29. April 2026
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  TOP-THEMA
Stromversorgung als Flaschenhals für neue KI-Rechenzentren
Quelle: sag
IT.  Die Nachfrage nach Rechenleistung für KI-Anwendungen wächst schneller, als neue Netze und Kraftwerke gebaut werden können. Das ruft Investoren wie Blackrock auf den Plan.
Der Vermögensverwalter Blackrock will bis zu 100 Milliarden Euro in künstliche Intelligenz investieren. Etwa 75 bis 80 Prozent sollen in Rechenzentren fließen, während 20 bis 25 Prozent für Energieinfrastruktur vorgesehen sind, sagte Vibhu Kaushik von Global Infrastructure Partners. Das Unternehmen ist auf die Finanzierung von Infrastruktur spezialisiert und gehört zu Blackrock.
// VON Stefan Sagmeister  MEHR...

Kaushik referierte auf dem Global Renewable Energy Summit, einer Firmenveranstaltung des Wechselrichters- und Batterieherstellers Sungrow am Hauptsitz im chinesischen Hefei. Die Redaktion war zu dieser Veranstaltung im Rahmen einer Pressereise eingeladen.

Ein zentrales Merkmal bei der Errichtung künftiger KI-Anlagenprojekte ist dabei die Verzahnung von Energieerzeugung und Rechenzentren. Beide Bereiche lassen sich laut Kaushik nicht mehr getrennt betrachten. Energie werde zum kritischen Pfad für die Umsetzung neuer Projekte. Entsprechend rücken Lösungen in den Fokus, die eine schnelle Bereitstellung von Strom ermöglichen.

„Speed to power“, also die Fähigkeit, ein Rechenzentrum schnell und ausreichend mit Strom bereitzustellen, wird laut Kaushik zum entscheidenden Faktor. In den kommenden Jahren dürfte daher auch die Bereitschaft steigen, höhere Kosten in Kauf zu nehmen, wenn dadurch Projekte schneller realisiert werden können.

Denn es gebe eine zunehmende Diskrepanz zwischen dem Tempo des Ausbaus digitaler Infrastruktur und den klassischen Planungszyklen der Energiebranche. Während Energieversorger ihre Netze in fünf bis sieben Jahren entwickeln und bauen, steigen die Anforderungen der großen Technologiekonzerne an die KI-Infrastruktur deutlich schneller. „Unternehmen wie Amazon, Google, Meta oder Microsoft planen ihre Kapazitäten oft in nur zwölf bis 18 Monaten.“

„Entscheidend ist der Zugang zu Energie“

Diese unterschiedliche Geschwindigkeit führt laut Kaushik zu einer Kollision. Die Nachfrage nach Leistung für KI-Anwendungen wächst schneller, als neue Netze und Kraftwerke gebaut werden können. Üblicherweise werden Standortentscheidungen für neue Rechenzentren über den Zugang zu Fläche, zu (Kühl-)Wasser oder der Glasfaseranbindung getroffen. Diese Faktoren rücken aber vermehrt in den Hintergrund, denn: „Entscheidend ist zunehmend der Zugang zu Energie.“

Deshalb habe sein Unternehmen mit den „Artificial Intelligence Partners“ (AIP) eine Plattform ins Leben gerufen, die gezielt Kapital für den Ausbau von KI-Infrastruktur mobilisieren will. Hinter der Initiative stehen neben Blackrock und GIP auch Tech-Konzerne wie Microsoft und Nvidia sowie weitere Partner mit einem Investitionsvolumen von rund 100 Milliarden US-Dollar.

Bei der Stromversorgung spielen dezentrale Konzepte eine wachsende Rolle. Neben dem klassischen Netzanschluss setzen Rechenzentrumsbetreiber zunehmend auf sogenannte „Behind-the-Meter“-Lösungen. Dazu zählen vor Ort installierte Erzeugungsanlagen wie Gasturbinen oder Motorenkraftwerke, oft kombiniert mit Batteriespeichern und weiteren Komponenten zur Stabilisierung der Stromversorgung.

