21. Februar 2026
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  TOP-THEMA
Hamburger Unternehmen kritisieren Netzpaket
Quelle: Fotolia / vencav
REGENERATIVE.  Rund zwei Dutzend Energieunternehmen aus Hamburg wenden sich gegen das geplante Netzpaket des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWE) und fordern von der CDU Hamburg Änderungen.
Hamburger Energieunternehmen üben scharfe Kritik an den Reformplänen von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) zum Netzausbau und zur Steuerung des Zubaus erneuerbarer Energien. In einem gemeinsamen Schreiben an die CDU Hamburg fordern rund zwei Dutzend Unternehmen, die Partei solle sich für Planungssicherheit und marktwirtschaftliche Rahmenbedingungen einsetzen und die Vorschläge auf dem Bundesparteitag berücksichtigen.
// VON Susanne Harmsen  MEHR...

Zu den Unterzeichnern zählen mehrere in der Energiewende aktive Anbieter, darunter die Hamburger Ökostromanbieter Green Planet Energy und Lichtblick sowie Projektentwickler und Energiedienstleister wie GP Joule, Enertrag, Einskommafünfgrad und Naturstrom. Der Vorstand von Green Planet Energy, Sönke Tangermann, sagte, das geplante Netzpaket wirke „wie ein Bremsklotz“ für die Branche und schwäche damit auch den Wirtschaftsstandort Hamburg. Die Unternehmen verweisen darauf, dass die Energiewirtschaft in der Hansestadt tausende Arbeitsplätze sichere und zur wirtschaftlichen Stabilität beitrage.

Von der CDU Hamburg erwarten sie laut Schreiben eine klare Position für den Erhalt von Wertschöpfung und Beschäftigung. Als zentrale Voraussetzungen für die wirtschaftliche Entwicklung nennen die Unternehmen einen Abbau von Bürokratie, eine stärkere Digitalisierung sowie bundesweit einheitliche Regeln. Diese Punkte seien entscheidend für Investitionsentscheidungen und Projektumsetzungen im Bereich erneuerbare Energien.

Reiche verweist auf Abstimmungsprozess

Stein des Anstoßes ist ein vorzeitig veröffentlichter Gesetzentwurf aus dem Bundeswirtschaftsministerium (BMWE), der sich noch in der Ressortabstimmung befindet. Ziel der Reform ist es laut Ministerium, den Zubau von Wind- und Solaranlagen stärker mit dem Netzausbau zu synchronisieren und die Kosten für sogenannte Redispatch-Maßnahmen zu senken. Dabei werden Anlagen bei Netzengpässen gedrosselt oder abgeschaltet; die Entschädigungen für Betreiber sowie zusätzliche Kraftwerkseinsätze verursachen jährliche Kosten in Milliardenhöhe.

Besonders umstritten ist ein im Entwurf vorgesehener Redispatchvorbehalt. Demnach könnten Regionen, in denen im Vorjahr mehr als drei Prozent der erneuerbaren Stromerzeugung abgeregelt wurden, für bis zu zehn Jahre als kapazitätslimitiert ausgewiesen werden. Neue Anlagenbetreiber müssten dort im Gegenzug auf Entschädigungszahlungen bei künftigen Abregelungen verzichten.

Die Bundeswirtschaftsministerin begründet den Ansatz in einem Handelsblatt-Interview vom 19. Februar mit der wachsenden Kostenbelastung für Verbraucher und Wirtschaft. Die Redispatch-Kosten lägen inzwischen bei fast drei Milliarden Euro pro Jahr und würden über die Netzentgelte auf die Stromkunden umgelegt. Ziel der Reform sei eine faire Lastenverteilung im Gesamtsystem und eine bessere Abstimmung zwischen Ausbaugeschwindigkeit von Erzeugungsanlagen und Netzinfrastruktur.

Netzausbau soll beschleunigt werden

Zugleich betont die Ministerin, dass Netzbetreiber weiterhin gesetzlich zum Ausbau verpflichtet seien und ein strenges Regulierungsregime gelte. Der maximale Zeitraum von zehn Jahren für Engpassgebiete sei als Obergrenze vorgesehen; bei einer Entspannung der Situation unterhalb der Drei-Prozent-Schwelle könnten die Beschränkungen bereits nach drei Jahren aufgehoben werden.

Darüber hinaus prüft das Ministerium laut Reiche weitere Instrumente, darunter Baukostenzuschüsse für neue Anlagen, deren Höhe sich an der Netzwirkung eines Projekts orientieren soll. Auch eine Priorisierung von Netzanschlussanträgen nach Reifegrad ist vorgesehen, um etwa Industrieprojekte oder Rechenzentren schneller anschließen zu können.

Der Gesetzentwurf befindet sich nach Angaben des Ministeriums noch im Abstimmungsprozess. Es folgen eine Verbändeanhörung, ein Kabinettsbeschluss und das parlamentarische Verfahren. Reiche betont, die Branche habe weiterhin Gelegenheit, ihre Vorschläge einzubringen und an einer tragfähigen Lösung mitzuwirken.

Der Unternehmensappell an die Hamburger CDU steht im Internet bereit.
// VON Susanne Harmsen
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  POLITIK & RECHT
Gebäude der Bundesnetzagentur in Bonn. Quelle: Bundesnetzagentur
Netzentgeltreform soll Flexibilität belohnen
REGULIERUNG. Die Bundesnetzagentur erprobt mit Unternehmen neue Modelle für Industrienetzentgelte. Ziel des „AgNes“-Verfahrens sei ein System, das Flexibilität rechtssicher fördert. 
Die Bundesnetzagentur treibt die Reform der Netzentgelte für Industrie- und Gewerbekunden voran. Im Verfahren zur „Allgemeinen Netzentgeltsystematik Strom“ („AgNes“) prüft die Behörde neue Ansätze, mit denen die veränderten Anforderungen der Energiewende abgebildet werden sollen. Am 19. Februar 2026 fand dazu ein erster Austausch mit beteiligten Unternehmen sowie dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und der Deutscher Industrie- und Handelskammertag (DIHK) in Berlin statt.
 // VON Susanne Harmsen MEHR...

Grundlage der Gespräche ist ein im September 2025 veröffentlichtes Diskussionspapier. Darin beschreibt die Behörde zwei Modelle, die nun in Pilotprojekten auf ihre Praxistauglichkeit getestet werden. Modell A setzt auf eine Stärkung spotmarktorientierter Flexibilität, während Modell B gezielt netzdienliches Lastverhalten honorieren soll. Laut Bundesnetzagentur sollen die Tests zeigen, welche Ansätze technisch umsetzbar sind und welche Anreize tatsächlich zu systemdienlichem Verhalten führen.

Hintergrund AgNes

Der AgNes-Prozess bündelt zugleich frühere Überlegungen zur Weiterentwicklung der sogenannten Sondernetzentgelte nach Paragraf 19 Absatz 2 der Stromnetzentgeltverordnung. Diese Rabatte sind für viele energieintensive Unternehmen wirtschaftlich relevant. In der Konsultation zu einem Eckpunktepapier aus dem Jahr 2024 hatten zahlreiche Branchenvertreter betont, dass die Vergünstigungen angesichts steigender Stromkosten und zunehmender Elektrifizierung von Produktionsprozessen eine wichtige Rolle für den Standort Deutschland spielten.

Die geplante Abkehr von der bisherigen Bandlastregelung zugunsten eines Flexibilitätsanreizes stieß in Teilen der Industrie zunächst auf Skepsis. Unternehmen und Verbände verwiesen auf begrenzte Flexibilitätspotenziale in vielen Produktionsprozessen und auf mögliche Mehrkosten durch eine variablere Fahrweise. Zudem forderten sie Übergangsfristen, um sich auf neue Anforderungen einstellen zu können.
 
