15. Januar 2026
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Umweltverbände wollen Stopp des Holzheizkraftwerks Reuter
Quelle: Pixabay / Alexa
VERBäNDE.  Mehrere Umweltverbände haben eine Stellungnahme zum geplanten Berliner KWK-Biomassekraftwerk Reuter-West veröffentlicht. Der Tenor: Das Kraftwerk darf nicht genehmigt werden.  
In den vergangenen Tagen wurden eine Stellungnahme sowie ein Gutachten von mehreren Umweltverbänden veröffentlicht: der Naturschutzbund Deutschland (NABU), Biofuelwatch, Robin Wood, die Deutsche Umwelthilfe (DUH) sowie BUND Berlin fordern darin, dass die kommunale Berliner Energie und Wärme GmbH (BEW) ihren Antrag für das geplante KWK-Biomassekraftwerk Reuter-West zurückzieht.
// VON Heidi Roider  MEHR...

Die Verbände haben Bedenken wegen des Holzverbrauchs. Zudem äußern sie Zweifel daran, dass die „Einstufung der Holzverbrennung als CO2-freie Wärme, die das Berliner Energiewende- und Klimaschutzgesetz für die künftige Fernwärme vorschreibt“, aus wissenschaftlicher Sicht haltbar ist. „Die BEW und der Berliner Senat sollten den Antrag zurückziehen und stattdessen die Fernwärme auf wirklich klimafreundliche Technologien umstellen“, fordert Eric Häublein vom NABU. Stattdessen sollte der Versorger mögliche Geothermie-Potenziale erschließen.

Der Hauptkritikpunkt der Umweltorganisationen liegt beim Brennstoff. „Pro Jahr sollen mindestens 250.000 Tonnen Frischholz beziehungsweise 130.000 Tonnen des trockeneren und damit leichteren Altholzes“ verbrannt werden, schreiben die Verbände in ihrer Mitteilung. Und plakativ formulieren sie: „Die Wälder würden durch die Holzverbrennung weiter unter Druck geraten. Zum Vergleich: Eine Waldfläche von der Größe des Berliner Tiergartens (200 Hektar) würde im geplanten Kraftwerk in nur ein bis zwei Monaten komplett verheizt.“

Der Berliner Senat muss „die Planungen jetzt stoppen“, fordert Jana Ballenthien von Robin Wood. „Die Verbrennung von Holz setzt in erheblichem Maße CO2 frei. Das Altholz-Recycling im Großraum Berlin und darüber hinaus würde durch die starke Nachfrage konterkariert, wenn der wertvolle Rohstoff stattdessen verheizt wird.“ Das sei das Gegenteil von Klimaschutz. 

Die BEW setzt auf Biomasse, um den Kohleausstieg zu gewährleisten 

Der Stein des Anstoßes ist die geplante Altholz- und Biomasse-KWK-Anlage mit bis zu 90 MW thermischer und 20 MW elektrischer Leistung am Standort Reuter. Sie soll voraussichtlich 2029 in Betrieb gehen.

Der kommunale Versorger BEW betont − und widerspricht damit den Umweltverbänden −, dass Altholz und weitere nachhaltige Biomasse am Standort Reuter „sehr bewusst und im Rahmen eines breiten Energiemixes“ eingesetzt werden, ergänzt durch andere erneuerbare Technologien. „Wir setzen überwiegend auf Altholz, das am Ende einer nachhaltigen Nutzungskaskade energetisch verwertet wird“, teilte die BEW auf Anfrage dieser Redaktion mit. „Ergänzend können Agrarholz aus Kurzumtriebsplantagen, Landschaftspflegematerial sowie nachhaltig beschafftes Waldrestholz eingesetzt werden. Die Anlage ist bewusst so ausgelegt, dass sie unterschiedliche holzartige Biomasse verarbeiten kann. So können wir flexibel auf zukünftige Marktbewegungen und Entwicklungen reagieren.“ 

„Derzeit verbrennen wir 700.000 Tonnen Steinkohle pro Jahr“, schreibt die BEW in ihrer Antwort an die Redaktion weiter. Die Steinkohle will das Unternehmen durch einen breiten Energiemix ersetzen, Biomasse sei nur ein Teil der Lösung. Mit dem Ausstieg aus der Steinkohle 2030 wird der Bedarf an Biomasse voraussichtlich bei 150.000 Tonnen pro Jahr liegen.

Zum geplanten Energiemix für die künftige Fernwärmeversorgung gehören ebenso Power-to-Heat-Anlagen, Wärmespeicher, Großwärmepumpen, Gasturbinen und Heißwassererzeuger, die H2-ready sind, und weitere Anlagen zur Abwärmenutzung verschiedener Quellen − etwa Abwasser, Rechenzentren. Allerdings verfügt Berlin nach Auskunft der BEW im Vergleich zu anderen Städten nur über geringe Abwärmepotenziale. Der anvisierte Kohleausstieg ist laut BEW ohne den Einsatz von Biomasse nicht möglich.
// VON Heidi Roider
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  POLITIK & RECHT
Quelle: Fotolia
Rat legt Empfehlungen für soziale Wärmewende vor
KLIMASCHUTZ. Der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) hat in Berlin Empfehlungen vorgelegt, wie die Bundesregierung die Wärmewende sozial ausgewogen, planbar und kosteneffizient umsetzen kann.
Der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE), ein unabhängiges Beratungsgremium der Bundesregierung, spricht sich für eine konsequente und sozial ausgerichtete Umsetzung der Wärmewende aus. In einer neuen Stellungnahme vom 14. Januar beschreibt der Rat, wie die klimafreundliche Modernisierung der Wärmeversorgung gelingen kann und welche politischen Rahmenbedingungen dafür notwendig sind. Die Empfehlungen entstanden laut RNE im Austausch mit Oberbürgermeisterinnen und Oberbürgermeistern im Format „Dialog Nachhaltige Stadt“.
 // VON Susanne Harmsen MEHR...

Nach Einschätzung des Rates verursacht der Wärmesektor fast die Hälfte der energiebedingten Treibhausgasemissionen in Deutschland. Gleichzeitig komme die Transformation bislang nur langsam voran. Gunda Röstel, Vizevorsitzende des RNE, bezeichnet die Wärmewende als zentral für das Erreichen der Klimaziele, für soziale Ausgewogenheit und für die wirtschaftliche Stabilität. Verzögerungen gefährdeten aus Sicht des Rates nicht nur Klimaziele, sondern auch Investitionen von Kommunen und Unternehmen sowie das Vertrauen in politische Verlässlichkeit.

Kommunen brauchen Finanzhilfen

Der RNE verweist darauf, dass viele Städte und Gemeinden bereits erhebliche Mittel in neue Wärmenetze, Erzeugungsanlagen und Planungsprozesse investiert haben. Fehlende Planungssicherheit und häufige Änderungen der Rahmenbedingungen erschwerten jedoch langfristige Entscheidungen. Der Rat empfiehlt der Bundesregierung daher, an nationalen und europäischen Klimazielen festzuhalten und Förderprogramme sowie rechtliche Vorgaben stabil auszugestalten. Das betreffe insbesondere Kommunen, Energieversorger und Investoren, die auf verlässliche Perspektiven angewiesen seien.

Ein zentrales Element der Empfehlungen ist die kommunale Wärmeplanung. Laut RNE ermöglicht sie es, vor Ort wirtschaftlich sinnvolle und technisch passende Lösungen zu identifizieren. Der Rat spricht sich dafür aus, Technologieneutralität zu wahren und pauschale Vorgaben zu vermeiden.
 
