ELEKTROFAHRZEUGE. Weltweit stieg die Zahl der Neuzulassungen von Elektrofahrzeugen 2025 deutlich. China dominiert den Markt, während Deutschland nach schwächeren Jahren wieder aufholt.
Das Marktwachstum für Elektrofahrzeuge hat 2025 wieder deutlich zugenommen. Weltweit seien 21,4
Millionen Fahrzeuge neu zugelassen worden, ein Anstieg um 23
Prozent gegenüber dem Vorjahr, teilt das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) mit. In seine Analyse flossen batterieelektrische Pkw, Plug-in-Hybride sowie Fahrzeuge mit Range Extender ein.
// VON Fritz Wilhelm MEHR...
China bleibt mit Abstand der wichtigste Einzelmarkt. Dort wurden mit 14,2
Millionen Neuzulassungen rund zwei Drittel des globalen Marktes registriert. Inzwischen sei dort fast jeder zweite neu zugelassene Pkw ein Elektrofahrzeug. Hersteller aus dem eigenen Land dominierten den Markt, während internationale Anbieter nur eine untergeordnete Rolle spielten.
Der weltweite Bestand an Elektrofahrzeugen erreichte Ende 2025 rund 74,3
Millionen Fahrzeuge. Davon entfielen etwa 44
Millionen auf China, gefolgt von den USA mit 7,1
Millionen und Deutschland mit rund 3,2
Millionen Fahrzeugen. Neben China (+40
Prozent) verzeichneten vor allem kleinere Märkte hohe Wachstumsraten, darunter Spanien (+50
Prozent) und Dänemark (+42
Prozent).
In Norwegen 97 Prozent der Neuzulassungen elektrischIn Europa zog der Markt nach einer Phase der Stagnation wieder an. Die Neuzulassungen stiegen auf rund 3
Millionen Fahrzeuge, womit die EU ihre Position als zweitgrößter Markt hinter China behauptete. In den USA hingegen sei ein leichter Rückgang zu beobachten gewesen, was unter anderem auf ausgelaufene steuerliche Förderungen im September 2025 zurückgeführt werde.
Deutschland konnte nach zwei schwächeren Jahren wieder deutlich zulegen. Die Zahl der neu zugelassenen Elektro-Pkw stieg gegenüber dem Vorjahr um 50
Prozent auf 856.500
Fahrzeuge. Damit wurde erstmals seit 2022 wieder ein Höchstwert erreicht. Als Gründe nennt das ZSW unter anderem gesunkene Fahrzeugpreise sowie eine größere Modellvielfalt. Insgesamt sind damit mehr als 3,1
Millionen Elektroautos auf deutschen Straßen unterwegs.
Im internationalen Vergleich bestehe jedoch weiterhin Nachholbedarf. In Deutschland sei bislang etwa jeder dritte neu zugelassene Pkw elektrisch, während in nordeuropäischen Ländern deutlich höhere Anteile erreicht würden. In Dänemark und Schweden liege der Anteil bei rund zwei Dritteln, in Norwegen sogar bei über 97
Prozent. Auch im Fahrzeugbestand zeigten sich Unterschiede: In Norwegen sei bereits jeder dritte Pkw elektrisch, in Deutschland liege der Anteil bei etwas über sechs Prozent.
Elektrofahrzeuge könnten zudem zur Stabilisierung gegenüber Energiepreisschwankungen beitragen. „Die Entwicklungen der Kraftstoffpreise in den letzten Wochen zeigen eindrücklich, dass Länder mit einem hohen Anteil an Elektrofahrzeugen resilienter aufgestellt sind als Länder mit geringen Anteilen“, sagt Andreas Püttner vom ZSW. Ein beschleunigter Ausbau erneuerbarer Energien könne diese Effekte verstärken und zugleich den Klimaschutz im Verkehrssektor unterstützen.
Verbindliche Flottengrenzwerte für Dienstwagen als ChanceIm internationalen Wettbewerb konnten deutsche Hersteller nach Erkenntnissen des ZSW ihre Position behaupten. Volkswagen, BMW und Mercedes-Benz gehören weiterhin zu den zehn größten Anbietern weltweit. Die Volkswagen-Gruppe liege mit mehr als 5,7
Millionen verkauften Elektrofahrzeugen auf Rang drei. Allerdings wachse der Abstand zum Marktführer BYD aus China, der bislang über 15
Millionen Fahrzeuge abgesetzt habe. Auch bei den Neuzulassungen 2025 dominierten chinesische Hersteller: BYD belegte mit rund 4,5
Millionen Fahrzeugen den ersten Platz, während Volkswagen mit etwa 1,4
Millionen Einheiten Rang vier erreichte.
Mit Blick auf die Rahmenbedingungen sieht Püttner weitere Chancen für die E-Mobilität, sofern der politische Wille dafür vorhanden ist. So könnten verbindliche CO₂-Flottengrenzwerte für Dienstwagen die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen in Deutschland und der EU stärken. Gleichzeitig könnte eine noch stärkere Elektrifizierung des Dienstwagensegments – die Fahrzeuge stammen zum Großteil von deutschen Herstellern und machen einen hohen Anteil an den Neuzulassungen aus – auch den Gebrauchtwagenmarkt beleben.
Grundlage der ZSW-Zahlen sind eigene Berechnungen auf Basis von öffentlichen Statistiken einzelner Länder, Veröffentlichungen von Verbänden und Organisationen sowie Angaben von Fahrzeugherstellern.
// VON Fritz Wilhelm WENIGER