Fast durch die Bank schwächer haben sich die Energiemärkte am Mittwoch präsentiert. Nach der kräftigen Rally der Vortage haben die Märkte mit ersten vorsichtigen Entspannungssignalen eine Verschnaufpause eingelegt. Am Strommarkt gerieten die kurzfristigen Kontrakte deutlich unter Druck, auch das Frontjahr gab spürbar nach. Auch am CO2-Markt setzte eine Korrektur ein, die Notierungen folgten den schwächeren Gaspreisen und rutschten wieder in Richtung der Marke von 70
Euro. Am Gasmarkt selbst kam es nach den massiven Aufschlägen infolge der Eskalation im Nahen Osten zu Gewinnmitnahmen.
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Strom: Der deutsche OTC-Strompreis hat zur Mitte der Woche Abgaben verzeichnet. Der Day-ahead verlor in der Grundlast 36,75 auf 111,00
Euro je Megawattstunde und in der Spitzenlast 47,50 auf 94,75
Euro je Megawattstunde. An der Börse kostete der Donnerstag 110,86
Euro im Base und 94,37
Euro im Peak.
Die Einspeiseleistung der Erneuerbaren dürfte dem Dienstleister Eurowind zufolge am Donnerstag deutlich über dem Niveau vom Mittwoch liegen. Für den weiteren Verlauf der Woche wird eine schwankende Einspeiseleistung in Aussicht gestellt. Das US-Wettermodell sieht bis zum Ende des Prognosezeitraums am 19.
März unterdurchschnittliche Werte für Windstrom.
Die Temperaturen dürften in diesem Zeitraum weitgehend im überdurchschnittlichen Bereich liegen, erst ab dem 18.
März soll es demnach etwas kühler werden.
Am langen Ende des Strommarktes verlor das Frontjahr 2,81 auf 85,33
Euro je Megawattstunde.
CO2: Die CO2-Preise haben am Mittwoch nachgegeben. Der Dec
26 verlor bis gegen 14.00
Uhr 2,58 auf 70,75
Euro je Tonne. Umgesetzt wurden bis zu diesem Zeitpunkt 26,3
Millionen Zertifikate. Das Hoch lag bei 73,80
Euro, das Tief bei 70,56
Euro.
Die CO2-Preise folgten damit den Gasnotierungen und legten ebenfalls eine Verschnaufpause ein. Dennoch bleibe die Nervosität der Energiemärkte angesichts der ungewissen geopolitischen Lage aber bestehen, hieß es aus dem Handel.
Erdgas: Die europäischen Gaspreise haben am Mittwoch den Rückwärtsgang eingelegt und einen Teil ihrer Gewinne wieder abgegeben. Der Frontmonat am niederländischen TTF verlor bis gegen 14.00
Uhr 2,695 auf 51,450
Euro je Megawattstunde.
Hintergrund waren Berichte, dass der Iran möglicherweise bereit ist, über eine Beendigung des Nahostkonflikts zu verhandeln, wie Trading Economics berichtet. Obwohl das Angebot Hoffnungen weckte, bleiben US-Beamte skeptisch, dass eine der beiden Seiten zu einer kurzfristigen Lösung bereit ist. Die weltweit größte LNG-Anlage in Katar bleibt weiterhin außer Betrieb, und die Straße von Hormus ist weitgehend gesperrt, was Befürchtungen einer größeren Versorgungskrise schürt. Die Versorgung Europas ist noch nicht direkt betroffen, da die für März geplanten Lieferungen bereits unterwegs sind, aber der Kontinent bleibt anfällig, da die Lagerbestände niedrig sind und große Mengen benötigt werden, um die Reserven in diesem Sommer wieder aufzufüllen.
Auch die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, die USA würden „so schnell wie möglich“ Tanker durch die Straße von Hormus eskortieren und zudem eine Risikoabsicherung für Schiffe bereitstellen, die das Gebiet passieren, dürfte nach Einschätzung von Analysten nur eine kurzfristige Erleichterung bringen.
In den vergangenen Tagen waren die Gaspreise zwischenzeitlich auf den höchsten Stand seit mehr als drei Jahren gestiegen. Hauptgrund ist ein Lieferstopp von Flüssigerdgas (LNG) aus dem wichtigen Förderland Katar seit Beginn der Woche. Nach Einschätzung von Marktbeobachtern suchen Kunden aus Asien derzeit fieberhaft nach Alternativen für ausfallende Gaslieferungen, was auch die Preise auf dem europäischen Markt nach oben treibt.
// VON Marie Pfefferkorn WENIGER