9. April 2026
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Entspannung bei Öl- und Gaspreisen nach Waffenruhe-Ankündigung
Quelle: Shutterstock / Michal Bednarek
FOSSILE.  Die fossilen Energiepreise sind am  8. April gepurzelt: Iran, Israel und die USA hatten sozusagen in letzter Minute einen Waffenstillstand vereinbart.
Die Vereinbarung zwischen den Hauptkontrahenten des Irankriegs sehen eine zweiwöchige Waffenruhe und die Öffnung der Straße von Hormus für den Schiffsverkehr vor, die unter anderem für etwa 20 Prozent des globalen Ölverbrauchs wichtig ist. Der Waffenstillstand kam kurz vor einem Ultimatum von Donald Trump zustande, wahrscheinlich auf Vermittlung des besonders von den Lieferausfällen betroffenen Pakistan. Der US-Präsident hatte dem Iran mit der Auslöschung seiner Zivilisation und der Zerstörung von Kraftwerken sowie weiterer Energieinfrastruktur gedroht.
// VON Georg Eble und Marie Pfefferkorn / dpa  MEHR...

Unklar ist dabei, ob der Iran weiterhin sein seerechtswidriges Schutzgeld von bis zu 2 Millionen US-Dollar pro Öltanker erhebt, der eine der iranischen Küste näher liegende Route passiert. Das iranische Außenministerium jedenfalls forderte die Reeder zur vorigen Abstimmung ihres Kurses mit dem iranischen Militär auf. Mehr als 400 Tanker sollen beiderseits des Ausganges des Persischen Golfs ankern und auf ihre Weiterfahrt warten.

Analysten: Ölpreis bleibt vorerst auf erhöhtem Niveau

Öl: Die Ölpreise haben am Mittwoch deutlich nachgegeben. Juni-Brent verlor bis gegen 17.00 Uhr 14,85 auf 94,42 Dollar je Barrel. Mai-Gasöl verbilligte sich um 230,75 auf 1137,00 Dollar je Tonne. Die Unsicherheit darüber, ob der Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran Bestand haben wird, dürfte laut Analysten aber dafür sorgen, dass die Preise zunächst auf einem erhöhten Niveau verharren. Ein weiterer Faktor ist die Zeit, die es brauchen dürfte, bis sich die Staus rund um die Straße von Hormus auflösen und sich die Versorgung wieder normalisiert.

Trump erklärte am frühen Mittwoch in einem Beitrag in sozialen Medien, die USA würden „bei der Bewältigung des Verkehrsstaus“ in der Meerenge helfen. „Es wird viele positive Entwicklungen geben! Es wird viel Geld verdient werden. Iran kann mit dem Wiederaufbau beginnen“, schrieb er.

Laut der Schiffsverfolgungsseite MarineTraffic schienen am frühen Mittwoch zwei Schiffe zu versuchen, die Meerenge zu passieren. Mehrere weitere Schiffe waren ebenfalls auf dem Weg dorthin.

Erdgas: Der Day-ahead-Preis für den kontinentalen Leitkontrakt an der niederländischen TTF sank ebenfalls deutlich. Der Frontmonat Mai verlor bis gegen 14.00 Uhr 7,425 Euro auf 45,075 Euro je Megawattstunde. Auch a, deutschen THE ging es für den Day-ahead nach unten (s. separaten Marktkommentar.)

„Der globale LNG-Markt hat sich von einer kurzfristigen Störung in eine Phase struktureller Anspannung verschoben“, so Analysten von ANZ, bevor der Waffenstillstand bekannt wurde (wir berichteten). Ihre Bedenken dürften aber weitergelten: „Selbst wenn sich die Schifffahrtsrouten wieder öffnen, lässt sich der Ausfall katarischer Mengen nicht kurzfristig kompensieren. Der Markt wird daher über höhere Preise, Lagerabbau und eine Rationierung der Nachfrage ins Gleichgewicht gebracht.“ Der Iran hatte durch seine Angriffe auf den LNG-Komplex Ras Laffan 17 Prozent der katarischen Produktionskapazität zerstört.

Bundesregierung rechnet nicht mit schnell sinkenden Spritpreisen

Trotz abgestürzter Rohölpreise haben die allermeisten Tankstellen am Mittwochmittag ihre Preise deutlich erhöht. Im bundesweiten Durchschnitt verteuerte sich Superbenzin der Sorte E10 zwischen 11.45 Uhr und 12.15 Uhr um 5,7 Cent pro Liter, Diesel um 5,3 Cent, wie der ADAC mitteilt. Nach der Erhöhung kostete ein Liter E10 im Schnitt 2,208 Euro, ein Liter Diesel 2,471 Euro.

Die Bundesregierung hat vor einer überzogenen Erwartung schnell sinkender Spritpreise infolge der Waffenruhe im Iran-Krieg gewarnt. „Die Wiedereröffnung der Straße von Hormus braucht Zeit und führt nicht schnell unmittelbar zurück zum Status aus dem Februar“, sagte der stellvertretende Regierungssprecher Sebastian Hille in der Bundespressekonferenz in Berlin.

Energiepreis-Krisengipfel in Berlin

Vizekanzler Lars Klingbeil lädt Wirtschaft und Gewerkschaften zu einem Energiepreis-Krisengipfel am Freitag ein. Es würden Maßnahmen geprüft, wie Verbraucher möglichst zielgenau entlastet werden können, hieß es. 

Der SPD-Chef hatte zum Beispiel Entlastung über eine Mobilitätsprämie angeregt und deren Finanzierung über eine Übergewinnsteuer. Außerdem wirbt er für einen flexiblen Preisdeckel für Sprit. Unionsfraktionsvize Sepp Müller (CDU) sagte, die Lage sei komplex und volatil und gebe keinen Grund für voreilige Kurskorrekturen. Ein Waffenstillstand sei noch kein tragfähiger Frieden.
// VON Georg Eble und Marie Pfefferkorn / dpa
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  POLITIK & RECHT
Quelle: OpenAI
Minister(innen) für Wirtschaft haben's auch nicht leicht
SPECULANTIUS. In der Rubrik „Speculantius“ veröffentlicht die Redaktion für den Markt relevante Gerüchte, Meinungen und unbestätigte Berichte.
Das haben die vergangenen Jahre auf jeden Fall gezeigt: Er hat’s nicht leicht, so ein Wirtschaftsminister. Dass das selbstverständlich auch für eine Wirtschaftsministerin gilt, ist schnell klar geworden. Der eine reißt sich die Beine aus, um Ersatz fürs abgedrehte Russengas zu beschaffen, stolpert dann aber über den Habeck'schen-Heizhammer. Und wird von einem bayerischen Ministerpräsidenten zum schlechtesten Wirtschaftsminister aller Zeiten gekürt. Dabei hätte er, um den zu finden, gar nicht bis ins ferne Berlin spähen, sondern nur mal ums Eck schielen müssen. 
 // VON Günter Drewnitzky MEHR...

Jetzt also Katherina Reiche. Erst muss sie sich vorwerfen lassen, die erneuerbaren Energien auszubremsen, weil sie sich um die Kosten und um die Stabilität der Netze sorgt. Also, dass gerade sie davon nichts versteht, kann man der ehemaligen Westenergie-Chefin sicher nicht vorwerfen. Aber dann das: Sie sucht sich gerade „strategische Top-Management-Beratung für die Behördenleitung“. Von außen! Wen wundert es da, dass das Gemaule unter den Ministerialbeamten groß ist, traut ihnen die Chefin offenbar sonst keine Großtaten zu. Sollen sie doch froh sein, dass sie jetzt (noch) weniger arbeiten müssen. 

