Außerdem dürfte die diesmal von den USA ausgehende Sperrung der Straße von Hormus zu den Preissteigerungen beigetragen haben. Durch die Blockade soll verhindert werden, dass iranisches Öl den Weltmarkt erreicht, wovon auch Teherans Großkunde China betroffen wäre. Damit steht jedoch neben einer rein wirtschaftlichen auch eine geopolitische Konfrontation zwischen Washington und Peking im Raum, die die Welt in den kommenden Tagen in Atem halten könnte. Die Ratio hinter dieser US-Aktion könnte darin liegen, China dazu zu veranlassen, Druck auf Iran auszuüben, damit doch noch eine Einigung mit den USA zustande kommt. Ob sich aber Peking dazu bewegen lässt, immerhin die Supermacht Nummer 2, seinen Verbündeten solcherart im Stich zu lassen, steht sehr dahin.
// VON Claus-Detlef Großmann MEHR...
Strom: Fester hat sich am Montag der deutsche OTC-Strommarkt gezeigt. Höhere Preise für Gas und Öl überkompensierten den Effekt, der von niedrigeren CO2-Notierungen ausging. Der Day-ahead kostete im Base 138,50
Euro je Megawattstunde und im Peak 136,75
Euro je Megawattstunde. Der Montag selbst war am Freitag an der Börse mit 114,35
Euro je Megawattstunde bewertet worden. Börslich wurden am Montag für die Grundlast 138,09
Euro ermittelt und für die Spitzenlast 136,46
Euro.
Händler brachten den Preissprung von Montag auf Dienstag mit der geringeren Erneuerbaren-Einspeiseleistung am Dienstag in Verbindung. Die Meteorologen von Eurowind erwarten für den zweiten Tag der Arbeitswoche nurmehr 15,8
Gigawatt, für den Berichtstag hatte der Wetterdienst noch 17,7
Gigawatt vorhergesagt. Am Mittwoch dürfte die Einspeiseleistung noch etwas geringer ausfallen. Das Wochentief geben die Meteorologen mit 12,1
Gigawatt am Mittwoch an.
Am langen Ende legte das Frontjahr um 1,40 auf 91,40 Euro zu.
CO2: Schwächer haben sich die CO2-Preise am Montag präsentiert. Der Dec
26 zeigte sich gegen 14.05
Uhr mit einem Minus von 0,84 auf 72,00
Euro je Megawattstunde, da Marktteilnehmer wieder vermehrt auf Stagflationstendenzen als Folge des Irankriegs abstellen. Umgesetzt wurden bis zu diesem Zeitpunkt 14,5
Millionen Zertifikate. Das Hoch lag bei 72,80
Euro, das Tief bei 71,60
Euro. Die Preisbildung am CO2-Markt suche allerdings nicht mehr nach einer neuen Untergrenze, sondern bewege sich innerhalb einer neu definierten Bandbreite, die nach wie vor ein strukturell angespanntes mittelfristiges Gleichgewicht widerspiegelt, so die Analysten von Vertis.
Da keine stärkeren Eingriffe in die Angebotsmechanismen mehr erfolgten, habe das Kernargument der Verknappung weiterhin Bestand. In diesem Umfeld ändern die vergangene Woche veröffentlichten verifizierten Emissionsdaten laut Vertis nichts an der Lage. Sie lagen nahe an den Erwartungen und dürften – selbst unter Berücksichtigung unvollständiger Meldungen und methodischer Unterschiede – die Stimmung oder die Preisbildung kaum wesentlich beeinflussen. Das Analysehaus erwartet für die kommenden Tage am CO2-Markt Notierungen zwischen 70 und 75
Euro je Tonne.
Erdgas: Fest zeigte sich am Montag der europäische Erdgasmarkt. Der Frontmonat Mai am niederländischen TTF legte bis 13.04
Uhr um 3,400 auf 47,450
Euro je Megawattstunde zu. Am deutschen THE gewann der Day-ahead 5,100 auf 49,000
Euro. Vor dem Hintergrund der US-Ankündigung, nun ihrerseits die Straße von Hormus zu sperren, haben die Preise für Erdgas weiter zugelegt. Die Maßnahme enthält neben ihrem unmittelbaren Effekt erhebliches Eskalationspotenzial, sollten die USA etwa versuchen, chinesische Schiffe von der Durchfahrt abzuhalten. Die Maßnahmen sollen von diesem Montagnachmittag ab 16.00
Uhr umgesetzt werden. Von der US-Blockade sind Schiffe betroffen, die iranische Häfen anlaufen oder von diesen kommen. LNG-Tanker von der arabischen Golfküste wären also nicht direkt betroffen.
Der Markt habe dennoch zu früh auf Deeskalation gesetzt, sagte Haris Khurshid, Chief Investment Officer bei Karobaar Capital in Chicago. Die US-Blockade führe zu langsameren Lieferungen, verspäteten Frachten und höheren Versicherungskosten. „Genau das verengt den Markt und schlägt sich im Preis nieder.“
Der Gasfluss aus Norwegen ist unterdessen durch den Beginn der Wartungssaison etwas vermindert und beträgt für den aktuellen Montag 322,7
Millionen Kubikmeter. Für die kommenden Tage ist mit weiteren wartungsbedingten Einschränkungen der norwegischen Gasförderung zu rechnen.
// VON Claus-Detlef Großmann WENIGER