Kommunen sollten die Freiheit erhalten, unterschiedliche Optionen wie Wärmenetze, Wärmepumpen oder industrielle Abwärme je nach lokaler Situation zu kombinieren.

Mit Blick auf die Finanzierung sieht der RNE Handlungsbedarf bei Bund und Ländern. Öffentliche Mittel sollten gezielt eingesetzt werden, um privates Kapital zu mobilisieren und Kommunen finanziell zu stärken. Der Rat nennt langfristige Förderprogramme und einen Energiewendefonds als mögliche Instrumente. Hintergrund ist aus Sicht des Gremiums auch der künftige europäische Emissionshandel für Gebäude und Verkehr, der unter dem Stichwort ETS 2 zusätzliche Kosten für fossile Wärme verursachen kann.

Gebäudebestand sanieren

Einen weiteren Schwerpunkt legt der RNE auf den Gebäudebestand. Die energetische Sanierungsquote müsse steigen, insbesondere bei besonders ineffizienten Gebäuden. Der Rat empfiehlt, serielle Sanierungslösungen stärker zu fördern, um Kosten zu senken und Bauzeiten zu verkürzen. Gleichzeitig warnt er vor sozialen Verwerfungen. Belastungen für Mieterinnen, Mieter und Eigentümer sollten sozial gestaffelt werden. Der RNE spricht sich dafür aus, Sanierungskosten möglichst warmmietenneutral umzusetzen und einkommensschwache Haushalte gezielt zu entlasten.

Um die Umsetzung zu beschleunigen, fordert der Rat vereinfachte und digitalisierte Genehmigungs- und Planungsverfahren. Zudem müssten Verwaltungen personell besser ausgestattet werden, um Wärmepläne, Förderanträge und Bauvorhaben zügig bearbeiten zu können. Auch die Sicherung von Fachkräften spiele eine zentrale Rolle. Nach Einschätzung des RNE braucht es eine koordinierte Fachkräfteoffensive in Handwerk, Planung und Verwaltung, um die industrielle Wärmewende voranzubringen.

Abschließend betont der Rat die Bedeutung einer klaren und verständlichen Kommunikation. Transparente Informationen über Ziele, Kosten und Zeitpläne seien notwendig, um Akzeptanz bei Bürgerinnen und Bürgern zu schaffen. Die Wärmewende könne nur gelingen, wenn Bund, Länder und Kommunen gemeinsam handeln und die Menschen vor Ort einbinden, so Röstel in ihrer Stellungnahme.
 // VON Susanne Harmsen
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VKU mahnt Planungssicherheit für kommunale Energiewende an
Quelle: Shutterstock / Lightspring
KLIMASCHUTZ. Der VKU hat im Beteiligungsverfahren des Umweltministeriums zum Klimaschutzprogramm Stellung genommen. Er fordert klare Rahmenbedingungen, stabile Finanzierung und weniger Bürokratie.
Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) hat im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung des Bundesumweltministeriums (BMUKN) zum Klimaschutzprogramm der Bundesregierung eine umfangreiche Stellungnahme vorgelegt. Darin betont der Verband die zentrale Rolle kommunaler Unternehmen bei der Umsetzung der Energiewende vor Ort und formuliert konkrete Erwartungen an Bund und Länder. „Über 95 Prozent der erneuerbaren Energien und die Integration von Elektromobilität und Wärmepumpen finden in den Verteilnetzen statt“, unterstrich ein VKU-Sprecher.
 // VON Susanne Harmsen MEHR...

Laut VKU tragen kommunale Unternehmen Verantwortung für Klimaschutz, Wirtschaftlichkeit und Versorgungssicherheit gleichermaßen. Sie setzten die Energiewende praktisch um – in der Strom-, Wärme- und Wasserversorgung ebenso wie in der Abwasser- und Abfallentsorgung. Die Dekarbonisierung des Energiesystems und der Ausbau erneuerbarer Energien seien aus Sicht des Verbandes alternativlos, um Importabhängigkeiten zu reduzieren und eine klimaneutrale, versorgungssichere Zukunft zu erreichen.

Klimaschutz wirtschaftlich und sozial gestalten

Entscheidend für den Erfolg des Klimaschutzes ist aus Sicht des VKU, dass Maßnahmen wirtschaftlich tragfähig, sozial ausgewogen und lokal umsetzbar sind. Voraussetzung dafür sei die Einbindung und der Ausbau kommunaler Infrastruktur. Damit verbunden seien Investitionen in erheblichem Umfang, deren Finanzierung gesichert werden müsse. Aktuell würden vorhandene Potenziale durch komplexe Genehmigungsverfahren, energierechtliche Vorgaben, steuerliche Belastungen und aus Sicht des VKU zu komplizierte Fördermechanismen ausgebremst.

Der VKU verweist darauf, dass ein Großteil der bisherigen Emissionsminderungen aus der Energieerzeugung stammt. Künftig müssten vor allem der Gebäude- und Wärmesektor sowie der Verkehrsbereich stärker adressiert werden. Dafür brauche es stabile Rahmenbedingungen, die Planungs- und Investitionssicherheit gewährleisten. Besonders wichtig sei ein klarer und verlässlicher Rahmen für die CO2-Bepreisung. Das geplante europäische Emissionshandelssystem ETS II sollte nach Auffassung des Verbandes nicht über 2028 hinaus verschoben werden.

Stromsteuer senken

Mit Blick auf die weitere Elektrifizierung fordert der VKU eine Anpassung der Preisrelation zwischen Strom und fossilen Energieträgern. Laut Verband ist eine Absenkung der Stromsteuer auf das europäische Minimum für alle Abnehmer notwendig, wie im Koalitionsvertrag vereinbart. Zudem verlangt der VKU frühzeitige Entscheidungen zu Netzentgeltzuschüssen, um Planungssicherheit für Netzbetreiber und Energievertriebe zu schaffen.

Ein Schwerpunkt der Stellungnahme liegt auf der Wärmewende. Der VKU bezeichnet den Ausbau von Wärmenetzen als zentrale Dekarbonisierungsaufgabe. Um diesen voranzubringen, fordert der Verband eine dauerhafte, verlässliche und vollständig aus Bundesmitteln finanzierte Bundesförderung effiziente Wärmenetze. Diese müsse gesetzlich verankert und auf mindestens 3,5 Milliarden Euro pro Jahr aufgestockt werden. Gleichzeitig spricht sich der VKU für eine Weiterentwicklung und Verlängerung des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes bis 2038 aus.

Förderungen und Mietrecht anpassen

Kritisch sieht der Verband die bestehenden Regelungen im Förder- und Mietrecht. Nach Angaben des VKU behindern das Kostenneutralitätsgebot bei Wärmelieferverträgen sowie Überschneidungen zwischen der Bundesförderung effiziente Wärmenetze und der Bundesförderung effiziente Gebäude den effizienten Ausbau der Infrastruktur. Hier fordert der Verband rechtliche Anpassungen und vereinfachte Verfahren.

Auch für den Stromsektor verlangt der VKU verlässliche Investitionsbedingungen. Dazu zählten eine zügige Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes, Klarheit über die künftige KWK-Förderung sowie regulatorische Anpassungen zur besseren Nutzung von Flexibilitäten, etwa durch Batteriespeicher.

