Die jüngste Eskalation im Irankrieg hat die Energiepreise am Donnerstag entfesselt. Nur der schwache CO2-Markt verhinderte, dass deutscher Strom ungebremst den bullishen Vorgaben von Gas, Kohle und Öl folgte. Etwas Hoffnung auf erste Entspannungssignale lässt sich allenfalls den Worten von Generalsekretär Mark Rutte über eine mögliche Einigung zwischen den USA und den anderen Alliierten entnehmen.
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„Was die Straße von Hormus betrifft, so sind sich alle einig, dass diese Meerenge nicht geschlossen bleiben darf“, sagte Rutte in Brüssel. Eine Öffnung der Meerenge sei entscheidend für die Weltwirtschaft. Er sei zuversichtlich, dass alles zur Unterstützung der gemeinsamen Interessen getan werde, sagte Rutte weiter.
Strom: Sehr fest hat sich der deutsche OTC-Strommarkt infolge der kriegsbedingten massiven Preissprünge für Gas und Öl gezeigt, wobei die Abgaben am CO2-Markt noch höhere Gewinne bei Strom verhinderten. Der Day-ahead legte um 29,25 auf 143,25
Euro je Megawattstunde im Base und um 36,00 auf 129,75
Euro je Megawattstunde im Peak zu. An der Börse kostete der Day-ahead 143,02
Euro in der Grundlast und 129,29
Euro in der Spitzenlast. Ursächlich für den Preisanstieg beim Day-ahead war zudem die geringere Einspeiseleistung der Erneuerbaren, die für den Freitag vorhergesagt wird. Dieses soll laut den Meteorologen von Eurowind von 18,6
Gigawatt am Berichtstag auf 15,3
Gigawatt sinken. Eurowind zufolge werden die Beiträge von Wind und Solar bis einschließlich Montag deutlich unter 20
Gigawatt verharren. Am langen Ende legte das Strom-Frontjahr um massive 7,58 auf 98,70
Euro zu.
CO2: Die CO2-Preise haben am Donnerstag weiter nachgegeben. Der Dec
26 verlor bis gegen 13.23 Uhr um 2,16 auf 63,71
Euro je Tonne. Umgesetzt wurden bis zu diesem Zeitpunkt 22,3
Millionen Zertifikate. Das Hoch lag bei 65,50
Euro, das Tief bei 63,07
Euro. Der Markt beobachtet genau das EU-Gipfeltreffen an diesem Donnerstag und am Freitag. Offenbar wollen die EU-Mitgliedstaaten eine geplante Überprüfung des EU-Emissionshandelssystems beschleunigen und noch in diesem Jahr Änderungen an den Vorschriften für die Marktstabilitätsreserve vornehmen.
Erdgas: Massiv erhöht haben sich die Erdgaspreise am Donnerstag. Am TTF gewann der Frontmonat April um 8,775 auf 63,475
Euro je Megawattstunde. Am deutschen THE bewegte sich der Day-ahead um 11,400 auf 63,500
Euro je Megawattstunden. Beginnend am Mittwoch hat eine neue Welle von Angriffen die Gas- und Ölinfrastrukturen am Persischen Golf beschädigt. Iranische Raketenangriffe haben „weitreichende weitere Schäden“ am Ras-Laffan-Komplex in Katar verursacht, wo sich die weltweit größte Exportanlage für Flüssigerdgas befindet, teilte das staatliche Unternehmen QatarEnergy am frühen Donnerstag mit. Der Angriff folgte auf einen weiteren iranischen Angriff auf das Gelände am Mittwoch, der ebenfalls erhebliche Schäden verursacht hatte. Auslöser der Eskalation war ein israelischer Angriff auf das Rückgrat der iranischen Energieindustrie, das riesige South-Pars-Gasfeld, das sich der Iran mit Katar teilt. US-Präsident Donald Trump erklärte, Israel werde keine weiteren Angriffe auf das Feld durchführen, warnte jedoch, dass die USA South Pars „vollständig in die Luft jagen“ würden, sollte der Iran Katar weiter angreifen.
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