Überwiegend fester haben sich die Energiemärkte am Montag gezeigt. Ursache für die Aufwärtsbewegung waren Wetterprognosen, die von kommender Woche an wieder etwas kühleres Wetter prognostizieren, als noch am Freitag vorhergesagt.
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Haupttreiber der Preise dürften allerdings die geopolitischen Spannungen zwischen den USA und Iran sein, womit erneut eine Sperrung der Straße von Hormus im Raum steht. Durch diese Wasserstraße werden 20 bis 25
Prozent des weltweiten Öl- und LNG-Handels abgewickelt. Die US-Regierung hat den Protestierenden im Iran Unterstützung zugesagt. US-Präsident Donald Trump will sich dazu Optionen vorlegen lassen, die bis hin zu Militärschlägen reichen sollen.
Strom: Fester hat sich der deutsche OTC-Strommarkt vor dem Hintergrund höherer CO2- und Gaslieferungen am Montag gezeigt. Der Dienstag wurde mit 106,00 Euro je Megawattstunde in der Grundlast und mit 121,75 Euro je Megawattstunde in der Spitzenlast bewertet. An der Börse wurden für den Dienstag im Base 105,71 Euro je Megawattstunde und für den Peak 121,53 Euro je Megawattstunde gezahlt.
Am Dienstag dürfte das Erneuerbaren-Aufkommen nur mäßige 21,9 Gigawatt betragen, für den Mittwoch wird jedoch eine Zunahme auf 31 Gigawatt erwartet. An den Tagen danach sollten die Beiträge von Wind und Solar wieder schwächer ausfallen.
Unterstützt werden die Preise am Strommarkt durch Wetterprognosen, die schon von kommender Woche an wieder mit leicht unterdurchschnittlichen Temperaturen rechnen. Allerdings besteht hinsichtlich des Wetters in der kommenden Woche ein hohes Maß an Unsicherheit.
Eine weitere Ursache für das Preisplus am deutschen Strommarkt sind die festen Strompreise in Frankreich, die um bis zu 50
Prozent gestiegen sind. Dort hatte der Betreiber EDF mitgeteilt, dass das Kernkraftwerk Flamanville nach Sturmschäden bis zum 1.
Februar vom Netz bleibt.
Am langen Ende des deutschen Strommarktes gewann das Cal 27 bis zum Nachmittag um 1,01 Euro auf 84,15 Euro je Megawattstunde.
CO2: Fester haben sich am Montag unter dem Eindruck höherer Notierungen am Strom- und Gasmarkt die CO2-Preise präsentiert. Der Dec 26 gewann bis zum Settlement
0,54
Euro auf 90,10
Euro je Tonne. Umgesetzt wurden 8,5
Millionen Zertifikate. Das Hoch lag bei 90,42
Euro, das Tief bei 89,41
Euro.
Die Analysten von Vertis zweifeln allerdings an der Dauerhaftigkeit der Aufwärtsbewegung. Der starke Anstieg der Notierungen am vergangenen Freitag habe den RSI auf rund 67 getrieben, was nahe am überkauften Bereich liegt, sodass die Preise anfällig für einen kurzfristigen technischen Rückgang seien, hieß es.
Gleichzeitig nehmen die Prognosen für milde bis überdurchschnittlich hohe Temperaturen eine wichtige Quelle der Unterstützung weg. Vertis rechnet daher mit einer übergeordneten Seitwärts-Abwärtstendenz in der laufenden Woche.
Erdgas: Fester trotz deutlich milderem Wetter haben sich die europäischen Gaspreise zum Wochenstart gezeigt. Der Frontmonat Februar gewann am niederländischen TTF bis 17.23
Uhr 1,825
Euro auf 30,250
Euro je Megawattstunde. Am deutschen THE legte der Day-ahead 1,975
Euro auf 30,425
Euro je Megawattstunde zu.
Händler verweisen unter anderem auf niedrige Speicherstände als Ursache. Laut Gas Infrastructure Europe sind die Speicherkapazitäten in der EU derzeit nur zu 54,8
Prozent ausgelastet. Zudem gibt es in Asien Anzeichen für eine stärkere Nachfrage nach Flüssigerdgas. Der aktuellen Milderung in Deutschland könnte überdies nur eine kurze Dauer beschieden sein.
Bullish dürften sich vor allem die Unruhen im Iran auswirken, da eine Sperrung der Straße von Hormus als Reaktion auf eine US-Intervention auch LNG-Lieferungen nach Europa beeinträchtigen würde. Der Gasflow aus Norwegen nach Europa beträgt am Berichtstag 340,5 Millionen Kubikmeter und liegt damit weiter auf hohem Niveau.
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