3. Februar 2026
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Neuer Konfliktherd um Konzession in Südbaden
Quelle: Davina Spohn
STROMNETZ.  Im Dezember noch Partner in Weil, jetzt wieder erbitterte Gegner nebenan in Lörrach: Badenova und die EnBW-Tochter Naturenergie führen einen wortgewaltigen Streit um Netzkonzessionen.
Es wirkt wie ein unwirkliches Intermezzo. Als Badenova und Naturenergie Mitte Dezember eine gemeinsame Netzgesellschaft für Weil am Rhein eingingen, schien vorweihnachtlicher Sanftmut in das Verhältnis der baden-württembergischen Versorger einzukehren. Doch jetzt bricht der Konflikt der Konkurrenten erneut aus – und dies heftiger denn je.
// VON Volker Stephan  MEHR...

Nach Lesart der Freiburger arbeitet die Gegenseite mit „Rufmord“, mit einer „Hetzkampagne“ und „Verleumdung“. Zudem führe Naturenergie „einen Kampf gegen demokratische Normen“. Entzündet hatte sich der neuerliche Streit an der Neuvergabe der Netzkonzession im südbadischen Lörrach.

Nach einem Beschluss des dortigen Gemeinderats fällt die eigentlich bereits 2019 neu zu vergebende Stromnetzkonzession der Stadtnetze Lörrach GmbH & Co. KG zu. An ihr sind die kommunalen Stadtwerke Lörrach (51 Prozent) und die Badenova-Tochter Badenova Netze (49 Prozent) beteiligt. Schon die Auswahl des strategischen Partners Badenova im Jahr 2020 war ein Wink in Richtung des vorigen Konzessionsinhabers, Naturenergie (vormals Energiedienst), die Hoheit über die Netze abtreten zu müssen.

Auch in Lörrach will Naturenergie nicht aufgeben

Das ist bis heute nicht geschehen, weil Naturenergie diverse rechtliche Mittel eingesetzt hat, um die Konzessionen behalten zu können. Auch den Gemeinderatsbeschluss vom 29. Januar sieht das Unternehmen nicht als Ende der Entwicklung an. In einer Mitteilung heißt es, die zukünftige Entwicklung des Netzgeschäfts in Lörrach sei „noch offen“. Naturenergie spekuliert über „rechtliche Prüfungen bis hin zu kooperativen Ansätzen“.

Naturenergie-Vorstand Klaus Müller, der mit Dutzenden Mitarbeitenden zur Ratssitzung erschienen war, spricht in der Mitteilung von „dem klaren Ziel, die Netzbetreiberrolle langfristig in Lörrach auszuüben“. In den kommenden Wochen werde das Unternehmen die Optionen bewerten und über das weitere Vorgehen entscheiden.

Dass weitere Jahre ins Land ziehen können, ehe eine Netzübergabe erfolgt, kennen die Beteiligten aus dem Kandertal. Dort haben zehn Kommunen sich gegen eine Zukunft in ihren Stromnetzen mit Naturenergie entschieden, doch das Deutsch-Schweizer Unternehmen, mehrheitlich in Händen des Karlsruher Konzerns EnBW, sträubt sich nach wie vor gegen die Entscheidungen der Kommunen (wir berichteten).

Verleumdung, Rufmord, Hetzkampagne und wider die Demokratie

Auch die Stadt Lörrach ahnt, dass der Netzstreit mit dem Ratsvotum nicht beendet ist. Unterlegenen Bietern, schreibt die Kommune und meint damit die auf Platz zwei gelandete Naturenergie-Tochter „InfraKom“, stünden Rechtsmittel gegen den Vergabebeschluss offen. Schließlich könnten sich an das Vergabeverfahren „gegebenenfalls weitere gerichtliche Verfahren zur Herausgabe des Netzes anschließen“. Die Stadt sei darauf vorbereitet.

Die Ratssitzung in Lörrach stellt im Verhältnis von Badenova und Naturenergie nun eine neue Eskalationsstufe dar. Die Freiburger äußern sich in einer Mitteilung „schockiert“ darüber, dass Naturenergie massiven Druck auf die Abgeordneten ausgeübt und schließlich in Freien Wählern und AfD Verbündete gefunden habe.

Diese beiden Fraktionen stellten nach einer zweistündigen Unterbrechung der Ratssitzung den Antrag, die Stadt(werke) sollten aus der Stromnetzgesellschaft mit Badenova aussteigen. Dafür fand sich aber keine Mehrheit. Der Antrag kommt in einem Kooperationsausschuss zur Wiedervorlage. Was die Badenova erzürnt, ist der angebliche Versuch der Naturenergie-Delegation, die finanzielle Schlagkraft der Freiburger in Zweifel zu ziehen.

Zugleich attackiert das Unternehmen seinerseits den Kontrahenten: Es seien Mittel eingeplant für den künftigen Betrieb der Stromnetze in Südbaden sowie „den Umbau der maroden Infrastruktur, die wir von Naturenergie übergeben bekommen“. Falschbehauptungen über die finanzielle Situation verstehe die Badenova als Rufmord. Auf „diese Hetzkampagne“ wolle das Unternehmen möglicherweise mit Verleumdungsanzeigen reagieren. Auch weil Naturenergie den Antrag von Freien Wählern und AfD mit „Wohlwollen“ aufgenommen habe, führe das Unternehmen „einen Kampf gegen demokratische Normen“.

Angesichts der nicht erfolgenden Übergabe von Stromnetzen kritisiert die Badenova, dass Naturenergie „jegliche politische Entscheidungen der letzten Jahre nicht nur mit juristischen Winkelzügen attackiert, sondern auch auf einer persönlichen Ebene“ und überdies demokratische Prozesse angreife.

Eine Anfrage dieser Redaktion bei Naturenergie war zu Redaktionsschluss noch in Bearbeitung, richtete ein Sprecher aus. Gegenüber dem SWR sprach Vorstand Klaus Müller davon, „keine Behauptungen gestreut“ zu haben.

Anmerkung der Redaktion: In einem Absatz war uns ein Fehler unterlaufen. Richtig muss es heißen, dass die Freiburger, Badenova also, sich schockiert darüber zeigen, dass Naturenergie massiven Druck auf die Abgeordneten ausgeübt und schließlich in Freien Wählern und AfD Verbündete gefunden habe. Wir haben den Passus korrigiert.
// VON Volker Stephan
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  POLITIK & RECHT
Quelle: Shutterstock / Red ivory
Niederländer dürfen aus deutschem Grund fördern
GAS. Ein Gericht hat die Einsprüche zurückgewiesen. One-Dyas darf auch in der deutschen Nordsee bohren. Die DUH sieht hingegen (zu) enge Verbindung zwischen Landesregierung und Unternehmen.
Das Oberverwaltungsgericht (OVG) Lüneburg hat den Sofortvollzug für ein Gasförderprojekt vor der Insel Borkum bestätigt. Eine Klage gegen das Vorhaben entfaltet damit keine aufschiebende Wirkung mehr, wie das Niedersächsische Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG), mit Sitz in Hannover und zuständig für die Genehmigung und Aufsicht im Bergbau- und Energiesektor, mitteilte.
 // VON Stefan Sagmeister MEHR...

Geklagt hatten die Stadt Borkum sowie die Inselgemeinde Juist. Beide Kommunen wollten erreichen, dass der Planfeststellungsbeschluss bis zu einer Entscheidung in der Hauptsache nicht vollzogen werden darf.

Hintergrund ist ein Gasförderprojekt des niederländischen Unternehmens One-Dyas B.V., mit Sitz in Amsterdam und tätig in der Exploration und Förderung von Erdgas. Das Unternehmen plant, von einer Förderplattform im niederländischen Teil der Nordsee aus auch in deutsches Hoheitsgebiet zu bohren und dort Erdgas zu fördern. Der Planfeststellungsbeschluss für das Vorhaben war im August 2024 erlassen worden. In einem weiteren Schritt ordnete das LBEG den Sofortvollzug an, der nun gerichtlich bestätigt wurde.

