehen.“ Ein funktionierender Binnenmarkt und florierender Stromhandel seien von fundamentaler Bedeutung für die Klimaziele und die Wettbewerbsfähigkeit der EU.

Sollte man sich in Brüssel nicht dazu durchringen, auf die Erhebung des Klimazolls auf Stromimporte zu verzichten, müsse die Abgabe auf jeden Fall anders kalkuliert werden. Ein Fünfjahresdurchschnitt sei das falsche Signal für Betreiber und Investoren. Außerdem sollte die Einbeziehung der Elektrizitätswirtschaft in den CBAM bis mindestens 2028 verschoben werden. Bis dahin könnten mehr Erkenntnisse über die mit dem CBAM verbundenen Risiken gewonnen, möglichen Friktionen im Hinblick auf den Binnenmarkt könnte entgegengewirkt werden.
 

Tom Weingärtner
Quelle: E&M

 

 // VON Tom Weingärtner
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  HANDEL & MARKT
Windparks in Deutschland wachsen weiter in den Himmel. Quelle: VSB-Gruppe
Weltweiter Windkraft-Zuwachs verlangsamt sich 2026
STUDIEN. China gibt den Spielverderber. Weil im Reich der Mitte der Ausbau der Windenergie nachlässt, drückt dies die globale Prognose für 2026. Der Rest der Welt baut dagegen weiter zu.
Laut einer Studie des Beratungshauses Wood Mackenzie lässt sich der Rekordzubau der Windenergie aus 2025 weltweit im laufenden Jahr nicht wiederholen. Die neu entstehenden Kapazitäten sollen um 6 Prozent niedriger liegen als die rund 170.000 MW aus 2025, lautet die Prognose aus dem Ende vergangenen Jahres vorgelegten Papier „Wind power: What to look for in 2026“.
 // VON Volker Stephan MEHR...

Den Hauptgrund der Entwicklung sieht „Woodmac“ in dem Auslaufen des aktuellen Fünf-Jahres-Plans in China, dem eine weniger dynamische Ausbaustrategie folgt. Der Windkraftausbau in den anderen Weltregionen könne den Rückgang in China nicht auffangen. Das Beratungsunternehmen sieht gleichwohl ein „starkes Wachstum“ außerhalb Chinas.

Deutschland betrachtet die Studie als Haupttreiber der positiven Entwicklung in Europa. Die Branche hierzulande profitiere von dem Schub an Genehmigungen für Windkraft an Land aus dem Jahr 2024.

Kaum Risiken für globale Projekte – mit Ausnahme der USA

Insgesamt sei für 84 Prozent des global für 2026 erwarteten Zubaus die finale Investitionsentscheidung der Projektierer bereits gefallen – oder die Anlagen befänden sich bereits im Bau. Für den Rest der Vorhaben sieht Woodmac kaum Risiken, weil diese meist Parks von weniger als 100 MW beträfen und somit binnen kurzer Zeit leichter umzusetzen seien.

Einen Sprung werde die weltweite Offshore-Windkraft machen, glaubt Woodmac. Der Zubau von 2025 solle ein Jahr später mehr als doppelt so hoch ausfallen. Diese Vorhersage ist relativ sicher, da Meeresparks Ergebnis einer langfristigen Planung sind und 75 Prozent der 2026 entstehenden Kapazitäten bereits im Bau seien. Ein Ergebnis des Offshore-Zubaus werde sein, dass die Strompreise sinken. Das Angebot an Offshore-Strom werde die (steigende) Nachfrage übersteigen und dadurch teure fossile Energieträger (Gas) aus dem Mix drängen.

Für den Onshore-Markt in Europa und Amerika sieht Woodmac ein Ende des Preisdrucks gekommen, der auf Anlagenherstellern lastet. Die Preise sollen sich demnach stabilisieren. Für Meeresanlagen sagt das Unternehmen ebenfalls stabile Preise voraus. Angebot und Nachfrage sollen sich einander annähern, wodurch die Lieferanten ihre bisherige „Preismacht“ verlieren würden.

Für viele Anlagenbauer und Projektierer aus Europa stellen die USA zunehmend ein Investitionsrisiko dar. Die Trump-Administration hatte zuletzt mit Blockaden fast fertiggestellter Meeresparks für Aufsehen und Verunsicherung gesorgt (wir berichteten). Woodmac sieht die US-Windenergie entsprechend im Jahr 2026 „an einem Scheideweg“ angekommen. Dies auch, weil Tarifdruck und Engpässe bei Genehmigungen zu erwarten seien. Dem stehe ein „dringender Beschaffungsdruck“ von Projektieren gegenüber, für die im Juli eine Produktionssteuergutschrift (PTC) ausläuft.