 
Andere Stellungnahmen begrüßten hingegen den Ansatz, Lasten stärker an den Bedarf des Stromsystems anzupassen. Voraussetzung sei jedoch, dass zusätzliche Flexibilität nicht zu negativen Effekten im Netz führe. Teilweise schlugen Konsultationsteilnehmer vor, die bestehende Bandlastregelung beizubehalten und lediglich um Ausnahmeregelungen zu ergänzen, etwa für Reaktionen auf Preissignale oder für die Teilnahme an Regelenergiemärkten.

Bandlastprivileg nicht mehr zeitgemäß

Die Bundesnetzagentur bewertet solche Ansätze kritisch. Laut Behörde darf die Netzentgeltregulierung rechtlich nicht zur Umsetzung industriepolitischer Ziele genutzt werden. Maßstab für Vergünstigungen sei allein, ob sie zur Effizienz des Energieversorgungssystems beitragen. Eine dauerhafte Privilegierung konstanter Bandlasten sei unter den Bedingungen eines zunehmend volatilen Stromsystems nicht mehr sachgerecht.

Auch rechtliche Risiken spielen nach Einschätzung der Behörde eine Rolle. Regelungen, die energiewirtschaftlich nicht überzeugend begründet sind, könnten von Netznutzern, Wettbewerbern oder europäischen Institutionen angegriffen werden. Im Extremfall drohten nachträgliche Rückabwicklungen mit wirtschaftlichen Folgen für Unternehmen in Millionenhöhe.

Die Bundesnetzagentur sieht in der Neuregelung eine Chance. Ein realistisch ausgestalteter Flexibilitätsanreiz könne Netzentgeltrabatte ermöglichen und gleichzeitig die Effizienz des Gesamtsystems erhöhen. Entscheidend sei, dass eine künftige Regelung europarechtskonform und langfristig rechtssicher gestaltet werde.

Das aktuelle Diskussionspapier dient laut Behörde als Grundlage für eine breite fachliche Debatte über Ziele, Nutzen und konkrete Ausgestaltung künftiger Sondernetzentgelte. Die Ergebnisse der Pilotprojekte sollen in den weiteren AgNes-Prozess einfließen und die Basis für eine spätere Festlegung bilden.

Das Konzept zur Durchführung der Pilotprojekte steht im Internet bereit.
 // VON Susanne Harmsen
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Baurecht für 13 Kilometer Wasserstofftrasse
Quelle: Shutterstock / petrmalinak
WASSERSTOFF. Die Wasserstoffleitung „HH-WIN-C70“ zwischen Hamburg-Moorburg und Leversen darf gebaut werden. Nach Hamburg haben nun auch die Behörden in Niedersachsen die Abschnitte genehmigt.
Das Planrecht für die Wasserstoff-Gasversorgungsleitung „HH-WIN-C70“ liegt nun in beiden Bundesländern vor. Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) mit Sitz in Hannover hat nun den niedersächsischen Abschnitt genehmigt. Die Hamburger Energienetze GmbH treibt das Projekt als Vorhabenträgerin voran und betreibt in Hamburg die Energieinfrastruktur.
 // VON Davina Spohn MEHR...

Die insgesamt rund 13,2 Kilometer lange Leitung verbindet Hamburg-Moorburg mit Leversen im Landkreis Harburg in Niedersachsen. Dort soll sie Wasserstoff in das nachgelagerte Fernleitungsnetz einspeisen. Zum Vorhaben gehören neben dem Rohr sämtliche technischen Einrichtungen für den Betrieb. Dazu zählen insbesondere Anlagen für den kathodischen Korrosionsschutz.
 
Genehmigter Verlauf der Wasserstoff-Gasversorgungsleitung HH-WinC70. Die mit einem blauen „x“ gekennzeichneten Abschnitte müssen durch die Nutzung einer Bestandsleitung nicht neu gebaut werden
(zum Vergrößern bitte auf die Grafik klicken)
Quelle: LBEG

Teilweise Nutzung bestehender Infrastruktur

Während des Verfahrens passte die Vorhabenträgerin die Trassenplanung an. Nach Angaben des LBEG kann im Bereich des Waldwegs Stadtscheide auf der Landesgrenze zwischen Hamburg und Niedersachsen sowie westlich des Autobahndreiecks Hamburg-Südwest eine parallel verlaufende Bestandsleitung genutzt werden. In diesen Bereichen entfällt ein Neubau.

Der Neubau konzentriert sich auf den Abschnitt östlich von Sottorf in der Gemeinde Rosengarten bis zur Station in Leversen. Die Leitung verläuft damit teilweise über bestehende Infrastruktur.

Das LBEG legt den Planfeststellungsbeschluss gemäß Paragraf 43b des Energiewirtschaftsgesetzes ausschließlich elektronisch aus. Interessierte finden die Unterlagen vom 20. Februar dieses Jahres bis zum 6. März dieses Jahres auf der Internetseite des LBEG.

Auf Hamburger Gebiet lag das Baurecht für den dortigen Abschnitt der Leitung bereits vor. Dort hatte die Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft („BUKEA“) der Freien und Hansestadt Hamburg ihrerseits ein eigenes Planfeststellungsverfahren durchgeführt. Die Bukea hat Ende Oktober vergangenen Jahres den Planfeststellungsbeschluss für den dortigen Abschnitt erlassen.
 // VON Davina Spohn
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Höchst­wer­te für Ausschreibungen 2026­ festgelegt
Quelle: Fotolia / Wolfgang Jargstorff
BIOMASSE UND -METHAN. Die Bundesnetzagentur hat zwei Festlegungen für die Höchstwerte für Ausschreibungen von Biomasse- und Biomethananlagen im Jahr 2026 veröffentlicht.
Laut der Festlegung der Bundesnetzagentur vom 20. Februar beträgt der Höchstwert für neue Biomasseanlagen 19,43 Cent/kWh, der für bestehende Biomasseanlagen 19,83 Cent/kWh. Für Biomethananlagen wird ein Höchstwert von 23,13 Cent/kWh festgelegt. „Durch die hohe Beteiligung an den letzten Biomasseausschreibungen können wir die Höchstwerte aus dem letzten Jahr fortschreiben“, erläuterte der Präsident der Behörde, Klaus Müller.
 // VON Susanne Harmsen MEHR...

Bei den Ausschreibungen für Biomethananlagen schöpfe sein Haus den gesetzlichen Spielraum für eine Erhöhung des Höchstwerts voll aus, sagt Müller weiter. Bei den Ausschreibungen für Biomasseanlagen entsprechen die festgelegten Höchstwerte den Werten aus dem Vorjahr.

Biomasse neu geregelt

In der letzten Ausschreibung im Oktober 2025 kamen erstmalig die Neuregelungen des Biomassepakets zur Anwendung. Das Biomassepaket richtet die Förderung von Biogasanlagen neu aus und setze laut Behörde dadurch Anreize für eine stärkere Marktintegration.

Bei der ersten Ausschreibung im neuen Förderregime erhielt die Bundesnetzagentur hinreichend viele Gebote, sodass das durch das Biomassepaket deutlich erhöhte Ausschreibungsvolumen gedeckt werden konnte. Die bisher geltenden Höchstwerte böten somit auch genügend Spielraum für die wirtschaftliche Teilnahme an den Ausschreibungen in diesem Jahr, so die Agentur.

Biomethan 2025 ohne Gebote

Bei den Biomethanausschreibungen wurde im letzten Jahr kein Gebot abgegeben. Die erwarteten Stromgestehungskosten legen zudem nahe, dass der bisherige Höchstwert nicht ausreicht, um das Ausschreibungsvolumen zu decken. Die Bundesnetzagentur hat daher den Höchstwert um 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr erhöht.

Sie setze damit zusätzliche Anreize zur Abgabe von Geboten in den kommenden Ausschreibungen. Die Erhöhung entspricht der gesetzlich maximal zulässigen Anhebung, so die Behörde.