Damit ist es One-Dyas erlaubt, Bohrungen auch unter der deutschen Nordsee vorzunehmen. Nach den Genehmigungsunterlagen sollen die Bohrungen erst in einer Tiefe von rund 1.500 Metern in das deutsche Hoheitsgebiet eintreten und anschließend schräg weitergeführt werden. Die maximale Bohrtiefe soll bei bis zu 4.000 Metern liegen.

In der Begründung seiner Entscheidung führt der 7. Senat des OVG Lüneburg aus, die Antragstellerinnen hätten keine Umstände benannt, „aufgrund derer von einer voraussichtlichen Rechtswidrigkeit des Planfeststellungsbeschlusses auszugehen wäre“. Daher überwiege das öffentliche Interesse am Sofortvollzug gegenüber dem Interesse der Kommunen an einer aufschiebenden Wirkung ihrer Klage.

DUH veröffentlicht Schriftverkehr 

Umweltschützer und Insulaner äußern die Befürchtung, dass die Gasförderung negative Folgen für die Insel Borkum und das benachbarte Unesco-Weltnaturerbe Wattenmeer haben könnte. Nach Angaben des Gerichts seien entsprechende Risiken jedoch geprüft worden. Dazu zählten unter anderem mögliche Erdbeben oder Bodenabsenkungen. Auswirkungen auf Borkum oder auf Grundwasservorkommen seien nach den vorliegenden Gutachten nicht zu erwarten.

In diesem Zusammenhang hat die Deutsche Umwelthilfe (DUH) in Berlin interne Dokumente veröffentlicht. Diese sollen eine enge Abstimmung zwischen dem niedersächsischen Ministerpräsidenten Olaf Lies (SPD) und dem Unternehmen One-Dyas im Zusammenhang mit dem Gasprojekt vor Borkum belegen.

Nach Darstellung der DUH habe Lies auf mögliche Entschädigungszahlungen hingewiesen, obwohl ein Landesgutachten das entsprechende Risiko als gering eingestuft habe. Die Organisation fordert die niedersächsische Landesregierung nun auf, sämtliche Absprachen mit One-Dyas offenzulegen und deren Einfluss auf laufende Verfahren auf Bundesebene kritisch zu überprüfen.

Die von der DUH veröffentlichten Schriftstücke können auf der Internetseite der Organisation heruntergeladen werden.
 // VON Stefan Sagmeister
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Deutschland und Saudi-Arabien kooperieren enger
Quelle: iStock / Frank Harms
WASSERSTOFF. Deutschland und Saudi-Arabien wolle in allen Energiebereichen enger kooperieren, insbesondere beim Wasserstoff.
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) unterzeichnete am 1. Februar in Riad ein Memorandum of Understanding (MoU). Demnach wollen Deutschland und Saudi-Arabien ihre energiepolitische Zusammenarbeit deutlich ausweiten. Das Dokument wurde auch vom saudi-arabischen Energieminister Abdulaziz bin Salman bin Abdulaziz unterzeichnet. Es schafft laut der Ministerin einen strategisch-politischen Rahmen für die weitere Kooperation beider Länder im Energiesektor.
 // VON Susanne Harmsen MEHR...

Das Abkommen ergänzt eine bereits 2021 geschlossene Absichtserklärung zur Zusammenarbeit beim Wasserstoff. Es gilt für alle Energiesektoren sowie für den Chemikalienbereich. Zu den inhaltlichen Schwerpunkten zählen unter anderem Carbon-Management-Technologien, Energieeffizienz, die digitale Transformation des Energiesektors, einschließlich Cybersicherheit und Künstlicher Intelligenz sowie der Aufbau sicherer und nachhaltiger Lieferketten. Zudem sieht das MoU vor, Public-Private-Partnerships und Unternehmenskooperationen zu fördern und den Austausch in multilateralen Foren zu intensivieren.

Reiche erklärte, in einem geopolitisch unsicheren Umfeld seien verlässliche Partnerschaften ein Beitrag zu Stabilität und Berechenbarkeit, sagte Reiche. 

Die Umsetzung der Vereinbarung soll über den Austausch von Fachwissen, Delegationsreisen, gemeinsame Forschungsprojekte sowie Konferenzen und Fachveranstaltungen erfolgen. Grundlage ist der bilaterale Energiedialog, den Deutschland und Saudi-Arabien seit 2019 führen.

Große Delegation mit Wirtschaftsvertretern

Reiche hält sich vom 31. Januar bis 3. Februar in Saudi-Arabien auf. Sie wird von einer großen Wirtschaftsdelegation begleitet, darunter Vorstandschefs großer Unternehmen, Vertreter des Mittelstands und Start-ups. Ziel der Reise ist es laut Ministerium, die strategische Kooperation zu vertiefen und neue Impulse für Wachstum und Innovation zu setzen.

Ein konkretes Projekt der Zusammenarbeit betrifft den Import von Wasserstoff nach Deutschland. Das saudi-arabische Energieunternehmen ACWA Power, die EnBW Energie Baden-Württemberg AG mit Sitz in Karlsruhe, der Hafen Rostock sowie der Leipziger Gasimporteur VNG unterzeichneten in Riad eine entsprechende Absichtserklärung. Demnach soll grüner Ammoniak aus Saudi-Arabien nach Rostock geliefert und dort wieder in Wasserstoff umgewandelt werden.

Wasserstoff ab 2030 nach Rostock

Geplant sind Lieferungen aus der saudi-arabischen Hafenstadt Yanbu am Roten Meer. Für den Transport wird Wasserstoff in Ammoniak gebunden, da sich dieser Energieträger einfacher verflüssigen und lagern lässt. In Rostock soll ein sogenannter Cracker zum Einsatz kommen, den VNG entwickelt. Der so erzeugte Wasserstoff soll anschließend in das deutsche Wasserstoff-Kernnetz eingespeist werden.

ACWA Power erzeugt den Wasserstoff laut den Projektpartnern klimafreundlich mit Wind- und Solarstrom. Die Produktionsanlage für Wasserstoff und Ammoniak in Yanbu soll 2030 in den kommerziellen Betrieb gehen. ACWA prüft nach eigenen Angaben zudem eine Beteiligung an der Entwicklung und gegebenenfalls Finanzierung von Ammoniak-Infrastruktur in Deutschland.

Neben dem MoU auf Ministeriumsebene unterzeichneten deutsche und saudi-arabische Unternehmen nach Angaben des BMWE rund zehn weitere Absichtserklärungen. Sie betreffen unter anderem Energie, Wasserstoff, Künstliche Intelligenz, industrielle Wertschöpfung und Innovation. Reiche verwies darauf, dass Saudi-Arabien angesichts schwankender Ölpreise seine Wirtschaft breiter aufstellen wolle.

Saudi-Arabien investiert nach eigenen Angaben weiterhin in die Förderung fossiler Energieträger, baut zugleich aber erneuerbare Energien sowie Technologien zur Abscheidung und Speicherung von CO2 aus. Energieminister Abdulaziz bin Salman betonte, Energie müsse sicher, bezahlbar und nachhaltig sein. Der Klimawandel sei real, sagte er, zugleich müsse die wirtschaftliche Entwicklung berücksichtigt werden.

