Überwiegend etwas fester präsentierten sich die Energiemärkte am Mittwoch. Zwar ist eine befürchtete Eskalation im Irankrieg ausgeblieben, nachdem US-Präsident Donald Trump eine Verlängerung der Waffenruhe ausgerufen hatte. Jedoch sorgten die Angriffe der Revolutionsgarden auf Schiffe in der Straße von Hormus wieder für steigende Notierungen. „Die Verlängerung des derzeitigen Waffenstillstands durch Trump hat das Risiko einer unmittelbaren Eskalation verringert, aber die allgemeinen Aussichten unsicher gelassen“, urteilt DHF-Analyst Bas Kooijman. Die fortgesetzte Schließung der Straße von Hormus lasse die Störungen der Energieversorgung fortbestehen, was weiterhin Inflations- und Wachstumsrisiken bergen könnte, so Kooijman.
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Strom: Der deutsche OTC-Strommarkt hat sich zur Wochenmitte fester gezeigt. Der Day-ahead allerdings sank in der Grundlast um 14,50 auf 65,50
Euro je Megawattstunde und in der Spitzenlast um 17,50 auf 21,25
Euro je Megawattstunde. An der Börse kostete der Donnerstag 64,21
Euro im Base und 20,92
Euro im Peak. Händler führten die Abschläge für den Day-ahead auf die höhere Erneuerbaren-Einspeiseleistung zurück. Insbesondere die Solareinspeiseleistung bewegt sich derzeit auf Rekordniveau. An der Börse wurden daher für den Zeitraum von 10.15
Uhr bis 17.00
Uhr negative Preise auf Viertelstundenbasis ermittelt. Der niedrigste Preis fiel mit minus 56,95
Euro für die Viertelstunde von 13.45
Uhr
bis 14.00
Uhr an.
Laut den Meteorologen von Eurowind soll die Einspeiseleistung von 29
Gigawatt am Berichtstag auf 39
Gigawatt am Donnerstag steigen. Auch für die kommenden Tage ist laut Eurowind mit hohen bis sehr hohen Werten zu rechnen. Die Temperaturen dürften allenfalls leicht ab Sonntag zurückgehen.
Am langen Ende legte das Frontjahr dank festerer Notierungen für Gas und Öl um 2,17 auf 90,32
Euro zu.
CO2: Die CO2-Preise haben sich am Mittwoch etwas leichter gezeigt. Der Dec
26 verlor bis gegen 13.27
Uhr 0,31 auf 75,39
Euro je Tonne. Umgesetzt wurden bis zu diesem Zeitpunkt nur schwache 7,5
Millionen Zertifikate. Das Hoch lag bei 76,19
Euro, das Tief bei 74,92
Euro. Die Bundesregierung hat ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr angesichts des Irankriegs unterdessen halbiert. Das Bruttoinlandsprodukt werde 2026 nur um 0,5
Prozent zulegen, heißt es in der gerade von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) vorgestellten Frühjahrsprojektion.
Die Nettolongpositionen am CO2-Markt zogen in der Vorwoche um 6,7
Millionen Tonnen auf 41,4
Millionen Tonnen an und verzeichneten damit das dritte wöchentliche Wachstum in Folge.
Erdgas: Die europäischen Gaspreise haben sich am Mittwoch etwas fester gezeigt. Der Frontmonat Mai am niederländischen TTF gewann bis gegen 13.26
Uhr 0,250 auf 42,700
Euro je Megawattstunde. Am deutschen THE kletterten die Preise um 0,600 auf 43,200
Euro. Die europäischen Erdgaspreise reagierten zunächst mit Abschlägen auf die Verlängerung des Waffenstillstands mit Iran durch die USA, legten dann aber wieder etwas zu.
Händler verminderten unterdessen ihre Positionen und ihr Gesamtengagement am Markt. Derzeit profitiert Europa von einer schwächeren Nachfrage aus Asien, insbesondere aus Indien und China. „Höhere Preise und Versorgungsengpässe führen in vielen Ländern zu Nachfragerückgängen“, so die Analysten. „Der gleitende 30-Tage-Durchschnitt für Lieferungen in die Region ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 15
Prozent gesunken“, so die Analysten der ANZ.
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