Die Festlegungen gelten jeweils für die Ausschreibungen in den kommenden zwölf Monaten. Damit sind sie bereits für die beiden Gebotstermine der Biomasse- und Biomethanausschreibung zum 1. April 2026 anzuwenden.

Die Festlegungen der Höchstwerte für Biomasseanlagen und Biomethananlagen stehen im Internet bereit.
 // VON Susanne Harmsen
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Schneider: Mehr Gratis-CO2-Zertifikate für Chemieindustrie
Quelle: Fotolia / Tom-Hanisch
POLITIK. Die Bundesregierung sieht die Chemieindustrie unter enormem Druck. In Brüssel setzt sich ausgerechnet der Umweltminister jetzt für eine Entlastung ein.
Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) dringt in Brüssel darauf, dass die Chemieindustrie mehr kostenlose Treibhausgas-Zertifikate bekommt als geplant. „Die Chemiebranche steht unter internationalem Druck und das nehmen wir ernst“, sagte der SPD-Politiker. Nötig seien kurzfristig „realistischere Maßstäbe für die Zuteilung kostenloser Emissionsrechte“. „Das kann ein Beitrag zur Entlastung der Chemieindustrie werden, darf aber nicht der einzige Schritt bleiben“, sagte Schneider.
 // VON dpa MEHR...

Der Emissionshandel gilt als wichtigstes Klimaschutz-Instrument der EU. Große Unternehmen, die Brennstoffe wie Erdgas, Heizöl, Benzin und Diesel verkaufen, müssen je nach ausgestoßenem CO2 Emissionszertifikate vorweisen. Politisch wird eine Obergrenze dafür festgelegt, die über die Jahre sinkt. Dies soll zu mehr Klimaschutz führen.

Gesamtzahl der Zertifkikate soll unverändert bleiben

Die Zertifikate werden versteigert, viele Industrieunternehmen bekommen einen Teil ihrer Zertifikate aktuell aber noch kostenfrei. So will man unter anderem verhindern, dass emissionsintensive Industrien in andere Länder verlagert werden. Die kostenlose Zuteilung soll jedoch schrittweise auslaufen.

Schneider betonte, der Emissionshandel funktioniere gut. „Er verbindet erfolgreich Klimaschutz und wirtschaftliche Stärke - und das soll auch so bleiben.“ Die Rahmenbedingungen müssten aber so gestaltet werden, dass Deutschland und Europa starke Chemiestandorte blieben. An der Gesamtzahl der vergebenen CO2-Zertifikate soll sich nichts ändern.
 // VON dpa
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  HANDEL & MARKT
Quelle: Fotolia / malp
Wie BESS systemdienlich ans Netz gebracht werden können
STROMSPEICHER. Die Forschungsstelle für Energiewirtschaft hat ein Diskussionspapier des „Kooperationsforum Großbatteriespeicher“ zur besseren Einbindung von Batteriespeichern vorgelegt.
Die Klage ist bekannt: Der Boom bei Großbatteriespeichern führt zu einer erheblichen Mehrbelastung der Netzbetreiber. Die Forschungsstelle für Energiewirtschaft (FFE) in München hat nun dazu ein Diskussionspapier des Kooperationsforums Großbatteriespeicher vorgelegt. Darin werden Pläne vorgeschlagen, das Netzanschlussverfahren für Batteriespeichersysteme (BESS) neu aufzusetzen.
 // VON Stefan Sagmeister MEHR...

Das „Kooperationsforum Großbatteriespeicher“ ist ein branchenübergreifendes Gremium, das im August 2025 von der FFE ins Leben gerufen wurde. Das Forum bringt mehr als 50 Unternehmen und Institutionen zusammen und versteht sich als Plattform für einen „offenen, sachlichen und wissenschaftlich fundierten Austausch“.

Denn Ende 2025 lagen bei den Netzbetreibern Anschlussanfragen in Höhe von 720.000 MW vor. Zugleich summieren sich die Investitionsbedarfe für den Netzausbau im Übertragungsnetz auf über 440 Milliarden Euro, im Verteilnetz auf weitere 227 Milliarden Euro bis 2045. Vor diesem Hintergrund rückt die Frage in den Mittelpunkt, wie neue Batteriespeicher systemverträglich angeschlossen werden können.

Digitale Kapazitätskarten

Das ist das aktuelle Prozedere: Viele Anträge für BESS werden in sehr frühen Projektphasen gestellt, teilweise automatisiert und in großer Zahl. Verbindliche Fristen und überprüfbare Meilensteine sind bislang nicht flächendeckend etabliert. Das Ergebnis sind laut dem Diskussionspapier „lange Bearbeitungszeiten und blockierte Netzkapazitäten“.

Nun wird vorgeschlagen, digitale Kapazitätskarten zu erstellen, die freie Einspeise- und Bezugsleistungen transparent ausweisen. Anschlussbegehren könnten so gezielt in Regionen mit verfügbaren Kapazitäten gelenkt werden. „Iterative Anfragen“ würden reduziert, die Zahl aufwendiger Netzverträglichkeitsprüfungen sinken.

Weiterhin sollen Anträge nicht mehr nach dem Windhundprinzip, sondern gebündelt (geclustert) in festen Zeitfenstern geprüft werden. Ein Zyklus von mehreren Monaten würde es ermöglichen, alle Projekte eines geografischen Clusters gemeinsam netztechnisch zu bewerten. So könnten Priorisierungskriterien angewandt und Simulationen effizienter durchgeführt werden.

Antragspauschale und Kaution für Realisierung

Weiterhin wird eine strategische Priorisierung diskutiert. Netzanschlüsse könnten anhand ordnungspolitischer Kriterien gereiht werden. Denkbar seien sogenannte Fast-Lane-Regelungen für systemkritische Projekte oder eine Deckelung bestimmter Anlagenklassen. Allerdings: Eine solche Steuerung müsste politisch legitimiert und regulatorisch abgesichert werden, heißt es weiter.

Wichtig sei auch ein bundesweit einheitlicher Reservierungsprozess im Verteilnetz. Nach Annahme eines Netzanschlussangebots soll die Kapazität zunächst sechs Monate reserviert sein. Durch das Erreichen definierter Meilensteine verlängert sich die Reservierung jeweils um weitere sechs Monate. Projekte, die die Nachweise nicht erbringen, würden aus der Warteschlange entfernt.

Weiterhin sollen finanzielle Ernsthaftigkeitsnachweise eingeführt werden. Eine verrechenbare Antragspauschale sowie eine „kapazitätsbezogene Realisierungskaution“ könnten spekulative Anträge eindämmen. Die Kaution würde bis zur Inbetriebnahme monatlich fällig und bei erfolgreicher Umsetzung angerechnet. Parallel dazu spielen flexible Netzanschlussvereinbarungen eine zentrale Rolle. Sie ermöglichen temporäre Leistungsbegrenzungen und damit eine beschleunigte Integration von Speichern in Engpassregionen. Das Papier plädiert für stärker standardisierte und möglichst dynamische Restriktionen, ergänzt um sachgerechte Kompensationsmechanismen.

Das „gemeinsame Diskussionspapier zu aktuellen Herausforderungen und tragfähigen Lösungen“ des Kooperationsforums Großbatteriespeicher kann auf der Internetseite der FFE heruntergeladen werden.
 // VON Stefan Sagmeister
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Studie sieht Vorteile von SAF-Quoten im Luftverkehr
Quelle: Total Energies / Pedro Becerra
KLIMASCHUTZ. Nachhaltige Flugkraftstoffe könnten Flugtickets weniger verteuern als CO2-Steuern und zudem Emissionen senken. Welche Rolle die Marktmacht großer Airlines spielt, zeigt eine Studie.
Die Dekarbonisierung des Luftverkehrs kostet viel Geld, gilt aus Sicht von Ökonomen aber als notwendig. Eine Studie von Forschern des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim (Baden-Württemberg) und von Bauhaus Luftfahrt vergleicht dafür zwei global gedachte Instrumente: eine CO2-Steuer und verbindliche Quoten für nachhaltige Flugkraftstoffe. Diese Sustainable Aviation Fuels (SAF) sollen fossiles Kerosin teilweise ersetzen.
 // VON Davina Spohn MEHR...