Worum geht es genau? 9.000 Arbeitsstunden pro Jahr sollen zugekauft werden. Da dürften ein paar Millionen Euro zusammenkommen. Andererseits sind wohl im Ministerium viele Führungsposten unbesetzt, auch in den unteren Etagen soll die Personaldecke eher dünn sein. Das wiederum muss nicht zwangsläufig mit der vielfach vermuteten Unbeliebtheit der obersten Chefin bei ihren Mitarbeitern zu tun haben.

Was auch auffällt: dass die als detailversessen bekannte Reiche für eine sehr genaue Definition der ausgeschriebenen externen Leistung gesorgt hat. Dazu gehören Organisationsgestaltung, Prozesssteuerung, Effizienzgewinne, Vorhabenplanung und Unterstützung bei der Bearbeitung prioritärer Themenfelder wie industrielle Transformation, wirtschaftliche Resilienz, Rohstoffsicherheit und Zukunftstechnologien. Also eigentlich alles, was interessant und wichtig ist.

Leidenschaftlicher Disput

Laut dem Spiegel, der zuerst über Reiches umstrittene Pläne berichtet hatte, trifft die Aktion in der Belegschaft des Ministeriums auf reichlich Unverständnis. Die ausgeschriebenen Anforderungen würden das „Herzstück der Verwaltung“ betreffen, heißt es da etwa, von mangelndem Vertrauen in die Expertise der eigenen Belegschaft ist die Rede und davon, dass „Denken ausgelagert wird“. Dass es dazu auch andere Ansichten gibt, liegt auf der Hand. Da ist die Rede von verkrusteten Strukturen in der Behörde, von fehlender Reformbereitschaft und von einem Mangel an neuen und frischen Ideen.

Auch auf den Karriereplattformen wird das Thema selbstverständlich leidenschaftlich diskutiert. Ein vielfach angeführtes Argument: Das Personal, das uns durch die größte Energiekrise gebracht und unter einem Minister Robert Habeck hervorragende Arbeit geleistet hat, soll es nicht können? Wobei die Diskussion beim Stichwort Habeck ganz automatisch auf den Namen Reiche zurückkommt und zur Frage, ob das eigentliche Problem des Ministeriums nicht seine oberste Spitze ist und diese nicht das Kernproblem darstellt, das ausgelagert gehört.

Oder ob Reiche die Ja-Sager in den eigenen Reihen vermisst, wenn es um das Stutzen der Erneuerbaren zugunsten fossiler Energien geht, denen der Umweltgedanke wichtig ist und die nicht Tag und Nacht auf Abruf sind, wenn die Ministerin mal wieder etwas ganz genau wissen will.
 // VON Günter Drewnitzky
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Förderprogramm für Ladeinfrastruktur läuft an
Quelle: Pixabay / Joenomias
ELEKTROFAHRZEUGE. Die Anträge für das staatliche Förderprogramm zum Aufbau von Ladeinfrastruktur in und an Mehrparteienhäusern läuft ab dem 15. April. Antragssteller sollten schnell sein. 
Das Bundesverkehrsministerium startet am 15. April um 10 Uhr das Förderprogramm für den Aufbau von Ladeinfrastruktur in und an Mehrparteienhäusern. Insgesamt stehen dafür bis zu einer halben Milliarde Euro bereit. Gefördert werden nicht nur Wallboxen und die technische Ausrüstung, sondern auch der Netzanschluss sowie notwendige Baumaßnahmen, so das Ministerium. Ziel ist es, den Ausbau privater Ladepunkte im Geschosswohnungsbau voranzubringen.
 // VON Stefan Sagmeister MEHR...

Das Programm umfasst drei Förderbereiche: Antragsberechtigt sind erstens Wohnungseigentümergemeinschaften (WEG), zweitens kleine und mittlere Unternehmen (KMU) und Eigentümer von Mehrfamilienhäusern und drittens Wohnungsbaugesellschaften und Immobilienunternehmen mit größerem Wohnungsbestand. Auf der Internetseite zum Programm liefert ein „QuickCheck“ eine erste Einschätzung, ob ein Vorhaben grundsätzlich förderfähig ist.

Für WEG sowie für KMU und vermietende Privateigentümer gilt ein Verfahren nach Eingang der Anträge. Die Frist läuft vom 15. April 2026 bis zum 10. November 2026. Auf der Programmseite wird dieses Verfahren ausdrücklich als „First come, first served“ beschrieben. Für Wohnungsbaugesellschaften und Immobilienunternehmen mit großem Bestand läuft die Antragstellung ebenfalls ab dem 15. April, endet aber bereits am 15. Oktober 2026. In diesem Fall erfolgt die Vergabe in einem wettbewerblichen Verfahren.

20 Prozent der Stellplätze müssen vorverkabelt werden

Die Förderung ist an Bedingungen geknüpft. Mindestens 20 Prozent der vorhandenen Stellplätze eines Mehrparteienhauses müssen vorverkabelt werden. Zudem müssen mindestens sechs Stellplätze elektrifiziert werden. Die Ladeleistung pro Ladepunkt darf höchstens 22 kW betragen. Der Förderbetrag liegt bei bis zu 1.300 Euro je Stellplatz ohne installierte Wallbox, bei bis zu 1.500 Euro mit Wallbox und bei bis zu 2.000 Euro für einen Ladepunkt, der bidirektionales Laden unterstützt.

Wer Förderung beantragen will, muss den Antrag online stellen. Die offizielle Anlaufstelle ist die Internetseite „Laden im Mehrparteienhaus“. Dort finden sich Förderaufrufe, FAQ, Download-Bereiche, Kontaktmöglichkeiten und die Weiterleitung zur digitalen Antragstellung. 

Laut Förderaufruf werden sowohl der Antrag als auch später der Verwendungsnachweis über das zugehörige Online-Portal eingereicht. Inhaltlich betreut wird das Programm von der Nationalen Leitstelle Ladeinfrastruktur unter dem Dach der NOW GmbH, umgesetzt wird es durch die Beratungsgesellschaft PWC.
 // VON Stefan Sagmeister
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Besorgnis ohne Konsequenzen
Quelle: Pixabay / Kosta
UMFRAGE. Vier von fünf Befragten einer Eon-Umfrage wünschen sich mehr Unabhängigkeit von Energieimporten. Sorgen machen sich fast alle − private Konsequenzen zieht aber bislang kaum jemand.
Neun von zehn Deutschen erwarten steigende Energiepreise infolge des Krieges im Nahen Osten, 70 Prozent befürchten sogar Versorgungsenpässe bei fossilen Energieträgern. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut Civey im Auftrag des Energieversorgers Eon durchgeführt hat. 
 // VON Katia Meyer-Tien MEHR...

Trotz der pessimistischen Perspektive hat die Mehrheit der Befragten einer Mitteilung von Eon zufolge bislang privat keine Konsequenzen gezogen: Mehr als die Hälfte der Deutschen habe angegeben, seinen Energieverbrauch nicht eingeschränkt zu haben. Auch die Motivation zum Wechsel zur E-Mobilität wird bislang nur wenig befördert: Nur etwa ein Fünftel der Fahrer von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor denke verstärkt über den Umstieg auf ein Elektroauto nach. Und unter Hausbesitzern mit Gas- oder Ölheizung habe nur weniger als ein Drittel eine erhöhte Bereitschaft gezeigt, auf eine Wärmepumpe umzusteigen. 