Damit sollen die oftmals langen Anschlusszeiten an das Stromnetz umgangen werden. In einem so wichtigen Markt wie den USA kann der Netzanschluss fünf bis sieben Jahre dauern. Um Projekte schneller umzusetzen, werden daher verstärkt Übergangslösungen entwickelt, bei denen Rechenzentren zunächst autark betrieben und später ans Netz angebunden werden.

Hohe Anforderung an Stromqualität

Technologisch zeichnet sich dabei kein klarer Standard ab, so Kaushik. Vielmehr entstehen hybride Systeme, die unterschiedliche Erzeugungs- und Speichertechnologien kombinieren. Neben klassischen Gaskraftwerken werde auch mit Brennstoffzellen und anderen Ansätzen experimentiert. Entscheidend sei weniger die einzelne Technologie als die Fähigkeit, „schnell verfügbare und stabile Stromversorgung bereitzustellen“.

Mit dem Wachstum steigen auch die Anforderungen an die Stromqualität. Kurzfristige Lastschwankungen und hohe Leistungsdichten in den Rechenzentren erfordern zusätzliche Maßnahmen zur Stabilisierung der Stromversorgung. Batteriespeicher und Leistungselektronik werden daher zunehmend als integraler Bestandteil der Infrastruktur betrachtet und nicht mehr nur als Backup-Systeme.
// VON Stefan Sagmeister
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  POLITIK & RECHT
Quelle: Shutterstock / canadastock
Reformstau bei Energiegesetzen wächst
POLITIK. Die Bundesregierung verzögert die Anhörungen zu wichtigen Energiegesetzen. Verbände, Politik und Wirtschaft reagieren mit Kritik und wachsender Verunsicherung.
Die energiepolitische Gesetzgebung in Deutschland kommt nur schleppend voran. Während das Bundeswirtschaftsministerium in der Nacht zu Dienstag die formale Verbändeanhörung zum Stromversorgungssicherheits- und Kapazitätsgesetz (StromVKG) gestartet hat, bleiben andere zentrale Reformvorhaben weiter ohne offiziellen Startschuss. Nach Branchenangaben gehen weder das Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) noch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) 2027 in dieser Woche in die Länder- und Verbändeanhörung.
 // VON Susanne Harmsen MEHR...

Die Verzögerungen stoßen in der Energiewirtschaft auf deutliche Kritik, so beim Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Seine Hauptgeschäftsführerin Kerstin Andreae erklärte, bisher sei keine Einladung zur Anhörung eingegangen. „Solange zentrale Gesetze in der Schwebe seien, entstehe Verunsicherung statt Verlässlichkeit“, kritisierte sie.

Andreae betonte, die Verfahren müssten nun zügig starten, da der Zeitplan für die Umsetzung zunehmend enger werde. „Auch beihilferechtliche Genehmigungen etwa beim EEG und beim Versorgungssicherheitsgesetz müssten noch in diesem Jahr erreicht werden“, erinnerte sie. Die Branche brauche ausreichend Zeit für Prüfung und Bewertung.

Dies sei kein Zusatznutzen, sondern Voraussetzung für belastbare Gesetzgebung und praxistaugliche Regelungen. Verzögerungen führten erfahrungsgemäß zu späteren Korrekturen. „Die Bundesregierung müsse sich stärker fokussieren und die Reformpakete konsequent vorantreiben“, fordert Andreae.

Kraftwerksneubau unter Kritik
Parallel sorgt der Gesetzentwurf des StromVKG zum Neubau von Gaskraftwerken weiter für politische und gesellschaftliche Kontroversen. Das StromVKG verknüpft nach Angaben des Ministeriums eine Kraftwerksstrategie mit einem Kapazitätsmarkt. Ziel sei es, zusätzliche gesicherte Leistung bereitzustellen und Versorgungslücken im Stromsystem zu vermeiden. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) kritisiert die Pläne von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) scharf. Der Entwurf sehe milliardenschwere Subventionen für neue Gaskraftwerke vor, ohne dass die Finanzierung vollständig geklärt sei, so die Organisation.

Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH, warf dem Ministerium vor, mit den vorgesehenen Kriterien faktisch Batteriespeicher aus den Ausschreibungen zu verdrängen. Statt eines technologieoffenen Ansatzes entstehe einseitige Förderung zugunsten fossiler Infrastruktur. Die Organisation fordert daher, den Entwurf zurückzuziehen und die Ausschreibungen für alle Technologien zu öffnen. Andernfalls drohe eine längere Abhängigkeit von fossilem Gas mit Auswirkungen auf Strompreise und Klimaziele.

SPD kritisiert Netzpaket

Auch aus der Politik kommt Widerstand. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Matthias Miersch warnte vor zusätzlichen Hürden für den Ausbau erneuerbarer Energien. Insbesondere ein im Netzpaket-Entwurf vorgesehener Redispatch-Vorbehalt könne Investitionen in Wind- und Solarprojekte beeinträchtigen. Die SPD-Fraktion lehne die Pläne in dieser Form ab, da sie das Tempo der Energiewende gefährdeten.

Unterstützung für das StromVKG kommt dagegen aus der Netzbetreiberbranche. Werner Götz, CEO des Übertragungsnetzbetreibers Transnet BW bezeichnete den Gesetzentwurf als wichtigen Schritt für die Versorgungssicherheit. Besonders die vorgesehene regionale Komponente im Süden sei ein Signal für Stabilität im Stromsystem. In einem Energiesystem mit wachsendem Anteil erneuerbarer Energien brauche es gesicherte Leistung für Zeiten mit geringer Einspeisung aus Wind und Sonne.

Wirtschaft zweifelt an Regierung

Die politische Debatte findet vor dem Hintergrund einer wachsenden Skepsis in der Wirtschaft statt. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag des Wirtschaftsforums der SPD trauen nur 18,3 Prozent der befragten Wirtschaftsvertreter der Bundesregierung zu, das Wirtschaftswachstum durch Reformen spürbar zu steigern. 78,4 Prozent äußerten Zweifel.

Als zentrale Prioritäten nennen Unternehmen vor allem sinkende Energiepreise und Bürokratieabbau. Gleichzeitig kritisieren viele Befragte fehlende gemeinsame politische Linien, mangelnde Praxisnähe und geringe Kompromissbereitschaft innerhalb der Regierung.
 // VON Susanne Harmsen
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Unternehmen wollen Ausbauziele aufschieben
Quelle: Shutterstock / Thampapon
WINDKRAFT OFFSHORE. Für Milliarden Euro haben BP und Total Energies Windkraftflächen in der Nordsee ersteigert. Jetzt wollen sie die Umsetzung des Ausbaus verschieben, mit Verweis auf Abschattungen.
7.000 MW Windkraft wollten British Petrol (BP) und Total Energies in der deutschen Nordsee installieren. Dafür haben sie 2023 und 2024 insgesamt 15,6 Milliarden Euro in der Flächenauktion geboten. RWE hatte 2024 ursprünglich gemeinsam mit Total auf die Ausbaufläche geboten, sich aber später zurückgezogen, während BP sein Offshore-Geschäft in das Joint Venture Jera Nex ausgelagert. Offenbar haben die Unternehmen sich verkalkuliert, denn nun wollen Sie den Windkraft-Ausbau zeitlich und räumlich strecken.
 // VON Susanne Harmsen MEHR...

Dafür haben sie eine Studie beim Fraunhofer-Institut für Windenergiesysteme (IWES) bestellt, die Verschattungseffekte untersuchte, die durch früher aufgestellte Windturbinen entstehen und damit den Stromertrag neuer Anlagen verringern. Jera Nex BP und Total fordern mit dieser Studie im Rücken, einen Großteil der noch offenen Flächen später auszuschreiben und zu bebauen als ursprünglich geplant.