Dies führt kurzfristig paradoxerweise zu einem Schub der Windenergie in den USA. Denn Entwickler würden „darum wetteifern, sich auslaufende Förderungen zu sichern“. Ohnehin hält Woodmac es für denkbar, dass der steigende Strombedarf in den Vereinigten Staaten mäßigend auf die restriktive Erneuerbaren-Politik der Regierung wirkt. Dann sei es auch möglich, dass es zu Ausschreibungen von zusätzlichen Kapazitäten komme.

Das Analysepapier „Wind power: What to look for in 2026“ stellt Wood Mackenzie auf Anforderung über das Internet zur Verfügung.
 // VON Volker Stephan
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KWK-Index klettert über 9 Cent
Quelle: Fotolia / XtravaganT
KWK. Wie aus der aktualisierten Liste der Strombörse EEX hervorgeht, steigt der übliche Preis auf 9,319 Cent/kWh. 
Die Strombörse EEX hat Anfang Januar den KWK-Index aktualisiert. Für den Strom aus Kraft-Wärme-Kopplung, der im ersten Quartal 2026 eingespeist wird, erhalten die berechtigten Betreiber von KWK-Anlagen 9,319 Cent/kWh (93,19 Euro/MWh) − und damit mehr als im Quartal zuvor mit 8,276 Cent/kWh. Der übliche Preis orientiert sich an dem jeweils durchschnittlichen Börsenstrompreis des jeweils vorangegangenen Quartals.
 // VON Heidi Roider MEHR...

Der übliche Preis liegt damit niedriger als im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der KWK-Index war mit 11,189 Cent/kWh gut ins Jahr 2025 gestartet, war im Folgequartal aber auf unter 7 Cent/kWh abgestürzt. Im dritten und vierten Quartal zog der übliche Preis dann wieder an. 

Der KWK-Index spiegelt die durchschnittlichen Baseload-Strompreise des vorangegangenen Quartals wider und dient als Maßstab für die Vergütung von KWK-Strom gemäß des deutschen Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes (KWKG). Neben einem ausgehandelten Strompreis für KWK-Strom im Rahmen der Direktvermarktung ist er ein Maßstab für den Preis des ins Netz eingespeisten Stroms.
 
Durchschnittspreis KWK-Index
Erhebungsquartal
mit Bedeutung fürs Folgequartal
üblicher Preis in Cent/kWh
Q4 20259,319
Q3 20258,276
Q2 20256,973
Q1 202511,189
Q4 202410,265
Q3 20247,599
Q2 20247,176
Q1 20246,767
Q4 20238,227
Q3 20239,078
Q2 20239,229
Q1 202311,580
Q4 202219,284
Q3 202237,575
Q2 202218,698
Q1 202218,462
Quelle: EEX
 // VON Heidi Roider
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Neue Direktorin bei Stiftung Klimaneutralität
Quelle: Shutterstock / Vadym Kovalenko
PERSONALIE. Mit der ehemaligen Audi-Strategievorständin gibt es eine weitere Direktorin und neue Leiterin für den Bereich Industrietransformation bei der Stiftung Klimaneutralität. 
Silja Pieh ist seit Januar neue Direktorin der Stiftung Klimaneutralität, neben dem bisherigen Direktor Thomas Losse-Müller. Wie die Organisation weiter mitteilte, übernimmt Pieh weiterhin die Leitung des Bereichs Industrietransformation.
 // VON Stefan Sagmeister MEHR...

Pieh bringt Erfahrung in den Feldern Strategie, Mobilität und industrielle Transformation mit. Zuletzt war sie als Strategievorständin bei der Audi AG tätig. In dieser Funktion entwickelte sie zwischen 2020 und 2023 die Konzernstrategie „Vorsprung 2030“, die den schrittweisen Abschied von der Verbrennertechnologie vorbereitete. 

Davor leitete Pieh bei Volkswagen Nutzfahrzeuge den Strategiebereich und war in der neu geschaffenen konzernweiten Funktion „Gesamtstrategie“ eingebunden. Sie studierte Geographie und Betriebswirtschaft an der Universität Regensburg.

Die Stiftung Klimaneutralität erarbeitet Analysen und Konzepte für den Übergang zu einer klimaneutralen Wirtschaft, bewertet politische Instrumente. Sie unterstützt nach eigenen Angaben den Austausch zwischen Politik, Wirtschaft und Wissenschaft zur Umsetzung langfristiger Klimaziele. „Auf der Basis von guter Forschung will die Stiftung informieren und beraten – jenseits von Einzelinteressen“, heißt es von dort.
 // VON Stefan Sagmeister
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  TECHNIK
Ein gebrochener Rotor in Bedburg hat die benachbarte A 44 lahmgelegt. Quelle: RWE
Turbine lässt Flügel hängen und legt Verkehr lahm
WINDKRAFT. Ziemlich geknickt waren am 7. Januar etliche entlang der A 44 im Westen von NRW: sehr viele in ihren Autos und genau eine Turbine mit defektem Flügel. Sie verursachte eine Vollsperrung.
Auch einen Tag nach dem Rotorbruch in einem Windpark am Tagebau Garzweiler das gleiche Bild: Die betroffene Windkraftanlage lässt einen geborstenen Flügel hängen und bietet einen bedauernswerten Anblick. Im Unterschied zum Geschehen am 7. Januar gehe von der demolierten Turbine allerdings inzwischen keine Gefahr mehr für den Verkehr auf der nahen Autobahn 44 aus.
 // VON Volker Stephan MEHR...