Deutschland ist der wichtigste Handelspartner Saudi-Arabiens innerhalb der Europäischen Union. Das bilaterale Handelsvolumen liegt bei über zehn Milliarden Euro.
 // VON Susanne Harmsen
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Bundestag erlaubt CO2-Speicherung unter dem Meer
Quelle: Shutterstock / Thanadon88
KLIMASCHUTZ. Der Bundestag hat am 30. Januar Gesetze verabschiedet, die die Speicherung von CO2 im Meeresuntergrund und den Export zur Offshore-Speicherung ermöglichen.
Der Bundestag hat am 30. Januar die rechtlichen Voraussetzungen für die Speicherung von Kohlendioxid im Meeresuntergrund geschaffen. Mit den Beschlüssen darf CO2, das unter anderem in der Zement-, Kalk- oder Aluminiumindustrie entsteht, aufgefangen und dauerhaft unter dem Meeresboden gelagert werden. Ausgenommen bleiben bestimmte Schutzgebiete. Ziel ist es, sogenannte unvermeidbare Restemissionen zu mindern, die sich industriell nicht vollständig vermeiden lassen.
 // VON Susanne Harmsen MEHR...

Grundlage der Entscheidung sind zwei Gesetzentwürfe der Bundesregierung. Zum einen änderte das Parlament das Hohe-See-Einbringungsgesetz, zum anderen schuf es die rechtlichen Grundlagen für den Export von CO2 zur Speicherung in anderen Staaten nach dem London-Protokoll zum Meeresschutz. Laut Bundesregierung soll damit die Anwendung der Carbon-Capture-and-Storage-Technologie, kurz CCS, rechtssicher ermöglicht werden.

Gegenstimmen der Opposition

Bereits am 28. Januar hatte der Umweltausschuss des Bundestags den Weg für die Beschlüsse geebnet. Mit den Stimmen der Koalitionsfraktionen von CDU/CSU und SPD sprach sich der Ausschuss für die Annahme beider Gesetzentwürfe aus. AfD, Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke lehnten die Änderungen zum Hohe-See-Einbringungsgesetz ab. Beim Gesetzentwurf zum Export von CO2 stimmten AfD und Die Linke dagegen, die Grünen enthielten sich.

Die Koalitionsfraktionen betonten im parlamentarischen Verfahren die Bedeutung von CCS für die Erreichung der Klimaziele. Ein Vertreter der Unionsfraktion erklärte, ohne diese Technologie lasse sich das Ziel der Klimaneutralität bis 2045 nicht erreichen. Mit dem bereits im November in Kraft getretenen Kohlendioxid-Speicherungsgesetz und den nun beschlossenen Neuregelungen vollziehe die Bundesregierung einen grundlegenden Kurswechsel. Die Gesetze seien sowohl für die Wirtschaft als auch für den Klimaschutz relevant.

Auch die SPD-Fraktion verwies auf klare Leitplanken. Jede Form der CO2-Speicherung im Meeresuntergrund sei an strenge Schutzziele für die Meeresumwelt gebunden. Die SPD-Abgeordnete Dunja Kreiser erklärte laut Bundestagsprotokoll, CCS sei kein Ersatz für konsequenten Klimaschutz an Land, sondern lediglich eine ergänzende Option für unvermeidbare Restemissionen. Nach jüngsten Änderungen schließt der Rechtsrahmen allerdings auch eine Nutzung der Technologie für Gaskraftwerke nicht grundsätzlich aus.

Die Opposition äußerte deutliche Kritik. Der klimapolitische Sprecher der Linksfraktion, Fabian Fahl, warf der Bundesregierung vor, die Meere zur „Müllkippe der Fossil-Lobby“ zu machen. Die Linke verwies zudem auf hohe staatliche Subventionen, die für den Aufbau einer CCS-Infrastruktur notwendig seien, und sah die Gefahr einer Verlängerung fossiler Geschäftsmodelle. Ein Antrag der Fraktion, der sich gegen den Ausbau einer solchen Infrastruktur aussprach, fand im Umweltausschuss keine Mehrheit.

Auch Bündnis 90/Die Grünen kritisierten die Gesetzentwürfe. Eine Abgeordnete bemängelte, dass weder das Kohlendioxid-Speicherungsgesetz noch die neuen Regelungen klar definierten, welche Emissionen als unvermeidbare Restemissionen gelten. Gleichzeitig setze die Bundesregierung mit dem geplanten Ausbau von Gaskraftwerken aus Sicht der Grünen widersprüchliche Anreize. Die AfD stellte die wissenschaftliche Grundlage der CCS-Technologie grundsätzlich infrage.
 // VON Susanne Harmsen
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Jetzt die neue E&M-Ausgabe als ePaper lesen!
Quelle: E&M
IN EIGENER SACHE. Unsere Januar/Februar-Ausgabe 2026 ist erschienen. Lesen Sie sie bequem und einfach auf Ihrem Smartphone und Tablet! Einfach dafür einloggen. Ein Blick in die Inhalte dieser Ausgabe.
 // VON Redaktion MEHR...

Die neue Printausgabe der E&M ist da. Alles dazu finden Sie auf unserer Info-Seite.
Einige Themen der Januar/Februar-Ausgabe vom 2. Februar 2026:
  • Titel: Wo Contracting passt und wo nicht
  • Reportage: Sigenergy ist ein Hersteller von Batteriespeichern mit Sitz in Shanghai. E&M hat sich dort umgesehen
  • E&M-Ranking: Zum 23. Mal hat sich E&M zum Thema Direktvermarktung umgehört. Wer hat Kunden gewonnen oder verloren? Alles dazu in dieser Ausgabe
  • E-world 2026: Zum 25. Mal findet im Februar die Schau der Energiewirtschaft auf dem Gelände der Messe Essen statt. Das müssen Sie wissen
  • Fernwärme: Der Versorger Veolia nahm im polnischen Posen zwei neue Gasturbinen in Betrieb. E&M war mit dabei
  • Personal: Der Bedarf an Fachkräften ist aktuell rückläufig. Das ist kein Grund zur Entspannung, warnt eine Studie der DIHK
  • KWK-Projekt: Auf dem Geländer einer ehemaligen Kaserne in Paderborn wurde die Versorgung auf den historischen Gebäudebestand abgestimmt
  • Contracting: E&M und der Energieverband Vedec suchen für den Contracting Award wieder herausragende Projekte
Wenn Sie einen E&M-Online-Zugang haben, müssen Sie sich nur oben rechts bei „LOGIN“ einloggen. Sodann öffnet sich die E&M-Startseite. Auf dieser klicken Sie oben auf den Reiter „EPAPER“ und alle Ausgaben der E&M erscheinen.
 // VON Redaktion
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  HANDEL & MARKT
Quelle: Stadtwerke Pirmasens
EEW liefert langfristig Wärme für Pirmasens
WÄRMENETZ. Die Stadtwerke Pirmasens und die EEW Energy from Waste haben einen Wärmeliefervertrag über zehn Jahre abgeschlossen.
Testphase beendet. Nach zwei Verträgen über eine Laufzeit von lediglich einem Jahr geht es nun länger weiter. Die Stadtwerke Pirmasens Versorgungs GmbH (SWPS) und die EEW Energy from Waste Saarbrücken GmbH haben am 2. Februar einen langfristigen Wärmeliefervertrag unterzeichnet. „Der Vertrag hat eine Laufzeit von zehn Jahren mit einer Option auf Verlängerung“, sagte eine EEW-Sprecherin auf Nachfrage der Redaktion. Die EEW ist Eigentümerin und langjährige Betreiberin des Müllheizkraftwerks in Pirmasens.
 // VON Stefan Sagmeister MEHR...

Zum Hintergrund: Ende 2023 verkaufte der Zweckverband Abfallverwertung Südwestpfalz das Müllheizkraftwerk an EEW. „Seitdem wurden zwei Wärmelieferverträge über je 12 Monate Laufzeit für die Jahre 2024 und 2025 geschlossen“, heißt es weiter aus Pirmasens. Mit der nun abgeschlossenen Vereinbarung werde die Fernwärmelieferung aus dem MHKW für „bestehende und zukünftige Kunden in Pirmasens nachhaltig und verlässlich gesichert“.

