SMART METER.
Der Metering-Dienstleister Voltaris mahnt Messstellenbetreiber, ein besonderes Augenmerk auf das Beschaffungsmanagement beim Smart Meter Rollout zu legen.
Vor wenigen Wochen hat die Bundesnetzagentur die Quartalszahlen zum Stand des Rollouts intelligenter Messsysteme bekannt gegeben. Stichtag war der 31. Dezember 2025 – das Datum, zu dem die grundzuständigen Messstellenbetreiber laut Gesetz mindestens 20
Prozent ihrer Pflichteinbaufälle abgearbeitet haben sollten. Über alle rund 800 Unternehmen betrachtet, lag die Quote bei 23,3 Prozent. „Doch der Rollout geht unterschiedlich voran“, sagte Volker Schirra bei einem Gespräch mit Journalisten.
// VON Fritz Wilhelm
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Während die Großen der Branche weit über 20 Prozent liegen, könnten Schätzungen zufolge etwa 60
Prozent der Messstellenbetreiber – mittlere und vor allem kleinere Unternehmen – die Quote verfehlt haben, so der Geschäftsführer des Metering-Dienstleisters Voltaris.
Das Unternehmen bietet Messstellenbetreibern mit einer Anwendergemeinschaft eine Plattform für den Erfahrungsaustausch beim Smart Meter Rollout. In dieser Form der Kooperation „auf Augenhöhe“ sieht Schirras Geschäftsführerkollege Marcus Höhrhammer eine niederschwellige Option mit zentralem Mehrwert, da sonst meist eine Zusammenarbeit von Stadtwerken nur dann zustande komme, wenn die Unternehmen ihre Kompetenz in einer Gesellschaft bündeln.
Auch die Anwendergemeinschaft mit ihren mittlerweile rund 50 Mitgliedern sei ein Abbild des Marktes, sagte Schirra, auch wenn Voltaris seinen Kunden entlang der gesamten Wertschöpfungskette beratend und mit konkreten On-Boarding-Hilfen zur Seite stehe.
Denn die Herausforderungen, denen sich Messstellenbetreiber im Rollout gegenübersehen, seien immer erheblich. Als Beispiel nannte er die Mobilfunkanbindung der Smart Meter Gateways. Die LTE-Anbindung sei in Kellerräumen, Bestandsgebäuden und allgemein im ländlichen Raum häufig nicht ausreichend. Mittlerweile seien alle Monteure, die für Voltaris im Einsatz sind, mit Pegelmessgeräten ausgestattet, sodass schon vor der Montage feststellbar sei, ob ausreichend Konnektivität vorhanden ist. Im schlimmsten Fall müsse der Monteur nach der Installation des Basiszählers unverrichteter Dinge wieder die Messlokation verlassen.
Technologiemix zur DatenanbindungLaut Schirra hat es sich gezeigt, dass mit einem Technologiemix aus LTE, Breitband-Powerline und 450-MHz-Netz eine Erfüllungsquote vor Ort bis zu 80
Prozent erreichbar ist. „Dies ist aber nur im Verbund der drei Technologien möglich“, betonte der Voltaris-Geschäftsführer. Wer sich beim Rollout nur auf eine Technologie verlasse, werde die geforderten Quoten am Ende nicht erreichen, prophezeite er.
Ansonsten seien die Montagekapazitäten selbst nach wie vor ein wesentlicher Engpass. Die regulatorischen Unsicherheiten der vergangenen Jahre hätten dazu geführt, dass viele Messstellenbetreiber nur sehr zögerlich entsprechende Kapazitäten aufgebaut oder sich vertraglich gesichert hätten. Das eigene Unternehmen sieht der Voltaris-Chef gut aufgestellt. So habe man Zugriff auf etwa 120 externe Monteure. Außerdem seien bei einem Mitarbeiterstamm von 120 Personen 20 eigene Montagefachkräfte verfügbar – plus sieben Auszubildende.
Auch das Thema Datenqualität sei für einige grundzuständige Messstellenbetreiber ein Problem und ein Grund, warum sie die 20-Prozent-Quote noch nicht erreicht haben. Schon das Handling der Stammdaten sei für viele Unternehmen eine Herausforderung, da beispielsweise der Lieferant und der Anschlussnutzer in Beziehung stehen, während für den Netzbetreiber vor allem der Anschlussnehmer der Ansprechpartner ist.
Die Anbindung der intelligenten Messsysteme an die ERP-Systeme der Stadtwerke sowie die Integration von Netzzustandsdaten in die Systeme sind laut Schirra weitere Herausforderungen. Hier setze Voltaris an, betont der Geschäftsführer. Denn Ziel sei es, den Messstellenbetreiber zu einer vollintegrierten Systemlandschaft mit durchgängigen Datenprozessen ohne Schnittstellenbrüche zu verhelfen.
Nach Angaben von Hörhammer plant Voltaris mit seinen Kunden und Partnern im laufenden Jahr den Einbau von rund 55.000 intelligenten Messsystemen, sodass Ende 2026 etwa 100.000 Einheiten im operativen Betrieb sein werden. „Wir als Dienstleister haben damit eine kritische Masse erreicht, bei der man von echter Prozessskalierung und Massenprozessen sprechen kann“, erklärte Hörhammer.
Entsprechend habe man auch die Beschaffungsplanung ausgerichtet. Wichtig für die Stadtwerke sei dann auch, rechtzeitig die benötigten Einheiten zu bestellen.
Angesichts der geopolitischen Verwerfungen und der zunehmenden Konkurrenz mit anderen IT-Anwendungen um Chips müsse man gerade dem Thema Beschaffung besondere Aufmerksamkeit schenken. Dementsprechend könne man steigende Preise nicht ausschließen. „Wir hoffen aber, dass die Skalierung, die jetzt im Markt eintritt, diesen Preiseffekt abfangen wird“, so Hörhammer.
// VON Fritz Wilhelm
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