Die Wissenschaftler rechnen nicht nur mit idealen Lehrbuchmärkten, sondern bilden im Modell auch unvollkommenen Wettbewerb ab, in dem es eine Marktmacht großer Airline-Gesellschaften gibt. Damit greifen sie eine Besonderheit der Branche auf: Viele Strecken prägen wenige Anbieter, die Preise und Angebotsspielräume haben. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Marktstruktur zentral für die Bewertung von Klimapolitik im Luftverkehr ist“, sagt Ko-Autor Sebastian Rausch, Leiter des ZEW-Forschungsbereichs Umwelt- und Klimaökonomik und Professor an der Universität Heidelberg.

Für den Vergleich nutzt das Team ein Simulationsmodell des weltweiten Luftverkehrs, das Netzwerk- und Billigfluggesellschaften sowie deren Routenwahl abbildet. Airlines können darin ihr Flugangebot und den Mix aus fossilem Kerosin und SAF anpassen. Im Modell „Vollkommener Wettbewerb“ schneidet eine CO2-Steuer laut Studie am besten ab, da sie Emissionen dort vermeidet, wo das am wenigsten kostet.
 
ZEW-Studie „Turbulenzen voras: Effektive und effiziente Klimapolitik im Luftverkehr“
(zum Öffnen bitte auf das PDF klicken)
Quelle: ZEW


Sobald das Modell Marktmacht berücksichtigt, dreht sich das Bild: Eine CO2-Steuer verteuert Tickets nach Darstellung der Autoren deutlich und verstärkt dabei bestehende Ineffizienzen, die aus Preissetzungsspielräumen entstehen. Eine SAF-Quote wirkt in diesem Modell dagegen wie eine Abgabe auf den gesamten Treibstoffverbrauch und zugleich wie eine Subvention für SAF. Das Instrument hebt den SAF-Anteil an, stabilisiert die Nachfrage und senkt Emissionen – und verursacht bei gleicher globaler Emissionsminderung geringere Wohlfahrtskosten.

Ko-Autorin Anna Straubinger, Wissenschaftlerin am ZEW, verbindet das Ergebnis mit einer politischen Empfehlung: „Bei gleicher globaler Emissionsminderung verursacht eine SAF-Quote deutlich geringere Wohlfahrtskosten als eine CO2-Steuer – und die Ticketpreise steigen wesentlich moderater.“ Aus ihrer Sicht sollte Klimapolitik im Luftverkehr Marktmacht systematisch mitdenken und stärker auf nachhaltige Flugkraftstoffe setzen.

Europa wirkt, global bleibt die Lücke

Für Europa analysieren die Autoren eine Kombination aus Emissionshandel und SAF-Quoten für Flüge ab EU-Flughäfen. Diese Instrumente senken die Emissionen im europäischen Luftverkehr spürbar. Global bleibt der Effekt begrenzt, da die Regeln regional gelten. Angesichts steigender Passagierzahlen sehen die Forscher daher Bedarf für strengere weltweite Vorgaben.

Als einzig existierendes, globales Instrument nennt die Studie die „Carbon Offsetting and Reduction Scheme for International Aviation“ (CORSIA), das die Internationale Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) 2016 beschlossen hat. Airlines müssen danach Emissionen oberhalb des Niveaus von 2019 durch CO2-Zertifikate ausgleichen. Entscheidend sei die Klimawirkung der CO2-Zertifikate: Hochwertige Zertifikate senken Emissionen kostengünstig, minderwertige schwächen Anreize für SAF.

Die Autoren übertragen ihre Ergebnisse auch auf andere schwer zu dekarbonisierende Branchen wie Stahl, Zement, Chemie, Aluminium und Schifffahrt. Wo Marktmacht auf geringe technische Alternativen trifft, können Technologie- oder Kraftstoffauflagen laut Studie effizienter sein als eine reine CO2-Bepreisung.

Die siebenseitige Studie „Turbulenzen voraus: Effektive und effiziente Klimapolitik im Luftverkehr“ ist über die Internetseite des ZEW downloadbar. 

 // VON Davina Spohn
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Uniper liefert LNG nach Indien
Quelle: Shutterstock / Igor Grochev
GAS. Der Energiekonzern Uniper hat einen zehnjährigen LNG-Liefervertrag mit einem indischen Öl- und Gasunternehmen geschlossen. 
Der Düsseldorfer Uniper-Konzern und die Gujarat State Petroleum Corporation (GSPC) haben einen 10-Jahres-Vertrag über die Lieferung von verflüssigtem Erdgas (LNG) unterzeichnet, teilte Uniper am 20. Februar mit. Die Menge gaben die Konzerne mit bis zu 0,5 Millionen Tonnen pro Jahr (MTPA) an. Der Vertrag tritt im Januar 2028 in Kraft und sieht vor, dass Uniper das LNG für GSPC an LNG-Terminals an der Westküste Indiens liefert. 
 // VON Heidi Roider MEHR...

Die Vereinbarung zwischen den beiden staatlichen Unternehmen kommt wenige Wochen nach dem Gipfeltreffen zwischen Premierminister Modi und Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) in Ahmedabad, Gujarat, das darauf abzielte, die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen zwischen den beiden Ländern durch eine solche Zusammenarbeit im Energiebereich weiter zu stärken. 

Das Gas- und Ölunternehmen Gujarat State Petroleum Corporation Limited (GSPCL) ist ein Unternehmen des indischen Bundesstaates Gujarat. GSPCL ist zudem eines der größten Gashandelsunternehmen Indiens und gehört zur GSPC-Gruppe, die in der gesamten Gaswertschöpfungskette in den Bereichen LNG-Terminal, Gastransport, Gasverteilung und Stromerzeugung vertreten ist. In Gujarat deckt GSPC zusammen mit anderen Unternehmen der Gruppe ein Drittel des Erdgasbedarfs des Bundesstaates Gujarat und versorgt 2,3 Millionen Haushalte sowie 20.000 Industrie- und Gewerbekunden. Außerdem betreibt das Unternehmen über 800 CNG-Tankstellen.

„Wir bauen unsere Aktivitäten entschlossen aus, aggressiv aus, um eine bedeutende Kraft im indischen Gashandel zu werden“, erklärte Avantika Singh, IAS, Managing Director von GSPC. „Diese Vereinbarung mit Uniper, einem Unternehmen, an dem die deutsche Bundesregierung maßgeblich beteiligt ist, ist ein strategischer Meilenstein in der Mission von GSPC, wettbewerbsfähiges, langfristiges LNG zu sichern.“
 // VON Heidi Roider
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Januar 2026 zumeist mit dem höchsten Heizbedarf seit 2018
Quelle: Fotolia / Ralf Kalytta
WÄRME. Die Gradtagszahlen im Januar sind die höchsten der vergangenen neun Jahre gewesen. Das ergibt eine Analyse der Fachzeitung „Energie Informationsdienst“.
Geht es allein nach den Gradtagszahlen, war der Januar 2026 der kälteste Januar seit 2018. Das zeigt eine Analyse der Messwerte aus fünf deutschen Großstädten, die die Fachzeitung „Energie Informationsdienst“ (EID) in Zusammenarbeit mit der Datenplattform Matflixx erstellt hat. Die Messwerte waren vom Deutschen Wetterdienst (DWD) veröffentlicht worden.
 // VON Georg Eble MEHR...