Anders sieht es allerdings mit Blick auf strukturelle Veränderungen der Energiewirtschaft aus. Vier von fünf Befragten sprechen sich Eon zufolge für eine stärkere Unabhängigkeit Deutschlands von Energieimporten aus. Mehr als die Hälfte sieht in einer beschleunigten Energiewende einen zentralen Hebel, um diese Abhängigkeit zu reduzieren. 

Grundlage der Ergebnisse ist eine Befragung des Marktforschungsinstituts Civey. Befragt wurden 5.000 Personen aus der Gesamtbevölkerung ab 18 Jahren sowie jeweils 2.500 Autofahrer ohne Elektroantrieb und 2.500 Hausbesitzer ohne Wärmepumpe. Die Ergebnisse wurden gewichtet und weisen eine statistische Fehlertoleranz von 2,7 bis 3,9 Prozentpunkten auf.
 // VON Katia Meyer-Tien
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Wasserkraft könnte höheren Erzeugungsbeitrag leisten
Quelle: Shutterstock / Christian Schwier
WASSERKRAFT. Nach Angaben des Bundesverbandes Deutscher Wasserkraftwerke könnte die Wasserkraft ihren Anteil an der Stromerzeugung mehr als verdoppeln.
Der Bundesverband Deutscher Wasserkraftwerke (BDW) geht davon aus, dass die Wasserkraft ihren Anteil an der Stromerzeugung in Deutschland von derzeit drei bis vier Prozent mehr als verdoppeln könnte. Voraussetzung dafür seien die Modernisierung bestehender Anlagen, die Reaktivierung alter Standorte sowie ein Ausbau der Kapazitäten.
 // VON MBI MEHR...

Als Hindernis gelten lange und komplexe Genehmigungsverfahren. Laut BDW dauert es im Schnitt rund sieben Jahre, bis Projekte umgesetzt werden können. Dabei bietet Wasserkraft Vorteile für das Energiesystem: Sie liefert stetigen, planbaren und flexibel einsetzbaren Strom und unterstützt damit Netzstabilität und Versorgungssicherheit sowie die Integration erneuerbarer Energien.

Ergänzend werden neue Technologien wie Strömungskraftwerke entwickelt. Das Unternehmen Energyminer hat im Rhein bei St. Goar erste schwimmende Anlagen installiert, die zu einem Verbund ausgebaut werden. Deren Energieausbeute liegt jedoch unter der konventioneller Wasserkraftwerke. Dennoch sieht der Verband darin einen Beitrag zur Energiewende.
 // VON MBI
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Österreich: Pelletheizungen mit deutlich schwächerem Ausbau
Quelle: Shutterstock / tchara
HOLZ. Österreichweit lag die Zahl der Neuanlagen 2025 bei 18.032 Stück und damit um knapp 25 Prozent unter dem Wert des Jahres 2024. Rückgänge wurden in allen neun Bundesländern verzeichnet. 
In Österreich waren mit Stand März 2026 insgesamt 230.364 Pelletheizungen installiert, um 7,3 Prozent mehr als Ende 2025, meldet der Branchenverband Propellets Austria. Neu installiert wurden 2025 insgesamt 18.032 Anlagen, um 5.949 Stück oder 24,8 Prozent weniger als 2024. Rückgänge gab es in allen neun Bundesländern.
 // VON Klaus Fischer MEHR...

Die erste Stelle belegte Oberösterreich mit 3.862 Neuanlagen, was gegenüber 2024 einem Rückgang um 1.391 Stück oder 26,5 Prozent entspricht. An der zweiten Stelle lag Niederösterreich, wo 3.832 Anlagen installiert wurden, um 1.741 Stück oder 31,2 Prozent weniger als 2024. Auf den dritten Platz kam die Steiermark mit 3.160 neuen Pelletheizungen. Zum Vergleich: 2024 waren dort 4.464 Neuanlagen oder 1.304 Stück respektive 29,2 Prozent mehr Pelletheizungen installiert worden. Die wenigsten Neuinstallationen verzeichnete Wien, das zugleich Bundeshauptstadt und Bundesland ist, mit 83 Stück. Schon 2024 hatte die Bundeshauptstadt mit 142 Neuanlagen das österreichweite Schlusslicht gebildet. 

Für heuer rechnet Propellets Austria mit einem weiteren Rückgang der neu installierten Pelletheizungen um rund 11,3 Prozent auf etwa 16.000 Stück. Eine Aufschlüsselung nach Bundesländern legte der Verband nicht vor.

Politischer Deal 

Aus der Pelletbranche hieß es gegenüber der Redaktion, der deutlich schwächere Ausbau erfolge gewissermaßen zwangsläufig, weil erheblich weniger Fördermittel zur Verfügung stünden. In der vorigen Legislaturperiode habe es einen politischen Deal zwischen den damaligen Regierungsparteien, den Konservativen (Österreichische Volkspartei, ÖVP) und den Grünen, gegeben. Die Grünen mit der von ihnen gestellten Energieministerin Leonore Gewessler hätten akzeptiert, in das „Erneuerbare-Wärme-Gesetz“ (EWG) kein fixes Datum für den Ausstieg aus Öl- und Gasheizungen aufzunehmen. Im Gegenzug habe ihnen die ÖVP gleichsam „Fördermittel ohne Ende“ für den freiwilligen Ausstieg zugebilligt. Dies führte dazu, dass der Bund zeitweilig bis zu 75 Prozent der Kosten für den Umstieg eines Haushalts von einer Öl- oder Gasheizung auf eine Pelletanlage übernahm. „Jetzt ist die Gewessler-Zeit zu Ende, der Geldsegen ist vorbei“, konstatierte ein Insider. 

Insgesamt betrachtet, lag Niederösterreich im Jahr 2025 mit 62.347 Stück oder einem Anteil von 27,1 Prozent am österreichweiten Bestand an Pelletheizungen an der Spitze der neun Bundesländer, gefolgt von Oberösterreich mit 51.981 Stück (22,5 Prozent) sowie der Steiermark mit 44.223 Stück (19,2 Prozent). Die wenigsten Pelletheizungen fanden sich mit 2.119 Stück oder 0,9 Prozent in Wien. Für das Jahresende 2026 erwartet Propellets Austria einen österreichweiten Bestand von rund 239.800 Stück. Dies wäre gegenüber 2025 ein Zuwachs um 4,8 Prozent. Zum Vergleich: Von 2023 auf 2024 hatte der Zuwachs 6,8 Prozent betragen.
 // VON Klaus Fischer
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  HANDEL & MARKT
Quelle: Fotolia / sasel77
Diesen März musste weniger geheizt werden
WÄRMEMARKT. Die Gradtagszahlen sind im März gegenüber dem Vorjahresmonat in allen fünf erfassten Städten gesunken.
Im März 2026 musste im Vergleich zum März 2025 in Deutschland weniger geheizt werden. Das legen die aktuellen Gradtagszahlen nahe, die der Deutsche Wetterdienst am 7. April veröffentlicht hat. 
 // VON Georg Eble MEHR...

