BILANZ.
Uniper dürfte bei der zehnten Bilanzpressekonferenz auch den Bund erfreut haben. Erstmals seit vier Jahren soll wieder eine Dividende ausgeschüttet werden.
„Dieses Jahr ist ein besonderes“. Mit diesen Worten startete Uniper-CEO Michael Lewis in die Jahrespressekonferenz am 11.
März. „Uniper wird zehn Jahre alt“. In diesem zurückliegenden Jahrzehnt habe sich aber nicht nur Uniper gewandelt. Lewis: „Die Welt sortiert sich neu − in einer atemberaubenden Geschwindigkeit.“ Der Uniper-Chef betonte, dass Energie heute mehr sei als eine Commodity. Energie sei heute auch Sicherheitsarchitektur, Industriepolitik und Souveränität.
// VON Heidi Roider
MEHR...
Er verwies in diesem Zusammenhang auf den Krieg im Nahen Osten und dessen Auswirkungen auf die Öl- und Gaspreise. Das mache ihm Sorgen, so Lewis. Er betonte aber auch: „Uniper unterliegt derzeit keinen direkten Beschränkungen beim LNG.“ Uniper habe die Risiken im Gasgeschäft deutlich reduziert, sagte Lewis und verwies unter anderem auf Gasbezugsverträge, die der Konzern 2025 abgeschlossen hat.
Damit stärkt Uniper nach den Worten von Lewis auch die Versorgungssicherheit Europas. Dazu gehören zwei Verträge mit dem rumänischen Gasproduzenten OMV Petrom SA über Gaslieferungen aus der EU. Diese sehen ab Oktober 2027 die Lieferung von insgesamt 14
Milliarden kWh (14 TWh) Gas über einen Zeitraum von bis zu fünf Jahren vor. Darüber hinaus hat Uniper mit den Unternehmen Tourmaline, Conoco Phillips und Woodside langfristige LNG-Lieferverträge mit einem Gesamtvolumen von rund 96
Milliarden kWh abgeschlossen. Ein wesentlicher Teil dieser Mengen ist für Lieferungen nach Europa vorgesehen.
Bundesrepublik erhält Milliarden Diese Stabilisierung kommt auch dem Bund zugute. Denn nach vier Jahren kann Uniper wieder eine Dividende ausschütten.
Im geschlossenen Stabilisierungspaket war ein Dividendenverbot vereinbart worden. Dies hob der Bund Ende 2025 auf. Der Vorstand werde der Hauptversammlung eine Ausschüttung von 300
Millionen Euro (72
Cent je Aktie) vorschlagen, teilte das Unternehmen in Düsseldorf mit. Fast alles wird der Bund erhalten, der derzeit noch mehr als 99
Prozent der Anteile hält.
Deutschlands größter Gashändler war im Jahr 2022 mit staatlichen Milliardenhilfen gestützt worden. Der Bund wurde mit 99
Prozent Mehrheitseigentümer. Die EU-Kommission hatte die Beihilfegenehmigung an eine Reihe von Auflagen geknüpft. Dazu gehörten, dass sich Uniper von zahlreichen Beteiligungen trennt. Bis Ende 2028 muss der deutsche Staat zudem seine Beteiligung auf höchstens 25
Prozent plus eine Aktie reduzieren.
Uniper erreicht seine FinanzzieleUniper hat laut Finanzvorstand Christian Barr im Geschäftsjahr 2025 seine Finanzziele trotz der geopolitischen Unsicherheiten erreicht. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) lag bei 1,1
Milliarden Euro und damit unter dem Vorjahreswert von 2,6
Milliarden Euro. Den bereinigten Nettogewinn (Adjusted Net Income) beziffert der Konzern mit 544
Millionen Euro (Vorjahr: 1,7
Milliarden Euro).
Barr ordnete die Zahlen wie folgt ein: „Die Ergebnisse des Jahres 2025 lagen erwartungsgemäß deutlich unter denen des Vorjahres und – bereinigt um das angepasste Geschäftsportfolio – etwa auf Vorkrisenniveau. Wir dürfen nicht vergessen: Unser Portfolio ist insbesondere aufgrund des Kohleausstiegs und der Umsetzung der EU-Auflagen kleiner geworden. Die Folgen der Gaskrise haben sich zum letzten Mal im Ergebnis gezeigt.“
Investitionen von über 2,5 Milliarden in Deutschland geplantUniper plant Investitionen von rund 5
Milliarden Euro bis 2030 in Versorgungssicherheit, Wachstum und Transformation. Für die Umsetzung der 2023 angekündigten Konzernstrategie sind Investitionsentscheidungen von mehr als 900
Millionen Euro bereits getroffen. In Deutschland beabsichtigt Uniper Investitionen von über 2,5
Milliarden Euro bis 2030. Der wesentliche Teil davon soll in den Neubau von rund 2.000
MW wasserstofffähigen Gaskraftwerken an den Standorten Gelsenkirchen und Staudinger bei Hanau im Rahmen der geplanten Ausschreibungen der deutschen Kraftwerksstrategie erfolgen.
Die Ergebnisprognose für das Jahr 2026 liegt in etwa auf Vorjahresniveau. Uniper erwartet für das Jahr 2026 demnach ungeachtet eines kleineren Portfolios ein bereinigtes Ebitda zwischen 1
Milliarde Euro und 1,3
Milliarden Euro. Der Nettogewinn soll zwischen 350
Millionen und 600
Millionen Euro liegen für 2026.
Uniper zählt nach eigener Aussage bei Stromerzeugung und Gashandel zu den größten Energieunternehmen Europas. Die Erzeugungskapazität beträgt insgesamt 18.500
MW, verteilt auf 40 Länder weltweit. Das Unternehmen beschäftigt rund 7.000
Mitarbeitende und zählt Deutschland, Großbritannien, Schweden und die Niederlande zu den Kernmärkten.
// VON Heidi Roider
WENIGER