Dies erklärte ein Sprecher des Anlagenherstellers Nordex auf Anfrage dieser Redaktion. Als das Malheur am Vormittag offenkundig wurde, reagierte die zuständige Autobahnpolizei NRW sofort mit der Vollsperrung der A 44. Auf dem etwa acht Kilometer langen Abschnitt zwischen dem Dreieck Jackerath und dem Kreuz Holz (A 46) im Norden rollte ab etwa 10 Uhr rund sieben Stunden lang kein Fahrzeug mehr.

Erst am Nachmittag bei einsetzender Dunkelheit gelang es, die Gefahr zu bannen. Dies besorgte Nordex per Fernsteuerung der Anlage, wodurch sich die Position der Gondel und Rotoren um 180 Grad veränderte. Die Behörden hatten bis dahin die Sorge, dass bei der Ausrichtung zuvor Teile des Rotors im Falle eines kompletten Abbruchs auch den Verkehr auf der Autobahn treffen könnten.

Auch vier andere Anlagen vorsorglich vom Netz genommen

Der Nordex-Sprecher betonte, die Autobahnpolizei habe die Vollsperrung „rein vorsorglich“ angeordnet. Die Turbine steht in einem Abstand von etwa 270 Meter zur Fahrbahn und gehört zum fünfköpfigen „Windpark Bedburg A 44n“, der seit Ende 2022 existiert. Auch die vier anderen Anlagen stoppte Nordex vorübergehend. Ihre Daten hätten „keine Auffälligkeiten“ gezeigt, so der Unternehmenssprecher.

Offen ist nach wie vor, warum es zum Bruch des Rotors kommen konnte und wann eine Demontage des defekten Teils möglich ist. Von Nordex heißt es, ein Einsatz bei dem stärker werdenden Wind sei für das Monteurteam aktuell zu gefährlich. Gleichwohl sei auch bei dem erwarteten Wintersturm nicht von einem Abriss des Rotors auszugehen.

Der Windpark Bedburg ist eine Anlagensammlung auf einem rekultivierten Areal des ehemaligen Braunkohle-Tagebaus Garzweiler. Wie eine Sprecherin des Tagebau-Betreibers RWE auf Anfrage dieser Redaktion erklärte, habe das Essener Unternehmen den Park von Nordex noch nicht übernommen. Dies stehe samt der technischen Abnahme in diesem Jahr an.

RWE und Bedburg schon mit drittem Windpark

Jede der fünf Anlagen des Typs N149/5.X verfügt über eine Nennleistung von 5,7 Megawatt und eine Nabenhöhe von 164 Metern. Das gebrochene Rotorblatt ist wie seine Schwestern mehr als 74 Meter lang. Die RWE-Sprecherin sagte weiter, die anderen Anlagen könnten nach erfolgter Prüfung in Absprache mit den Aufsichtsbehörden wieder ans Netz gehen.

Der Abstand von 270 Metern zur Autobahn entspreche den gesetzlichen Vorschriften, so die Sprecherin weiter. Nordex habe ein Expertenteam gebildet und damit begonnen, den Grund für den Rotorbruch zu ermitteln, so der Sprecher der Hamburger. Dies geschehe in enger Zusammenarbeit mit RWE. Zu der Frage, wer für den Schaden und den Aufwand der Vollsperrung aufkommt, wollten keines der Unternehmen Stellung nehmen.

Die Essener sind mit 51 Prozent Haupteigner des Windparks Bedburg A 44n. Der weitere Partner hier ist die Stadt Bedburg. Es handelt sich dabei um eine eingespielte Kooperation, die bereits ein anderes Projekt in der unmittelbaren Nachbarschaft hervorgebracht hat: den Windpark Königshovener Höhe mit 21 Anlagen (67,2 MW). Die dritte Turbinensammlung mit neun Anlagen (rund 60 MW) entsteht aktuell, trägt den Namen „Bedburg 3“ und soll in der zweiten Jahreshälfte ans Netz gehen.
 // VON Volker Stephan
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Dekarbonisierungsprojekte bis Februar einreichen
Quelle: Pixabay / Gerd Altmann
KLIMASCHUTZ. Das zweite Förderfenster für Investitionen oder Entwicklungen von CO2-armen Produktionsverfahren ist eröffnet. Unternehmen können nun bis zum 28. Februar 2026 Projekte einreichen.
Der zweite Aufruf zur Förderung von innovativen Projekten für CO2-arme Produktionsverfahren der Bundesförderung Industrie und Klimaschutz (BIK) gestartet. Er wurde am 6. Januar 2026 im Bundesanzeiger veröffentlicht. Gefördert werden Investitionsvorhaben zur Dekarbonisierung der Industrie sowie deren Erforschung und Entwicklung.
 // VON Susanne Harmsen MEHR...