Demnach lagen die Gradtagszahlen in allen fünf von unserer Redaktion erfassten Großstädten außer in München in der Nähe des Acht-Jahres-Tiefs von 2024 (siehe Chart und Tabelle). Im Vergleich der Messpunkte Berlin-Tempelhof, Essen-Bredeney, Frankfurt am Main, Hamburg-Fuhlsbüttel und München Stadt wies letzterer mit 425 Kelvintagen die höchste Gradtagszahl auf. Sie lag 25,7 Kelvintage unter den Gradtagszahlen vom März 2025 und war auch relativ am weitesten von ihrem Acht-Jahres-Minimum von 340,5 Kelvintagen im März 2024 entfernt. Die anderen Städte überboten ihre Gradtagszahlen von 2024 im März 2026 nur im ein- oder zweistelligen Bereich.

Den geringsten Heizbedarf unter den fünf erfassten Städten wies ­Essen mit 345,7 Kelvintagen auf. Diese Position Essens am unteren Ende ist dieselbe beim Mittelwert der Märzmonate von 2018 bis 2026 und im März mit dem geringsten Heizbedarf im Jahr 2024. Nur im kältesten März dieser Periode, 2018) musste in Essen leicht mehr geheizt werden als in Frankfurt.

Gradtagszahlen

Gradtagszahlen sind ein täglich in Kelvintagen erhobenes und auf Monate kumuliertes Maß für den monatlichen Heizbedarf, geht aus Erläuterungen des DWD hervor. Sie ergeben sich aus der Differenz der Norm-Innentemperatur im Wohnhaus von 20 Grad Celsius und der örtlichen Außentemperatur in Kelvin. Bei Außentemperaturen von +15 Grad oder wärmer lautet die tägliche Gradtagszahl auf null. 

Wird der Erdgasverbrauch wie üblich nur einmal im Jahr abgelesen, dann wird er nach den Gradtagen auf die Monate verteilt, damit sich unterjährige Preisanpassungen oder Vertragswechsel verbrauchsgerecht zuordnen lassen.
 
 
Die Gradtagszahlen vom April 2023 bis zum März 2026 (Messpunkte: B=Berlin-Tempelhof, HH=Hamburg-Fuhlsbüttel, M=München Stadt, F=Frankfurt am Main, E=Essen-Bredeney
(Zur Vollansicht bitte auf die Grafik klicken)
Quelle: DWD / Matflixx
 
Die Gradtagszahlen vom März 2026 in fünf deutschen Großstädten im Vergleich zum Vorjahresmonat und zum Schnitt, zum Maximum und zum Minimum der Märzmonate seit 2018
(Zum Vergrößern bitte auf die Grafik klicken)
Quelle: DWD / Matflixx
 // VON Georg Eble
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Marktwerte auf Vorjahresniveau
Quelle: Shutterstock / lovelyday12
REGENERATIVE. Die Preise für pflichtvermarkteten Ökostrom sind im März weiter gesunken. Minusvorzeichen stellten sich am Spotmarkt an zehn Tagen ein.
Wie im vergangenen Jahr bescherte der erste Frühlingsmonat den Übertragungsnetzbetreibern (ÜNB) bei der Pflichtvermarktung geförderten Ökostroms niedrigere Preise als der Februar. Nach Daten der Transparenzplattform der ÜNB brachte Strom aus Solaranlagen diesen März im Schnitt 5,455 Cent/kWh. Das waren 2,262 Cent weniger als im Monat davor. Im März 2025 kam Solarstrom auf einen durchschnittlichen Marktwert von 5,027 Cent/kWh.
 // VON Manfred Fischer MEHR...

Für Strom aus Onshore-Windkraftanlagen gab es diesen März 7,537 Cent/kWh und damit 1,186 Cent weniger als im Vormonat. Im März 2025 hatte sich ein mengengewichteter Durchschnittserlös von 7,513 Cent/kWh ergeben.

Windkraft auf See gab bei der Pflichtvermarktung im Vergleich zum Februar um 1,459 auf 7,911 Cent/kWh nach. Im März vergangenen Jahres betrug der Marktwert 8,136 Cent/kWh.

Im Gegensatz zu Grünstrom verteuerte sich Graustrom von Februar auf März. Vergangenen Monat war der Spotmarktpreis mit 9,929 Cent/kWh um 0,271 Cent höher als im Vormonat. Vor einem Jahr war der Marktwert in der gleichen Zeit von 12,852 auf 9,473 Cent/kWh gesunken.

Negative Preise an Ostern

Die Zahl der Tage mit negativen Spotmarktpreisen nahm im März zu. An insgesamt 10 Tagen zeigten sich negative Vorzeichen. 139 Viertelstunden-Intervalle brachten Minuspreise. Die Spanne reichte von minus 1,331 bis minus 0,001 Cent/kWh.

Tiefer in den roten Bereich rutschten die Spotmarktpreise über die Ostertage. Am Ostersonntag kostete die Kilowattstunde um 14 Uhr minus 11,453 Cent. Am Montag lag der Preis um 13.45 Uhr bei minus 14,705 Cent/kWh.
 // VON Manfred Fischer
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Leicht niedrigere Gestehungskosten von Wasserstoff
Quelle: E&M / Shutterstock, wanpatsorn
H2-PREISINDEX. Grüner Wasserstoff ist noch nicht marktreif. Wie sich der Preisvergleich zum grauen Wasserstoff darstellt, zeigt der H2-Preisindex von Enervis und E&M alle zwei Wochen.
 
Wasserstoffpreisindex in den Kalenderwochen 13 und 14
(Zur Vollansicht bitte auf die Grafik klicken)
Quelle enervis energy advisors GmbH EEX

Die Gestehungskosten für strommarktbasierten grünen Wasserstoff sind in den vergangenen zwei Wochen leicht gesunken. Das Zweiwochenhoch lag bei 11,64 Euro/Kilogramm, das Zweiwochentief bei 3,74 Euro/Kilogramm. Im Wochenmittel ist der Preis von 8,56 auf 8,06 Euro/Kilogramm gesunken.
 // VON Redaktion MEHR...

Die Gestehungskosten für grauen Wasserstoff bewegten sich im Wochenverlauf zwischen 3,49 und 3,95 Euro/Kilogramm. Das Preisniveau lag damit weiterhin konstant unterhalb des strommarktbasierten Wasserstoffs sowie der Insellösung aus Erneuerbaren-Energie-Anlage und Elektrolyseur.

Legende zum H2-Preisindex

  • Grüner Wasserstoff: Gestehungskosten auf Basis von Strompreisen am Spotmarkt, Herkunftsnachweisen* für die jeweiligen Strommengen sowie den Investitions- und Betriebskosten einer Elektrolyseanlage
  • Grüner Wasserstoff (Direktverbindung): Gestehungskosten als Benchmark auf Basis von grünem Bezugsstrom einer netzentkoppelten Erneuerbaren-Anlage sowie den Investitions- und Betriebskosten einer Elektrolyseanlage
  • Grauer Wasserstoff: Gestehungskosten auf Basis von Erdgaspreisen am Spotmarkt, Preisen für CO2-Zertifikate sowie den Investitions- und Betriebskosten einer Erdgas-Dampfreformierungsanlage

*Die Anforderungen der Bundesregierung an grünen Wasserstoff werden über die 37. BImSchV an die Anforderungen der Europäischen Union angepasst. Zukünftig müssen die Kriterien der Zusätzlichkeit sowie der zeitlichen / geografischen Korrelation für die Produktion erfüllt sein.