Demnach waren die Gradtagszahlen in vier Großstädten - an den Messpunkten Berlin-Tempelhof, Frankfurt am Main, Hamburg-Fuhlsbüttel und München Stadt - so hoch wie an keinem vorherigen Januar seit mindestens 2018. In der Bundeshauptstadt lagen die Gradtage im Januar 2026 mit 671,6 Kelvintagen 131,5 Kelvintage höher als im neunjährigen Januar-Durchschnitt des Messpunktes Tempfelhof. Und sogar 146,9 Kelvintage höher als im Vorjahresmonat.

Nur Essen-Bredeney hatte im Januar 2019 einen marginal höheren Heizbedarf gehabt als im Januar 2026, nämlich 553,9 Gradtage gegenüber 542,3.
 
Quelle: Deutscher Wetterdienst / matflixx.de
 
Deutlich ist rechts an den Chartlinien zu sehen, wie sich die Gradtagszahlen Ende 2025 / Anfang 2026 in vier von fünf Städten nach oben in Niveaus spreizten, in denen sie in den Januaren seit neun Jahren nicht gewesen waren
(B=Berlin-Tempelhof; HH=Hamburg-Fuhlsbüttel; M=München Stadt; F=Frankfurt am Main; E=Essen-Bredeney
Quelle: Deutscher Wetterdienst / matflixx.de

Die Basis für diese grafische Aufbereitung bildet „Matflixx“, eine Plattform für Rohstoff-, Preis- und Fundamentaldaten sowie Nachrichten rund um Energie und andere Branchen. Dort stehen die Gradtagszahlen von Berlin, Hamburg, München, Essen und Frankfurt am Main seit dem Januar 2018 zur interaktiven Ansicht und zum Download zur Verfügung.
 

Das sind Gradtagszahlen

Gradtagszahlen sind ein täglich in Kelvintagen erhobenes und auf Monate kumuliertes Maß für den monatlichen Heizbedarf, geht aus Erläuterungen des DWD hervor. Sie ergeben sich aus der Differenz der Norm-Innentemperatur im Wohnhaus von 20 Grad Celsius und der örtlichen Außentemperatur. Bei Außentemperaturen von +15 Grad oder wärmer lautet die tägliche Gradtagszahl auf null.

Wird der Erdgasverbrauch wie üblich nur einmal im Jahr abgelesen, dann wird er nach den Gradtagen auf die Monate verteilt, damit sich unterjährige Preisanpassungen richtig zuordnen lassen.
 
 // VON Georg Eble
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Welches Land hat die meisten Windkraftanlagen installiert?
Quelle: E&M / Pixabay
STATISTIK DES TAGES. Ein Schaubild sagt mehr als tausend Worte: In einer aktuellen Infografik beleuchten wir regelmäßig Zahlen aus dem energiewirtschaftlichen Bereich. 
 // VON Redaktion MEHR...

 
Zur Vollansicht bitte auf die Grafik klicken
Quelle: Statista 

Im Jahr 2024 hatte China mit rund 521.000 MW die mit Abstand größte installierte Windleistung weltweit; davon knapp 479.000 MW an Land und gut 41.800 MW auf See. Dahinter folgen die USA mit etwa 154.300 MW fast nur Onshore, sowie Deutschland mit rund 72.800 MW und einem nennenswerten Offshore‑Anteil von gut 9.000 MW. Indien, Brasilien, Frankreich und Kanada setzen fast nur auf Onshore, während das Vereinigte Königreich mit etwa gleich viel Onshore‑ wie Offshore‑Leistung zu den wichtigsten Offshore‑Standorten zählt.
 // VON Redaktion
 WENIGER
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  TECHNIK
Quelle: Fotolia / Photo-K
EU-Patent zur Leistungssteigerung von Druckluftspeichern
EFFIZIENZ. Die Hochschule Koblenz erhält ein EU-Patent für ein Verfahren zur Leistungssteigerung von Kompressoren und Druckluftspeichern. Für die Skalierung werden Industriepartner gesucht.
Die Forschungsgruppe Energietechnik der Hochschule Koblenz hat ein europäisches Patent für ein Verfahren zur Leistungssteigerung von Kompressoren und Druckluftspeicherkraftwerken erhalten, teilte die Hochschule mit. Das Team um Marc Nadler und Willi Nieratschker entwickelte die Technologie im Rahmen eines von der Carl-Zeiss-Stiftung geförderten Projekts. 
 // VON Heidi Roider MEHR...

Das Verfahren zielt auf eine verbesserte isotherme Kompression und Expansion von Gasen. Druckluftspeicherkraftwerke gelten als speichertechnische Option, die ohne Lithium oder seltene Erden auskommt und auf industriell etablierte Komponenten zurückgreift. Die Forscher sehen darin ein Potenzial für stationäre Speicheranwendungen im Stromsystem.

​Hochschule sucht nach Partnern

Die Arbeitsgruppe validierte das Konzept an zwei Prüfständen. Dort untersuchten die Wissenschaftler die thermodynamischen Prozesse während der Verdichtung und Expansion und optimierten die Betriebsführung. Nach Angaben der Hochschule erreichte das Team Wirkungsgradsteigerungen gegenüber dem Stand der Technik.

Ziel der Entwicklung besteht darin, Druckluftspeicherkraftwerke auf ein Niveau zu bringen, das mit Pumpspeichersystemen vergleichbar ist. Der Ansatz konzentriert sich auf die Minimierung temperaturbedingter Verluste während der Verdichtung. Die Forscher setzen dabei ausschließlich auf marktverfügbare Standardkomponenten.

Das EU-Patent sichert nach Angaben der Hochschule Koblenz die Schutzrechte für das entwickelte Verfahren in den Mitgliedstaaten. Für die nächste Entwicklungsphase plant die Forschungsgruppe Untersuchungen mit erweiterten Druckbereichen.

Parallel sucht sie industrielle und institutionelle Partner für eine Skalierung des Konzepts. Das Verfahren eignet sich nicht nur für Druckluftspeicher, sondern auch für die Verdichtung technischer Gase wie Wasserstoff auf hohe Druckniveaus.
 // VON Heidi Roider
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Web-Tool zur Dekarbonisierung der Prozesswärme gestartet
Neues Prozesswärme-Tool des CDI. Quelle: CDI / Toni Kretschmer
IT. Ein neues kostenfreies Web-Tool soll Unternehmen dabei helfen, gezielt CO2-Emissionen aus der Prozesswärme einzusparen. Das Angebot richtet sich vor allem an den Mittelstand.
Mit dem webbasierten Instrument „Transformationspfade der Prozesswärme“ stellt das Cluster Dekarbonisierung der Industrie (CDI) Industrieunternehmen ein digitales Analysewerkzeug zur Verfügung, teilte das Cluster mit. Unternehmen sollen damit systematisch Optionen zur Reduzierung von CO2-Emissionen aus der Prozesswärme identifizieren können. Das Angebot richtet sich vor allem kleine und mittelständische Betriebe, die häufig keine eigenen Transformationsabteilungen haben. 
 // VON Heidi Roider MEHR...

Das Tool basiert auf einer digitalen Checkliste, die Anwender in fünf Stufen durch eine strukturierte Analyse ihrer Prozesswärmeanforderungen führt. Nach Eingabe der relevanten Daten erhalten die Unternehmen konkrete Vorschläge zur Minderung ihrer CO2-Emissionen im Bereich der Prozesswärme.

Strukturierte Analyse individueller Ausgangssituationen

Das Instrument entstand in der CDI-Innovationsgruppe Prozesswärme. Rund 40 Fachleute aus Industrie und Forschung entwickelten eine methodische Vorgehensweise, die unterschiedliche Anwendungsfälle systematisiert. Ziel war es, die Vielfalt technischer Optionen zu ordnen und betriebsspezifische Konstellationen vergleichbar zu machen.

