Das Wachstum des globalen Energieverbrauchs hat sich 2025 mit einer Zunahme um 1,3
Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 655 Exajoule (EJ) im Vergleich zur Entwicklung in der vergangenen Dekade abgeschwächt. Entscheidende Gründe für diese Abschwächung waren ein geringeres globales Wirtschaftswachstum, weniger extreme Temperaturen in einigen Regionen sowie die rasche Verbreitung effizienterer Technologien. Dies geht aus der jüngsten Ausgabe des Global Energy Review hervor, den die International Energy Agency (IEA) vorgelegt hat.
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Der weltweite Energiebedarf stieg 2025 vor einem komplexen wirtschaftlichen und geopolitischen Hintergrund weiter an, wobei ein Trend unübersehbar war: die zunehmende Elektrifizierung der Volkswirtschaften, erklärte Fatih Birol, Executive Director der IEA. „In der sich heute rasch wandelnden Landschaft sind Länder, die Resilienz und Diversifizierung in den Vordergrund stellen, am besten aufgestellt, um Schwankungen zu bewältigen und in den kommenden Jahren sichere und bezahlbare Energie bereitzustellen.“
Fossile Energiequellen dominieren weiterhinTrotz starker Zunahme der erneuerbaren Energien beträgt der Anteil von Öl, Erdgas und Kohle am globalen Energieverbrauch weiterhin 80
Prozent.
Zuwächse waren 2025 im Vorjahresvergleich bei allen Energieträgern zu verzeichnen. Der stärkste Anstieg unter den fossilen Energien wurde 2025 bei Erdgas mit einem Plus von 1,0
Prozent verzeichnet. Öl legte um 0,6
Prozent und Kohle um 0,4
Prozent zu. Öl führte trotz der Verringerung seines Anteils am gesamten Energieverbrauch auf 29,6
Prozent auch 2025 das Ranking der Energieträger an.
Stärker als die fossilen Energien legten Kernenergie und vor allem die erneuerbaren Energien zu. Für Kernenergie wurde ein Anstieg von 1,2
Prozent und für die erneuerbaren Energien von 4,6
Prozent im Vorjahresvergleich ermittelt. Die erneuerbaren Energien waren mit insgesamt 15
Prozent am weltweiten Primärenergieverbrauch beteiligt, die Kernenergie mit 5
Prozent.
Die globale Stromerzeugung ist 2025 um 872
TWh, entsprechend 2,8
Prozent, auf über rund 32.000
TWh gestiegen. Zu diesem Zuwachs trug allein die Photovoltaik
mit rund 600
TWh, entsprechend fast 70
Prozent, bei. Sie
erzielte damit den größten Anstieg, den eine Energietechnologie jemals erreicht hat. Alle erneuerbaren Energien zusammengerechnet kamen mit über 10.800
TWh auf einen Anteil an der gesamten Stromerzeugung von 33,6
Prozent. Damit wurde der Anteil, den die Kohle mit 33,8
Prozent im Jahr 2025 an der weltweiten Stromerzeugung hielt, fast erreicht.
Starke Impulse durch die ElektromobilitätDie Verkäufe von elektrisch betriebenen Fahrzeugen erhöhten sich 2025 um mehr als 20
Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 21
Millionen Einheiten. Damit verfügte ein Viertel der 2025 verkauften Fahrzeuge über einen elektrischen Antrieb. In China wurde 2025 erstmals die Marke von 50
Prozent Elektroanteil bei verkauften Fahrzeugen überschritten. In der Europäischen Union stiegen die Verkäufe von Elektrofahrzeugen 2025 um 30
Prozent. Der größte EU-Automarkt, Deutschland, verzeichnete ein signifikantes Wachstum der Neuzulassungen von Elektrofahrzeugen. Das Gleiche gilt für Länder wie Spanien, Italien, Polen und die Niederlande. Der gesamte Kontinent Europa war 2025 der am stärksten wachsende Markt für Elektrofahrzeuge – noch vor China. In Großbritannien wurde ein Wachstum von mehr als 25
Prozent verzeichnet. In Norwegen erreichte der Anteil batterieelektrischer Fahrzeuge 96
Prozent am Gesamtabsatz.
Der Absatz von Wärmepumpen ging 2025 weltweit um 2
Prozent zurück. Die Verkäufe in den USA gingen zurück. In China und Japan blieb der Absatz weitgehend stabil, während Europa eine starke Wiederbelebung der Nachfrage verzeichnete. In Europa stiegen die Verkäufe von Wärmepumpen um 11
Prozent im Vorjahresvergleich und damit erstmals seit 2022. Die Erholung wurde wesentlich durch die Entwicklung in Deutschland getrieben, wo die Verkäufe von Wärmepumpen im ersten Halbjahr 2025 um 55
Prozent zunahmen.
Die energiebedingten CO2-Emissionen werden für 2025 – unter Einschluss der Emissionen aus Industrieprozessen – von der IEA
auf 38,1
Milliarden Tonnen
beziffert. Das waren 0,4
Prozent mehr als 2024. Zwar hat sich der Anstieg verlangsamt. Trotzdem erreichten die weltweiten CO2-Emissionen 2025 einen neuen Höchststand. China war 2025 weltweit größter CO2-Emittent mit einem Anteil von einem Drittel. Auf die Europäische Union entfielen 6,2
Prozent. Deutschland war an den weltweiten CO2-Emissionen im Jahr 2025 mit 1,5
Prozent beteiligt.
Das 48-seitige Dokument
„Global Energy Review 2026“ ist auf der Internetseite der IEA
downloadbar.
// VON Hans-Wilhelm Schiffer WENIGER