Der Aufruf des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWE) gilt dem Modul 1 der BIK und weiterhin ausschließlich für die Teilmodule 1 und 3. Die Grundlage für die Bezuschussung bildet die Allgemeine Gruppenfreistellungsverordnung (AGVO) der EU-Kommission. Auch für das 2. Modul der BIK ist der zweite Förderaufruf zeitgleich gestartet. Alle Informationen zur damit verbundenen Förderung von CCU/S-Technologievorhaben sind beim zuständigen Projektträger Jülich zu finden. 

Bis 28. Februar 2026 Skizzen einreichen

Mit dem erfolgten Aufruf hat der zweite Förderwettbewerb für die AGVO-Teilmodule begonnen. Unternehmen haben nun knapp zwei Monate Zeit, die Skizzen für ihre Vorhaben einzureichen. Nach dem Ablauf der Frist am 28. Februar 2026 werden alle eingereichten Skizzen vom Kompetenzzentrum Klimaschutz in energieintensiven Industrien (KEI) begutachtet und anhand der Auswahlkriterien bewertet.

Die maximale Förderhöhe beträgt bei Investitionsvorhaben (Teilmodul 1) 30 Millionen Euro sowie bei Forschungs- und Entwicklungsvorhaben (Teilmodul 3) 35 Millionen Euro pro Unternehmen. Angesprochen werden damit in Deutschland niedergelassene Industrieunternehmen, die Anlagen mit industriellen Prozessen planen oder betreiben und mindestens 40 Prozent ihrer CO2-Emissionen in der Produktion durch Investitionen einsparen wollen.

Adressaten sind die Unternehmen der energieintensiven Grundstoffindustrie, etwa Stahl-, Chemie-, Glas-, Keramik-, Papier-, Zement- oder Kalkproduzenten. Die Förderung ist aber ausdrücklich nicht auf diese Bereiche beschränkt.

Skizzenworkshop am 27. Januar 2026 

Als Hilfestellung für das Erstellen und Einreichen von BIK-Vorhabenskizzen im 2. Förderaufruf bietet das Kompetenzzentrum einen Workshop an. Die digitale Infoveranstaltung findet am Dienstag, 27. Januar 2026, von 10 bis 12 Uhr statt. 

Unternehmen erhalten in der Veranstaltung einen Überblick zum Teilmodul 1 und 3 des Moduls 1 der BIK-Förderung. Fachleute des KEI informieren zum konkreten Zeitplan, den Inhalten und erläutern die einzelnen Phasen an Fallbeispielen.

Mit der modular aufgebauten BIK-Förderung unterstütze das BMWE nach eigenen Angaben Pilotprojekte für eine nachhaltige, innovative und ressourcenschonende Industrie, die auf internationalen Märkten zunehmend an Bedeutung gewinnt. „Das frühzeitige Testen der Marktfähigkeit dieser zukunftsweisenden Technologien und deren breite Anwendung in der Industrie trägt nicht nur zur Erreichung der Klimaziele bei, sondern stärkt auch die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen“, schreibt das Ministerium.

Informationen und Anmeldung zum Workshop stehen im Internet bereit.
 // VON Susanne Harmsen
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Anschlag auf Stromversorgung in Erkrath gescheitert
Quelle: Katia Meyer-Tien
STROMNETZ. Unbekannte wollten ein Umspannwerk im nordrhein-westfälischen Erkrath sabotieren. Erst ein Bekennerschreiben machte die Behörden auf den Anschlagsversuch aufmerksam.
Unbekannte haben auf ein Umspannwerk in Erkrath bei Düsseldorf einen Anschlag verübt, der jedoch fehlgeschlagen ist. Auf der Plattform Indymedia habe die Gruppe Kommando Angry Birds den Anschlag für sich reklamiert, sagte Oberstaatsanwalt Wolf-Tilman Baumert auf Anfrage. Es handele sich um einen Sabotageakt gegen die kritische Infrastruktur. Zuvor hatte der WDR berichtet.
 // VON dpa MEHR...

Erst durch ein am 5. Januar eingestelltes Bekennerschreiben seien die Behörden auf den fehlgeschlagenen Anschlag aufmerksam geworden. Als die Polizei das Umspannwerk vor Ort kontrollierte, stellte sie fest, dass dort tatsächlich ein Brandsatz deponiert worden war.