IWES-Studie bestätigt Verschattung

Im Re-Order-Szenario wird die Reihenfolge von Ausschreibung und Inbetriebnahme neuer Flächen so angepasst, dass weiter in der See liegende Flächen zuerst bebaut werden. Dies würde temporäre Abschattungseffekte von bestehenden Windparks näher an der Küste verringern. Im Ergebnis würden die Volllaststunden aller Flächen erhöht und damit die Stromgestehungskosten gesenkt. Allerdings würden sich Ausbau und Stromerzeugung damit verzögern.

„Der Re-Order-Plan führt natürlich zu einem deutlichen Einbruch der Offshore-Windenergieerträge in der deutschen Nordsee insgesamt“, erläuterte Bernhard Stoevesandt, der am Fraunhofer IWES als Chief Political Officer an der Studie mitgearbeitet hat. „Das ist eine Abwägung zwischen: Wie sehr soll sich das für die Firmen lohnen und wie viel Strom soll der Offshore-Wind der Gesellschaft bringen“, sagte er dem Norddeutschen Rundfunk. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hat mit Verweis auf die verzögerte Netzanbindung der Offshore-Windkraft schon öfter signalisiert, dass der Ausbau zeitlich verschoben werden solle.

Wind-auf-See-Gesetz gefährdet

Das aber würde die deutschen Stromversorgungspläne gefährden. Danach sollen bis 2041 Windkraftanlagen mit einer Kapazität von insgesamt 70.000 MW in der deutschen Nordsee Strom produzieren. Wenn es nach Jera Nex BP und Total geht, verzögert sich diese Kapazität bis ins Jahr 2057. Nach dem Szenario der Unternehmen, genannt „Re-Order“ verschiebt sich ihr Ausbau um 16 Jahre. Dies hätten sie bereits der zuständigen Behörde, dem Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrografie (BSH) mitgeteilt.

Im Gespräch mit dem NDR sagte Lea Haefke, Referatsleiterin für die Flächenentwicklungspläne beim BSH, die Berechnungen seien ökonomisch nachvollziehbar, dennoch habe sie der Vorstoß der Unternehmen überrascht. Denn er widerspreche der gesetzlichen Grundlage. Das Ausbauziel ist im Windenergie-auf-See-Gesetz festgeschrieben. Die Abschattungseffekte seien bereits bekannt gewesen als die Unternehmen Milliarden für die Flächen in der Nordsee geboten haben, so Haefke. 

Politischer Gegenwind

Nina Scheer, energiepolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, kritisiert den Vorstoß der Unternehmen und der Bundestagsabgeordnete der Grünen und Berichterstatter für den Bereich Offshore, Alaa Alhamwi, warnt davor, dass bei fehlendem Windstrom letztlich Gaskraftwerke einspringen müssen, was das Erreichen der Klimaschutzziele gefährde.

Carla Geisen von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) unterstreicht, dass der Flächenentwicklungsplan für dieses Jahr bereits überfällig sei. Und auch das Windenergie-auf-See-Gesetz müsse in diesem Jahr novelliert werden, womit die Unternehmen eine Chance sähen, aus ihren teuren Verpflichtungen zu entkommen.

Die Studie des Fraunhofer IWES zu Abschattungseffekten steht im Internet bereit.

 // VON Susanne Harmsen
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Energie-Ziele der Regierung in weiter Ferne
Quelle: E&M / Pixabay
STATISTIK DES TAGES. Ein Schaubild sagt mehr als tausend Worte: In einer aktuellen Infografik beleuchten wir regelmäßig Zahlen aus dem energiewirtschaftlichen Bereich. 
 // VON Redaktion MEHR...