Klimageld sozial staffeln

Im Bereich der Wasserwirtschaft fordert der VKU Erleichterungen für den Ausbau erneuerbarer Energien auf Kläranlagen sowie steuerliche Entlastungen. Klärgas und Klärschlamm sollten pauschal als biogen anerkannt werden. Zudem spricht sich der Verband gegen ein pauschales Klimageld aus. Stattdessen sollten Förderprogramme sozial gestaffelt ausgestaltet werden, um Haushalte gezielt zu entlasten.

Insgesamt macht der VKU deutlich, dass erfolgreicher Klimaschutz aus seiner Sicht klare Finanzierungsmechanismen, beschleunigte Genehmigungen, verbindliche kommunale Wärmeplanung und koordinierte Infrastrukturstrategien erfordert. Der Klima- und Transformationsfonds (KTF) soll langfristig verlässlich ausgestattet werden, um Förderprogramme absichern zu können. Nur mit verlässlichen Rahmenbedingungen könnten kommunale Unternehmen die Transformation langfristig umsetzen, heißt es in der Stellungnahme.
 // VON Susanne Harmsen
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Experten fordern gezieltere E-Auto-Förderung
Quelle: Pixabay / Joenomias
ELEKTROFAHRZEUGE. Agora Verkehrswende und die Stiftung Klimaneutralität empfehlen der Bundesregierung, die geplante E-Auto-Förderung auf niedrigere Einkommen und günstigere Fahrzeuge zu konzentrieren.
Die Bundesregierung sollte die geplante Förderung für privat finanzierte Elektroautos stärker sozial staffeln und auf vollelektrische Fahrzeuge begrenzen. Das empfehlen die Denkfabriken Agora Verkehrswende und Stiftung Klimaneutralität in einem Politikpapier. Es basiert auf einer repräsentativen Umfrage unter potenziellen Autokäuferinnen und -käufern sowie auf einem Rechtsgutachten zur Ladeinfrastruktur.
 // VON Susanne Harmsen MEHR...

Nach Ansicht der Organisationen sollte sich die Förderung vor allem an Personen mit einem Bruttoeinkommen bis 4.000 Euro pro Monat richten und auf vollelektrische Fahrzeuge mit einem Kaufpreis bis rund 60.000 Euro begrenzt werden.
Neben Kaufprämien schlagen die Thinktanks vor, auch Kreditfinanzierungs- und Leasingmodelle in die Förderung einzubeziehen.

Perspektivisch sollte dies möglichst bald auch für Gebrauchtwagen gelten. Flankierend seien Maßnahmen notwendig, die den Zugang zu Ladeinfrastruktur erleichtern, mehr Transparenz bei Ladepreisen schaffen und das Vertrauen in Elektromobilität stärken.

Bund plant drei Milliarden Euro Förderung

Ende November hatten sich CDU/CSU und SPD im Koalitionsausschuss auf ein Förderpaket in Höhe von drei Milliarden Euro verständigt. Dieses soll laut Bundesregierung insbesondere Haushalte mit kleinen und mittleren Einkommen beim Kauf und Leasing von reinen Elektro- und Plug-in-Hybrid-Fahrzeugen unterstützen.

Vorgesehen ist eine Basisförderung von 3.000 Euro pro Fahrzeug für Privathaushalte mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen unter 80.000 Euro. Zusätzliche Fördermöglichkeiten sollen sich an der Zahl der Kinder orientieren. Die konkrete Ausgestaltung des Programms bereiten die zuständigen Ressorts derzeit vor.

Christian Hochfeld, Direktor von Agora Verkehrswende, sieht darin einen wichtigen Schritt, hält die Pläne aber für unzureichend. Für den Hochlauf der Elektromobilität brauche es ein schlüssiges Gesamtkonzept. Aus industrie- und klimapolitischer Sicht ergebe es laut Hochfeld keinen Mehrwert, Plug-in-Hybride zu fördern. Die Mittel sollten konsequent auf vollelektrische Antriebe konzentriert werden.

Hochpreisige Autos brauchen keine Förderung
 
 
Thomas Losse-Müller, Direktor der Stiftung Klimaneutralität, verweist auf die weiterhin höheren Anschaffungskosten von Elektrofahrzeugen im Vergleich zu Verbrennern. Staatliche Förderprogramme könnten diese Lücke vorübergehend schließen, insbesondere für Haushalte mit niedrigen und mittleren Einkommen.

Nach Einschätzung der Stiftung kaufen diese Haushalte vor allem Fahrzeuge in niedrigeren Preissegmenten, in denen Elektroautos bei den Gesamtkosten häufig noch teurer sind als vergleichbare Verbrenner. In Preisklassen über 60.000 Euro seien Elektrofahrzeuge dagegen oft bereits günstiger, sodass dort keine zusätzliche staatliche Förderung erforderlich sei. Gleichzeitig halten die Denkfabriken eine Staffelung nach Fahrzeugkaufpreis für sinnvoll, da die Preisunterschiede zwischen Elektro- und Verbrennermodellen in kleineren und mittleren Segmenten besonders groß seien.

Gebrauchtwagenmarkt fokussieren

Eine schnelle Ausweitung der Förderung auf gebrauchte Elektro-Pkw bewerten die Organisationen ebenfalls als wichtig. Gebrauchtwagen hätten im Privatmarkt einen hohen Stellenwert, zugleich sei die Zahlungsbereitschaft für Elektrofahrzeuge dort stärker einkommensabhängig. Einheitliche Standards zur Bewertung der Batteriequalität könnten nach Einschätzung der Thinktanks zusätzlich zur Stabilisierung des Marktes beitragen.

Auch den Ausbau der Ladeinfrastruktur sehen Agora Verkehrswende und Stiftung Klimaneutralität als zentralen Hebel. Die Kaufbereitschaft steige deutlich, wenn eine private Lademöglichkeit vorhanden sei, was bislang vor allem auf Einfamilienhäuser zutreffe. Gleichzeitig plädieren die Organisationen für weniger bürokratische Hürden beim Ausbau von Ladepunkten in Mehrfamilienhäusern sowie für mehr Wettbewerb und Transparenz beim öffentlichen Laden. Eine Markttransparenzstelle könnte nach ihren Angaben helfen, bestehende Regeln durchzusetzen und Ladepreise besser vergleichbar zu machen.

Die dem Politikpapier zugrunde liegende Umfrage zeigt, dass 47 Prozent der Befragten einem Elektro-Pkw grundsätzlich offen gegenüberstehen, während 43 Prozent noch unentschlossen oder skeptisch sind. Häufig genannte Gründe für Zurückhaltung sind Unsicherheiten bei Technik und Batterielebensdauer sowie offene Fragen zur Alltagstauglichkeit. Vor diesem Hintergrund empfehlen die Thinktanks zusätzliche Informationsangebote, insbesondere im Fahrzeughandel.

Das Politikpapier zur Elektromobilität von Agora Verkehrswende und Stiftung Klimaneutralität steht im Internet bereit.
 // VON Susanne Harmsen
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Landes-CDU will Solaranlagen im Wald verbieten
Quelle: Koehler-Gruppe
POLITIK. Sachsens CDU will bundesweit verhindern, dass Wälder für Solaranlagen gerodet werden. Ein entsprechender Antrag ist laut Medienberichten beim CDU-Parteitag geplant.
Sachsens CDU plant nach Medienberichten einen Vorstoß zu einem bundesweiten Verbot der Abholzung von Waldflächen für den Bau von Solaranlagen. Einen entsprechenden Antrag planten die sächsischen Christsozialen beim CDU-Parteitag Ende Februar in Stuttgart, sagte Sachsens Umweltminister Georg-Ludwig von Breitenbuch der Sächsischen Zeitung und der Leipziger Volkszeitung.
 // VON dpa MEHR...

