SMART METER. Öffentliche Daten der Bundesnetzagentur und ein Smart-Meter-Atlas zeigen den Stand des Rollouts intelligenter Messsysteme zum 30. September 2025.
Seit dem 1. Juli 2024 führt die Bundesnetzagentur quartalsweise Buch über den Stand des Rollouts der landläufig als Smart Meter bezeichneten Kombination aus elektronischem Zähler und zertifiziertem Smart Meter Gateway.
// VON Fritz Wilhelm MEHR...
Die derzeit aktuellen Zahlen, welche die Behörde kurz vor Weihnachten veröffentlichte, beziehen sich allerdings noch auf den Stichtag 30. September 2025. Wie in den vorangegangenen Erhebungen sind auch hier wieder Fortschritte feststellbar. Als gesetzlich vorgegebenes Etappenziel ist allerdings der 31. Dezember 2025.
Bis zu diesem Datum mussten alle grundzuständigen Messstellenbetreiber mindestens 20 Prozent ihrer Pflichteinbaufälle abgearbeitet haben. Die Ergebnisse der Erhebung im dritten Quartal lassen allerdings darauf schließen, dass eine ganze Reihe von Unternehmen dieses Ziel verpasst hat.
In einer öffentlich zugänglichen Excel-Tabelle auf der Internetseite der Bundesnetzagentur sind alle rund 800 grundzuständigen Messstellenbetreibern mit den jeweiligen Prozentangaben aufgelistet. Seit dem 20. Januar 2026 lassen sich diese Werte, grafisch etwas ansprechender aufbereitet und nutzerfreundlicher zu navigieren, auch über die Internetseite
www.smartmeteratlas.com einsehen.
Initiator der Seite ist die „Smart Meter Initiative“ (SMI), in der sich die wettbewerblichen Messstellenbetreiber Rabot Charge, Tibber, Octopus Energy und Ostrom zusammengeschlossen haben. Die Unternehmen bezeichnen sich als digitale Ökostromanbieter und hatten im Januar 2024 angekündigt, im Rahmen der SMI den Rollout intelligenter Messsysteme gemeinsam mit grundzuständigen Messstellenbetreibern vorantreiben zu wollen. Hintergrund sind ihre Produktportfolien, die stark auf flexible beziehungsweise dynamische Tarife setzen.
Diese vier und rund 20 weitere Unternehmen hatten bereits kurz vor Weihnachten einen Appell an die Politik gerichtet, die Rolle des wettbewerblichen Messstellenbetreibers nicht zu schwächen oder gar abzuschaffen und dessen außerordentlichen Beitrag zum Smart Meter Rollout betont. Uneindeutige Äußerungen von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU), die bisher noch nicht klargestellt wurden, hatten dazu Anlass gegeben (wir berichteten).
Sorge um wettbewerblichen MessstellenbetriebDie 20-Prozent-Quote ist nur den grundzuständigen Messstellenbetreibern auferlegt. Von den 600 Unternehmen mit weniger als 30.000 Messlokationen wurden bis zum 30. September im Durchschnitt nur 8,2 Prozent (nach Q2 waren es 5,2
Prozent und nach Q1 waren es 4,6 Prozent) ihrer jeweiligen Pflichteinbaufälle abgearbeitet.
Bei den 129 Messstellenbetreibern mit 30.000 bis 100.000 Messlokationen lag die Einbauquote bei durchschnittlich 11,2 Prozent (Q2: 7,8
Prozent; Q1: 7,5 Prozent), während die 67 Grundzuständigen, die zwischen 100.000 und 500.000 Messstellen betreuen, 14,6 Prozent (Q2: 11,8 Prozent; Q1: 10,8 Prozent) erreichen.
Die Bundesnetzagentur weist ausdrücklich darauf hin, dass einzelne kleine Messstellenbetreiber deutlich höhere Quoten vorweisen können. Allerdings bestätigt die aktuelle Erhebung erneut die Erkenntnis früherer Abfragen, dass grundsätzlich die großen Messstellenbetreiber mit ihren Pflichteinbaufällen deutlich schneller vorankommen als die kleinen.
So steht für die 18 Messstellenbetreiber mit mehr als 500.000 Messlokationen zum 30. September 2025 eine durchschnittliche Pflichteinbauquote von 25,0 Prozent zu Buche. Bereits zum Ende des zweiten Quartals hatten sie mit 22,1
Prozent die Quote im Durchschnitt erfüllt.
Laut Bundesnetzagentur waren zum Stichtag 30.
September 2025 genau 941.170 intelligente Messsysteme installiert worden, bei aktuell 4.651.943 Pflichteinbaufällen. Dies entspricht einer bundesweiten Ausstattungsquote von 20,2 Prozent.
Wenn man alle 53.882.828 (Q2: 54.275.109) Messlokationen in Deutschland als Grundlage nimmt, also auch diejenigen, die nicht aufgrund gesetzlicher Vorschrift mit einem intelligenten Messsystem ausgestattet werden müssen, kommt man auf eine Ausstattungsquote von 3,8
Prozent (Q2: 3,0). Dies entspricht rund 2 Millionen intelligenten Messsystemen (Q2: 1,6 Millionen).
In dieser Zahl sind folglich auch die von wettbewerblichen Messstellenbetreibern installierten Einheiten enthalten – sofern sie den entsprechenden Meldebogen der Bundesnetzagentur ausgefüllt und abgeschickt haben.
Einen ausführlichen Beitrag zum Stand des Rollouts intelligenter Messsysteme lesen Sie in der Printausgabe von
Energie & Management am 1. Februar.
// VON Fritz Wilhelm WENIGER