Aus dem Bekennerschreiben geht hervor, dass der Anschlag bereits vor einiger Zeit verübt worden sein dürfte, als es noch wärmer war. Man habe niemanden frieren lassen wollen, heißt es darin. Der Anschlag habe außerdem einem Industriegebiet gegolten.

Als Motiv wird in dem Bekennerschreiben die Belastung der Menschen durch Umweltgifte genannt. „Unsere Grenzen sind überschritten“, heißt es. Die linksextremistische Gruppe Kommando Angry Birds hatte auch einen Anschlag auf die Bahn-Hauptstrecke zwischen Düsseldorf und Duisburg Ende Juli für sich reklamiert.

In Berlin hatte es vor einigen Tagen einen Anschlag auf das Stromnetz gegeben: Nach einem mutmaßlich linksextremistisch motivierten Brandanschlag auf eine Kabelbrücke war in mehreren Vierteln im Südwesten der Stadt für mehrere Tage der Strom ausgefallen.
 // VON dpa
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Preisentwicklung der Emissionszertifikate im EU-ETS von 2023 bis 2025
Quelle: E&M / Pixabay
STATISTIK DES TAGES. Ein Schaubild sagt mehr als tausend Worte: In einer aktuellen Infografik beleuchtet die Redaktion regelmäßig Zahlen aus dem energiewirtschaftlichen Bereich.
 // VON Redaktion MEHR...

 
Zur Vollansicht auf die Grafik klicken Quelle: Statista

Der Preis für Emissionszertifikate im Europäischen Emissionshandelssystem (EU-ETS) erreichte im Februar 2023 mit 100,34 Euro pro Tonne CO2 ein Rekordhoch, sank aber bis Ende Februar 2024 auf rund 55 Euro. Anfang November 2025 lag der Preis bei rund 81,91 Euro pro Tonne CO2. Ein Grund für niedrigere Preise ist die geringe Nachfrage: Produziert die Industrie in der EU weniger als erwartet und verbraucht damit auch weniger fossile Brennstoffe, ist auch der Bedarf an Zertifikaten geringer und die Preise sinken. Die Nachfrage wird dazu durch eine erhöhte Verfügbarkeit von erneuerbaren Energien gesenkt.
 // VON Redaktion
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  UNTERNEHMEN
Mit der Übernahme der Befra Energietechnik GmbH nimmt Zeppelin Rental mobile Miettrafos in seine Flotte auf. Quelle: Zeppelin Rental
Zeppelin steigt ins Trafo-Geschäft ein
ÜBERNAHME. Eigenbau statt Abhängigkeit von Zulieferern: Mit der Übernahme der Befra Energietechnik erweitert der Zeppelin-Konzern sein Geschäft um mobile Trafostationen. 
70 mobile Miettrafos neu in der eigenen Flotte und erweiterte Kompetenzen in der Nieder- und Mittelspannungstechnik: Zum 1. Januar 2026 hat der Zeppelin-Konzern die Befra Energietechnik GmbH mit Sitz im bayerischen Leutkirch im Allgäu übernommen. Damit erweitert das Unternehmen sein Geschäftsfeld Energie, Klima und Wasser in der Geschäftseinheit „Rental“ um eigene mobile Trafostationen, wie aus einer Mitteilung des Unternehmens hervorgeht. 
 // VON Katia Meyer-Tien MEHR...

Befra ist seit knapp 25 Jahren auf Entwicklung, Planung, Vertrieb und Vermietung von Trafostationen spezialisiert. Diese kommen unter anderem auf Baustellen sowie bei Biogas-, Photovoltaik- und Windkraftanlagen zum Einsatz. Der Kundenkreis umfasst Bauunternehmen, kommunale Betriebe, Energieversorger und die Industrie. 

Durch die Übernahme „reduzieren wir die Abhängigkeit von externen Lieferanten und bedienen bestehende Kunden umfassender“, sagt Christoph Afheldt, Mitglied der Geschäftsleitung von Zeppelin Rental. Der Bedarf an Strom steige, und damit auch der Bedarf an Trafostationen. 

Zeppelin Rental steigt mit der Transaktion nicht nur in die Vermietung, sondern auch in die Fertigung und den Handel von Trafostationen ein. „Die Akquisition ermöglicht uns ein nachhaltiges Wachstum in einem Bereich, in dem uns externe Faktoren wie lange Lieferzeiten oder geringe Verfügbarkeiten bisher gebremst haben“, sagte Timo Heitkamp, Bereichsleiter Energie, Klima und Wasser. 