 
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Quelle: Statista

Beim Ausbau der Energiewende bleibt Deutschland deutlich hinter seinen eigenen Zielen zurück. Aktuell sind bei der Photovoltaik 121,14 GW installiert, was 56,3 Prozent des Ziels von 215 GW entspricht. Windkraft an Land erreicht mit 69 GW bereits 60 Prozent und liegt damit vergleichsweise weit vorn. Deutlich größer sind die Lücken dagegen bei der Offshore-Windkraft mit 10,2 GW und 34,0 Prozent sowie bei Elektroautos, die mit 2.136.743 Fahrzeugen erst 14,2 Prozent des Zielwerts erreichen. Sollte sich das bisherige Ausbautempo nicht deutlich erhöhen, könnten die Ziele bis 2030 in mehreren Bereichen verfehlt werden.
 // VON Redaktion
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  HANDEL & MARKT
Quelle: Pixabay / martaposemuckel
Leitfaden zeigt Bürgerbeteiligung als Finanzierungsinstrument
FINANZIERUNG. Der Plattformanbieter Eueco hat einen Leitfaden dafür entwickelt, wie Stadtwerke Bürgerbeteiligung als Finanzierungsinstrument nutzen können. 
Die Münchner Eueco beschreibt in einem neu entwickelten Leitfaden Wege, Bürgerbeteiligung als Instrument zur Eigenkapital- und Co-Finanzierung für Investitionen in erneuerbare Energien, Speicher sowie Strom- und Wärmenetze zu nutzen. 
 // VON Katia Meyer-Tien MEHR...

Das Unternehmen, das selbst Plattformen für Bürgerbeteiligung anbietet, unterscheidet im Leitfaden mit dem Titel „Finanzierung für Stadtwerke und Energieversorgungsunternehmen – Bürgerbeteiligung als Instrument der Eigenkapital- und Co-Finanzierung“ zwei zentrale Anwendungsfälle: Finanzierungen über Projektgesellschaften sowie Finanzierungen auf Ebene des Stadtwerks ohne separate Gesellschaft. Je nach Struktur kann Bürgerkapital dabei unterschiedliche Funktionen erfüllen, etwa als wirtschaftliches Eigenkapital in Projekten oder zur langfristigen Stärkung der Unternehmensfinanzierung. 

Als konkrete Modelle nennt der Leitfaden Nachrangdarlehen in Projektgesellschaften, Genussrechte auf Unternehmensebene sowie Schwarmfinanzierung als digitale Umsetzungsform. Diese Ansätze ermöglichen es, kleinere Investitionsbeträge zu bündeln und als Finanzierungsbaustein zu nutzen. 

Neben der Kapitalbereitstellung wird auch die strategische Wirkung hervorgehoben: Die Einbindung von Bürgern, Kunden und Mitarbeitenden erweitert die Kapitalbasis und kann die Bindung an lokale Energieprojekte erhöhen. Die Beteiligten erhalten eine vertraglich geregelte Vergütung, während die Stimmrechte bei den Stadtwerken verbleiben. 

Der Leitfaden „Finanzierung für Stadtwerke und Energieversorgungsunternehmen – Bürgerbeteiligung als Instrument der Eigenkapital- und Co-Finanzierung“ kann auf der Unternehmensseite von Eueco bestellt werden.
 // VON Katia Meyer-Tien
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Holländer eröffnen Bio-LNG-LKW-Zapfsäulen an der A92
Die neue Bio-LNG-Tankstelle in Wörth an der Isar. Quelle: Rolande
TANKSTELLEN. Das LNG-Tankstellen-Netz zwischen den Raum München und Tschechien wird dichter: Rolande, ein holländischer Betreiber von Bio-LNG-Tankstellen, hat in Wörth einen Standort errichtet.
Rolande, nach eigenen Angaben Marktführer für Bio-LNG in den Niederlanden und Spezialist für nachhaltige Kraftstoffe im Schwerlastverkehr, hat in Wörth an der Isar (Niederbayern) eine neue öffentliche Bio-LNG-LKW-Tankstelle in Betrieb genommen.
 // VON Georg Eble MEHR...

