Fester haben sich am Donnerstag die Energienotierungen gezeigt, die damit nach den Abgaben vom Vortag eine Kehrtwende vollzogen. Ursache der Aufschläge sind wachsende Zweifel an den Äußerungen von US-Präsident Donald Trump, der ein rasches Ende des Irankriegs in Aussicht gestellt hatte. Während die US-Regierung von fortdauernden Friedensgesprächen berichtete, wies der Iran diese Darstellung zurück und drohte eine weitere Eskalation an. Staatsnahe iranische Medien berichteten, dass Teheran nach der Straße von Hormus auch die Meerenge Bab al-Mandeb blockieren könnte, ebenfalls ein wichtiger Seehandelsweg.
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Sowohl der Konflikt zwischen den USA und Israel mit dem Iran als auch der Krieg zwischen Russland und der Ukraine „dürften länger andauern, als von vielen Analysten vorhergesagt, und die Wahrscheinlichkeit eines Einsatzes von US-Bodentruppen gegen den Iran steigt“, schreibt Dennis Kissler von BOK Financial in einer Research Note.
Strom: Sehr fest hat sich der deutsche OTC-Strommarkt am Donnerstag gezeigt. Strom folgte damit der Aufwärtsbewegung bei Gas, Öl, Kohle und CO2. Der Day-ahead legte um 27,00 auf 118,75
Euro je Megawattstunde im Base und um 37,50 auf 107,00
Euro je Megawattstunde im Peak zu. An der Börse kostete der Day-ahead 118,53
Euro in der Grundlast und 106,69
Euro in der Spitzenlast. Ursächlich für den Preisanstieg beim Day-ahead war zudem die geringere Einspeiseleistung der Erneuerbaren, die für den Freitag vorhergesagt wird. Dieses soll laut den Meteorologen von Eurowind von 37 Gigawatt am Berichtstag auf 23,2
Gigawatt sinken. Eurowind zufolge ist auch für Samstag und Sonntag in Deutschland mit nur mäßigen Beiträgen von Wind und Solar zu rechnen, ehe am Montag und Dienstag wieder eine sehr hohe Einspeiseleistung erwartet wird. Am langen Ende legte das Strom-Frontjahr um kräftige 3,49 auf 97,70
Euro zu.
CO2: Die CO2-Preise haben am Donnerstag ebenfalls zugelegt. Der Dec
26 gewann bis gegen 14.00 Uhr um 0,75 auf 71,50 Euro je Tonne. Umgesetzt wurden bis zu diesem Zeitpunkt 13,9 Millionen Zertifikate. Das Hoch lag bei 71,99 Euro, das Tief bei 70,40
Euro. Notierungen oberhalb der psychologischen Unterstützung bei rund 70
Euro hielten die Kurse in einem eher neutralen Bereich und schüfen eine Basis für mögliche Tests der 73,50-Euro-Marke vor dem Wochenende, so die Analysten von Redshaw Advisors. Diese Einschätzung könnte sich jedoch schnell ändern, sollten neue Schlagzeilen zu politischen Reformen des EU-ETS erscheinen.
Erdgas: Deutlich erhöht haben sich die Erdgaspreise am Donnerstag. Am TTF gewann der Frontmonat April um 2,550 auf 54,950
Euro je Megawattstunde. Am deutschen THE bewegte sich der Day-ahead um 2,050 auf 56,150
Euro je Megawattstunde. Auslöser der Preissteigerungen ist das Schwinden der Hoffnungen auf ein rasches Ende des Irankriegs, die am Vortag von Äußerungen des US-Präsidenten Donald Trump genährt worden waren. Analysten verweisen zudem auf die schwindenden Gas-Lagerbestände in der Europäischen Union. In den Niederlanden sind die Lager nur zu 6 Prozent ausgelastet, in Deutschland zu etwa 22 Prozent. „Sollten diese Versorgungsengpässe anhalten, könnte das Auffüllen der Lager vor der nächsten Heizperiode den Wettbewerb um Lieferungen verschärfen“, so Analysten der ANZ.
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