Energieeffizienz bis zu 25 Prozent höher

Für EEW bedeutet der langfristige Vertrag einen substanziellen Effizienzgewinn. Durch die Erneuerung der Turbine hat das Unternehmen die Energieeffizienz des Standorts um bis zu 25 Prozent erhöht. Die jährliche Stromerzeugung liegt bei mehr als 110.000 Megawattstunden und entspricht rechnerisch dem Bedarf von über 30.000 Haushalten.

Infolge der verbesserten Anlageneffizienz werden rund 10.000 Tonnen CO2 pro Jahr vermieden. Bei der Betriebsweise hat die Wärmenutzung Vorrang: Erst nachdem der Bedarf der Fernwärmekunden gedeckt ist, wird die verbleibende Energie zur Stromerzeugung eingesetzt.

„Die Vereinbarung unterstreicht den Anspruch von EEW, Energie aus Abfall möglichst vollständig nutzbar zu machen und Anlagen kontinuierlich weiterzuentwickeln – nicht nur in der Stromerzeugung, sondern insbesondere auch in der Wärmenutzung“, heißt es weiter.

Mit Blick auf die kommunale Wärmeplanung eröffnet der Vertrag zusätzliche Perspektiven. Der Ausbau und die Verdichtung des Fernwärmenetzes, etwa im Zuge neuer Quartiersentwicklungen, können durch zusätzliche Wärmemengen aus dem Müllheizkraftwerk abgesichert werden. Technisch ist zudem eine weitere Steigerung der Wärmeauskopplung aus der Anlage möglich.

Die EEW Energy from Waste Saarbrücken GmbH ist eine Tochter der EEW mit Sitz in Helmstedt. Diese wiederum gehört zu 100 Prozent der chinesischen Beijing Enterprises Holdings Limited.
 // VON Stefan Sagmeister
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Sonderausschreibung für Regelenergie
Quelle: Shutterstock
GASNETZ. Die Trading Hub Europe GmbH (THE) hat kurzfristige Sonderausschreibungen für externe Regelenergie gestartet, um lokale Bedarfsspitzen in Hochlastsituationen abzusichern.
Die THE führt kurzfristige Sonderausschreibungen zur Kontrahierung externer Regelenergie für das Produkt Long-Term Options (LTO) in der Variante „Rest of the Day“ durch, wie aus einer Mitteilung des Marktgebietsverantwortlichen hervorgeht. Die Ausschreibungen decken zwei Leistungszeiträume vom 15. Februar, 6.00 Uhr, bis 1. März 2026, 6:00 Uhr, und vom 1. bis 15. März 2026, ebenfalls jeweils 06:00 Uhr, ab. Angebote sind laut THE zwischen dem 3. und 10. Februar 2026 möglich. Ein Zuschlag soll bis zum 12. Februar erteilt werden.
 // VON Fritz Wilhelm MEHR...

Nach Angaben des Unternehmens war die zuletzt im Oktober 2025 durchgeführte reguläre LTO-Ausschreibung für die Monate Januar bis März 2026 erfolgt. Die aktuellen Sonderausschreibungen sind demnach nicht Teil der regulären Ausschreibungszyklen und stehen nicht im Zusammenhang mit Maßnahmen nach dem EnWG-Speichergesetz (§ 35a ff. EnWG), sondern sollen sicherstellen, dass auch bei außergewöhnlich hoher Last ausreichend Regelenergie zur Verfügung steht.

THE erklärte, dass bei entsprechendem Bedarf weitere Sonderausschreibungen folgen könnten und zugelassene Anbieter ebenso jederzeit Angebote für andere Regelenergieprodukte wie Load Reduction einreichen könnten.
 // VON Fritz Wilhelm
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EM-Power Europe 2026: Erneuerbare Energien 24-7? Aber sicher!
Quelle: Solar Promotion GmbH
ADVERTORIAL. Im vergangenen Jahr wurde viel über Versorgungssicherheit und resiliente Stromnetze diskutiert. 
Energiewendeskeptiker behaupten, ohne konventionelle Kraftwerke könne es keine zuverlässige Stromversorgung geben. Doch längst gibt es alternative Technologien, um Spannung und Netzfrequenz stabil zu halten, wie Synchronkondensatoren oder netzbildende Wechselrichter. Batteriespeicher und nachfrageseitige Flexibilität helfen, Differenzen zwischen Stromangebot und -nachfrage auszugleichen, die durch die volatile Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien entstehen. Um diese Potenziale nutzen zu können, müssen die Stromnetze dringend ausgebaut, modernisiert und digitalisiert werden.
 // VON Advertorial MEHR...

Lösungen dafür präsentiert die EM-Power Europe vom 23. bis 25. Juni 2026 − erstmals mit der neuen Messelaufzeit von Dienstag bis Donnerstag – auf der Messe München. Wie in den Vorjahren spielt künstliche Intelligenz auf der Messe eine wichtige Rolle, denn sie trägt dazu bei, die zunehmende Komplexität des Energiesystems sicher zu beherrschen. Darum gibt es auf der EM-Power Europe 2026 erstmals einen Gemeinschaftstand „AI for Smart Energy“.

Resilienz ist auch ein Thema der EM-Power Europe Conference vom 22. bis 23. Juni 2026. Hier geht es darum, wie mit Netzausbau und -digitalisierung, intelligentem Netzmanagement sowie der Einbindung von Flexibilität in das Energiesystem eine erneuerbare Energieversorgung 24/7 sichergestellt werden kann.

Weitere Informationen: www.EM-Power.eu
 // VON Advertorial
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Stromerzeugung aus Steinkohle in Deutschland 1990 bis 2025
Quelle: E&M / Pixabay
STATISTIK DES TAGES. Ein Schaubild sagt mehr als tausend Worte: In einer aktuellen Infografik beleuchtet die Redaktion regelmäßig Zahlen aus dem energiewirtschaftlichen Bereich.
 // VON Redaktion MEHR...

 
Zur Vollansicht auf die Grafik klicken
Quelle: Statista

Die Statistik zeigt die Entwicklung der Bruttostromerzeugung aus Steinkohle in Deutschland in den Jahren 1990 bis 2025. Im Jahr 2025 wurden in Deutschland knapp 30 Terawattstunden Strom aus dem fossilen Energieträger Steinkohle erzeugt.
 // VON Redaktion
 WENIGER
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  TECHNIK
Quelle: Fotolia / Ralf Kalytta
Heizungsoptimierung wächst in der Nische
IT. Eine Umfrage des Dena-Kompetenzzentrums Kedi zeigt, dass digitale Heizungsoptimierung stark wächst. Dennoch sei sie erst in gut vier Prozent der Mehrfamilienhäuser im Einsatz.
Digitale Lösungen zur Überwachung und Optimierung von Heizungsanlagen gewinnen in Deutschland an Bedeutung, bleiben bislang jedoch ein Randphänomen. Das geht aus der Umfrage „Digitales Heizungsmonitoring in deutschen Mehrfamilienhäusern“ hervor, die das Kompetenzzentrum für Energieeffizienz durch Digitalisierung (Kedi) durchgeführt hat. Kedi ist ein Projekt der Deutschen Energie-Agentur (Dena).
 // VON Susanne Harmsen MEHR...

Laut der Umfrage verzeichneten die befragten Anbieter digitaler Heizungsmonitoring- und -optimierungslösungen in den vergangenen drei Jahren jährliche Wachstumsraten von jeweils mehr als 50 Prozent. Gleichzeitig bleibe die Marktdurchdringung gering. Nach Angaben der Unternehmen kommen digitale Lösungen derzeit nur in etwas mehr als vier Prozent der Mehrfamilienhäuser in Deutschland zum Einsatz.