Nach Angaben von Breitenbuchs Ministerium wurde in den vergangenen Jahren die Rodung von sechs Waldflächen in Sachsen zur dauerhaften Nutzung für die Solarstromgewinnung durch die zuständigen Forstbehörden genehmigt. Das geht aus einer Antwort des sächsischen Umweltministeriums auf eine kleine Anfrage des CDU-Landtagsabgeordneten Andreas Heinz im August vergangenen Jahres hervor. Die Genehmigungen betreffen eine Waldfläche von rund 35 Hektar.

Gesetz sieht grundsätzlichen Vorrang für erneuerbare Energien vor

Demnach gab es bis zu diesem Zeitpunkt zwölf Anträge zu Photovoltaik-Vorhaben auf sächsischen Waldflächen - der überwiegende Teil von ihnen auf Privatflächen. Eine Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes unter der damaligen Ampel-Regierung hatte den Bau von Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien zum „überragenden öffentlichen Interesse“ erklärt und geregelt, dass ihr Bau bei Abwägungsentscheidungen zu Naturschutz und Landschaftsschutz „grundsätzlich Vorrang“ habe. Bauherren solcher Anlagen müssen dafür allerdings Ausgleichsflächen mit neuen Bäumen bepflanzen.

Die sächsischen Grünen hatten bereits im vergangenen Jahr einen Vorstoß im sächsischen Landtag zum Verbot der Umwandlung von Waldflächen für Photovoltaik-Anlagen gestartet.
 // VON dpa
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  HANDEL & MARKT
Quelle: E&M
Energieunternehmen als Transformationstreiber
E&M-PODCAST. E&M-Chefredakteur Stefan Sagmeister sieht Energieunternehmen im Wandel. Sein Beitrag im Buch „Energized Transformation“ unterstreicht die Rolle von Führungskräften in der Energiewende.
Oft heißt es: Energieversorger seien zu langsam, zu behäbig, zu konservativ. Diesem Klischee widerspricht E&M-Chefredakteur Stefan Sagmeister in seinem Beitrag zum Buch „Energized Transformation – Führen im disruptiven Wandel“. Darin und in begleitenden Podcast-Folgen der „Transformation Leaders“ wird untersucht, wie Führungskräfte den Wandel vorantreiben.
 // VON Susanne Harmsen MEHR...

Sagmeister zeigt klar: Von dynamischen Tarifen über Predictive Analytics bis hin zu digitalen Zwillingen entwickelt die Branche mutig neue Modelle. Transformation heißt heute nicht nur Versorgungssicherheit, sondern ein radikales Umdenken im Zusammenspiel von Technologie, Kooperation und Digitalisierung. Dabei entscheiden Führungskräfte auch in kleineren Versorgern darüber, ob sie diesen Weg schaffen oder von der Transformation überrollt werden.

Diese Sonderfolge der Podcast-Reihe „Transformation Leaders“ entstand mit Badenova-Vorstand Hans-Martin Hellebrand und Unternehmensberater Rene Esteban, Gründer und Geschäftsführer von „FocusFirst“. Sie begleitet das Erscheinen des Buchs „Energized Transformation – Führen im disruptiven Wandel“, erschienen im Campus Verlag.

Mit Energized Transformation stellen die Autoren eine mehrfach ausgezeichnete Methode vor, die Unternehmen befähigt, Wandel nicht nur zu überstehen, sondern aktiv zu gestalten. Im Zentrum steht der Transformationsprozess der Badenova, eines mittelständischen Energieversorgers, der sich angesichts der Klimakrise neu erfinden musste – und den Sprung zum Energiewendegestalter wagte.

Gesprächspartner:
  • Rene Esteban, Gründer und Geschäftsführer von Focus First
  • Hans-Martin Hellebrand, CEO Badenova
  • Stefan Sagmeister, Chefredakteur Energie & Management
 
​Warum Energiefunk?

Vierzehntäglich mittwochs bringt eine neue Folge des Energiefunks Fakten, Meinungen und Skurriles aus der Energiewelt. Neben dem Bericht steht die persönliche Meinung, der Aufruf, Ausbruch oder die plötzliche Einsicht der Energieakteure im Mittelpunkt. Dazu gehören Kurzinterviews aus Politik, Verbänden, Unternehmen oder Wissenschaft, Schlagzeilen der Woche, Trends, Entwicklungen, Prognosen zu aktuellen Prozessen in der Energiewelt und natürlich Meldungen aus der digitalen Welt. Auch das Kurzporträt eines Unternehmens oder innovativen Projekts wird aus aktuellem Anlass gezeichnet.

Wir nehmen die Macher der Energiewelt beim Wort. Ganz gleich, ob Erfolgsmeldung oder Rückzugsgefecht, bei uns stehen Politiker, Unternehmer oder Forscher Rede und Antwort. Zündende Idee oder Schlag in Wasser? Entscheiden Sie selbst beim Zuhören. Oder schicken Sie uns Ihre Meinung zum Thema, reden Sie mit.

Hören ist manchmal leichter als Lesen. Es geht auch unterwegs oder beim Autofahren oder sogar im Dunkeln. Und Sie bekommen den Originalton. Keine gefilterten Berichte, sondern die Aussage pur. Als wären Sie dabei, sozusagen „Ohrenzeuge“. Das kann Sie erheitern, aufregen, den Kopf schütteln oder die Ohren spitzen lassen. Die Wahl liegt bei Ihnen − also reinhören!

Der E&M Energiefunk kann bei iTunes, über Spotify, auf SoundCloud sowie bei Deezer und Google Play Music und Amazon Alexa oder per RSS-Feed abonniert und angehört werden. Bei Google Play gibt es ihn auch als App.
 // VON Susanne Harmsen
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UKA-Gruppe peilt 1.000 MW jährliche Windkraftleistung an
Quelle: Shutterstock / Jacques Tarnero
WINDKRAFT ONSHORE. Ein gewichtiger Windkraft-Player in Deutschland meldet einen Rekord für jährliche Inbetriebnahmen. Mittelfristig will die UKA-Gruppe mit dem Dreifachen die 1.000-MW-Marke überschreiten.
So viel Windkraft wie noch nie in einem Kalenderjahr hat die UKA-Gruppe 2025 ans Netz gebracht. 350,2 MW an installierter Leistung durch 55 verwirklichte Anlagen seien Firmenrekord, teilt das Meißener Unternehmen mit. Die Ziele sind gleichwohl größer: 1.000 MW pro Jahr sollen es „mittelfristig“ werden.
 // VON Volker Stephan MEHR...

Die Gigawatt-Marke an installierter Leistung für den Bereich Onshore zu überschreiten sei realistisch, heißt es weiter. Denn durch Zuschläge in den Jahren 2024 und 2025 seien aktuell Projekte mit mehr als 1.500 MW in Bau. Klar sei laut dem geschäftsführenden Gesellschafter Gernot Gauglitz damit, dass es „auch 2026 und 2027 einen steilen Anstieg bei den Inbetriebnahmen geben wird“.

Die UKA-Gruppe kam allein in der August‑Ausschreibung der Bundesnetzagentur auf Zuschläge für 104 Turbinen mit einer Gesamtleistung von über 700 MW. Entsprechend profitieren auch die Hersteller. Bei Nordex habe die UKA-Gruppe im vergangenen Jahr 132 Windenergieanlagen verbindlich bestellt.