Die Station befindet sich im Autohof Wörth an der Isar in unmittelbarer Nähe der Autobahn A92, einer zentralen Ost-West-Achse in Süddeutschland. Das Angebot richtet sich an Spediteure, Flottenbetreiber und Unternehmen mit eigener Logistik und mit einem Anspruch an die Dekarbonisierung ihrer Transporte – unabhängig von staatlichen Subventionen.

Das Bio-LNG von Rolande wird aus organischen Reststoffen wie Gülle oder Lebensmittelabfällen gewonnen. Im Vergleich zu Diesel ermöglicht es laut Unternehmensmitteilung eine CO2-Reduktion um bis zu 100 Prozent. Bei Verwendung besonders methanreicher Abfallstoffe ist sogar eine negative CO2-Bilanz möglich. Die Emissionseinsparungen sind zertifiziert und erfüllen die Anforderungen der CSRD-Berichterstattung (Corporate Social Responsibility Directive der EU). 

Die neue Anlage ist rund um die Uhr geöffnet, mit zwei Zapfsäulen ausgestattet und für alle LNG-kompatiblen LKW geeignet. Laut der LNG-Landkarte der Deutschen Energie-Agentur akzeptiert die Station neben Rolande folgende Zahlkarten: Avia, DKV, Romac, IDS, TFC, Van Kessel, LNG Drive, Hoyer Energie, Carfood, Eurowag, G&V Caps, Maestro, Visa, HAM, Lodder, Molgas, UTA und Routex.

Zusätzlich hat Q8 Truck Diesel-Zapfsäulen an der Station installiert. Auf dem Autohof-Gelände befinden sich auch eine Shell-Tankstelle, ein Ultraschnelllader von Tesla und ein Normalladepunkt von Lidl.

Mit Wörth an der Isar erweitert sich das LNG-Tankstellennetz in der Nähe der A92 auf drei Standorte. Schon bisher gab es LNG bei Eni in Eching nahe des Autobahnkreuzes Neufahrn (A92/A9) sowie bei Q1 Energie in Dingolfing.

Rolande unterhält in Europa mit Partnern ein Netzwerk fast 200 Bio-LNG-Stationen, davon 27 eigene. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz im niederländischen Tilburg und seinen Deutschlandsitz in Emmerich am Rhein.
 // VON Georg Eble
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  TECHNIK
Hybridheizungsanlage Winterfeldtstraße in Berlin Quelle: Gasag
Hybridheizung sorgt für Klimaschutz im Plattenbau
WÄRME. In Berlin hat die Gasag Solution Plus eine Hybridheizung für ein Mehrfamilienhaus aus den 1970er-Jahren in Betrieb gesetzt. Diese Lösung dient als Modell für Bestandsbauten der Gewobag.
Wie in vielen deutschen Städten gibt es auch in Berlin viele Mehrfamilienhäuser aus den 1970er-Jahren, errichtet in Plattenbauweise. Eine der großen ökologischen Herausforderungen wird in den nächsten Jahren die Umstellung dieser Bestandsimmobilien auf eine umweltfreundliche und energiesparende Wärmeversorgung. Gerade in dicht besiedelten Gebieten besteht nicht überall die Option, auf Wärmenetze, Geothermie oder Abwärme als Energiequelle zurückzugreifen. Eine Pilotlösung wurde am 28. April in Betrieb genommen.
 // VON Susanne Harmsen MEHR...

Für das städtische Wohnungsunternehmen Gewobag hat die Gasag Solution Plus beispielhaft in der Berliner Winterfeldtstraße 70 ein Mehrfamilienhaus auf eine umweltfreundlichere Heizung umgestellt. Eine Kombination aus Luftwärmepumpe und einem Gas-Spitzenlastkessel soll jährlich 21,6 Tonnen CO2 einsparen gegenüber der bisherigen Heizungsanlage. Damit werde sie den gesetzlichen Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) für den Klimaschutz gerecht, heißt es in einer Mitteilung.