Energieeinsparungen verschenkt

Dabei sehen die Befragten ein deutlich höheres Potenzial. Mit digitaler Heizungsoptimierung lassen sich nach Angaben der Anbieter 10 bis 20 Prozent Energie einsparen. Dies senke nicht nur den Energieverbrauch im Gebäudebereich, sondern wirkt sich auch auf die Kosten für Mietende und Vermietende aus.

Heike Marcinek, Arbeitsgebietsleiterin klimaneutrale Gebäude bei der Dena, sieht in der Technik einen Hebel für die Erreichung der Klimaziele im Gebäudesektor. „Ein konsequenter Rollout digitaler Lösungen könnte einen wichtigen Beitrag leisten, um die Klimaziele 2030 zu unterstützen“, sagt sie. Marcinek verweist darauf, dass sich Energieverbrauch und Kosten mit vergleichsweise geringem Aufwand senken ließen. Zudem nehme die Umlagefähigkeit der Kosten der Gebäudewirtschaft die Sorge vor zusätzlichen finanziellen Belastungen und schaffe damit einen Anreiz für eine breitere Anwendung.

Vorausschauende Wartung möglich

Neben der Energieeinsparung nennen die Anbieter weitere Vorteile der digitalen Systeme. Dazu zählen eine vorausschauende Wartung von Heizungsanlagen, die kontinuierliche Erhebung von Betriebsdaten sowie eine bessere Datengrundlage für die Planung passgenauer Sanierungsmaßnahmen. Außerdem erleichtern die digitalen Anwendungen nach Angaben der Unternehmen die Erfüllung gesetzlicher Pflichten zur Heizungsprüfung und -optimierung.

Für Vermietende eröffnen sich laut Umfrage auch neue Geschäftsmodelle. Da sich die Kosten für digitale Heizungsoptimierung häufig über die Nebenkosten abrechnen lassen, entstünden servicebasierte Angebote, die den laufenden Betrieb der Anlagen einschließen. Mietende profitieren gleichzeitig von einem effizienteren Anlagenbetrieb, der den Energieverbrauch senkt. Trotz der Umlage der Kosten könnten dadurch unter dem Strich Einsparungen entstehen.
 
Anzahl der Heizungsanlagen mit Monitoring in Deutschland -
Für Vollbild auf die Grafik klicken
Quelle: Kedi / Dena

Hintergrund der Umfrage

Die Ergebnisse der Umfrage basieren auf einer Online-Befragung von 41 Anbietern digitaler Heizungsmonitoring- und -optimierungslösungen. Der Erhebungszeitraum lief vom 5. August bis zum 30. November. Nach Angaben von Kedi spiegeln die Ergebnisse den aktuellen Marktstand aus Sicht der Technologieanbieter wider.

Das Kompetenzzentrum für Energieeffizienz durch Digitalisierung unterstützt bundesweit kleine und mittlere Unternehmen sowie die Gebäudewirtschaft dabei, Energieeffizienzpotenziale mithilfe digitaler Technologien zu erschließen.

Informationen zur Dena-Umfrage Heizungsoptimierung stehen im Internet bereit.
 // VON Susanne Harmsen
 WENIGER
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Tierischer Kurzschluss macht Windpark zur Schnecke
Weil Tiere nicht lesen können, sind Kurzschlüsse nicht ausgeschlossen. Quelle: Netze BW
WINDKRAFT ONSHORE. Aus die Maus: Ein Nagetier hat es erfolgreich mit einem Windpark aufgenommen, dafür aber mit dem Leben bezahlt. Der Biss in ein Kabel des Umspannwerks legt Teile des Parks weiter lahm.
Fünf auf einen Streich: Ein kleines Nagetier hat das Turbinen-Quintett eines Windparks in Süd-Westfalen komplett außer Betrieb gesetzt. Dies gelang dem Winzling durch den Biss in ein Kabel des Umspannwerks. Er löste einen Kurzschluss aus, der den Hilchenbacher Windpark „Rothaarwind 1“ bis heute beeinträchtigt.
 // VON Volker Stephan MEHR...

Während der Windpark im Kreis Siegen-Wittgenstein nach dem Vorfall vom 10. Januar insgesamt auf eine Ausfallzeit von einigen Wochen kommt, sind die Folgen für das Nagetier dramatischer. Es biss sich ins Verderben. Die sterblichen Überreste am Kabel ließen laut Netzbetreiber Westnetz nicht genau erkennen, ob es sich bei dem Tier um eine Maus gehandelt hat.

Insgesamt spricht Westnetz von einem ungewöhnlichen Ereignis. Auch für Parkbetreiber „Rothaarwind Planungs- und Geschäftsführungs GmbH“ sei es die erste Erfahrung dieser Art, wie Geschäftsführer Günter Pulte auf Anfrage dieser Redaktion erklärt. Nagetiere haben für gewöhnlich selten Zugang zu den Räumlichkeiten von Umspannanlagen und mogeln sich eher zufällig durch die Türen.

Parkbetreiber rechnet mit mehr als 100.000 Euro Schaden

In diesem Fall hat der kleine Biss von Mitte Januar einen großen Schaden ausgelöst. Günter Pulte schätzt die Ausfälle an Einnahmen und Reparaturkosten auf über 100.000 Euro. Von den fünf Anlagen, die jeweils 2 MW Leistung erbringen und in einem Waldgebiet stehen, waren laut Pulte am 2. Februar drei noch immer nicht am Netz.

Dies liegt laut Betreiber an Folgeschäden durch den Kurzschluss. Spannungsschwankungen seien vermutlich dafür verantwortlich, dass elektronische Bauteile zur Steuerung der Blattwinkelverstellung unbrauchbar wurden. Der Defekt soll allerdings bis Ende der ersten Februar-Woche behoben sein.

Zu klären ist die Frage, wer für die Schäden aufkommt. Der Parkbetreiber erklärt, dazu in Gesprächen mit Westnetz zu sein, um eine Lösung zu finden. Der normale Weg wäre, den Schaden vom Netzbetreiber ausgleichen zu lassen.

Im Gespräch mit dieser Redaktion erklärt ein Sprecher von Westnetz, die Haftungsfragen nun gemeinsam mit Rothaarwind beantworten zu wollen. Es handele sich dabei um einen Einzelfall, bei dem die Verantwortung zu klären sei.

Erfreulich sei aus Westnetz-Sicht, so der Sprecher, dass die Reparaturarbeiten in den Räumlichkeiten des Umspannwerks binnen kürzester Zeit erfolgt seien. Der Windpark sei also – vorbehaltlich der noch nicht funktionsfähigen Anlagen – seit dem 30. Januar wieder angeschlossen. Fünf Tage habe das Team insgesamt benötigt. Ausgegangen war Westnetz von bis zu drei Wochen Arbeit.
 // VON Volker Stephan
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Kombinierte Strategien gegen den Klimawandel
Quelle: Fotolia / frenta
KLIMASCHUTZ. Eine Studie unter Mithilfe der Münchener Universität untersuchte die Klimapolitik in 40 Ländern über einen Zeitraum von 32 Jahren. Das ist das Ergebnis.
Effektiver Klimaschutz erfordert nach Einschätzung von Wissenschaftlern eine Kombination verschiedener politischer Instrumente. Einzelmaßnahmen allein reichen demnach nicht aus, um CO2-Emissionen dauerhaft und verlässlich zu senken. Zu diesem Ergebnis kommt eine internationale Studie, die Klimapolitiken in 40 Ländern über einen Zeitraum von 32 Jahren analysiert hat.
 // VON Stefan Sagmeister MEHR...

Die Untersuchung wurde von einem internationalen Forschungsteam durchgeführt, dem unter anderem Wissenschaftler der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) sowie der Universitäten in Barcelona, Lausanne und Oslo angehören. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „Climate Policy“ veröffentlicht.