Ab sofort gehen die Meißener von einem intensiveren Wettbewerb auf dem Onshore-Markt aus, weil zum Beispiel die Behörden den „Genehmigungsstau“ aufgelöst hätten und die Ausschreibungsrunden perspektivisch überzeichnet seien. Die UKA-Gruppe wolle darauf nach dem Motto „Kooperation schlägt Konkurrenz“ reagieren.

Das bedeute konkret, Projektrechte zuzukaufen und mit Partnern zusammenzuarbeiten. „Wir öffnen unsere Lieferketten und Bankkontakte, damit gute Projekte schneller ans Netz kommen“, so Gernot Gauglitz. Das Unternehmen plant, errichtet, betreibt und veräußert Wind- und Solarparks sowie Batteriespeicher.
 // VON Volker Stephan
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Weltweit weniger neue Jobs in der Erneuerbaren-Branche
Quelle: Fotolia / JiSign
STUDIEN. Der Jobmotor in der Erneuerbaren-Branche läuft nicht mehr so rund wie bisher. Die Zahl der Arbeitsplätze stieg 2024 weltweit um 2,3 Prozent. Im Handwerk sinkt der Personalbedarf stark.
Die Energiewende schafft weniger neue Jobs. Die Zahl der Arbeitsplätze nahm im Jahr 2024 weltweit um 2,3 Prozent auf 16,6 Millionen zu. Das geht aus dem Bericht „Renewable Energy and Jobs – Annual Review 2025“ der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien, Irena, und der Internationalen Arbeitsorganisation, ILO, hervor. Im Jahr 2023 betrug das Plus gegenüber dem Vorjahr mit rund 2,5 Millionen neuer Jobs 18 Prozent. 2022 lag es bei 8 Prozent, 2021 bei 6 Prozent.
 // VON Manfred Fischer MEHR...

Die Studienautoren erklären die Entwicklung mit dem Einfluss geopolitischer und geoökonomischer Spannungen und zunehmender Automatisierung in der Branche. Und sie weisen auf das „geografische Ungleichgewicht beim Beschäftigungswachstum“ hin. 7,3 Millionen der Arbeitsplätze in der Erneuerbaren-Branche entfielen 2024 auf China, umgerechnet 44 Prozent. Die Europäische Union kam auf etwa 1,8 Millionen Arbeitsplätze und blieb damit auf dem Niveau des Vorjahres.

In Brasilien lag die Zahl bei rund 1,4 Millionen. In Indien und den Vereinigten Staaten stieg die Beschäftigung jeweils nur moderat auf etwa 1,3 Millionen beziehungsweise 1,1 Millionen. In ganz Afrika waren es 344.000, in Ozeanien 98.000 Arbeitsplätze.

Deutschland bei PV vor Spanien und Italien

Irena und ILO appellieren an die Länder, die internationale Zusammenarbeit wieder auf Kurs zu bringen. „Länder, die bei der Energiewende zurückliegen, müssen von der internationalen Gemeinschaft unterstützt werden. Dies ist nicht nur entscheidend, um das Ziel zu erreichen, die Kapazitäten erneuerbarer Energien bis 2030 zu verdreifachen, sondern auch, um sicherzustellen, dass sozioökonomische Vorteile für alle spürbare Realität werden und die gesellschaftliche Unterstützung für die Transformation stärken“, kommentiert Irena-Direktor Francesco La Camera die neuen Zahlen.

Nach Technologien betrachtet, bleibt die Photovoltaik-Branche größter Arbeitgeber. Im Jahr 2024 arbeiteten rund 7,3 Millionen Menschen in diesem Zweig. Etwa 75 Prozent dieser Arbeitsplätze waren in Asien angesiedelt, davon allein 4,2 Millionen in China. Deutschland landet im weltweiten Vergleich auf Rang 7. In Europa steht Deutschland vor Spanien und Italien an erster Stelle, rund 127.000 Jobs gibt es hierzulande laut Bericht.

Nach Photovoltaik treiben vor allem flüssige Biokraftstoffe den Jobmotor an. 2,6 Millionen Arbeitsplätze zählt Irena in aller Welt. An dritter Stelle folgt der Wasserkraftsektor mit 2,3 Millionen Jobs. Erst danach kommen die Windenergieunternehmen mit 1,9 Millionen Arbeitsplätzen.

18 Prozent weniger offene Stellen in E-Handwerken

Ein deutlich nachlassendes Beschäftigungswachstum zeichnet sich in den sogenannten E-Handwerken ab. Nach einer Erhebung des Zentralverbandes der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) gibt es derzeit 65.000 offene Stellen. Das sind 18 Prozent weniger als vor einem Jahr. „Die Krise im Neubaubereich hält an, die Sanierungsrate ist auf einem Tiefpunkt, die Energiewende stagniert“, erklärt man sich im Verband die Entwicklung.

Der Bedarf sinkt laut ZVEH vor allem bei ungelernten Kräften. Für an- und ungelernte Helfer waren nach Verbandsangaben 2023 noch 7.996 offene Stellen zu verzeichnen, die aktuelle Erhebung ergab für Anfang 2026 noch 3.673 unbesetzte Stellen. Bei den Gesellen, den hochqualifizierten Gesellen und den Meistern sei der Bedarf ebenfalls zurückgegangen, dies jedoch in geringerem Maße. Die freien Stellen für Gesellen nahmen von 25.568 im Jahr 2025 auf aktuell 21.655 ab, die für hochqualifizierte Gesellen in der gleichen Zeit von 23.048 auf 17.627, die für Meister von 5.641 auf 5.140.

„Wir beobachten, dass verstärkt auf Fachkräfte gesetzt wird, die aufgrund umfangreicher Qualifikationen möglichst flexibel einsetzbar sind, sodass der Betrieb sich schneller an die Nachfrage anpassen kann“, interpretiert ZVEH-Hauptgeschäftsführer Alexander Neuhäuser die Zahlen. Der Fachkräftebedarf bleibe „eine Herausforderung“.
 // VON Manfred Fischer
 WENIGER
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  TECHNIK
Quelle: Shutterstock / Audio und werbung
RWTH Aachen entwickelt Logistik-Plattform für H2-Tankstellen
F&E. Ein Forschungsteam der RWTH Aachen entwickelt eine Plattform zur besseren Abstimmung von Wasserstoffangebot und -nachfrage im Logistiksektor.
Im Forschungsprojekt „HyConnect“ arbeitet der Lehrstuhl „Production Engineering of E-Mobility Components“ (PEM) der RWTH Aachen mit Partnern an einer digitalen Plattform zur Koordination von Wasserstoffbedarf und -angebot im Straßengüterverkehr. Die geplante Lösung soll Reservierung, Kapazitätsmanagement und Zahlungsabwicklung an Wasserstofftankstellen ermöglichen, heißt es in einer Mitteilung der RWTH Aachen. Ziel ist es, Planungssicherheit zu schaffen, Versorgungsengpässe zu vermeiden und so den Markthochlauf wasserstoffbetriebener Nutzfahrzeuge zu unterstützen. 
 // VON Katia Meyer-Tien MEHR...

Die Plattform richtet sich an Betreiber von Lkw-Flotten und Tankstellen. Sie soll deren Bedarfs- und Verfügbarkeitsdaten zusammenführen und so eine effizientere Nutzung der bislang dünn ausgebauten H₂-Infrastruktur ermöglichen. „Die spärliche Infrastruktur und die geringen Vorhaltekapazitäten der Wasserstofftankstellen können bei Logistikbetrieben zeitraubende und kostspielige Umwege notwendig machen“, sagt PEM-Leiter Professor Achim Kampker.

