Mit festeren Preisen haben sich die Energienotierungen vor dem Wochenende gezeigt. Dabei zogen sich die Preise der verschiedenen Energieträger gegenseitig nach oben. Bullishe Impulse ergaben sich zudem aus dem vorläufigen Scheitern der Verhandlungen zwischen Iran und USA. Allerdings sollen die Gespräche in der neuen Woche weitergehen – auf technischem Niveau, was zunächst noch Spielraum für eine politische Einigung lässt. Die USA haben mittlerweile eine riesige Armada an Luft- und Seestreitkräften zusammengezogen. Doch je länger diese untätig verharrt, umso mehr macht sich ein Gesichtsverlust für die Amerikaner bemerkbar. Iran seinerseits treibt die Ölexporte vor einem möglichen Krieg voran. Risikoaufschläge am ÖL und Gasmarkt sind mithin weiter gerechtfertigt.
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Bearish auf die Märkte wirken sich dagegen die seit Tagen stabilen Wetterprognosen aus, die fast bis Mitte März von einer überdurchschnittlich milden Witterung in Deutschland und Nordwesteuropa ausgehen.
Erdöl: Die Rohölpreise zeigten sich zum Wochenausgang gleichfalls fester. Bis gegen 13.22
Uhr gewann Mai-Brent 1,63 auf 71,47
US-Dollar je Barrel. April-Gasöl sank dagegen um 2,25 auf 738,50 US-Dollar je Tonne. Händler führen das Preisplus bei Rohöl auf den Umstand zurück, dass bei den Gesprächen zwischen Iran und den USA am Donnerstag keine Einigung erzielt worden war. In der neuen Woche sollen weitere Diskussionen „auf technischem Niveau“ in Wien stattfinden, so der Außenminister des Oman, Badr bin Hamad al-Busaidi, in einer Mitteilung auf X. Sollten Versuche der iranischen Seite, auf Zeit zu spielen, erfolgreich sein, dürfte dies die Notierungen für Rohöl zunächst etwas beruhigen.
CO2: Mit einem moderaten Plus haben sich die CO2-Preise am Freitag präsentiert. Der Dec
26 gewann bis gegen 13.22
Uhr 0,50 auf 71,50
Euro je Tonne. Umgesetzt wurden bis zu diesem Zeitpunkt 12,1
Millionen Zertifikate. Das Hoch lag bei 71,85
Euro, das Tief bei 70,78
Euro. Der CO2-Markt hat sich in der vergangenen Woche stabilisiert, wobei die Volatilität nach der vorangegangenen Phase mit ausgeprägtem Abwärtsdruck und starken Schwankungen deutlich zurückgegangen ist. Die Preisentwicklung deutet darauf hin, dass der Markt in eine Phase der vorsichtigen Konsolidierung eintreten könnte, da die Marktteilnehmer ihre Positionierung und die politischen Risiken neu bewerten, heißt es von den Analysten von Belektron. Bei den Terminkontrakten für Dezember 2026 hat sich ein deutliches Kaufinteresse um die Marke von 70
Euro gebildet, die in der Vergangenheit mehrfach als wichtige technische Unterstützung und psychologischer Preispunkt fungierte.
Erdgas: Fester haben sich die europäischen Gaspreise am Freitag gezeigt. Der alte Frontmonat März am niederländischen TTF gewann bis gegen 13.28
Uhr 0,500 auf 32,300
Euro je Megawattstunde. Der neue Frontmonat April legte bis 12.55
Uhr um 2,34 auf 32,640
Euro je Megawattstunde zu, wobei die kräftigen Aufschläge für den April-Termin auf Überroll-Aktivitäten zurückzuführen sein dürften. Händler führen die Zugewinne auch auf die mangelnden Ergebnisse bei den Gesprächen zwischen Iran und den USA vom Donnerstag zurück. Bullish dürfte sich auch der recht moderate Gasimport von nur 316,1
Millionen Kubikmeter aus Norwegen auf die Preise auswirken. Am Vortag hatte der Gasflow 318
Millionen Kubikmeter betragen.
Strom: Fester hat sich der deutsche OTC-Strommarkt zum Ende der Arbeitswoche gezeigt. Der Montag wurde börslich im Base mit 91,8
Euro je Megawattstunde gehandelt. Am Donnerstag war für den Freitag an der Börse ein Preis von 64,92
Euro je Megawattstunde in der Day-ahead-Auktion ermittelt worden. Händler führen den Preisanstieg vom Freitag auf Montag auf die deutlich geringere Einspeiseleistung der Erneuerbaren zurück, die für den ersten Arbeitstag der neuen Woche prognostiziert wird. So rechnen die Meteorologen von Eurowind für den Montag mit 19
Gigawatt. Indessen waren für den Berichtstag 35,7
Gigawatt erwartet worden. An den Folgetagen der neuen Woche bis einschließlich Mittwoch geht die Einspeiseleistung laut Eurowind Schritt für Schritt weiter zurück.
Am langen Ende hingegen legte das Strom-Frontjahr unter dem Eindruck höherer CO2- und Gaspreise um 2,32 auf 80,53
Euro je Megawattstunde zu. Die Abgaben vom Vortag (-1,94
Euro) wurden damit mehr als ausgeglichen.
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