Untersucht wurden politische Maßnahmen zur Emissionsminderung in den Jahren von 1990 bis 2022. Insgesamt analysierte das Team 1.737 einzelne Klimaschutzregelungen aus vier Sektoren: Energie, Industrie, Gebäude und Verkehr. Ziel war es, die Wirksamkeit einzelner Instrumente realistisch zu bewerten, obwohl diese in der Praxis meist parallel zu vielen anderen Maßnahmen eingesetzt werden.

„Regierungen weiten ihre klimapolitischen Aktivitäten kontinuierlich aus. Dadurch wird es zunehmend schwieriger, die Wirkung einzelner Instrumente eindeutig zu bestimmen“, erklärt Christoph Knill, Professor für Empirische Theorien der Politik an der LMU und Mitautor der Studie.

Effekte politischer Maßnahmen überlagern sich häufig

Da politische Maßnahmen selten isoliert wirken, überlagern sich ihre Effekte häufig. Die Studie verfolgte deshalb einen länderspezifischen Ansatz, um herauszuarbeiten, welche Instrumente in unterschiedlichen Kontexten zuverlässig zur Reduktion von CO2-Emissionen beitragen.

Die Analyse zeigt, dass ein breites und langfristig angelegtes Maßnahmenbündel besonders wirksam ist. Erfolgreicher Klimaschutz beruht demnach nicht auf einem einzelnen „optimalen“ Instrument, sondern auf der abgestimmten Kombination verschiedener Ansätze. Dazu zählen unter anderem CO2-Bepreisung, Mineralölsteuern, Investitionen in erneuerbare Energien sowie staatliche Ausgaben für Forschung und Entwicklung.

Als Beispiele für eine hohe Wirksamkeit umfassender Klimastrategien nennen die Autoren Schweden und Norwegen. Beide Länder setzen seit Jahren auf ein breites Instrumentenspektrum und erreichen damit laut Studie überdurchschnittliche Emissionsminderungen.

Besonders belastbare Effekte weisen laut Untersuchung Maßnahmen auf, die ökonomische Anreize mit langfristigen Strukturveränderungen verbinden. CO2-Preise und Abgaben auf fossile Energieträger entfalten ihre Wirkung vor allem dann, wenn sie durch Investitionen in erneuerbare Energien und durch Forschungsförderung ergänzt werden. Diese Kombination zeigt über Ländergrenzen hinweg stabile Ergebnisse.

Nach Einschätzung der Autoren bietet der entwickelte Ansatz nicht nur Orientierung für die Klimapolitik, sondern auch für andere Politikfelder, in denen eine Vielzahl paralleler Maßnahmen eingesetzt wird. Das Modell ermögliche es, die tatsächliche Wirkung komplexer Regelwerke besser zu bewerten und politische Entscheidungen stärker evidenzbasiert auszurichten.

Der Artikel „Effective climate policies for ‘all seasons’: novel evidence from 40 countries“ kann im Internet herunter geladen werden.
 // VON Stefan Sagmeister
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Metergrid sammelt Kapital für Mieterstrom-Plattform ein
SMART GRIDS. Metergrid hat eine Series-A-Finanzierung über 10 Millionen Euro abgeschlossen. Das Kapital soll in den Ausbau digitaler Mieterstrom-Lösungen fließen.
 
Metergrid hat für den Ausbau seines Mieterstrom-Geschäftsmodells frisches Kapital eingesammelt. Laut einer Mitteilung des Unternehmens sind in einer Series-A-Finanzierungsrunde über 10 Millionen Euro zusammengekommen. Es handele sich um die bislang größte Wachstumsfinanzierung im deutschen Mieterstrom-Markt. Als Lead-Investor steige der auf Energiethemen spezialisierte Wagniskapitalgeber SET Ventures ein. Bestehende Investoren wie Hager, LBBW Venture Capital, Mätch VC sowie mehrere Business Angels hätten sich erneut beteiligt.
 // VON Fritz Wilhelm MEHR...

Metergrid wirbt mit einer Plattform, die den Zugang zu lokal erzeugter erneuerbarer Energie in Mehrparteienhäusern erleichtern soll. In Deutschland leben rund 44 Millionen Menschen in solchen Gebäuden, deren Potenziale bislang nur begrenzt genutzt würden, so das Unternehmen. Ziel sei es, unterschiedliche Eigentümerstrukturen, von privaten Vermietern über Wohnungseigentümergemeinschaften bis hin zu institutionellen Immobiliengesellschaften oder Energieversorgern in die Energiewende einzubinden.

Die digitale Plattform als Kern des Geschäftsmodells kombiniere Software, operative Dienstleistungen und Abrechnung. Darüber sollen lokal erzeugter Solarstrom, ergänzende Stromlieferungen aus dem Netz sowie die Verbrauchsabrechnung zusammengeführt werden.

Eine Million Menschen bis 2030 in der Versorgung

Metergrid kündigt an, die Plattform perspektivisch um weitere Funktionen wie Ladeinfrastruktur für Elektromobilität, Energiemanagementsysteme, Speicherlösungen sowie zusätzliche Energie- und Gebäudeservices zu erweitern. Bis 2030 will das Unternehmen nach eigenen Angaben eine Million Menschen in Mehrparteienhäusern mit erneuerbarer Energie versorgen.

„Ohne Lösungen für das Mehrparteienhaus bleibt die Energiewende ein Versprechen für wenige – wir ändern das“, sagt Johannes Mewes, Mitgründer und Geschäftsführer von Metergrid. Das Unternehmen verspreche, Energieversorgung in Mehrparteienhäusern erstmals automatisiert, wirtschaftlich und in großem Maßstab umsetzbar zu machen.

SET Ventures, 2007 in Amsterdam gegründet, investiert nach eigenen Angaben in digitale Lösungen für ein klimaneutrales Energiesystem und verwaltet aktuell einen Fonds mit einem Volumen von 200 Millionen Euro. Der Einstieg bei Metergrid unterstreiche aus Sicht des Investors die strategische Bedeutung des Mieterstrom-Marktes. „Mehrparteienhäuser konnten bisher noch praktisch gar nicht an der Energiewende teilnehmen“, sagt Till Stenzel, Partner bei SET Ventures. Metergrid biete hierfür eine vollständig digitalisierte Lösung mit Skalierungspotenzial.

Nach eigenen Angaben betreibt Metergrid, das 2021 gegründet wurde, derzeit mehrere tausend Mieterstromprojekte in Deutschland. Die Zahl der versorgten Bewohnerinnen und Bewohner sei innerhalb eines Jahres von rund 10.000 auf über 53.000 gestiegen. Das Unternehmen wirbt damit, dass sich Mieterstrom damit von einem Nischenprodukt zu einem skalierbaren Baustein der urbanen Energieversorgung entwickle. Gestartet als Abrechnungslösung, decke die Plattform heute sämtliche Schritte von der Wirtschaftlichkeitsanalyse über die Strombelieferung bis zur automatisierten Abrechnung ab.
 // VON Fritz Wilhelm
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Strategisches Steuerungsinstrument im Mittelpunkt
Quelle: E&M
GASTBEITRAG. Mit dem sogenannte Werttreibermodell kann ein Unternehmen einen entscheidenden Einfluss auf den geschäftlichen Erfolg nehmen, so *Uwe Fritz von der Fritz Management GmbH.
Das turbulente Umfeld der deutschen Energiewirtschaft, geprägt durch regulatorische, rechtliche und technische Veränderungen wie den Ausbau der Stromnetze, den sukzessiven Ausstieg aus der Gasversorgung sowie potenzielle neue Geschäftsmodelle, etwa den Ausbau der Wärmeversorgung, stellt Energieversorger vor große Herausforderungen.
 // VON Redaktion MEHR...