 
 // VON Redaktion
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Jede dritte Neuzulassung ist ein E-Auto
Quelle: Pixabay / Mikes-Photography
ELEKTROFAHRZEUGE. Die Zulassungszahlen auf dem deutschen Automobilmarkt sind im März deutlich gestiegen. Einen großen Anteil daran haben Elektroautos. 
Jede dritte Neuzulassung im März 2026 war ein Elektroauto. Das meldet der Verband der Automobilindustrie (VDA) in seiner aktuellen Marktübersicht. Der Elektroanteil an den Gesamtzulassungen lag damit bei 34 Prozent.
 // VON Katia Meyer-Tien MEHR...

Insgesamt wurden der Statistik zufolge auf dem deutschen Pkw-Markt im März deutlich mehr Fahrzeuge neu zugelassen als im Vorjahresmonat. Im Vergleich zum März 2025 sei die Zahl der Pkw-Registrierungen um 16 Prozent auf 194.200 gestiegen. Der VDA führt das zum einen auf das schwache Vorjahresniveau, zum anderen aber auf den zusätzlichen Arbeitstag im März zurück. 

Im ersten Quartal summierten sich die Neuzulassungen auf 699.400 Fahrzeuge, ein Plus von 5 Prozent. Im Vergleich zu 2019 liegt der Markt dem VDA zufolge jedoch weiterhin rund 21 Prozent niedriger.

Die Neuzulassungen von Elektrofahrzeugen stiegen im Vergleich zum Vormonat um 46 Prozent auf 100.700 Einheiten. Batterieelektrische Fahrzeuge (BEV) wuchsen um 66 Prozent auf 70.700 Einheiten, Plug-in-Hybride (PHEV) um 13 Prozent auf 30.000 Einheiten. 

Im ersten Quartal wurden insgesamt 235.800 Elektrofahrzeuge neu zugelassen, ein Plus von 33 Prozent. Davon entfielen 159.600 Einheiten auf BEV, was einem Anstieg von 41 Prozent entspricht. PHEV erreichten 76.100 Einheiten und legten um 19 Prozent zu. 

Mehr Produktion, mehr Export

Produziert wurden im März 400.800 Pkw, ein Plus von 3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Auch hier ist der Zuwachs auf den zusätzlichen Arbeitstag zurückzuführen. Im ersten Quartal lag die Produktion mit knapp 1,1 Millionen Einheiten 2 Prozent unter dem Vorjahreswert und 16 Prozent unter dem Niveau von 2019. 

Auch der Export entwickelte sich im März positiv: Mit 310.700 Fahrzeugen lag er 3 Prozent über dem Vorjahresmonat. Im bisherigen Jahresverlauf wurden 799.500 Pkw exportiert, 2 Prozent weniger als im Vorjahr. Gegenüber 2019 ergibt sich ein Rückgang von 18 Prozent. 

Die Auftragseingänge entwickelten sich uneinheitlich. Während die Inlandsbestellungen im März um 7 Prozent zunahmen, gingen die Bestellungen aus dem Ausland um 3 Prozent zurück. Insgesamt lagen die Auftragseingänge damit 2 Prozent unter dem Wert im Vorjahresmonat. Einen Einfluss geopolitischer Entwicklungen auf die aktuellen Zulassungszahlen will der VDA nicht erkennen. Aufgrund des zeitlichen Abstands zwischen Bestellung und Zulassung spiegelten die März-Daten keine kurzfristigen Effekte wider. Mögliche Auswirkungen steigender Energiepreise auf die Nachfrage könnten sich erst im weiteren Jahresverlauf zeigen, schreibt der Verband.
 // VON Katia Meyer-Tien
 WENIGER


  TECHNIK
Zwei Kräne heben den fast 100 Tonnen wiegenden Fallfilmverdampfer in die Luft. Quelle: BASF
Meilenstein für Ludwigshafener Großwärmepumpe
TECHNIK. Mit der Anlieferung des 95 Tonnen schweren Fallfilmverdampfers ist ein zentrales Bauteil für die von BASF geplante Großwärmepumpe angekommen
Ab 2027 will BASF in Ludwigshafen mit einer Großwärmepumpe CO2-frei Dampf erzeugen. Jetzt ist der 95 Tonnen schwere Fallfilmverdampfer für die Anlage angeliefert worden, teilt das Unternehmen mit. 
 // VON Katia Meyer-Tien MEHR...

Das rund 16 Meter lange Anlagenteil wurde per Schiff von Schwedt an der Oder (Brandenburg) nach Ludwigshafen (Rheinland-Pfalz) transportiert und anschließend per Schwerlasttransport zur Baustelle am Steamcracker gebracht. Dort wird der sogenannte Plattenfallfilmverdampfer als zentrale Komponente der im Bau befindlichen Wärmepumpe installiert. 

Die Anlage soll Abwärme aus Kühlprozessen eines der beiden Steamcracker am Standort nutzen und in Prozessdampf umwandeln. Der Verdampfer übernimmt dabei die Aufgabe, sauerstofffreien Dampf zu erzeugen, der über das Verbundnetz des Standorts zu den Produktionsanlagen geleitet wird und dort hauptsächlich zur Herstellung von Ameisensäure verwendet werden soll.

Die Wärmepumpe soll BASF zufolge mit Strom aus erneuerbaren Quellen betrieben werden und eine thermische Leistung von rund 50 MW erreichen. Geplant ist eine jährliche Produktion von bis zu 500.000 Tonnen CO2-freiem Dampf. Nach Angaben des Unternehmens könnten dadurch bis zu 98 Prozent der bisherigen Treibhausgasemissionen in diesem Bereich vermieden werden. Dies entspreche einer Einsparung von rund 100.000 Tonnen CO2 pro Jahr. 
 
Per Schwertransport ging es für den Plattenfallfilmverdampfer über das BASF-Werksgelände in Ludwigshafen
Quelle: BASF


Der Verdampfer wurde vom österreichischen Unternehmen GIG Karasek konstruiert, das auch für die Errichtung der Gesamtanlage verantwortlich ist. Ein Großteil der Komponenten wurde an die spezifischen Anforderungen des Standorts angepasst. Die Gebäudeinfrastruktur sowie wesentliche Rohrleitungsverbindungen zum Steamcracker sind bereits fertiggestellt.
 // VON Katia Meyer-Tien
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Großes Einsparpotenzial bei Prozesswärme
Quelle: alphaspirit / Fotolia
STUDIEN. Unternehmen haben erhebliche Möglichkeiten, ihre Ausgaben für Energie zu senken. Eine Agora-Studie greift ein besonders aktuelles Thema auf.
Bis zu einem Drittel ihrer laufenden Energiekosten können mittelständische Unternehmen mit der Elektrifizierung industrieller Prozesswärme einsparen – im Vergleich zur Verwendung von Erdgas. Das ist das Ergebnis einer Studie von Agora Industrie gemeinsam mit der Forschungsgesellschaft für Energiewirtschaft, die konkrete Anwendungsbeispiele untersucht hat. 
 // VON Günter Drewnitzky MEHR...