„In der Innovationsgruppe Prozesswärme des CDI haben wir festgestellt, dass wir ausgerechnet beim größten Energieverbraucher, der Prozesswärme, noch zu wenig Transparenz über die Dekarbonisierungsmöglichkeiten haben“, sagt Professor Mario Ragwitz, Leiter der Innovationsgruppe Prozesswärme sowie Leiter des Fraunhofer IEG. „Die Vielzahl unterschiedlicher Anwendungsfälle macht deutlich, dass es ein Instrument braucht, das die wesentlichen Optionen zur Reduzierung der CO2-Emissionen systematisch bündelt.“ 

Prozesswärme als zentraler Effizienzhebel

Die Industrie muss ihre Produktionsprozesse bis 2045 klimaneutral ausrichten. Prozesswärme stellt in energieintensiven Branchen den größten Anteil am Endenergieverbrauch dar und bildet damit einen zentralen Hebel der Transformation.

Die Auswahl geeigneter Technologien – von der Elektrifizierung unter Einsatz erneuerbarer Energien bis hin zur Nutzung von Abwärme – ist jedoch komplex und erfordert eine Vielzahl betriebsindividueller Entscheidungen, unter anderem zu Investitionen, Fördermöglichkeiten und regulatorischen Rahmenbedingungen.

Das Tool unterstützt Unternehmen daher bei:
  • der schrittweisen Transformation von Kälte- und Wärmeströmen – vom Brennstoffwechsel über die Anpassung von Temperaturniveaus im Prozess bis hin zum möglichen Austausch von Anlagen,
  • einer interaktiven und intuitiven Nutzung mit individuell zugeschnittenen Handlungsoptionen,
  • der strukturierten Übersicht potenzieller Maßnahmen, 
  • der Bereitstellung vertiefender Informationen sowie relevanter Kontakte.
Mit dem Tool will das CDI ein neues digitales Angebot bereitstellen, das den Transformationsprozess insbesondere im Mittelstand beschleunigen soll. 

Netzwerkstruktur des CDI

Das im Jahr 2021 gegründete Cluster vereint nach eigenen Angaben mehr als 130 Partner aus Industrie, Energiewirtschaft und Wissenschaft. Zu den beteiligten Unternehmen zählen unter anderem BASF, Cemex und Arcelor Mittal.

Die Koordinierungsstelle des Clusters betreibt das Kompetenzzentrum Klimaschutz in energieintensiven Industrien. Von der Strukturwandelregion Lausitz aus organisiert das Netzwerk Arbeitsgruppen, bündelt Projektergebnisse und entwickelt Beiträge zur industriellen Transformation.

Das Web-Tool „Transformationspfade der Prozesswärme“ steht kostenfrei auf der CDI-Website zur Verfügung.
 // VON Heidi Roider
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Quelle: Shutterstock / ARVD73
LEG Immobilien und Imovis starten Messstellenbetrieb
SMART METER. LEG Immobilien und Imovis kooperieren beim Messstellenbetrieb. Geplant ist der Einsatz intelligenter Messsysteme in rund 20.000 Messstellen.
Die LEG Immobilien SE und die der wettbewerbliche Messstellenbetreiber Imovis haben eine Vereinbarung über eine umfassende Nutzung von intelligenten Messsystemen geschlossen. Laut LEG sollen sowohl Verbrauchsdaten des jeweiligen Gebäudes als auch Zustandsdaten zur Beobachtung und Steuerung der Gebäudetechnik über das Smart Meter Gateway erfolgen. Die Partner verfolgen nach eigenen Angaben eine „One-Gateway-Strategie“ im Gebäude.
 // VON Fritz Wilhelm MEHR...

Der Messstellenbetrieb soll zunächst in Beständen der LEG mit rund 20.000 Messstellen eingeführt werden. Er soll Mieterinnen und Mietern sowie Vermietenden einen detaillierteren Überblick über Verbrauchsdaten geben, vereinfachte Abrechnungsprozesse und den Verzicht auf manuelle Ablesungen ermöglichen. Außerdem soll der Einsatz der Gebäudetechnik über das intelligente Messsystem gesteuert werden. Die Partner beziehen sich dabei insbesondere auf Luft-Wärme-Pumpen.

Integration in Geschäftsmodelle der Immobilienwirtschaft

„Die Digitalisierung der Messinfrastruktur ist der Schlüssel, um Gebäude zu elektrifizieren und neue Anwendungen wie Wärmepumpen, Mieterstrom beziehungsweise gemeinschaftliche Gebäudeversorgung oder Ladeinfrastruktur verlässlich zu betreiben“, sagt Daniel Voß, Geschäftsführer der Imovis GmbH. Und er fügt hinzu: „Mit der LEG Immobilien SE zeigen wir so, dass die standardisierten Prozesse und hohen Sicherheitsanforderungen des Smart-Meter-Rollouts passgenau in die immobilienwirtschaftlichen Geschäftsmodelle integriert werden können.“

Die Vereinbarung der beiden Unternehmen markiere den Startpunkt für die technische und organisatorische Umsetzung des Messstellenbetriebs. Perspektivisch sollen die Messdienstleistungen auch anderen Immobilienunternehmen und privaten Eigentümern angeboten werden.

„Mit dem heutigen Vertragsabschluss setzen wir den ersten konkreten Schritt zur Umsetzung einer Initiative, die für die gesamte Branche wegweisend sein kann“, erklärt Ulrike Janssen, Geschäftsführerin der LEG Wohnen NRW.

Imovis gehört zur Noventic Group mit Sitz in Hamburg und ist spezialisiert auf IoT-Lösungen für Immobilien. Darüber hinaus ist das Unternehmen als wettbewerblicher Messstellenbetreiber aktiv und bietet auch Dienstleistungen im Submetering an.

Die LEG SE ist ein börsennotiertes Wohnungsunternehmen mit nach eigenen Angaben 172.000 Mietwohnungen in Deutschland. Das Kerngeschäft besteht aus Vermietung und Verpachtung. Damit erzielte das Unternehmen im Geschäftsjahr 2024 Erlöse in Höhe von 1,3 Milliarden Euro.
 // VON Fritz Wilhelm
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Neue grüne Finanzierung für 50-Hertz-Netz
Quelle: Shutterstock / BELL KA PANG
STROMNETZ. Eurogrid hat eine grüne Kreditlinie über bis zu 5,25 Milliarden Euro unterzeichnet, um die Liquidität zu sichern für Investitionen in den Netzausbau für die Energiewende.
Der Berliner Übertragungsnetzbetreiber Eurogrid GmbH hat eine neue Revolving Credit Facility (RCF) mit einem Volumen von bis zu 5,25 Milliarden Euro abgeschlossen. Laut Unternehmen ersetzt und erweitert die Kreditlinie bestehende Finanzierungszusagen über insgesamt 3,75 Milliarden Euro und stärkt damit den finanziellen Spielraum für anstehende Investitionen.
 // VON Susanne Harmsen MEHR...

Eurogrid ist die Holdinggesellschaft der 50 Hertz Transmission GmbH, die das Höchstspannungsnetz im Norden und Osten Deutschlands betreibt und ausbaut. Die neue Kreditlinie dient dem Unternehmen als Liquiditätsreserve, die bei Bedarf flexibel abgerufen, zurückgeführt und erneut genutzt werden kann. Sie ist nach Angaben von Eurogrid ein zentrales Instrument zur Sicherung des Investmentgrade-Ratings. Die Ausgestaltung der Finanzierung orientiert sich eng am Green Financing Framework, das Eurogrid im Herbst 2025 veröffentlicht hat. Dieses Rahmenwerk definiert die Kriterien für nachhaltige Finanzierungen und bildet die Grundlage für die Finanzierung von Netzausbauprojekten sowie weiteren Investitionen der 50 Hertz-Gruppe. Bereits im Oktober 2025 hatte Eurogrid nach eigenen Angaben den ersten deutschen EU-Green-Bond emittiert.