Auf der anderen Seite führe die noch geringe Zahl von Wasserstoff-Lkw zu Planungsunsicherheiten bei den Betreibern entsprechender Tankstellen, die diese in Form hoher Preise weitergäben. „Ein effizienter Datenaustausch zwischen IT-Systemen kann diese Effekte deutlich reduzieren, ist aber häufig nur durch individuell entwickelte und dadurch kostenintensive Tools im kleinen Umfang möglich“, erläutert PEMs Projektverantwortlicher Ferdinand Cordes.

Dynamischer Preisbildungsmechanismus

Hier setze „HyConnect“ an. Neben der technischen Entwicklung der Plattform umfasst das Projekt die Ausarbeitung eines dynamischen Preisbildungsmechanismus für Wasserstoff sowie die Implementierung einer universellen, KI-gestützten Datenschnittstelle zur Integration in bestehende Logistik- und Tankstellen-IT-Systeme. Diese Schnittstelle soll als Prototyp getestet und auf Alltagstauglichkeit evaluiert werden. 
 
 
Die Projektlaufzeit beträgt zweieinhalb Jahre (Januar 2026 bis Juni 2028). Der Pilotbetrieb der Plattform ist während der Laufzeit geplant. Die Ergebnisse sollen auf den EU-Binnenmarkt übertragbar sein. Das Projekt wird vom nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministerium gefördert, Projektträger ist PTJ (Projektträger Jülich).
 // VON Katia Meyer-Tien
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Erdgasverbrauch sinkt mittelfristig nur in Europa
Quelle: E&M / Pixabay
STATISTIK DES TAGES. Ein Schaubild sagt mehr als tausend Worte: In einer aktuellen Infografik beleuchtet die Redaktion regelmäßig Zahlen aus dem energiewirtschaftlichen Bereich.
 // VON Redaktion MEHR...

 
Zur Vollansicht auf die Grafik klicken 
Quelle: Statista

Die International Energy Agency (IEA) prognostiziert in ihrem jüngsten Gas-Report, dass der globale Erdgasverbrauch bis 2030 zunehmen wird. Bei der Prognose gibt es regionale Unterschiede, wie die Infografik zeigt. Demnach wird die Region Asien-Pazifik der stärkste Wachstumstreiber sein, angeführt von China, Indien und Südostasien. Der Nahe Osten und Afrika verzeichnen ebenfalls Zuwächse, vor allem durch Industrialisierung und Bevölkerungswachstum. In den OECD-Ländern hingegen, vor allem Europa und Nordamerika, stagniert oder sinkt der Gasverbrauch leicht. Hier verdrängen laut IEA Effizienzmaßnahmen, Ausbau erneuerbarer Energien und Klimapolitik fossile Energieträger zunehmend.
 // VON Redaktion
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  UNTERNEHMEN
Quelle: Jeibmann Photographik
EEX Group wächst weiter
BILANZ. Die Energiebörse EEX hat im vergangenen Jahr weiter an Geschäft zugelegt. Getragen wird dieses weiterhin vom Strom- und Gashandel.
Die European Energy Exchange (EEX) mit Hauptsitz in Leipzig weist für das Geschäftsjahr 2025 erneut steigende Handelsaktivitäten aus. Wie das Unternehmen mitteilte, seien beim Handel vor allem mit Strom und Erdgas wieder deutliche Volumenzuwächse zu verzeichnen gewesen.
 // VON Stefan Sagmeister MEHR...

Das Angebot der EEX Group reicht mittlerweile aber weit über den Strom- und Gashandel hinaus. Es umfasst zudem den Handel mit Zertifikaten (CO2 und Herkunftsnachweise), Fracht- und Agrarprodukte sowie Clearing- und Register-Dienstleistungen „und verbindet ein Netzwerk von mehr als 1.000 Teilnehmern“.

CEO Peter Reitz, der kürzlich angekündigt hat, das Unternehmen im Sommer 2026 zu verlassen, sagte dazu: „Im 25. Jahr unseres Bestehens konnten wir in allen Bereichen große Erfolge erzielen. Besonders freut mich, dass sowohl an unseren etablierten als auch an unseren neu eingeführten Produkten großes Interesse besteht.“

Trotz aller Expansion in internationale Märkte und neue Commodities blieb Deutschland auch 2025 ein wichtiger Einzelmarkt der EEX-Group. Im deutschen Stromterminhandel überschritt das gehandelte Volumen erstmals die Marke von 6.000 Milliarden kWh, heißt es dazu. Zudem profitierte der Erdgashandel laut EEX von einem starken Wachstum von rund 25 Prozent im deutschen THE-Marktgebiet, ohne näher ins Detail zu gehen.

Auf europäischer Ebene setzte sich die positive Entwicklung im Stromhandel fort. Die europäischen Strom-Spotmärkte verzeichneten 2025 ein Wachstum von 6 Prozent auf 918 Milliarden kWh. Innerhalb dieses Segments stieg der Day-Ahead-Handel um 3 Prozent, während der Intraday-Handel um 13 Prozent zulegte.
 
Quelle: EEX

Der europäische Stromterminhandel wuchs um 11 Prozent auf 9.330 Milliarden kWh. Besonders hohe Zuwächse zeigten einzelne nationale Märkte. In Spanien stieg das Handelsvolumen um 36 Prozent, in Ungarn um 34 Prozent und in Frankreich um 21 Prozent.

Zuwächse auch beim Erdgas in Europa

Auch der europäische Erdgasmarkt entwickelte sich gut. Das gesamte Gasvolumen der EEX Group stieg im Jahresvergleich um 24 Prozent auf 8.823 Milliarden kWh. Die europäischen Gas-Spotmärkte wuchsen um 18 Prozent auf 3.429 Milliarden kWh. Der Terminhandel legte um 30 Prozent auf 5.114 Milliarden kWh zu.

Zusätzliche Impulse kamen durch die Integration der baltischen und finnischen Gasmärkte. Dort erhöhte sich das Spotvolumen um 39 Prozent auf 11,6 Milliarden kWh, während sich das Volumen im Terminhandel verdreifachte.

Der Handel mit europäischen Emissionszertifikaten erreichte 2025 ein Volumen von 1.316 Millionen Tonnen CO2 und lag damit leicht unter dem Vorjahresniveau. Die EEX-Futures auf Herkunftsnachweise kamen im ersten vollen Handelsjahr auf ein Volumen von 36 Milliarden kWh.

Außerhalb Europas zeigte sich ein differenziertes Bild. In den USA wuchs der Stromterminhandel um 4 Prozent auf 3.097 Milliarden kWh. Die Erdgasvolumina blieben dort mit 281 Milliarden kWh weitgehend stabil.

Deutlich stärker entwickelte sich der asiatische Markt. Der japanische Stromterminhandel verzeichnete 2025 ein Wachstum von 105 Prozent auf 149 Milliarden kWh.

