BILANZ.
Der Übertragungsnetzbetreiber Amprion weist für das Jahr 2025 einen bereinigten Konzernüberschuss von 672 Millionen Euro aus. In den Netzausbau flossen 5,4 Milliarden Euro.
Kräftiges Plus in Dortmund: Der Übertragungsnetzbetreiber Amprion steigerte im vergangenen Jahr den Konzernüberschuss bereinigt um 72
Prozent auf 672
Millionen Euro. „Wir konnten wirklich eine außergewöhnlich gute operative Geschäftsentwicklung verzeichnen“, sagte Finanzchef Peter Rüth bei der Vorstellung der Bilanz am 1.
April in der Ruhrmetropole.
// VON Manfred Fischer
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In dem nach IFRS-Standard errechneten Nettogewinn enthalten sei ein einmaliger positiver Effekt durch das Steuerentlastungspaket der Bundesregierung. „Bereinigt um diesen Effekt – wenn man auf die operative Leistungsfähigkeit schaut − zeigte der Jahresüberschuss ein Wachstum von 34
Prozent gegenüber dem Vorjahresergebnis“, erläuterte Rüth.
Die Konzern-Außenumsatzerlöse stiegen laut Finanzbericht 2025 gegenüber dem Vorjahr um 8,9
Prozent auf 6,1
Milliarden Euro. Ausschlaggebend dafür seien unter anderem gestiegene Erlöse aus Netzentgelten gewesen. „Diese resultieren aus einer durch den voranschreitenden Netzausbau und damit investitionsbedingt gestiegenen Erlösobergrenze sowie aus höheren Erlösen aus dem Aufschlag für besondere Netznutzung“, heißt es im Bericht.
Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) erreichte der Netzbetreiber ein Ergebnis von 2,15
Milliarden Euro (2024: 1,69
Milliarden Euro). Um Sondereffekte bereinigt ergab sich ein Ebitda von 1,53
Milliarden Euro (2024: 1,23
Milliarden Euro).
42 Milliarden Euro bis 2030Die Investitionen beliefen sich im Jahr 2025 auf 5,4
Milliarden Euro – ein Anstieg um ungefähr ein Drittel im Vergleich zum Vorjahr. „Bei den Investitionen lagen wir voll im Plan“, sagte Rüth. „Der überwiegende Teil dieser Investitionen waren Erweiterungsinvestitionen.“ In den nächsten fünf Jahren will Amprion rund 42
Milliarden Euro für Netzausbau und Digitalisierung in die Hand nehmen.
Die Investitionen schlagen sich deutlich in der regulierten Vermögensbasis (RAB) nieder. „Bis Ende 2025 ist unsere RAB auf 16,5
Milliarden Euro gestiegen. Dies entspricht einen Anstieg von 42
Prozent“, berichtete der Finanzchef.
Das Eigenkapitalwachstum in der Zeit von Dezember 2024 bis Ende 2025 bezifferte er auf rund 3,5
Milliarden Euro. Darin enthalten sind sowohl die Eigenkapitalzuführung der Anteilseigner als auch thesaurierte Gewinne, die in die Rücklagen einflossen.
Die eigene Strategie beim Netzausbau beschreibt Amprion mit der Formel: „Das richtige Netz zur richtigen Zeit.“ Man baue nur das, was in jedem Szenario des Netzentwicklungsplans der Bundesnetzagentur robust sei. „Bis zum Ende dieser Dekade schließen wir 35
GW neue Anlagen an unser Netz an“, betonte der Amprion-Chef Christoph Müller. Zum Vergleich: „Die heutige maximale Last liegt im Amprion-Netzgebiet bei circa 27
GW“, so Müller.
„Wir brauchen eine positive Absichtsvermutung“Positiv äußerte er sich zu den Überlegungen des Bundeswirtschaftsministeriums zum Netzausbau. „Soweit bisher bekannt, bietet das Netzpaket dafür wichtige Lösungsansätze. Flexible Anschlussverträge werden helfen, knappe Netzkapazitäten optimal auszulasten“, sagte Müller und hob die Rolle der Politik hervor: Die Bundesregierung müsse die Prioritäten zwischen Dekarbonisierung und Digitalisierung und Standortsicherung setzen. „Die Entscheidung, ob ein Batteriespeicher, ein Rechenzentrum oder eine Fabrik den begehrten Netzanschluss bekommen soll, diese Entscheidung können und wollen wir als Übertragungsnetzbetreiber nicht treffen.“
Müller nahm die Bilanzvorstellung zum Anlass, um auch noch einmal auf das Thema Eigenkapitalverzinsung aufmerksam zu machen. „Wir brauchen eine Eigenkapitalverzinsung, die im internationalen Wettbewerb Bestand hat“, forderte er. Finanzchef Rüth ließ durchblicken, dass man in Dortmund die Schritte für die 5. Regulierungsperiode ab 2029 „positiv“ sehe. „Wir haben ein deutlich einfacheres, transparenteres System für Investoren am Kapitalmarkt.“ Als Beispiel nannte er den Ansatz, eine internationale Vergleichbarkeit des Regulierungssystems herzustellen.
Den Geschäftszahlen und Forderungen an die Politik ließ Christoph Müller einen emotionalen Appell folgen. „Wir brauchen weniger aufgeheizte und polemische Debatten und mehr Sachlichkeit. Wir brauchen eine positive Absichtsvermutung“, sagte er. „Nicht jeder, dem Klimaneutralität wichtig ist, will die deutsche Wirtschaft dafür ruinieren. Und nicht jeder, der die Wettbewerbsfähigkeit unseres Standorts betont, ist bereit, dafür das Klima zu opfern.“
Kennzahlen nach HGB| Millionen Euro | 2025 | 2024 |
| Umsatzerlöse | 13.708 | 13.269 |
| Ergebnis vor Steuern | 767,2 | 573,0 |
| Jahresüberschuss | 641,6 | 381,4 |
Quelle: Amprion
// VON Manfred Fischer
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