Christine Janssen, Finanzvorständin von 50 Hertz, erklärte laut Unternehmensmitteilung, die neue Kreditlinie erweitere den finanziellen Handlungsspielraum und stärke zugleich die langfristige nachhaltige Finanzierungsausrichtung. Die erweiterte grüne RCF sei ein weiterer strategischer Baustein für die Finanzierung der Energiewende.

Nach Unternehmensangaben erfüllten bereits im Jahr 2024 nahezu 100 Prozent der Investitionen von Eurogrid die Kriterien der EU-Taxonomie. Damit sieht sich das Unternehmen für eine mögliche Umstellung auf eine sogenannte Green-Pure-Play-Finanzierung geeignet. Dieses Modell richtet sich an Unternehmen, deren Geschäft nahezu vollständig aus klimafreundlichen Aktivitäten besteht. Eine entsprechende Umstellungsmöglichkeit ist laut Eurogrid bereits vertraglich vorgesehen.

Verlängerung optional

Die neue Kreditlinie hat eine Laufzeit von fünf Jahren und enthält zwei Verlängerungsoptionen um jeweils ein Jahr. An der Finanzierung beteiligen sich insgesamt 16 Banken. Die Transaktion wurde von mehreren Instituten koordiniert, darunter ABN AMRO, Commerzbank AG, Crédit Agricole CIB und ING Group. Die rechtliche Beratung auf Seiten von Eurogrid übernahm Greenberg Traurig.

50 Hertz betreibt ein Höchstspannungsnetz mit einer Stromkreislänge von mehr als 10.000 Kilometern. Das Netzgebiet umfasst Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen sowie Berlin und Hamburg mit etwa 18 Millionen Einwohnern.
 // VON Susanne Harmsen
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Wohnbaugesellschaft gründet Energietochter
Quelle: Pixabay / Alex Csiki
PHOTOVOLTAIK. Um Mieterstrom- und E-Mobilitätsprojekte umzusetzen, setzt die GWW Wiesbadener Wohnbaugesellschaft mbH künftig auf eine eigene Gesellschaft. 
Die GWW Wiesbadener Wohnbaugesellschaft mbH plant, in eine „sozial gerechte, wirtschaftlich stabile und klimafreundliche Energieversorgung ihrer Mieterschaft“ zu investieren. Dazu hat die GWW zum 1. Januar die GWW Immo Service GmbH gegründet, teilte die Gesellschaft am 20. Februar mit. 
 // VON Heidi Roider MEHR...

Die neue Gesellschaft soll wohnbegleitende Dienstleistungen für die Wohnungswirtschaft mit dem Schwerpunkt auf der Versorgung der Mieterschaft mit im Bestand erzeugtem Strom übernehmen. Darüber hinaus wird sie laut der GWW Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz in Gebäuden koordinieren. Und sie verantwortet den Betrieb von Ladeinfrastruktur sowie die Lieferung von Energie und energienahen Produkten und plant, errichtet und betreibt die dafür notwendige technische Infrastruktur.

Ziel der Neugründung ist es nun vorrangig, Strom aus Photovoltaikanlagen im eigenen Bestand künftig direkt für die Mieterinnen und Mieter nutzbar zu machen. Bislang werde der erzeugte Strom in das öffentliche Netz eingespeist, ohne dass die Mieterschaft hiervon unmittelbar profitiert. Mit der GWW Immo Service GmbH sollen die rechtlichen und wirtschaftlichen Voraussetzungen geschaffen werden, um Mieterstrommodelle umzusetzen, Energieeffizienz systematisch zu organisieren und Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge aufzubauen. 

Durch die klare Trennung vom Kerngeschäft der GWW sollen zudem spezialisierte Prozess-, Abrechnungs- und IT-Strukturen entstehen, die den besonderen Anforderungen dieses Geschäftsfeldes gerecht werden und eine rechtssichere Umsetzung ermöglichen. Die GWW betreibt derzeit rund 50 Photovoltaikanlagen. Künftige Anlagen sollen gezielt für Mieterstrommodelle ausgelegt werden. 

„Wir machen aus lokal erzeugtem Sonnenstrom einen zusätzlichen Mehrwert für unsere Mieterinnen und Mieter“, sagt Thomas Keller, Geschäftsführer der GWW. „Mit der GWW Immo Service GmbH können wir Photovoltaikstrom sinnvoll nutzen, was die Wirtschaftlichkeit stärkt und uns zugleich ermöglicht, faire und langfristig stabile Preise für die Mieterschaft zu bieten.“
 // VON Heidi Roider
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Energieversorger kooperiert mit Lkw-Händler
Quelle: Jonas Rosenberger
ELEKTROFAHRZEUGE. E-Brummi plus Hypercharger, Strom und Service: Der Energieversorger Enervie will die Mobilitätswende im Nutz- und Schwerlastverkehr voranbringen.
Die Enervie-Gruppe in Hagen (Nordrhein-Westfalen) nimmt den Markt für Elektromobilität für die Güterverkehrsbranche in den Fokus. Dazu kooperiert der südwestfälische Energieversorger mit der Jürgens-Gruppe.
 // VON Manfred Fischer MEHR...

Das Unternehmen mit Hauptsitz in Hagen und 19 Standorten in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Rheinland-Pfalz zählt zu den großen Mercedes-Benz-Händlern in Deutschland. Gemeinsames Ziel sei es, das regionale Gewerbe bei der schrittweisen Umstellung der Flotten zu unterstützen, beschreibt Enervie das Vorhaben. Damit verbunden werde „der Aufbau einer Ladeinfrastruktur in den Depots und Betriebshöfen für den Nutz- und Schwerlastverkehr in weiten Teilen Nordrhein-Westfalens vorangetrieben“.

Die beiden Partner haben nach eigenen Angaben rund 35 große Speditionen und Unternehmen im Einzugsgebiet zwischen Siegen, Olpe, Hagen, Wuppertal und Dortmund als potenzielle Kunden identifiziert. Bereits im Oktober vergangenen Jahres realisierten Enervie und Jürgens ein erstes Projekt: Eine Spedition in Lüdenscheid erwarb zwei E-Lkw mit je 600 kWh Batterieleistung. Enervie installierte einen 100-kW-Hypercharger, die Tochtergesellschaft Stadtwerke Lüdenscheid kümmert sich um den Betrieb und liefert den Strom.

Im Verbund wolle man Gewerbe- und Industriekunden eine „umfassende Beratung“ und Planungshilfe für den Aufbau einer E-Lkw-Flotte mit dazugehöriger Ladeinfrastruktur geben, so der Energieversorger und das Autohaus.

Nicht die einzige Kooperation zwischen Energiewirtschaft und Brummi-Branche. Eon und MAN wollen europaweit rund 170 Standorte mit circa 400 Ladepunkten für das öffentliche Laden von Elektro-Lkw aufbauen. Allein in Deutschland sind dem Vernehmen nach rund 125 Standorte geplant.

Die „Nationale Leitstelle Ladeinfrastruktur“ weist in ihrem Monitor aktuell 151 öffentlich zugängliche Lkw-Ladesäulen hierzulande aus, die Anzahl der Ladepunkte beträgt 270. Die installierte Ladeleistung hat 50 MW überschritten.

Hochleistungsladen für Brummis

Vergangenes Jahr ging der erste Megawatt-Ladepunkt in Deutschland in Betrieb. Er befindet sich an der Autobahn A2 bei der Rastanlage Lipperland Süd, nahe Bielefeld. Das Megawatt Charging System (MCS) ist Teil des vom Verkehrsministerium geförderten Projekts „HoLa“, das Kürzel steht für Hochleistungsladen im öffentlichen Raum. Partner bei Lipperland Süd war EnBW. Der Mineralölkonzern Shell will in Kürze einen MCS-Ladeort im westfälischen Hamm in Betrieb nehmen. Die Ladestation kann mit einer Leistung von 2 MW laden.

