Unter Marktbeobachtern herrscht jedoch weitgehend Einigkeit darüber, dass die Gefahr eines weiteren Anstiegs der Energiepreise steigt, je länger der Krieg dauert. Dass die USA kein belastbares Kriegsziel genannt haben, verunsichert die Märkte, weil sie nicht abschätzen können, wie weit die Militärkampagne der USA und Israels noch von ihrem Ziel entfernt ist.
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Strom: Leichter hat sich der deutsche OTC-Strommarkt am Freitag gezeigt. Händler führten die Abgaben auf die niedrigeren Preise für Gas und vor allem für CO2 zurück. Der Montag wurde im Base mit 94,00
Euro je Megawattstunde gesehen. An der Börse wurde der Montag im Base mit gleichfalls 94,00
Euro je Megawattstunde gehandelt. Am Donnerstag mussten für den Freitag selbst im außerbörslichen Handel 48,75
Euro in der Grundlast und 50,25
Euro in der Spitzenlast gezahlt werden.
Händler führten den Preisanstieg von Freitag auf Montag auf die geringere Erneuerbareneinspeisung zurück, die für den ersten Tag der neuen Woche erwartet wird. Laut den Meteorologen von Eurowind sollen sich die Beiträge von Wind und Solar am Montag auf 23,3
Gigawatt belaufen gegenüber 35,9
Gigawatt am Freitag. Für die neue Woche erwartet das längerfristiger orientierte US-Wettermodell eine leicht überdurchschnittlich warme Witterung und ein moderates Windaufkommen.
Erst am Ende der neuen Woche sollen die Windmengen in Deutschland auf deutlich überdurchschnittliche Werte zunehmen. „Der am Donnerstag aufgetretene kräftige Rückgang am CO2-Markt hat den Strommarkt etwas entspannt“, so ein Händler. Es sei fast zu erwarten gewesen, dass versucht worden sei, den Preisanstieg bei Öl und Gas in seiner Wirkung auf den Strommarkt durch sehr viel schwächere Notierungen am CO2-Markt zu kontern, der offenbar auf Signale aus dem Brüsseler Umfeld reagiert habe.
Am langen Ende des Strommarktes verlor das Cal 27 um 2,06 auf 90,74 Euro je Megawattstunde.
CO2: Etwas leichter haben sich die CO2-Preise zum Wochenausgang präsentiert. Der Dec
26 verlor bis gegen 13.35
Uhr 0,13 auf 68,60
Euro je Tonne. Umgesetzt wurden bis zu diesem Zeitpunkt 20,4
Millionen Zertifikate. Das Hoch lag bei 68,92
Euro, das Tief bei 67,60
Euro. Am Donnerstag war der Dec
26 massiv gefallen und unter die Marke von 70
Euro gerutscht. Solange nicht die EU-Klimaziele aufgeweicht werden, werde sich nichts daran ändern, dass der CO2-Preis auf längere Sicht deutlich steigen sollte, betonen die Analysten der Commerzbank. Kurzfristig allerdings könnte der Dec
26 weiter unter Abwärtsdruck kommen.
In der neuen Woche findet am Donnerstag und Freitag der nächste EU-Gipfel statt. Ein Thema dürfte dabei die Reform des EU-Emissionshandelssystems (EU ETS I) sein, das zahlreiche Politiker wie der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz, der französische Präsident Emmanuel Macron und die italienische Premierministerin Giorgia Meloni gerne abschwächen würden. Auch wenn es Gegenstimmen bei diesem Vorhaben gebe, dürfte es hierzu auch kommen, vermuten die Analysten. Konkrete Beschlüsse werde es bei diesem Gipfel wohl nicht geben. Im Laufe des dritten Quartals (zuletzt wurde der Juli genannt) soll die EU-Kommission jedoch einen konkreten Plan vorlegen.
Erdgas: Die europäischen Gaspreise haben am Freitag etwas nachgegeben. Bis gegen 13.33
Uhr verlor der Frontmonat April am niederländischen TTF um 0,950 auf 49,900
Euro je Megawattstunde. Am deutschen THE ging es für den Day-ahead um 0,925 auf 50,125
Euro je Megawattstunde nach unten. Damit zeigen sich die Gaspreise nunmehr den vierten Tag infolge mit einem Niveau von rund 50
Euro einigermaßen stabil. Kurzfristig gebe es um den Irankrieg wenig Neues, so die Händler. Doch je länger der Krieg andauere, umso mehr wachse die Gefahr weiterer Preissteigerungen. Die Gasversorgung aus Norwegen beläuft sich am Berichtstag auf hohe 334,3
Millionen Kubikmeter.
// VON Claus-Detlef Großmann WENIGER