Die bisherigen Inhaber von Befra bleiben dem Unternehmen erhalten und sollen mit ihrem technischen Know-how sowie Branchenkontakten zum weiteren Ausbau beitragen, heißt es in der Mitteilung. Die Geschäftstätigkeit werde künftig unter dem Namen Zeppelin Rental fortgeführt.
 // VON Katia Meyer-Tien
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Energiebörse EEX bekommt neuen CEO
Peter Reitz hört als CEO bei der EEX auf. Quelle: EEX/A. Gorig
PERSONALIE. Dr.-Ing. Dr. Tobias Paulun wird als Nachfolger von Peter Reitz zum Chef der European Energy Exchange (EEX) bestellt. Der aktuelle CEO lässt seinen Vertrag auslaufen.
Nach 15 Jahren an der Spitze der European Energy Exchange (EEX) wird Peter Reitz sein Vorstandsmandat zum 31. Juli 2026 beenden. Reitz habe entschieden, seinen Vertrag nicht erneut zu verlängern, heißt es in einer Mitteilung. Sein Nachfolger wird Tobias Paulun. Der Aufsichtsrat setzt damit auf eine interne Lösung.
 // VON Stefan Sagmeister MEHR...

Reitz steht seit dem 1. August 2011 an der Spitze der EEX und hat in dieser Zeit die Entwicklung der Börse maßgeblich geprägt. Unter seiner Führung hat die EEX ihr Produktportfolio deutlich ausgeweitet, neue Märkte erschlossen und ihre internationale Position ausgebaut. Über seine CEO-Funktion hinaus bleibt Reitz der EEX Group verbunden: Er ist Vorsitzender der Aufsichtsräte der Strombörse Epex Spot und der US-amerikanischen Nodal Exchange und wird die EEX dort weiterhin vertreten.

„Peter Reitz hat die einzigartige Erfolgsgeschichte der EEX entscheidend geprägt. Unter seiner Führung hat sich das Unternehmen von einer regionalen Strombörse hin zu einem führenden globalen Energiemarktplatz entwickelt“, so Thomas Book, Aufsichtsratsvorsitzender der EEX.

Die Nachfolge ist bereits geregelt. Der Aufsichtsrat der EEX hat Tobias Paulun mit Wirkung zum 1. August 2026 zum neuen CEO bestellt. Paulun ist ein langjähriger Manager innerhalb der EEX Group und derzeit CEO der European Commodity Clearing (ECC), dem Clearinghaus der EEX mit Sitz in Leipzig. Sein Mandat bei der ECC wird er zum 31. Juli 2026 niederlegen.

Paulun ist seit 2009 für die EEX Group tätig. Er begann in der Produktentwicklung, leitete später die Strategieabteilung und war von 2015 bis 2023 als Chief Strategy Officer Mitglied des Vorstands der EEX. Seit April 2023 führt er die ECC. Der Aufsichtsrat der ECC hat parallel ein Verfahren zur Neubesetzung der dortigen CEO-Position eingeleitet.
 
Dr.-Ing. Dr. Tobias Paulun wird neuer CEO der EEX
Quelle: ECC
 // VON Stefan Sagmeister
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Neoen vermietet Batteriespeicher an Uniper
Quelle: Neoen
STROMSPEICHER. Mit einem 30-MW-Batteriespeicher in Sachsen-Anhalt realisiert der französische Projektentwickler Neoen sein erstes Projekt in Deutschland. Nun ist ein Nutzer für die Anlage gefunden. 
Der französische Projektentwickler Neoen hat mit Uniper einen Tolling-Vertrag (Nutzungsvertrag) für seinen ersten Batteriespeicher in Deutschland abgeschlossen. Die Vereinbarung bezieht sich auf einen 30-MW-Speicher mit einer Kapazität von 78.000 kWh in Arneburg (Sachsen-Anhalt), der sich derzeit im Bau befindet und 2026 in Betrieb gehen soll. Der Vertrag beginnt 2027 und hat eine Laufzeit von sieben Jahren, wie das Unternehmen mitteilte.
 // VON Katia Meyer-Tien MEHR...

Während Neoen Betrieb und Wartung übernimmt, erhält Uniper die vollständige Kontrolle über die kommerzielle Nutzung des Speichers. Geplant ist, die Anlage sowohl für Netzdienstleistungen als auch im Stromhandel zu optimieren. 

Das Arneburger Projekt ist Teil von Neoens Einstieg in den deutschen Markt. Seit 2023 entwickelt das Unternehmen aus seinen Büros in Karlsruhe und Hamburg heraus Speicherprojekte in Deutschland. Weltweit umfasst das in Betrieb oder im Bau befindliche Speicherportfolio von Neoen derzeit 2.700 MW Leistung bei 8,1 Millionen kWh Kapazität. Bis zum Jahr 2030 will das Unternehmen weitere 10.000 MW installieren.