Auch die globalen Frachtmärkte der EEX legten zu. Sie wuchsen 2025 um 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr und erreichten ein Handelsvolumen von 1.233.411 Kontrakten, wobei sowohl der Futures- als auch der Optionshandel zulegte.
 // VON Stefan Sagmeister
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Lime kauft Netzanschlussportal von Eon One
Quelle: Fotolia / Nmedia
IT. Lime Technologies hat in Deutschland eine Portallösung von Eon One übernommen, die Netzanschlussprozesse vereinfacht. Das Unternehmen baut damit sein Angebot für Energieversorger aus.
Lime Technologies setzt seinen Wachstumskurs in Deutschland mit einer strategischen Akquisition fort. Das Unternehmen hat eine etablierte Portallösung von Eon One übernommen, die den Netzanschlussprozess für Energieversorger digital abbildet und nach Angaben von Lime bereits bei mehreren deutschen Stadtwerken im Einsatz ist.
 // VON Susanne Harmsen MEHR...

Lime Technologies ist ein schwedischer Anbieter branchenspezifischer CRM-Lösungen (Customer-Relationship-Management) mit Hauptsitz in Lund. Das Unternehmen entwickelt Software für unternehmenskritische Kundenprozesse und richtet sich in Deutschland unter anderem an Energieversorger und Stadtwerke. Laut Lime stärkt die Übernahme sowohl die lokale Marktpräsenz als auch das Produktportfolio im Energiesektor.

Netzanschlüsse vereinfacht beantragen

Bei der akquirierten Lösung handelt es sich um ein Portal, das Netzbetreibern und Kunden die Beantragung und Abwicklung von Netzanschlüssen erleichtert. Dieser Prozess gilt in vielen Versorgungsunternehmen als komplex und personalintensiv. Nach Angaben des Unternehmens verkürzt das Portal Abläufe und unterstützt eine standardisierte, digitale Kommunikation zwischen Netzbetreiber und Anschlussnehmer.

Der CEO von Lime, Tommas Davoust, bezeichnet die Akquisition als strategischen Schritt. Ziel sei es, deutschen Energieversorgern ein breiteres Spektrum digitaler Lösungen anzubieten, das von CRM-Systemen über Kundenservice bis hin zu Self-Service-Portalen reiche.

Die Portallösung soll zunächst als eigenständiges Produkt am Markt bleiben. Mittelfristig plant Lime, das System schrittweise als Modul in Lime CRM zu integrieren. Auf diese Weise will das Unternehmen laut eigenen Angaben Bestandskunden der Portallösung halten und zugleich zusätzliche Anknüpfungspunkte für den Vertrieb weiterer Softwareprodukte schaffen.

Neue Kunden gewonnen

Finanziert wird die Transaktion aus vorhandenen liquiden Mitteln. Lime erwartet nach eigenen Angaben in den kommenden Quartalen keine wesentlichen Auswirkungen auf Wachstum oder Profitabilität. Angaben zum Kaufpreis machte das Unternehmen nicht.

Parallel zur Akquisition verweist Lime auf neue Vertragsabschlüsse im deutschen Versorgersektor. In den vergangenen sechs Monaten habe das Unternehmen mehrere Kunden gewonnen, darunter Iqony Fernwärme sowie die Stadtwerke Langenfeld. Laut Davoust zeigten diese Abschlüsse, dass Lime im deutschen Markt zunehmend Fuß fasse. Das Marktpotenzial sei sowohl wegen der Größe des Versorgersektors als auch wegen des hohen Digitalisierungsbedarfs erheblich, sagte der CEO.
 // VON Susanne Harmsen
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RWE erhält Zuschlag in britischer Offshore-Auktion
Quelle: Shutterstock
WINDKRAFT OFFSHORE. Der Essener Energieversorger sichert sich in Großbritannien Zuschläge für Windparks auf See mit 6,9 GW Kapazität. Analysten sehen den Dax-Konzern als großen Gewinner der Ausschreibung.
Der Energiekonzern RWE war bei der jüngsten Offshore-Wind-Auktion in Großbritannien erfolgreich. Insgesamt habe RWE in der siebten Ausschreibungsrunde Zuschläge für eine Kapazität von 6,9 GW erhalten, teilte das Unternehmen in Essen mit.
 // VON dpa MEHR...

Es handelt sich dabei um die in der britischen Nordsee gelegenen Windparks Norfolk Vanguard East und West sowie zwei Projekte in der Dogger Bank South und das RWE-Projekt Awel y Mor in der Irischen See. Die Aktie zog an. Analysten sehen den Dax-Konzern als großen Gewinner der Ausschreibung.

Weiterhin kündigte RWE an, mit der Beteiligungsgesellschaft KKR eine langfristige Partnerschaft vereinbart zu haben, um die Projekte Norfolk Vanguard East und Norfolk Vanguard West gemeinsam zu realisieren. KKR beteiligt sich dafür mit 50 Prozent an den Windparks. Vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen wird der Abschluss der Transaktion im Sommer erwartet.
 // VON dpa
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Neuer Geschäftsführer in Crailsheim
Quelle: Shutterstock / Nep0
PERSONALIE. Mitte April tritt der neue kaufmännische Geschäftsführer bei den Stadtwerken Crailsheim seinen Posten an. 
Michael Kreusch wird neuer kaufmännischer Geschäftsführer der Stadtwerke Crailsheim GmbH. Das teilte der Versorger aus Baden-Württemberg mit. Kreusch folgt auf Uwe Macharzenski, der seinen Posten Ende 2025 aufgegeben hat.
 // VON Stefan Sagmeister MEHR...

Der 42-jährige Kreusch war zuletzt als Senior Manager im Bereich Energy Transformation bei Ernst & Young am Standort Düsseldorf tätig. Von 2019 bis 2024 war er Alleingeschäftsführer der Stadtwerke Kerpen. Der gebürtige Berliner bekleidete zuvor verschiedene Positionen bei der Kölner Rheinenergie und dem Stadtwerkenetzwerk Asew in Köln.

Kreusch tritt seinen Dienst am 15. April an. Bis dahin fungiert Jürgen Breit seit Jahresbeginn als Alleingeschäftsführer, heißt es abschließend.
 // VON Stefan Sagmeister
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Wechsel in der Geschäftsführung in Bergisch Gladbach
Quelle: Shutterstock / megaflopp
PERSONALIE. Silke Katharina Berger ist zum Jahreswechsel in die Geschäftsführung des Kommunalversorgers Belkaw eingestiegen.
Ende Mai vergangenes Jahres fiel die Wahl auf sie, zum 1. Januar hat Dr. Silke Katharina Berger den Posten als Geschäftsführerin bei dem kommunalen Energieunternehmen Belkaw in Bergisch-Gladbach übernommen. Berger folgt auf Manfred Habrunner, der in Ruhestand gegangen ist. Sie leitet den Versorger gemeinsam mit Harry Gersabeck (57), der seit Sommer 2022 in der Geschäftsführung ist.
 // VON Manfred Fischer MEHR...

„Wir freuen uns, mit Frau Dr. Berger eine sehr erfahrene Energieexpertin für die Belkaw gewonnen zu haben, die insbesondere die vielfältigen Themen rund um die Energiewende und Transformation aus unterschiedlichen beruflichen Stationen sehr gut kennt“, so die Aufsichtsratsvorsitzende Birgit Lichtenstein in einer Pressemitteilung nach der Personalentscheidung.

Vor ihrem Wechsel nach Bergisch-Gladbach verantwortete Berger bei der Essener Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH (EVV) den Bereich „Smart City Essen“. Davor war sie laut Mitteilung in verschiedenen Führungspositionen in der Energiebranche tätig, unter anderem bei Westenergie, Innogy, RWE sowie Stadtwerken.
 