Bei Temperaturbereichen unter 100 Grad, etwa für Trocknungsprozesse in der Lebensmittelindustrie, rechnet sich die Anschaffung einer Wärmepumpe demnach bereits nach fünf Jahren. Bei Temperaturbedarfen über 100 Grad, etwa für Brennprozesse in Öfen, fallen die Amortisationszeiten aufgrund höherer Investitionskosten und geringerer Effizienzgewinne allerdings länger aus: Hier machen sich die Anschaffungskosten für eine Wärmepumpe oder einen Elektrokessel erst nach mehr als zehn Jahren bezahlt. Gleichzeitig profitieren Unternehmen aber auch hier von deutlich geringeren laufenden Energiekosten. 

Abkehr von fossilen Brennstoffen kommt nur langsam voran

„Gerade für den industriellen Mittelstand ist die Frage nach wirtschaftlich tragfähigen Alternativen zu Erdgas besonders relevant“, sagt Julia Metz, Direktorin von Agora Industrie, und weist darauf hin, dass rund 40 Prozent des industriellen Erdgasbedarfs – bezogen auf die energetische Nutzung – auf den Mittelstand entfallen. Steigende Gaspreise, wie aktuell infolge des Kriegs im Nahen Osten, träfen mittelständische Unternehmen daher besonders stark. Zudem könnten sie Preisschwankungen kaum abfedern. Ein Umstieg von Erdgas auf Strom reduziere nicht nur die Abhängigkeit von fossilen Energieimporten, sondern senke die Energiekosten.

„Obwohl sich deutsche Mittelständler vielerorts durch innovative Marktführerschaft auszeichnen, geht die Abkehr von fossilen Brennstoffen nur langsam voran. Dabei eröffnet die Elektrifizierung erhebliche Potenziale für Versorgungssicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und Klimaschutz – vorausgesetzt, die richtigen politischen Rahmenbedingungen werden geschaffen“, so Metz.

Einen Grund für die Entscheidung gegen die Elektrifizierung der Wärmeprozesse sieht die Studie in der Tatsache, dass die Investitionen über die Lebensdauer zwar zu hohen Kosteneinsparungen führen, Amortisationszeiten von mehr als fünf Jahren aber über dem liegen, was in der Praxis üblicherweise als wirtschaftlich attraktiv bewertet wird. „Hier braucht es eine Politik, die gezielt Anreize schafft – pragmatisch und verlässlich.“

Durch Förderung Investitionsanreize schaffen 

Gezielte Finanzierungs- und Förderangebote könnten hohe Anfangsinvestitionen abfedern, vereinfachte CO2-Differenzverträge das Strom-Erdgas-Preisverhältnis absichern und belastbare Geschäftsmodelle ermöglichen. Gleichzeitig könnten Beratungsangebote vor allem kleinere und mittlere Unternehmen dabei unterstützen, ihre Prozesse flexibler an günstigen Strompreisen auszurichten. Darüber hinaus sind Standardisierung und Skaleneffekte bei Wärmetechnologien wichtig, um Investitionskosten langfristig zu senken. 

Die Studie Mittelstand stärken mit elektrischer Prozesswärme – Chancen für geringere Energiekosten und mehr Resilienz ist online abrufbar. Ein begleitender Expertenworkshop ergänzt die Analyse und ermöglicht eine praxisnahe Bewertung von Chancen, Herausforderungen und der Wirtschaftlichkeit entsprechender Investitionen.
 // VON Günter Drewnitzky
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Entwicklung der Netzverluste nach Netzebene von 2014 bis 2024
Quelle: E&M / Pixabay
STATISTIK DES TAGES. Ein Schaubild sagt mehr als tausend Worte: In einer aktuellen Infografik beleuchten wir regelmäßig Zahlen aus dem energiewirtschaftlichen Bereich.
 // VON Redaktion MEHR...

 
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Quelle: Statista

Im Jahr 2024 betrug der Netzverlust im gesamten Stromnetz 26,7 TWh, mit 17,4 TWh ging der Großteil auf dem Verteilernetz verloren. Im langfristigen Verlauf jedoch fällt auf, dass der Verlust auf der Übertragungsnetzebene stark anstieg - 2014 betrug er noch rund 6 TWh.
 // VON Redaktion
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Wie Energieversorger resiliente IT-Netzwerke realisieren
Quelle: E&M
GASTBEITRAG. Wie Unternehmen aus der Energiebranche mit einem ganzheitlichen Sicherheitsansatz ihre Cybersicherheit erhöhen, erläutert *Thomas Kirschke von Lancom Systems. 
Die Erzeugung, Verteilung und Steuerung von Energie gehören zu den sensibelsten Bereichen kritischer Infrastrukturen (KRITIS). Der Netzwerkinfrastruktur kommt als Rückgrat aller digitalen Prozesse und Anwendungen bei der Absicherung eine Schlüsselrolle zu. Wie können Energieversorger resiliente IT-Netzwerke zur Datenverarbeitung und OT-Netzwerke zur physischen Anlagensteuerung realisieren?
 // VON Redaktion MEHR...

Technisch gesehen sind es vor allem Firewall- und Verschlüsselungstechnologien, mit denen KRITIS-Betreiber die Resilienz ihrer IT- und OT-Netze stärken können. Doch Technologie alleine schafft noch keine Resilienz. Ohne einen ganzheitlichen Sicherheitsansatz und taktische Maßnahmen ist auch die beste Technologie nicht mehr als ein Mittel zum Zweck.

Zu einer ganzheitlichen Vorgehensweise gehört die durchgängige Strukturierung der Netze. Eine ausgereifte Netzwerksegmentierung verhindert Störungen und erschwert Angriffe. Die Segmentierung findet horizontal innerhalb von Anlagen statt und vertikal zwischen den IT-Ebenen und OT-Ebenen. Eine OT-DMZ (Operational Technology Demilitarized Zone) fungiert als Sicherheitsbarriere zwischen dem potenziell angreifbaren IT-Firmennetzwerk und dem kritischen OT-Netzwerk. Mit einer dedizierten OT-DMZ schaffen KRITIS-Betreiber einen kontrollierten Übergabepunkt für Datenflüsse und schieben unkontrollierten Direktverbindungen einen Riegel vor. 

Ein weiterer Schlüsselfaktor, um resiliente IT-Netzwerke aufzubauen, ist die vollständige Transparenz über alle Kommunikationsbeziehungen. Zu wissen, welche Schnittstellen es gibt, ist für eine konsequente Absicherung Pflicht. 

Dazu gehören auch die oft übersehenen Zugänge via Mobilfunk oder temporäre Fernwartungszugänge. Die generelle Regel dabei lautet: Zugriffe sollen nur, wo unbedingt nötig, freigeschaltet werden, und dabei streng authentifiziert und laufend überwacht werden. Zu groß sind die Gefahren, die von dauerhaften und unkontrollierten Zugängen ausgehen.

Redundanzen und Fallback-Prozesse

OT-Systeme müssen so konzipiert werden, dass sie funktionsfähig und die Betreiber handlungsfähig bleiben, auch wenn angrenzende IT-Systeme oder Netzwerksegmente von einem Ausfall betroffen sind. Damit Energieunternehmen im Krisenfall betriebsfähig bleiben, müssen Redundanzen, lokale Betriebsfähigkeit und klar definierte Fallback-Prozesse greifen.