Für Uniper ist die Nutzung des Batteriespeichers eine Ergänzung zur bestehenden Stromerzeugung und zum Energiehandel. Das Unternehmen will sein Portfolio damit weiter diversifizieren und den Umbau der Stromversorgung unterstützen.
 // VON Katia Meyer-Tien
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Lava Energy wächst weiter
Quelle: Pixabay / Gerd Altmann
UNTERNEHMEN. Der Serviceanbieter Lava Energy übernimmt 208 Energieanlagen von Getec. Damit will Lava das Bestandskundengeschäft weiter ausbauen. 
Lava Energy, ein Anbieter für die Energieversorgung in Immobilien, übernimmt vom Magdeburger Projektierer Getec ein bundesweites Energieanlagen-Portfolio, teilte Lava am 8. Januar mit. Es handelt sich hierbei um 208 Energieanlagen an 62 Standorten bundesweit, die hier den Betriebsführer wechseln. 
 // VON Heidi Roider MEHR...

Getec will mit der Akquisition hingegen sein eigenes Profil schärfen und legt künftig den Schwerpunkt noch stärker auf komplexe Energielösungen für Industrie und Immobilien. 

Lava Energy mit Hauptsitz in Stuttgart will mit dem Kauf seine Wachstumsstrategie im Bestandskundengeschäft weiter stärken. Zu den Eigentümern gehören sowohl große als auch kleine Bestandshalter – von institutionellen Wohnungsunternehmen bis hin zu privaten Eigentümern. Die Übernahme ermöglicht Lava nach eigenem Bekunden nicht nur den Zugang zu neuen Kundenbeziehungen, sondern auch die Erschließung weiterer Potenziale in bestehenden Liegenschaften.

Die Anlagen befinden sich schwerpunktmäßig in Sachsen und Sachsen-Anhalt sowie in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Berlin und Brandenburg. In der Mehrzahl handelt es sich laut Lava um Kesselanlagen, die jetzt schrittweise auf erneuerbare Energien umgestellt werden sollen. Die Wärmelieferverträge werden nach Auskunft des neuen Eigentümers „zu identischen Konditionen nahtlos“ weitergeführt.

Zuvor hatte Lava im Oktober 2025 bekannt gegeben, künftig mit Metergrid aus Stuttgart zusammenzuarbeiten, um Mieterstromprojekte in Wohngebäuden bundesweit skalieren zu können (wir berichteten). 

Lava Energy realisiert Lösungen für Wärme, Kälte, Stromversorgung, Mieterstrom und Elektromobilität und übernimmt dafür Planung, Finanzierung und Betrieb der Anlagen. Laut dem Unternehmen sorge dieser Ansatz dafür, dass Gebäude klimafreundlicher und gleichzeitig wirtschaftlich betrieben werden können. Für die Umsetzung weiterer Projekte in großem Maßstab will Lava Prozesse stärker automatisieren und Komplexität reduzieren. Die Kooperation mit Metergrid soll dies ermöglichen.
 // VON Heidi Roider
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Zwei Versorger in Rheinland-Pfalz prüfen eine Fusion
Quelle: E&M / Jonas Rosenberger
STADTWERKE. Im Norden von Rheinland-Pfalz diskutieren zwei Versorger eine Fusion. Die Energieversorgung bleibt von der möglichen Kooperation allerdings ausgenommen.
Zwei kommunale Versorgungsunternehmen in Rheinland-Pfalz wollen ihre Kräfte bündeln. Dabei handelt es sich um die Servicebetriebe Neuwied und die Stadtwerke Bendorf aus dem Norden des Bundeslandes.
 // VON Volker Stephan MEHR...

Der neue kommunale Dienstleister würde nach einer Fusion etwa 230 Beschäftigte aufweisen. Sie sind auch bisher an ihren jeweiligen Stellen mit ähnlichen Aufgaben befasst: in den Bereichen Abwasser, Bauhof, Straßenunterhaltung und Winterdienst, Grün- und Friedhofspflege, Trinkwasserversorgung und bei technischen Dienstleistungen.

Eine Zusammenarbeit in Energiebereichen ist nicht vorgesehen. Dafür unterhält die Stadt Neuwied bereits einen eigenen Versorger: die Stadtwerke Neuwied. Sie sind der Grundversorger für Strom in der großen kreisangehörigen Kreisstadt des Landkreises mit selbem Namen.

Anders in Bendorf am Rhein: Hier ist die Energieversorgung Mittelrhein (EVM) Platzhirsch beim Strom. Die verbandsfreie Stadt im Landkreis Mayen-Koblenz leistet sich keine eigene Energie-Infrastruktur. Für Bendorf wäre ein Zusammengehen in den angestammten Tätigkeitsfeldern eher wichtig im Zusammenhang mit dem Fachkräftemangel. So sei „eine leistungsfähigere, wirtschaftlichere und zukunftssichere Struktur“ zu gewährleisten, sagt der Erster Beigeordnete Peter Schneider laut einer Mitteilung.

