Ein uneinheitliches Bild hat sich zum Wochenstart an den Energiemärkten gezeigt. Am Strommarkt fehlte eine klare Richtung, wobei die deutlich steigende Einspeiseleistung der Erneuerbaren kurzfristig preisdämpfend wirkte. Das lange Ende blieb dagegen stabil. CO2 legte zu und erhielt Unterstützung durch die Aussicht auf niedrigere Temperaturen sowie eine weiterhin angespannte Marktlage. Am Gasmarkt kam es nach zwischenzeitlichen Gewinnen zu einer Verschnaufpause, ausgelöst durch Signale einer möglichen Entspannung im Nahostkonflikt. Dennoch bleibt das Niveau hoch, da strukturelle Risiken wie niedrige Speicherstände und gestörte LNG-Flüsse fortbestehen.
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Strom: Ohne klare Richtung hat sich der deutsche OTC-Strommarkt am Montag gezeigt. Der Dienstag kostete im Base 77,00
Euro je Megawattstunde, im Peak mussten 56,75
Euro je Megawattstunde bezahlt werden. An der Börse wurde der Dienstag mit 76,81
Euro in der Grundlast und 56,45
Euro in der Spitzenlast gehandelt.
Die Einspeiseleistung der Erneuerbaren dürfte am Dienstag mit 34,7
Gigawatt deutlich höher ausfallen als noch am Montag, für den 12,9
Gigawatt in Aussicht gestellt wurden. Für den Mittwoch wird der Spitzenwert der laufenden Woche mit 48,8
Gigawatt erwartet, bevor die Einspeiseleistung ab Donnerstag jeden Tag ein Stück zurück gehen dürfte.
Am langen Ende des Strommarktes gewann das Cal
27 bis zum Nachmittag 0,23 auf 98,94
Euro je Megawattstunde.
CO2: Fester haben sich die CO2-Preise am Montag präsentiert. Der Dec
26 gewann bis gegen 14.00
Uhr 1,21 auf 68,87
Euro je Tonne. Umgesetzt wurden bis zu diesem Zeitpunkt 26,2
Millionen Zertifikate. Das Hoch lag bei 70,03
Euro, das Tief bei 65,72
Euro.
Die Aussichten auf unterdurchschnittliche Temperaturen in den kommenden Tagen dürften den Analysten von Vertis zufolge ein stützender Faktor für die CO2-Preise sein, vor allem vor dem Hintergrund der ohnehin schon angespannten Stimmung an den Energiemärkten.
Erdgas: Die europäischen Gaspreise haben zum Start in die neue Woche etwas nachgegeben. Der Frontmonat am niederländischen TTF verlor bis gegen 14.00
Uhr 2,300 auf 56,900
Euro je Megawattstunde. Am deutschen THE ging es um 3,635 auf 57,650
Euro je Megawattstunde nach unten.
Die Gaspreise hatten im Handelsverlauf am Berichtstag zunächst zugelegt und waren zeitweise über die Marke von 60
Euro geklettert, bevor es wieder etwas abwärts ging. Hintergrund war die Aussage von Präsident Donald Trump, das US-Militär werde geplante Angriffe auf iranische Kraftwerke und Energieinfrastruktur für fünf Tage verschieben, nachdem es „produktive“ Gespräche zwischen Washington und Teheran gegeben habe.
Dennoch weisen Analysten darauf hin, dass der Krieg im Nahen Osten in die vierte Woche geht und die Preise um mehr als 90
Prozent zugelegt haben, getrieben durch den gestoppten Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus sowie schwere Schäden an der weltweit größten LNG-Exportanlage in Katar. Und diese Störungen treffen Europa in einer sensiblen Phase: Die EU-Speicherstände liegen weiterhin unter 29
Prozent, was die Aussicht auf einen verschärften Wettbewerb mit asiatischen Käufern um LNG-Ladungen erhöht. „Asiatische LNG-Käufer beobachten die Situation genau, viele zögern angesichts der hohen Preise, ihre Käufe am Spotmarkt auszuweiten“, schreiben Analysten von ANZ. „Die Dauer der Störungen könnte dies jedoch zunehmend erschweren.“
// VON Marie Pfefferkorn WENIGER