Ein Muss ist in diesem Zusammenhang die Überprüfung und Reduzierung von Abhängigkeiten von nichteuropäischen Herstellern. Auch wenn es kurz- bis mittelfristig unrealistisch ist, sich vollständig von globalen Technologieanbietern zu lösen, sollte das Ziel auf dem Weg zu digitaler Souveränität und Datenhoheit ein möglichst hohes Level an Unabhängigkeit sein, und wann immer möglich, Lösungen aus EU-Ländern favorisiert werden. Ein sinnvoller Ansatz kann dabei auch sein, auf Kooperationen oder Ökosysteme europäischer, vertrauenswürdiger Anbieter zu setzen: Sie bündeln einerseits ihre Innovationskraft und erzeugen Synergien, erfüllen andererseits die europäischen Datenschutz- und Sicherheitsrichtlinien ohne Kompromisse. 

Klare Kommunikationsregeln im Netz gehören ebenfalls ins Pflichtenheft von KRITIS-Betreibern. Getreu dem Minimalprinzip sollen Zugriffe nur dort eingerichtet und erlaubt werden, wo diese für den Betrieb zwingend erforderlich sind, um Angriffsmöglichkeiten auf ein absolutes Minimum zu reduzieren. Die Datenflüsse im Netzwerk müssen gezielt gesteuert, laufend überwacht und, wo möglich, auf einseitige Kommunikation beschränkt werden. 

Neben den genannten Kommunikationsregeln ist die laufende Dokumentation von Netzplänen, Konfigurationsständen und Systemabhängigkeiten entscheidend, um den aktuellen Stand immer parat zu haben. Werden in regelmäßigen Abständen Tests, Überprüfungen und Audits durchgeführt, können Schwachstellen rechtzeitig ausgemacht und die Reaktionsfähigkeit im Ernstfall erhalten werden.

Schließlich gehört zu resilienten IT-/OT-Netzwerken auch die Auseinandersetzung mit neuen Technologien. Vor allem Funkverbindungen und Fernwartungslösungen erfordern zusätzliche Schutzmaßnahmen, da interne Netzwerke darüber von außen potenziell erreichbar sind. 

Im Energiesektor ist die Widerstandsfähigkeit von IT- und OT-Netzwerken von entscheidender Bedeutung. Hierbei erweist sich die Kombination aus sicherer Technologie, einer auf den jeweiligen Ebenen redundant gestalteten IT-Architektur und konsequent umgesetzten Betriebsprozessen als zentral. Letztlich steht das Ziel der kontinuierlichen Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs an allererster Stelle. 

*Thomas Kirschke, Director Public bei „LANCOM Systems GmbH“
 
Thomas Kirschke
Quelle: Lancom Systems
 // VON Redaktion
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Der Campus Sternhöhe. Quelle: Alexander Büchle / MAVEO GmbH
Engie Deutschland übernimmt Kälteversorgung eines Rechenzentrums
IT. Der Energiedienstleister liefert im Rahmen eines Energieliefer-Contractings Kälte für das Rechenzentrum auf dem Campus Sternhöhe in Stuttgart.
 
Engie Deutschland wird auf der Stuttgarter Sternhöhe eine Kältezentrale für ein neues Rechenzentrum errichten. Auftraggeber ist die Nexspace Data Centers GmbH aus Heidelberg. Das Unternehmen erhält im Rahmen eines Energieliefer-Contractings eine Kälteversorgung für die Wasserkühlung der Hochleistungsserver.
 // VON Stefan Sagmeister MEHR...

Wie es von Engie heißt, betrage die installierte Kälteleistung zunächst 2,8 MW und könne perspektivisch auf bis zu 3,8 MW erweitert werden. Der Lieferbeginn ist für Oktober 2026 vorgesehen. Der Vertrag zwischen den Partnern hat eine Laufzeit von 20 Jahren und enthält eine Option zur Verlängerung um weitere zehn Jahre.

Perspektivisch ist vorgesehen, die im Kühlprozess entstehende Abwärme in eine zentrale Wärmeversorgung auf dem Campus einzubinden, heißt es weiter. Damit könnte ein zusätzlicher Beitrag zur Effizienzsteigerung und Sektorkopplung geleistet werden.

Das Rechenzentrum entsteht auf einem Campus, den der Eigentümer Astaria zu einem Technologie-Standort weiterentwickelt. Nexspace Data Centers wird dort auf einer Fläche von rund 1.800 Quadratmetern sogenannte Colocation-Dienstleistungen anbieten. Dabei stellt der Betreiber Nexspace die Infrastruktur wie Fläche, Stromversorgung, Kühlung, Sicherheit und Netzanbindung bereit, während die Kunden ihre eigene Hardware betreiben und die Kontrolle über Daten und Anwendungen behalten.

Hohe Leistungsnutzungseffizienz

Für den IT-Betrieb wird eine Leistung von 3,4 MW bereitgestellt. Angestrebt wird eine Leistungsnutzungseffizienz (Power Usage Effectiveness, PUE) von 1,2 oder besser. Damit sollen die Anforderungen des Energieeffizienzgesetzes erfüllt werden. Die PUE beschreibt das Verhältnis zwischen dem gesamten Energieverbrauch eines Rechenzentrums und dem Energiebedarf der IT-Systeme.

Konkret bedeutet dieser Wert im vorliegenden Projekt, dass für 1 kWh Strom, die Server und Speichersysteme verbrauchen, insgesamt 1,2 kWh benötigt werden. Die Differenz von 0,2 kWh entfällt auf die technische Infrastruktur wie Kühlung, Stromverteilung und Beleuchtung. Ein PUE-Wert von 1,2 gilt als vergleichsweise effizient, da der Anteil des zusätzlichen Energiebedarfs relativ gering ist.

Nexspace Data Centers mit Sitz in Heidelberg betreibt nach eigenen Angaben Rechenzentren im deutschsprachigen Raum, unter anderem in Heidelberg und Graz. Mit dem Standort in Stuttgart wird das Netzwerk erweitert. Das Unternehmen adressiert vor allem mittelständische Unternehmen, öffentliche Einrichtungen und Betreiber kritischer Infrastrukturen.

„Rechenzentren stellen höchste Anforderungen an Versorgungssicherheit und Energieeffizienz“, sagt Cathrin Lind, Geschäftsbereichsleiterin Energy Solutions bei Engie Deutschland. „Mit diesem Projekt unterstreicht Engie ihre Rolle als verlässlicher Partner für Rechenzentrumsbetreiber, der das Kundenversprechen einer dauerhaft hochverfügbaren und nachhaltigen Kälteversorgung einhält.“
 // VON Stefan Sagmeister
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Wechsel in der Geovol-Geschäftsführung
Energiezentrale der Geothermieanlage Unterföhring. Quelle: Geovol
GEOTHERMIE. Nach fast 20 Jahren beendet Peter Lohr seine Tätigkeit bei Geovol. Unter seiner Führung hat das Unternehmen die Geothermieanlage in Unterföhring bei München umgesetzt.
 // VON Günter Drewnitzky MEHR...

Nachfolger von Peter Lohr als Geschäftsführer sind der bisherige technische Leiter Ulrich Huber sowie der kaufmännische Geschäftsführer Wolfgang Oswald. Wie das Unternehmen mitteilt, werde auch unter der neuen Leitung die „vollständige Versorgung der Kommune Unterföhring mit preiswerter und regenerativer Wärme das Leitziel bleiben“.
 