Die Stadtwerke Neuwied sind bereits länger Partner der Nachbarkommune. Sie liefern eine halbe Million Kubikmeter Wasser jährlich aus dem Engerser Feld nach Bendorf. Bendorfs Bürgermeister Christoph Mohr sieht eine Fusion als „strategische Weichenstellung“ für seine Kommune.

Ob es dazu kommt, ist nicht nur von organisatorischen Rahmenbedingungen abhängig. Auch rechtliche Fragen sind noch zu klären. Voraussetzung für das Zusammengehen sei, heißt es in der Mitteilung weiter, dass die vom Finanzamt bestätigte Umsatzsteuerbefreiung der Servicebetriebe Neuwied auch in einer gemeinsamen Struktur weiter gilt.
 // VON Volker Stephan
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MARKTBERICHTE

STROM
GAS
Day-ahead Strom stürzt ab
Quelle: E&M
MARKTKOMMENTAR. Wir geben Ihnen einen tagesaktuellen Überblick über die Preisentwicklungen am Strom-, CO2- und Gasmarkt.
Überwiegend abwärts gerichtet haben sich die Energiemärkte am Donnerstag präsentiert. Strom, Gas und CO2 sanken im Tandem vor dem Hintergrund sich verfestigender Prognosen, die eine Milderung des Wetters in Nordwesteuropa und Deutschland vorhersagen. Die Meteorologen erwarten nun für die neue Woche überwiegend ein weitgehendes Einpendeln des Temperaturniveaus auf durchschnittliche oder leicht überdurchschnittliche Werte. 
 // VON Claus-Detlef Großmann MEHR...

Strom: Überwiegend leichter hat sich der deutsche OTC-Strommarkt am Donnerstag gezeigt. Der Day-ahead verlor massive 75,25 Euro auf 79,00 Euro/MWh im Base und 129,25 Euro auf 87,75 Euro/MWh im Peak. An der Börse kostete der Day-ahead 78,70 Euro in der Grundlast und 87,63 Euro in der Spitzenlast. 

Ausschlaggebend für den regelrechten Preisabsturz beim Day-ahead ist ein Wind- und Sturmfeld, das über Deutschland am Freitag hinwegziehen wird. Dementsprechend hoch sind auch die Prognosen für die Einspeiseleistung der Erneuerbaren am letzten Tag der Arbeitswoche. Die Meteorologen von Eurowind rechnen für Deutschland mit 47,3 Gigawatt. Auch am Samstag soll mit 35,5 Gigawatt noch recht viel Solar- und vor allem Windstrom anfallen. Danach dürften die Beiträge weiter zurückgehen. 

Allerdings sollte sich in der kommenden Woche mit der einsetzenden Milderung des bislang strengen Winterwetters auch die Last rückläufig entwickeln. 

Am langen Ende sank das Strom-Frontjahr im Verbund mit Gas und CO2 um moderate 0,53 Euro auf 82,51 Euro/MWh.

CO2: Die CO2-Preise haben am Donnerstag etwas nachgegeben. Der Dec 26 verlor im Tandem mit Strom und Gas bis 13.40 Uhr um 0,44 Euro auf 87,69 Euro je Tonne. Umgesetzt wurden bis zu diesem Zeitpunkt 14,8 Millionen Zertifikate. Das Hoch lag bei 87,84 Euro, das Tief bei 87,10 Euro.

Die Analysten von Redshaw Advisors sehen den Dec 26 bei 87 Euro gut unterstützt. In Ermangelung eigener Impulse folge CO2 der leichten Abwärtsbewegung bei Erdgas. Die Tendenz am Markt sei trotz der moderaten Abgaben übergeordnet jedoch leicht aufwärts gerichtet.

Erdgas: Leichter haben sich die europäischen Gaspreise am Donnerstag gezeigt. Der Frontmonat Februar am niederländischen TTF verlor bis 13.10 Uhr um 0,60 Euro auf 27,70 Euro/MWh. Der Day-ahead am deutschen THE sank um 1,10 Euro auf 29,90 Euro/MWh. 

Die Wetterdienste rechnen für die kommende Woche verstärkt mit einer Milderung, wobei sich die Temperaturen auf Durchschnittswerte einpendeln könnten. Das US-Wettermodell prognostiziert für die kommenden zwei Wochen zudem ein moderates bis allenfalls durchschnittliches Windaufkommen. 

Die Heating-Degree-Days betragen aktuell 148,3 nach 153,3 am Vortag. Der Saisondurchschnitt liegt bei 107,2. Unterdessen haben die Investmentfonds ihre Netto-Shortpositionen für TTF-Gas die dritte Woche in Folge reduziert. Ein bullisher Faktor für die Gaspreisentwicklung bleiben allerdings die niedrigen Gas-Lagerbestände. Diese betragen aktuell EU-weit nur noch rund 58 Prozent.
 // VON Claus-Detlef Großmann
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