BILANZ. Der baden-württembergische Energiekonzern bilanziert für 2025 einen bereinigten Gewinn von 1,4 Milliarden Euro. Die Investitionen stehen mit 7,6 Milliarden Euro zu Buche.
EnBW spricht von einem guten Jahr. „In Summe können wir sagen, dass wir das Geschäftsjahr operativ erfolgreich abgeschlossen haben – trotz vieler regulatorischer Unsicherheiten und geschäftlicher Herausforderungen“, sagte Georg Stamatelopoulos bei der Vorstellung der Bilanz für 2025. Mit einem bereinigten Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 5,1
Milliarden Euro sei „das Geschäftsziel, das wir uns vorgenommen hatten“, erreicht worden, betonte der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens. Unter dem Strich ergab sich ein bereinigter Konzernüberschuss von 1,42
Milliarden Euro.
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Bereinigt liegen die Zahlen auf dem Niveau von 2024. Im Vorjahr betrug das bereinigte Ebitda 4,90
Milliarden Euro, als Konzernüberschuss standen 1,50
Milliarden Euro zu Buche. Unbereinigt ging das Ebitda von 5,15 auf 4,73
Milliarden Euro zurück, der Konzernüberschuss sank von 1,82
Milliarden auf 451
Millionen Euro. „Grundsätzlich verlief die operative Ergebnisentwicklung weitgehend stabil“, erklärte eine Konzernsprecherin auf Anfrage von E&M. Nach unten gezogen wurde der Gewinn durch das neutrale Ergebnis, das Effekte enthält, „die von uns nicht prognostiziert oder nicht direkt beeinflusst werden können“.
Mona und Morgan drücken KonzernergebnisDazu gehörten die Abschreibungen auf die Offshore-Windkraftprojekte Morgan und Mona. Sie schlugen sich in einer Wertberichtigung in Höhe von rund 1,2
Milliarden Euro nieder. Als EnBW 2021 in die Projekte in der Irischen See einstieg, sei die Welt eine andere gewesen, sagte Stamatelopoulos. „Heute sehen wir massiv gestiegene Kosten, Herausforderungen auf der Lieferantenseite und Auktionsergebnisse für Einspeisevergütungen, die uns für einen wirtschaftlichen Betrieb nicht ausreichen. Deshalb haben wir entschieden, diese Projekte nicht mehr weiter zu verfolgen.“
Zudem hätten sich außerplanmäßige Zuführungen zu den Kernenergierückstellungen negativ ausgewirkt, teilte EnBW mit. „Hier sehen wir gestiegene Kosten sowie Verzögerungen bei den Rückbauprojekten“, so die Konzernsprecherin. Überdies habe man auch im vergangenen Geschäftsjahr außerplanmäßige Abwertungen auf einzelne Anlagen oder Beteiligungen durchführen müssen. „Weiter haben wir, wie zu jedem Abschlussstichtag, unsere Derivate – Sicherungsgeschäfte im Handel – bewertet, die ebenfalls das neutrale Ergebnis belasten.“
Finanzvorstand Thomas Kusterer betonte, dass man in allen drei Geschäftsbereichen „unsere Ergebniserwartungen“ erreicht habe. Hauptgrund für den Rückgang des bereinigten Konzernüberschusses sei eine niedrigere Marktbewertung von Wertpapieren gegenüber dem Vorjahr. Die Nettoverschuldung habe man im vergangenen Geschäftsjahr um mehr als 1
Milliarde Euro reduzieren können.
Im Segment „Systemkritische Infrastruktur“ stieg das bereinigte Ebitda laut Bilanz auf 2,7
Milliarden Euro. Wesentlich für die Steigerung seien die Rückflüsse aus den hohen Investitionen in den für den Umbau des Energiesystems erforderlichen Netzausbau gewesen, sagte Kusterer.
Investitionen deutlich gestiegenDas bereinigte Ebitda im Segment „Nachhaltige Erzeugungsinfrastruktur“ bezifferte er auf 2,3
Milliarden, rund 13 Prozent weniger als 2024. Das Geschäft mit Erneuerbaren trug dazu 1,1 Milliarden Euro bei (minus 7
Prozent), aus dem Geschäftsbereich thermische Erzeugung und Handel kamen 1,2 Milliarden Euro (minus 18
Prozent).
Das Segment „Intelligente Infrastruktur für Kundinnen und Kunden“ erzielte ein bereinigtes Ebitda von rund 353 Millionen Euro (plus 9 Prozent). Positiv ausgewirkt hätten sich insbesondere gestiegene Beiträge aus dem Stromvertrieb und der Elektromobilität.
Die Investitionen des Energieriesen summierten sich im vergangenen Jahr auf 7,6
Milliarden Euro, 22
Prozent mehr als 2024. Rund 4,5
Milliarden flossen in Strom- und Gasnetze.
2,3
Milliarden Euro investierte EnBW nach eigenen Angaben in nachhaltige Erzeugungsinfrastruktur, darunter der Offshore-Windpark „HeDreiht“ und der sich in Planung befindende Offshore-Windpark Dreekant.
Konzernchef Stamatelopoulos bezifferte den Ausbau bei Wind und Solar im Jahr 2025 auf 800
MW. „Damit sind inzwischen rund 66 Prozent unserer installierten Leistung erneuerbar. Das zeigt: Wir sind ‚on track‘ beim Ziel, bis 2035 klimaneutral zu sein“, sagte er.
Für das laufende Geschäftsjahr erwartet das Management ein operatives Ergebnis in einer Bandbreite von 4,6 bis 5,1
Milliarden Euro.
EnBW-Geschäftsentwicklung| Kennzahlen (in Milliarden Euro) | 2025 | 2024 |
| Umsatzerlöse | 34,81 | 35,01 |
| Ebitda | 4,73 | 5,15 |
| bereinigtes Ebitda | 5,07 | 4,90 |
| Ebit | 2,25 | 2,84 |
| bereinigtes Ebit | 3,30 | 3,18 |
| Ebt | 0,84 | 2,69 |
| Konzernüberschuss | 0,45 | 1,82 |
| bereinigter Konzernüberschuss | 1,42 | 1,50 |
| Bruttoinvestitionen | 7,58 | 6,24 |
| Nettoschulden | 13,15 | 14,24 |
Quelle: EnBW
// VON Manfred Fischer WENIGER