Um damit verbundene Themen wie die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit und die Finanzierbarkeit geplanter Investitionen langfristig bewältigen zu können, ist es umso wichtiger, eine klare strategische Positionierung sowohl auf Geschäftsfeldebene als auch auf Unternehmensebene abzuleiten. Hierfür ist die Einbeziehung strategischer Steuerungsinstrumente entscheidend. Sie unterstützen eine zielgerichtete, nachhaltige und wettbewerbsfähige Positionierung.

Als ein erfolgsrelevantes Instrument ist insbesondere das Werttreibermodell zu nennen. Es ermöglicht, zentrale Einflussfaktoren zu identifizieren, die den Unternehmenserfolg beeinflussen. Darüber hinaus wird, auf Basis definierter Prämissen, ein simulationsfähiger, langfristiger Blick auf zukünftige Entwicklungen erarbeitet. Dies schafft die Grundlage für fundierte strategische Entscheidungen.

Wie sieht ein solches Vorgehensmodell hierfür aus?

Im Rahmen der Werttreiberanalyse werden für jedes Geschäftsmodell sogenannte Werttreiberbäume für einen Zeitraum von 10 bis 15 Jahren modelliert und anschließend auf Gesamtunternehmensebene konsolidiert. Grundlage hierfür bilden in der Regel der letzte Jahresabschluss sowie die Wirtschaftsplanung des Energieversorgers in einer Fünf-Jahres-Perspektive.

Auf Basis dieser Daten werden Szenarien entwickelt, die unter anderem folgende Komponenten umfassen: spartenbezogene Gewinn- und Verlustrechnungen mit anschließender Konsolidierung auf Unternehmensebene, spartenbezogene Investitionsplanungen mit entsprechender Zusammenführung, die Darstellung der Gesamtbilanz, die Einbindung relevanter Finanzkennzahlen sowie die Ableitung zentraler Handlungsfelder aus der Gesamtsicht.

Aus den Ergebnissen lassen sich unter anderem Aussagen über die zukünftige Wirtschaftlichkeit der einzelnen Bereiche sowie über die Finanzierbarkeit bestimmter Geschäftsfelder ableiten. Zudem ermöglichen die Auswertungen, fundierte strategische Entscheidungen zu treffen.

Diese können sehr unterschiedliche Entwicklungen anstoßen. So bietet sich beispielsweise der Ausbau bestehender Geschäftsfelder an, um Wachstumspotenziale zu nutzen und die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Gleichzeitig können die Analysen Chancen für den Einstieg in neue Geschäftsfelder aufzeigen. Ebenso ist es möglich, dass die Ergebnisse auf eine unzureichende Wirtschaftlichkeit einzelner Bereiche hinweisen und dadurch Entscheidungen über eine Ausgliederung oder einen Verkauf notwendig werden.


Wo bieten sich Werttreibermodelle an?

Grundsätzlich sind Werttreibermodelle für Unternehmen jeder Größe anwendbar. Je größer und vielschichtiger ein Unternehmen ist, desto komplexer und umfangreicher gestalten sich die Analyse sowie die Erstellung der Werttreibermodelle. Große Energiekonzerne beziehungsweise große Stadtwerke und Regionalversorger verfügen hierfür häufig über eigene Teams und spezialisierte Tools.

Für kleinere und mittlere Energieversorger, die häufig nur begrenzte personelle und finanzielle Ressourcen für komplexe Analysen haben, bieten vereinfachte Werttreibermodelle eine praxistaugliche Alternative. Sie ermöglichen es, relevante Geschäfts- und Handlungsfelder zu identifizieren und darauf aufbauend fundierte strategische Positionierungsentscheidungen zu treffen. Die Auswertungen dienen dabei oftmals auch als wesentliche Entscheidungsgrundlage für die Unternehmensführung sowie den Aufsichtsrat.

Somit leisten Werttreibermodelle einen entscheidenden Beitrag zur strategische Steuerung und nachhaltigen Wertsteigerung von Energieversorgungsunternehmen. Sprechen Sie uns gerne an.

*Uwe Fritz, Geschäftsführer Fritz Management GmbH, Meersburg 
 
Uwe Fritz.
Quelle: Fritz Management GmbH
 // VON Redaktion
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Entlassener Geschäftsführer klagt gegen Stadtwerke Winnenden
Auf der Suche: OB Harmut Holzwarth (li.) und Geschäftsführer Jochen Mulfinger. Quelle: SWW
RECHT. Der Rauswurf bleibt nicht unwidersprochen. Auf seine Entlassung hat der frühere technische Geschäftsführer der Stadtwerke Winnenden nun mit einer Klage beim Arbeitsgericht reagiert.
Eine karge Pressemitteilung verkündete am 8. Dezember vergangenen Jahres das Karriere-Ende von Martin Leidig bei den Stadtwerken Winnenden. Die baden-württembergische Kommune als Mutter des Versorgers teilte mit wenigen Worten die Trennung vom technischen Geschäftsführer mit. Das ist gleichwohl nicht das letzte Wort in der Angelegenheit.
 // VON Volker Stephan MEHR...

Denn nun liegt beim zuständigen Arbeitsgericht in der Landeshauptstadt Stuttgart die Klage Leidigs (früherer Nachname: Häfele) vor, mit der er sich gegen seine am 4. Dezember erfolgte Abberufung durch den Aufsichtsrat zur Wehr setzt. Wie es auf Anfrage dieser Redaktion vom Arbeitsgericht weiter heißt, gebe es zunächst einen obligatorischen Gütetermin, der im Februar am Amtsgericht Waiblingen stattfinden soll.

Die Stadtwerke bestätigen auf Anfrage dieser Redaktion, von der Klage Kenntnis zu haben. Aktuell wollten beide Seiten „zuvorderst einvernehmlich“ die offenen Punkte beilegen.

Das abrupte Aus des technischen Geschäftsführers nach etwas mehr als drei Jahren im Amt hatten Stadt und Stadtwerke in der Mitteilung damit begründet, für „die strategische Weiterentwicklung des Unternehmens frische Impulse in der technischen Geschäftsführung“ zu benötigen (wir berichteten).

In der Zwischenzeit hat der Energieversorger in der 30.000-Einwohner-Kommune die Nachfolgesuche eingeleitet und so gut wie abgeschlossen. Ausgeschrieben ist die Stelle für eine technische Prokuristin oder einen technischen Prokuristen. Die Anstellung soll nach maximal zwei Jahren dazu führen, die vakante Position der technischen Geschäftsführung übernehmen zu können, heißt es auf der Website der Stadtwerke.

Die Sprecherin der Stadtwerke erklärt dazu, es seien bereits Kandidaten in der Endauswahl angelangt. Diese hätten sich Ende Januar dem Aufsichtsrat präsentiert. Ein Arbeitsvertrag sei in Vorbereitung.

Die Stadtwerke Winnenden verfügen nach eigenen Angaben über etwa 80 Mitarbeitende und kommen mit Strom, Gas, Wärme, Wasser und Bäder auf einen Jahresumsatz von rund 20 Millionen Euro. Die Geschäftsführung liegt bis zu einer Nachbesetzung des technischen Chefpostens allein in Händen von Jochen Mulfinger.
 // VON Volker Stephan
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Neuer CEO bei der Epex Spot tritt Posten an
Lukas Gresnigt. Quelle: Epex Spot
PERSONALIE. Der neue Chef der Spotmarktbörse Epex Spot mit Sitz in Paris hat zum Monatswechsel die Aufgaben von Interimschef Conil-Lacoste übernommen.
Bei der europäischen Strommarktbörse Epex Spot hat seit dem 1. Februar Lukas Gresnigt die Position des Chief Executive Officers inne. Der Niederländer folgt auf Jean-Francois Conil-Lacoste, der die Leitung der Börse im März 2025 interimistisch übernommen hatte, hießt es in einer Mittelung der Epex Spot. Bekanntgegeben wurde die Personalie Gresnigt bereits im September 2025.
 // VON Stefan Sagmeister MEHR...

