Mit starken Schwankungen reagieren die Energiemärkte auf das Hin und Her um die Straße von Hormus. Hatte es am Freitag noch so ausgesehen, als stünden die Zeichen auf vorsichtige Entspannung, so erscheint nun, nach der erneuten Schließung der Meerenge durch Iran und der Beschlagnahme eines iranischen Schiffes durch US-Militär, eine weitere Eskalation als das wahrscheinlichere Szenario. Entsprechend reagierten Öl und Gas mit Preisaufschlägen, während CO2 deutlich nachgab. Strom zeigte sich ebenfalls leichter. Nach Ansicht von Analysten steckt jedoch trotz der aktuellen Verteuerung in den aktuellen Öl- und Gaspreisen noch immer eine Menge Optimismus, dass sich die USA und der Iran auf ein baldiges Kriegsende verständigen werden. Der Iran bereitet derzeit indessen laut eigenen Angaben keine zweite Verhandlungsrunde mit den USA vor. Ein Sprecher des Außenministeriums in Teheran gab an, die Vereinigten Staaten hätten gezeigt, dass sie es mit der Diplomatie nicht ernst meinten.
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Strom: Leichter hat sich am Montag der deutsche OTC-Strommarkt gezeigt. Der Day-ahead kostete im Base 82,75
Euro je Megawattstunde und im Peak 51,00
Euro je Megawattstunde. Der Montag selbst war am Freitag an der Börse mit 96
Euro je Megawattstunde bewertet worden. Börslich wurden am Montag für die Grundlast 82,57
Euro ermittelt und für die Spitzenlast 50,79
Euro. Die Meteorologen von Eurowind erwarten für den zweiten Tag der Arbeitswoche 26,9
Gigawatt an Einspeiseleistung von Wind und Solar, für den Berichtstag hatte der Wetterdienst 30
Gigawatt vorhergesagt. Auch an den Folgetagen dürften laut den Meteorologen von Eurowind die Erneuerbaren-Einspeiseleistung recht hoch ausfallen. Für den Donnerstag prognostiziert Eurowind mit 37,6
Gigawatt den höchsten Wert im Wochenverlauf. Die Temperaturen sollen sich um das saisonale Durchschnittsniveau einpendeln.
Am langen Ende verlor das Frontjahr um 1,51 auf 88,21
Euro.
CO2: Schwächer haben sich die CO2-Preise am Montag präsentiert. Der Dec
26 zeigte sich gegen 13.25
Uhr mit einem Minus von 1,59 auf 75,87
Euro je Megawattstunde, weil Marktteilnehmer wegen der stockenden Friedensgespräche zwischen den USA und Iran wieder vermehrt auf Stagflationstendenzen als Folge des Kriegs abstellen. Umgesetzt wurden bis zu diesem Zeitpunkt 10,7
Millionen Zertifikate. Das Hoch lag bei 76,95
Euro, das Tief bei 75,61
Euro. Die Analysten von Vertis verweisen auf den Verfall von Optionen am Mittwoch und auf die Veröffentlichung des AcceleratorEU-Pakets als wichtige Termine in der laufenden Woche. Vertis rechnet mit einer Seitwärts-Aufwärts-Bewegung als wahrscheinlichste Entwicklung im Wochenverlauf und mit Widerstand um die Marke von 80
Euro.
Erdgas: Fest zeigte sich am Montag der europäische Erdgasmarkt. Der Frontmonat Mai am niederländischen TTF legte bis 13.25
Uhr um 1,300 auf 40,350
Euro je Megawattstunde zu. Am deutschen THE gewann der Day-ahead 1,950 auf 41,550
Euro. Händler verweisen auf die erneute Sperrung der Straße von Hormus durch Iran als Grund für die höheren Preise. Zudem haben die USA ein iranisches Schiff aufgebracht. Die Zugewinne sind jedoch limitiert. Zwar stehe Europa im Wettbewerb mit Asien um LNG, doch erweise sich die asiatische Nachfrage derzeit als gedämpft. Der Gasfluss aus Norwegen ist unterdessen deutlich vermindert und beträgt für den aktuellen Montag infolge geplanter Wartungsarbeiten in größerem Umfang nur recht schwache 303,5
Millionen Kubikmeter.
// VON Claus-Detlef Großmann WENIGER