Peter Lohr verabschiedet sich
Quelle: Geovol

Als Tochterunternehmen der Gemeinde hatte Geovol 2008 mit den Bohrungen für die Geothermieanlage begonnen, 2014 folgten zwei weitere. Die gewonnene Wärmeenergie versorgt neben Wohngebäuden auch Gewerbebetriebe sowie öffentliche Einrichtungen und sorgt für eine weitgehende Unabhängigkeit der 11.500-Einwohner-Gemeinde im Wärmebereich. Seit 2015 ist durch die geothermische Fernwärme auch eine Klimatisierung möglich. 
 
Über die Bohrungen wird in Unterföhring heißes Thermalwasser gefördert
Quelle: Geovol
Die Geothermieanlage in Unterföhring gilt als eines der erfolgreichsten Pionierprojekte für erneuerbare Energien im bayerischen Molassebecken, einer für die Geothermie besonders gut nutzbaren Region zwischen Donau und Alpen. Hier zirkuliert im tiefen Untergrund Thermalwasser, das zu Heizzwecken und zum Teil auch zur Stromerzeugung genutzt werden kann. In Unterföhring wird das 93 und 87 Grad heiße Thermalwasser über zwei Bohrungen gefördert, die in Tiefen von rund 2.500 und 2.300 Meter reichen.
 // VON Günter Drewnitzky
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OMV schließt Wasserstofftankstellen
Quelle: Shutterstock / Audio und werbung
WASSERSTOFF. Die fünf öffentlichen Anlagen in Österreich lassen sich dem Bericht einer Tageszeitung zufolge nicht rentabel betreiben. Es fehle an entsprechend betriebenen Pkw. 
 
Der österreichische Öl-, Gas- und Chemiekonzern OMV schließt bis Ende September seine fünf öffentlich zugänglichen Wasserstofftankstellen, berichtet die Tageszeitung Die Presse. Ihr zufolge sieht das Unternehmen keine Möglichkeit, die Anlagen rentabel zu betreiben, weil es an Wasserstoffautos fehlt. Nach Angaben der Statistik Austria waren Ende 2025 österreichweit nur 53 mit Wasserstoff betriebene Pkw zugelassen. Zum Vergleich: Der gesamte Pkw-Bestand belief sich auf 5,29 Millionen Fahrzeuge. 
 // VON Klaus Fischer MEHR...

Die schon 2012 in Betrieb gegangene Wasserstofftankstelle der OMV in Wien wurde bereits geschlossen, heißt es in dem Bericht der Presse. Vorgesehen sei, auch die Anlagen in Graz, der Landeshauptstadt der Steiermark, und der Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck stillzulegen. Gleiches gelte für die beiden Tankstellen in Wiener Neudorf wenige Kilometer südlich von Wien sowie Asten rund sieben Kilometer südöstlich von Linz, der Landeshauptstadt Oberösterreichs.
 // VON Klaus Fischer
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MARKTBERICHTE

STROM
GAS
Waffenruhe belastet Energiemärkte - außer CO2
Quelle: E&M
MARKTKOMMENTAR. Wir geben Ihnen einen tagesaktuellen Überblick über die Preisentwicklungen am Strom-, CO2- und Gasmarkt.
Fast durch die Bank schwächer haben sich die Energiemärkte am Mittwoch gezeigt, belastet von der Einigung auf eine zweiwöchige Waffenruhe im Irankrieg. Strom, Gas, Kohle und Öl verzeichneten teils kräftige Abgaben, lediglich die CO2-Preise bewegten sich aufwärts.
 // VON Marie Pfefferkorn MEHR...

US-Präsident Donald Trump hatte am Dienstagabend zugestimmt, die Angriffe auf den Iran für zwei Wochen auszusetzen, unter der Bedingung der „sofortigen“ Wiedereröffnung der Straße von Hormus. Über diese wird rund ein Fünftel des weltweiten Öls und Gases transportiert. Er verwies außerdem auf Fortschritte bei einem 10-Punkte-Vorschlag aus Teheran. Verhandlungen über ein dauerhaftes Abkommen sollen am Freitag in Pakistan beginnen. 

Viele Marktteilnehmer zeigten sich zunächst aber nur verhalten optimistisch, da noch Unsicherheit darüber bestehe, wie dauerhaft der Waffenstillstand wirklich ist. 

Strom: Beinahe durchgehend schwächer hat sich der deutsche OTC-Strommarkt am Mittwoch gezeigt. Der Day-ahead verlor im Base 5,50 Euro auf 81,75 Euro je Megawattstunde und im Peak 3,00 Euro auf 52,50 Euro je Megawattstunde.

Die Einspeiseleistung der Erneuerbaren dürfte den Meteorologen von Eurowind zufolge am Donnerstag mit knapp 31 Gigawatt etwas höher ausfallen als noch am Mittwoch, für den 26,3 Gigawatt in Aussicht gestellt wurden. Bis in die neue Arbeitswoche hinein werden stark schwankende Einspeiseleistungen zwischen 11 und 31 Gigawatt erwartet.

Auch die Strompreise wurden am Mittwoch vom Waffenstillstand und den rückläufigen Öl- und Gaspreisen belastet. Am langen Ende verlor das Strom-Frontjahr um 4,89 Euro auf 89,26 Euro je Megawattstunde.

CO2: Fester haben sich die CO2-Preise am Mittwoch präsentiert. Der Dec 26 gewann bis gegen 14.00 Uhr um 0,62 Euro auf 72,13 Euro je Tonne hinzu. Umgesetzt wurden bis zu diesem Zeitpunkt 12,0 Millionen Zertifikate. Das Hoch lag bei 73,97 Euro, das Tief bei 71,88 Euro.

Die Analysten von Redshaw Advisors gehen davon aus, dass die geopolitische Situation weiterhin auch für den CO2-Markt der entscheidende Faktor sein wird. Entsprechend sorgte das Erreichen einer temporären Waffenruhe für Erleichterung an den Energiemärkte und für steigende CO2-Preise. Gleichzeitig dürfte jede neue Eskalation in dem Konflikt die CO2-Notierungen auch wieder belasten.

Erdgas: Kräftige Verluste haben die europäischen Gaspreise am Mittwoch verzeichnet. Der Frontmonat Mai am niederländischen TTF verlor bis gegen 14.00 Uhr 7,425 Euro auf 45,075 Euro je Megawattstunde. Am deutschen THE ging es für den Day-ahead um 3,700 Euro auf 46,600 Euro je Megawattstunde nach unten.

Preisdämpfend wirkte auch hier die zweiwöchige Waffenruhe, auf die sich die USA und Iran am Vorabend geeinigt hatten. Analysten weisen jedoch auf die weiterhin bestehenden Risiken für den Gasmarkt hin, die einen stärkeren Rückgang der Preise zunächst verhindern dürften.

So fordert das maritime Sicherheitsunternehmen Vanguard Reeder, die eine Durchquerung der Straße von Hormus planen, weiter zur Vorsicht auf. „Bis die Bedingungen klarer werden, rät Vanguard zur Vorsicht und dazu, alle Durchfahrten im Einzelfall zu prüfen“, so das Unternehmen. „Allen Schiffen wird empfohlen, sich der extremen navigatorischen Gefahren bewusst zu bleiben, die durch Versuche eines Massen-Exodus aus der Meerenge entstehen könnten.“ Zu Beginn dieses Zeitfensters der Waffenruhe sitzen laut Daten des Rohstoff-Informationsdienstes Kpler enorme Frachtmengen im Persischen Golf fest - darunter 132 Millionen Barrel Rohöl und Kondensate.
 // VON Marie Pfefferkorn
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