Gresnigt kommt vom Schweizer Energiekonzern Alpiq, bei der er seit April 2022 als Leiter International und Mitglied der Geschäftsleitung tätig ist. Zuvor leitete Gresnigt den Bereich „Renewable Solutions“ beim niederländischen Energieunternehmen SHV Energy. Davor war er rund zehn Jahre beim norwegischen Energieversorger Statkraft tätig. Weitere Stationen waren unter anderem der Macquarie European Infrastructure Fund sowie die Boston Consulting Group.

Der deutsche Ralph Danielski, der die Epex Spot seit Oktober 2018 führte, hatte im März 2025 bekanntgegeben, sein Mandat als CEO nicht zu verlängern. Nach seinem Ausscheiden übernahm Gründungschef Conil-Lacoste vorübergehend die Leitung der Geschäftsführung.

Mit Gresnigts Ernennung wird die Unternehmensführung der Epex Spot wieder dauerhaft besetzt. Dem Management Board gehören neben ihm weiterhin Diana Rodrigues als Finanzchefin (CFO) und Jonas Törnquist als operativer Geschäftsführer (COO) an.
 // VON Stefan Sagmeister
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Philine Wedell neue Geschäftsführerin des Ikem
Quelle: Philine Wedell Quelle: Silke Reents
PERSONALIE. Die Energieexpertin Philine Wedell wurde ab Februar 2026 in die Geschäftsführung des Instituts für Klimaschutz, Energie und Mobilität (IKEM) berufen.
Philine Wedell übernimmt gemeinsam mit der bisherigen Geschäftsführerin Susan Wilms sowie dem Ikem-Vorstand die Verantwortung für die operative Steuerung und die strategische Weiterentwicklung des Instituts.
 // VON Susanne Harmsen MEHR...

Das Institut für Klimaschutz, Energietransformation und Mobilitätswende (Ikem) in Berlin ist ein gemeinnütziges und unabhängiges Forschungsinstitut mit über 15 Jahren Erfahrung in der interdisziplinären Forschung. Als An-Institut der Universität Greifswald untersucht das Ikem die rechtlichen, ökonomischen und politischen Voraussetzungen für wirksamen Klimaschutz.

Philine Wedell ist Wirtschaftsingenieurin und Expertin für erneuerbare Energien mit einem Schwerpunkt auf energiepolitische und regulatorische Fragestellungen. Bereits 2018 war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Ikem tätig und forschte unter anderem zu lokalen Energieversorgungskonzepten auf Basis erneuerbarer Energien. Weitere berufliche Stationen führten sie zur Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe. Zuletzt war sie Teamleiterin Stromerzeugung bei der Deutschen Energie-Agentur (Dena). Dort leitete sie mehrere Vorhaben für das Bundeswirtschaftsministerium.

Zu ihrer neuen Aufgabe erklärte Philine Wedell: „Als erste Nicht-Juristin in der Geschäftsführung möchte ich die interdisziplinäre Arbeit des Instituts weiter stärken.“ Der wissenschaftliche und geschäftsführende Direktor des Ikem, Prof. Michael Rodi, betonte die langjährige Zusammenarbeit mit Philine Wedell. „Mit ihrer breiten Expertise in Energiepolitik, Regulierung und Marktgestaltung wird sie wertvolle Impulse für eine erfolgreiche Weiterentwicklung des Instituts setzen“, hofft er.
 // VON Susanne Harmsen
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MARKTBERICHTE

STROM
GAS
Gasnotierungen rutschen ab
Quelle: E&M
MARKTKOMMENTAR. Wir geben Ihnen einen tagesaktuellen Überblick über die Preisentwicklungen am Strom-, CO2- und Gasmarkt.
Überwiegend schwach haben sich die Energiemärkte zum Wochenauftakt gezeigt. Strom, Gas, Öl und Kohle gaben ab, nur CO2, das in der Vorwoche massiv verloren hatte, widersetzte sich dem Trend. Ursache hiervon sind deeskalierende Schritte der USA. Offenkundig hat die vorsichtige Entspannung zwischen Iran und den USA dazu geführt, das für Öl und Gas die Risikoprämien abgebaut wurden. Zudem hat die Nominierung von Kevin Warsh zum neuen Chef der Fed das Vertrauen der Märkt in die Unabhängigkeit der US-Notenbank gestärkt und den US-Dollar stabilisiert, der sich auf Talfahrt befunden hatte.
 // VON Claus-Detlef Großmann MEHR...

Strom: Schwach hat sich am Montag der deutsche OTC-Strommarkt vor dem Hintergrund massiver Einbrüche beim Gaspreis gezeigt. Der Dienstag wurde mit 98,75 Euro je Megawattstunde in der Grundlast und mit 105,00 Euro je Megawattstunde in der Spitzenlast bewertet. An der Börse wurden für den Dienstag im Base 98,48 Euro je Megawattstunde und für den Peak 104,89 Euro je Megawattstunde gezahlt. Am Dienstag dürfte die Einspeiseleistung der Erneuerbaren kräftige 36,7 Gigawatt betragen, an den Folgetagen sollen die Beiträge von Wind und Solar laut den Meteorologen von Eurowind aber Schritt für Schritt zurückgehen. Ab Mittwoch rechnet Eurowind zudem mit milderen Temperaturen in Deutschland. Diese könnten jedoch alsbald wieder von kühlerer Witterung abgelöst werden. So rechnet das US-Wettermodell für die zweite Februarwoche wieder mit unterdurchschnittlichen Temperaturen bei einem schwachen Windaufkommen.
Am langen Ende des deutschen Strommarktes verlor das Cal 27 bis zum Nachmittag um 0,92 auf 83,95 Euro je Megawattstunde.

CO2: Fester haben sich am Montag die CO2-Preise präsentiert. Der Dec 26 gewann bis 13.50 Uhr 1,99 auf 83,25 Euro je Tonne. Umgesetzt wurden bis zu diesem Zeitpunkt 29,8 Millionen Zertifikate. Das Hoch lag bei 83,59 Euro, das Tief bei 79,46 Euro. Der Ausverkauf des Dec 26 in der vergangenen Woche sei weniger auf eine Verschlechterung der Fundamentaldaten als auf die Bereinigung einer technisch überkauften Positionierung zurückzuführen, betonen die Analysten von Vertis. Dieser Vorgang dürfte nun weitgehend abgeschlossen sein. Auf dem aktuell ermäßigten Niveau sei mit verstärkten Compliance-Käufen zu rechnen.

Erdgas: Sehr schwach haben sich die europäischen Gaspreise zum Wochenstart gezeigt. Der Frontmonat März am niederländischen TTF verlor bis gegen 12.13 Uhr 4,200 auf 34,250 Euro je Megawattstunde. Am deutschen THE sank der Day-ahead 4,150 auf 37,410 Euro je Megawattstunde.
Händler bringen die massiven Abgaben mit der Entspannung der Situation im mittleren Ostein in Verbindung, wo die Zeichen im Konflikt der USA mit Iran auf Verhandlungen stehen. In dem Konflikt wollen Regierungsvertreter beider Länder einem iranischen Bericht zufolge neue Verhandlungen aufnehmen. In den kommenden Tagen sei ein Treffen voraussichtlich zwischen Außenminister Abbas Araghtschi und dem US-Sondergesandten Steve Witkoff geplant, berichtete die Nachrichtenagentur Tasnim, die den mächtigen Revolutionsgarden im Iran nahesteht. Damit vermindern sich die Risikoprämien wegen einer möglichen Sperrung der Straße von Hormus und der iranischen Gaslieferungen in die Türkei.
 // VON Claus-Detlef Großmann
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