Im Zuge von „HoLa“ sollen auf der Strecke von Berlin bis ins Ruhrgebiet insgesamt fünf Anlaufpunkte für schwere E-Laster entstehen, drei davon an Autobahnen, zwei an Depots. Hinter dem Projekt steht ein Konsortium aus Wirtschaft und Wissenschaft, koordiniert wird es vom Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung, ISI, und der P3-Gruppe.
 // VON Manfred Fischer
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Solarpark quasi als Windturbine
Windkraft plus Photovoltaik - das Hybridkraftwerk Haringvliet. Quelle: Vattenfall
REGENERATIVE. Vattenfall errichtet in der Eifel einen kombinierten PV- und Windpark. Dabei sieht das Unternehmen die Solaranlage  „technisch quasi wie eine weitere Windturbine“.
Vier Windräder mit zusammen 17 MW plus eine Solaranlage mit 7,6 MW: Der Energieriese Vattenfall baut im Eifelkreis Bitburg-Prüm, Rheinland-Pfalz, sein nach eigenen Angaben erstes Hybridkraftwerk in Deutschland, das Wind und Sonne nutzt. Die Kombi-Anlage, die bei Hommerdingen (Windpark) und Biesdorf (Solar) entsteht, soll im Herbst dieses Jahres in Betrieb gehen.
 // VON Manfred Fischer MEHR...

Vattenfall will den Solarpart nicht separat, sondern über den Windpark an das Verteilnetz des regionalen Betreibers Westnetz anschließen. „Der Solarpark wird damit technisch quasi wie eine weitere Windturbine betrachtet, sodass nur ein Netzanschluss für die gesamte Anlage nötig ist“, erklärt das Unternehmen. Westnetz hat das Konzept dem Vernehmen nach abgenickt.

Die sich gut ergänzenden Erzeugungsprofile von Wind und Solar entlasteten das Verteilnetz gegenüber der jeweils einzelnen Erzeugungstechnologie, erläutert Philipp Heucke, Leiter des Bereichs Onshore Wind Development bei Vattenfall, das Konzept in einer Mitteilung. „Das führt insgesamt zu einer effizienteren Nutzung der Netzinfrastruktur und reduziert das Risiko der Netzüberlastung. Zudem verringern sich die Kosten für den Netzanschluss im Vergleich zu Stand-alone-Anlagen deutlich“, so Heucke weiter.

In den Niederlanden betreibt Vattenfall die Technik bereits seit einigen Jahren. Nahe der Bucht Haringvliet hat der Konzern ein sogenanntes Voll-Hybridkraftwerk, das die Erzeugung aus Wind- und Solarenergie mit einem zusätzlichen Batteriespeicher ergänzt. In Deutschland plane man insbesondere, Solarparks um zusätzliche Batteriespeicher zu ergänzen, teilt der Energieversorger mit.
 // VON Manfred Fischer
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MARKTBERICHTE

STROM
GAS
Energienotierungen im Bann der Geopolitik
Quelle: E&M
MARKTKOMMENTAR. Wir geben Ihnen einen tagesaktuellen Überblick über die Preisentwicklungen am Strom-, CO2- und Gasmarkt.
Ohne klare Tendenz haben sich die Energienotierungen am Freitag gezeigt. Überragendes Thema am Markt sind weiterhin die Spannungen zwischen den USA und Iran. Denn dort werden mögliche militärische Eskalationsstufen konkreter, obgleich US-Präsident Donald Trump dem Regime in Teheran eine Frist zum Einlenken bei den Atomverhandlungen gesetzt hat. Trump erwägt offenbar einen, wenn auch anfänglich begrenzten Militärschlag gegen den Iran, um das Land zur Erfüllung seiner Forderungen nach einem Atomabkommen zu zwingen. Sollte sich der Iran aber weiterhin weigern, Trumps Vorstellungen zur Beendigung seiner Urananreicherung nachzukommen, würden die USA mit einer breit angelegten Kampagne gegen Einrichtungen des Regimes reagieren - möglicherweise mit dem Ziel, das Regime in Teheran zu stürzen, sagen mit der Angelegenheit vertraute Personen.
 // VON Claus-Detlef Großmann MEHR...

Strom: Uneinheitlich hat sich der deutsche OTC-Strommarkt zum Ende der Arbeitswoche gezeigt. Der Montag wurde börslich im Base mit 75,00 Euro je Megawattstunde gehandelt. Am Donnerstag war für den Freitag an der Börse ein Preis von 87,00 Euro je Megawattstunde in der Day-ahead-Auktion ermittelt worden. Händler bringen den Preisrückgang vom Freitag auf Montag mit der höheren Einspeiseleistung von Wind und Solarstrom in Verbindung. Die Meteorologen von Eurowind erwarten für den ersten Tag der neuen Arbeitswoche sehr stattliche 41,2 Gigawatt Erneuerbaren-Einspeiseleistung. Am Berichtstag sollen hingegen nur 29,9 Gigawatt anfallen. Auch für die Folgetage bis einschließlich Donnerstag rechnet Eurowind mit einer recht hohen Einspeiseleistung, die nicht unter 27 Gigawatt fallen dürften. Auffällig war am Berichtstag eine Zweiteilung des Markts. Das kurze Ende dürfte nachgegeben haben, weil US-Präsident Donald Trump Iran vor einem Militärschlag eine Frist von 10 bis 14 Tagen gesetzt hat, um bei den Verhandlungen einzulenken. Zudem dürfte der Frontmonat unter Druck geraten sein, da Wetterdienste nun auch für die ersten Märztage deutlich überdurchschnittliche Temperaturen vorhersagen.
Am langen Ende hingegen legte das Strom-Frontjahr unter dem Eindruck höherer CO2-Preise um 0,50 auf 81,72 Euro je Megawattstunde zu.

CO2: Mit einem deutlichen Plus haben sich die CO2-Preise am Freitag präsentiert. Der Dec 26 gewann bis gegen 13.45 Uhr 2,28 auf 73,62 Euro je Tonne und setzte damit seine Gewinne vom Vortag fort. Umgesetzt wurden bis zu diesem Zeitpunkt 17,9 Millionen Zertifikate. Das Hoch lag bei 74,27 Euro, das Tief bei 71,14 Euro. Laut den Analysten von Redshaw Advisors kann sich die technische Situation für den Dec 26 deutlich verbessern, wenn es dem Kontrakt gelingt, auf Preise oberhalb von 74 Euro vorzustoßen. Allerdings steht der Markt weiter unter dem Eindruck der Diskussionen über eine Aufweichung des ETS. Notierungen oberhalb von 80 Euro seien vor diesem Hintergrund wenig wahrscheinlich, so Marktteilnehmer.

Erdgas: Etwas leichter haben sich die europäischen Gaspreise am Freitag gezeigt. Der Frontmonat März am niederländischen TTF verlor bis gegen 13.45 Uhr 0,625 auf 32,575 Euro je Megawattstunde. Am deutschen THE sank der Day-ahead um gleichfalls 0,625 auf 34,900 Euro je Megawattstunde. Händler verweisen auf die ins Haus stehende überdurchschnittlich milde Witterung als Grund für die Abgaben. Allerdings dürften die Spannungen zwischen Iran und den USA und die niedrigen Speicherstände den Abwärtsdruck in Grenzen halten. Die Gasspeicher in der EU sind durchschnittlich nur zu rund 32 Prozent gefüllt. Ein bullisher Effekt dürfte auch von den rückläufigen Lieferungen an norwegischem Pipelinegas ausgehen. Diese betragen laut dem Fernleitungsnetzbetreiber Gassco für den Berichtstag nur 318,2 Millionen Kubikmeter. Ungeplante Wartungsarbeiten in den Feldern Ormen Lange und Oseberg führen derzeit zu Minderkapazitäten von insgesamt 19,5 Millionen Kubikmetern.
 // VON Claus-Detlef Großmann
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