Engpässe in den Stromnetzen haben auch im vergangenen Jahr erneut zu zeitweiligen Abschaltungen von Wind- und Sonnenstromanlagen geführt. „Insgesamt machten die Abregelungen Erneuerbarer Energien 3,5 Prozent der gesamten erneuerbaren Stromerzeugung aus“, berichtete die Bundesnetzagentur in Bonn. „Damit konnten mehr als 96
Prozent der erneuerbaren Energie ins Netz eingespeist und von den Endverbrauchern genutzt werden“, betonte die Behörde. Bereits 2024 mussten 3,5
Prozent der erneuerbaren Stromerzeugung abgeregelt werden.
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Die Anlagenbetreiber auf beiden Seiten bekommen bei solchen Maßnahmen Geld: Die Betreiber konventioneller Kraftwerke für zusätzliche Einsätze auf der einen Engpass-Seite, die Erneuerbaren-Betreiber als Entschädigung für abgeregelten Strom auf der anderen Seite. Diese Kosten werden über die Netzentgelte auf alle Stromkunden umgelegt.
Engpassmanagement kostete 3,1 Milliarden Euro Die Kosten für das gesamte Netzengpassmanagement stiegen 2025 laut Bundesnetzagentur um vier Prozent auf knapp 3,1
Milliarden Euro. Das Maßnahmenvolumen blieb gleich. 2023 lagen die Kosten noch bei etwa 3,4
Milliarden Euro.
Wenn die Einspeisung von Erzeugungsanlagen reduziert wurde, stammten 2025 60
Prozent des betroffenen Stromvolumens von Erneuerbaren-Anlagen. Aber auch konventionelle Kraftwerke waren von solchen Maßnahmen betroffen. Die am stärksten betroffenen Energieträger waren dabei Braunkohle, Erdgas und Steinkohle.
Das Volumen der Redispatch-Maßnahmen, bei denen die Einspeisung von Erzeugungsanlagen reduziert wurde, belief sich 2025 auf 15,55 Milliarden kWh. Das waren rund 1,08 Milliarden kWh mehr – umgerechnet 7 Prozent mehr – als 2024.
Innerhalb der Erneuerbaren-Anlagen verschoben sich die Anteile. Das Redispatch-Volumen bei Photovoltaikanlagen stieg um 94
Prozent auf 2,7
Milliarden kWh (2024: 1,39
Milliarden kWh). Das Volumen bei Offshore-Windenergieanlagen betrug 3,35
Milliarden kWh (2024: 4,57
Milliarden kWh). Die Abregelung von Onshore-Windenergieanlagen summierte sich auf 3,23
Milliarden kWh (2024: 3,39
Milliarden kWh).
Die vorläufigen Einsatzkosten für Redispatch-Maßnahmen mit konventionellen Anlagen beliefen sich im Jahr 2025 laut Bonner Behörde auf 1.176
Millionen Euro. Das bedeutet ein Rückgang um rund 5
Prozent im Vergleich zum Vorjahr (2024: 1.233
Millionen Euro). Die Bundesnetzagentur erklärt die Entwicklung zum einen mit den gesunkenen Brennstoffpreisen. Zum anderen liege es daran, dass das Volumen der positiven Redispatch-Maßnahmen mit konventionellen Marktkraftwerken im Vergleich zu 2024 zurückgegangen sei.
Weniger Geld für EE-AnlagenbetreiberDen finanziellen Ausgleich an die Anlagenbetreiber von abgeregelten Erneuerbaren Energien beziffert die Behörde auf rund 433
Millionen Euro – ein Rückgang um rund 22
Prozent (2024: 554
Millionen Euro). Dass der finanzielle Ausgleich für EE-Anlagen trotz eines stabilen Redispatch-Volumens gesunken sei, sei im Wesentlichen auf höhere Großhandelspreise zurückzuführen (2024: durchschnittlich 78,51
Euro/MWh; 2025: durchschnittlich 89,32
Euro/MWh), die zu einer geringeren Marktprämie geführt haben.
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Kosten des Netzengpassmanagements (Zum Vergrößern auf die Grafik klicken) Quelle: Bundesnetzagentur |
Die vorläufigen vorhalte- und einsatzunabhängigen Kosten der Reservekraftwerke beliefen sich nach Angaben des Regulierers 2025 auf 952
Millionen Euro (2024: 696
Millionen Euro). Die Einsatzkosten betrugen rund 407
Millionen Euro (2024: 372
Millionen Euro). Die Gesamtkosten summierten sich demzufolge auf 1.359
Millionen Euro betrugen.
Das Bundeswirtschaftsministerium will, dass der Ausbau von Stromnetzen und erneuerbaren Energien künftig besser aufeinander abgestimmt wird und die insgesamt die Kosten sinken. Einem Referentenentwurf zufolge soll es in stark belasteten Netzgebieten künftig für neue Wind- oder Solarparks keine Entschädigung mehr geben, falls die Anlagen abgeregelt werden müssen. Umweltverbände, die Grünen und die Erneuerbaren-Branche kritisieren die Pläne.
Die Bundesnetzagentur hat die Zahlen zum Netzengpassmanagement im vierten Quartal und im Gesamtjahr 2025 auf
smard.de veröffentlicht.
// VON dpa, Manfred Fischer WENIGER