Dr. Silke Katharina Berger
Quelle: Belkaw

Die Belkaw GmbH versorgt sechs bergischen Städte und Gemeinden mit Strom, Gas, Wärme und Wasser: Bergisch Gladbach, Burscheid, Kürten, Leichlingen. Lindlar und Odenthal. Die Stadt Bergisch Gladbach ist mit 49,9 Prozent an dem Unternehmen beteiligt. Die übrigen fünf Kommunen sind als stille Gesellschafter beteiligt. 50,1 Prozent der Anteile hält die Rheinenergie AG.

Im Jahr 2024 erzielte die Belkaw laut Geschäftsbericht Umsatzerlöse in Höhe von 208 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Steuern betrug 18,4 Millionen Euro.
 // VON Manfred Fischer
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Roßberg-Schwarz neue COO bei Notus Energy
Quelle: Shutterstock / megaflopp
PERSONALIE. „NOTUS energy“ hat Madeleine Roßberg-Schwarz als neue Geschäftsführerin (COO) berufen. Sie soll das Potsdamer Unternehmen bei der Konsolidierung der Geschäftsfelder unterstützen.
Madeleine Roßberg-Schwarz wechselt von der Deutschen Bahn zu Notus Energy, wo sie als Programmleiterin arbeitete. Zuvor war sie unter anderem COO und CFO des Start-ups Cyoss sowie Offizierin der Bundeswehr. „Als Managerin mit einem breiten Erfahrungsschatz in Unternehmen und Organisationen der kritischen Infrastruktur kennt Madeleine Roßberg-Schwarz die gesellschaftlichen und politischen Herausforderungen, denen sich auch Energieunternehmen gegenübersehen“, erklärte Heiner Röger, Inhaber und Geschäftsführer von Notus, bei der Vorstellung der neuen Geschäftsführerin.
 // VON Günter Drewnitzky MEHR...

Wie es in einer Unternehmensmitteilung heißt, ist Notus Energy als unabhängiger Stromerzeuger und Projektinitiator in den vergangenen Jahren sowohl national als auch international gewachsen und hat neue Geschäftsfelder erschlossen. Angesichts der aktuellen Herausforderungen im Energiemarkt sehe Roßberg-Schwarz ihre Hauptaufgabe darin, die Firmenstrukturen zukunftssicher aufzustellen und die Geschäftsbereiche zu konsolidieren. 

Darüber hinaus will sich Notus Energy noch stärker auf wachstumsstarke Sektoren fokussieren. Roßberg-Schwarz kündigte an, dass man sich weiter international engagieren werde. Gleichzeitig sollen neue Geschäftsbereiche wie Rechenzentren und Speicherlösungen ins Visier genommen werden. 

Notus initiiert, plant, baut und betreibt weltweit Wind- und Solarparks. Das Unternehmen realisiert als Generalübernehmer international Großprojekte und übernimmt als Asset-Manager die technische und kaufmännische Betriebsführung von Wind- und Solarparks. Das Technologieunternehmen entwickelt auch KI-Lösungen für erneuerbare Energien. 
 
Madeleine Roßberg-Schwarz ist neue COO bei Notus energy.
Quelle: privat
 // VON Günter Drewnitzky
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MARKTBERICHTE

STROM
GAS
Irankrise treibt die Preise
Quelle: E&M
MARKTKOMMENTAR. Wir geben Ihnen einen tagesaktuellen Überblick über die Preisentwicklungen am Strom-, CO2- und Gasmarkt. 
Erneut fester hat sich am Mittwoch der Energiekomplex gezeigt, der weiter unter dem Eindruck der Spannungen im Iran steht. Spekulationen über einen unmittelbar bevorstehenden US-Militärschlag auf das Land führten insbesondere zu höheren Notierungen bei Öl und Gas, nachdem es im frühen Geschäft des Berichtstags zunächst nach einer Konsolidierung ausgesehen hatte.
 // VON Claus-Detlef Großmann MEHR...

Zudem werden die Energiemärkte durch die Aussicht auf wieder niedrigere Temperaturen in Nordwesteuropa und Deutschland gestützt. Die US-Meteorologen rechnen zudem mit einem volatilen Windaufkommen, das in Summe leicht überdurchschnittlich ausfallen soll.

Strom: Überwiegend fester hat sich der deutsche OTC-Strommarkt als Reaktion auf höhere Gas- und Ölpreise am Mittwoch gezeigt. Der Day-Ahead allerdings verlor im Base 16,50 auf 101,75 Euro/MWh und im Peak 26,00 auf 111,75 Euro/MWh. An der Börse kostete der Donnerstag 101,46 Euro in der Grundlast und 111,28 Euro in der Spitzenlast.

Ein Grund für den schwächeren Day-Ahead ist die geringere Last, die für den Donnerstag erwartet wird. Diese soll laut MBI Research von 64,7 GW am Berichtstag auf 64 GW fallen. Die Einspeiseleistung der Erneuerbaren dürfte hingegen kaum zum Rückgang der Day-Ahead-Preise beigetragen haben. Eurowind zufolge soll diese von Mittwoch auf Donnerstag nur von 22,2 GW auf 22,3 GW anziehen. Am Freitag sollen die Beiträge von Wind- und Solarstrom auf insgesamt 26,2 GW steigen.

Das kurze Ende des Markts wird zudem von Wetterprognosen unterstützt, die ab Dienstag für Deutschland einen Rückfall auf deutlich unterdurchschnittliche Temperaturen erwarten. Am langen Ende des Strommarktes notierte das Cal 26 mit einem kräftigen Plus von 1,79 auf 85,94 Euro je Megawattstunde.

CO2: Die CO2-Preise haben sich am Mittwoch gut behauptet präsentiert. Bis gegen 13.13 Uhr gewann der Dec 26 um 0,10 auf 90,84 Euro/Tonne. Umgesetzt wurden bis zu diesem Zeitpunkt 12,9 Millionen Zertifikate. Das Hoch lag bei 90,88 Euro, das Tief bei 90,22 Euro. Unterdessen haben spekulative Anleger in der Vorwoche ihre Nettolongpositionen an der ICE/Endex um massive 10,6 Millionen auf 125,6 Millionen Tonnen ausgebaut, was für eine weiter sehr positive Markteinschätzung spricht. Am Montag hatte der Dec 26 die Marke von 90 Euro genommen.

Erdgas: Fester haben sich die europäischen Gaspreise am Berichtstag gezeigt. Der Frontmonat Februar am niederländischen TTF gewann bis gegen 13.11 Uhr 1,575 auf 32,800 Euro/MWh. Am deutschen THE notierte der Day-Ahead mit einem Plus von 1,400 auf 34,850 Euro/MWh. Nach einem Rücksetzer im frühen Geschäft zogen die Gaspreise aufgrund der Erwartung niedrigerer Temperaturen, der gesunkenen Speicherstände und der Spannungen um den Iran weiter zu. Am Markt kursieren Gerüchte, wonach ein amerikanischer Militärschlag gegen das Land unmittelbar bevorstehen soll.

Unterdessen hat Europa in den vergangenen Tagen einen beschleunigten Abbau seiner Gasbestände erlebt, sodass die Lagerbestände auf unter 55 Prozent gefallen sind. Der Füllstand in Deutschland betrug am Dienstag 44,3 Prozent. Der Gasflow aus Norwegen belief sich laut dem Fernleitungsnetzbetreiber Gassco am Berichtstag auf 338,5 Millionen Kubikmeter und war damit nur unwesentlich geringer als an den Tagen zuvor.
 // VON Claus-Detlef Großmann
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