Die Hybridheizung setzt sich aus einer Luftwärmepumpe mit einer Leistung von 45 kW und einem Gas-Spitzenlastkessel zusammen. Die Luftwärmepumpe übernimmt die Hauptlast, sodass der Kessel nur bei erhöhten Bedarfsspitzen und an sehr kalten Tagen anspringt. Das macht das Heizsystem besonders effizient und erhöht den Anteil Erneuerbarer Energien auf 70 Prozent.

Beispiel für viele Wohnbauten

Das Mehrfamilienhaus aus den 1970er Jahren repräsentiert den Großteil des 
Berliner Baubestandes und könne exemplarisch für weitere Energieprojekte dieser 
Art angewendet werden. Die energetische Ertüchtigung funktionierte laut Gewobag ohne Sanierung und tiefgreifende Umbauten, sei sozialverträglich und benötige wenig Platz. Die Planungs- und Ausführungszeit war daher vergleichsweise gering.

Mit einem schallgedämmten Gehäuse werde laut Gasag Solutions Plus sichergestellt, dass die Anwohnerinnen und Anwohner auch akustisch kaum von der Wärmepumpe im Innenhof gestört werden. Ein Pufferspeicher sorge zudem für eine längere Laufzeit der Wärmepumpe.
 
Das Haus mit der neuen Hybridheizung in der Berliner Winterfeldtstraße
Quelle: Gasag

Der Vertriebsleiter Matthias Prennig sagt: „Das Projekt Winterfeldtstraße ist ein vergleichsweise kleines Projekt mit großer Wirkung.“ Gasag Solution Plus und Gewobag zeigten mit dem Projekt, dass die GEG-konforme Ertüchtigung von Bestandsbauten zu marktgerechten Preisen möglich ist. Dies könne als Blaupause für die Transformation des Berliner Immobilienbestandes genutzt werden, wo nur eine dezentrale Wärmeversorgung in Betracht komme, erläuterte Martin Mahlberg, kaufmännischer Geschäftsführer der Gewobag ED. Das Unternehmen hat rund 76.000 Wohnungen mit mehr als 150.000 Mieterinnen und Mietern im Bestand.
 // VON Susanne Harmsen
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Avacon hat Ökoanlagen mit über 15.000 MW im Verteilnetz
Quelle: Davina Spohn
STROMNETZ. Der Verteilnetzbetreiber Avacon lobt sich für seinen Beitrag zur Energiewende. Die im eigenen Netzbereich installierte Leistung der Ökokraftwerke sei seit 2016 um 50 Prozent gewachsen.
Avacon hatte zu Beginn des Jahres 2026 in seinen Netzgebieten mehr als 155.000 Anlagen angeschlossen, die Strom aus erneuerbaren Quellen produzieren. Diese Zahl nennt der Verteilnetzbetreiber aus dem niedersächsischen Helmstedt in einer Mitteilung. Zusammen kämen die Ökokraftwerke auf etwa 15.000 MW installierter Leistung.
 // VON Volker Stephan MEHR...

Die Eon-Tochter, an der zu 38,5 Prozent auch Kommunen und Landkreises beteiligt sind, spricht von einem Leistungszuwachs von rund 50 Prozent im Vergleich zu 2016. 15.000 MW entsprächen ungefähr einem Fünftel der elektrischen Leistung, die aktuell zu Spitzenzeiten republikweit gefragt sei.

Avacons Stromnetz umfasst eine Länge von mehr als 64.000 Kilometern und verteilt sich auf die Bundesländer Niedersachsen, Sachsen-Anhalt sowie Teile von Nordrhein-Westfalen und Hessen. Vorstandschef Matthias Boxberger spricht in der Mitteilung von einer zentralen Rolle der Verteilnetzbetreiber für die Energiewende und fügt an: „Durch die Digitalisierung unserer Netze, einen zielstrebigen Smart-Meter‑Rollout sowie konsequenten Netzausbau sorgen wir dafür, dass das Tempo der Energiewende hoch bleibt.“

Den Strom von 2.500 niedersächsischen Windkraftanlagen transportierten die Leitungen von Avacon zu Jahresbeginn. Dies seien etwa 40 Prozent aller Turbinen des Bundeslandes. Noch mehr sind es prozentual in Sachsen-Anhalt: Dort stellen 1.400 Anlagen etwa die Hälfte aller installierten Kraftwerke. Bei der Leistung kommen Niedersachsens Turbinen im Avacon-Netz auf 6.500 MW oder 64 Prozent, in Sachsen-Anhalt auf 3.000 MW und über 50 Prozent.

Das absolute Wachstum bei den Solaranlagen im Netz des Unternehmens ist deutlich. Binnen zehn Jahren stieg die Anzahl von rund 30.000 auf über 150.000. Allein 2025 kamen 35.000 neue Sonnenkraftwerke hinzu, das seien rechnerisch drei bis vier Anlagen pro Stunde.

Durch digitale Lösungen und ein systematisches Monitoring der Auslastung will Avacon es in der Hochspannung schaffen, die Übertragungskapazitäten von Leitungen zeitweise um bis zu 60 Prozent zu steigern. Um Netze effizient auszulasten, seien ferner intelligente Messsysteme unabdingbar. Avacons Rollout-Quote liege derzeit bei etwa 30 Prozent und damit „deutlich über den gesetzlichen Vorgaben“.
 // VON Volker Stephan
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Fraunhofer entwickelt recyclingfähige Rotorblätter
Quelle: Fotolia / alphaspirit
F&E. Das Fraunhofer IWU hat mit Partnern im EU-Projekt „RECREATE“ ein Rotorblatt-Konzept vorgestellt, das Reparaturen erleichtern und Materialkreisläufe in der Windkraft verbessern soll.
Mit dem Ausbau der Windenergie wächst auch die Frage, wie sich ausgediente Anlagenkomponenten nachhaltig verwerten lassen. Besonders Rotorblätter gelten als Herausforderung für die Kreislaufwirtschaft. Sie bestehen heute meist aus glasfaserverstärkten Verbundwerkstoffen und erreichen laut dem Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik (IWU) in Chemnitz, eine Lebensdauer von rund 20 Jahren. Spätestens nach etwa 30 Jahren müssten sie ersetzt werden.
 // VON Susanne Harmsen MEHR...

Da der Ausbau der Windkraft in Europa kurz nach der Jahrtausendwende deutlich anzog, werden in den kommenden Jahren große Mengen alter Rotorblätter das Ende ihrer Nutzungszeit erreichen. Nach Angaben des IWU fallen dann mehrere zehntausend Tonnen Verbundmaterialien pro Jahr an. Klassische Entsorgungswege wie thermische Verwertung oder das Zerkleinern zur Beimischung in Zement gelten aus Sicht der Forscher nicht als nachhaltige Lösungen. Eine Deponierung ist in der Europäischen Union untersagt.

Reparieren statt Austausch

Vor diesem Hintergrund hat das IWU gemeinsam mit Partnern im EU-Projekt Recreate ein neues Konstruktionsprinzip für Rotorblätter entwickelt. Ziel sei es, verschleißanfällige Komponenten austauschbar zu machen und recyclingfähigere Materialien einzusetzen.

Nach Angaben des Instituts liegt ein zentraler Schwachpunkt heutiger Rotorblätter an der Vorderkante. Dieser Bereich ist dauerhaft Wind, Regen und Staub ausgesetzt und verschleißt je nach Standort besonders schnell. Wenn sich diese Kante nicht separat ersetzen lasse, müsse häufig das gesamte Rotorblatt ausgetauscht werden.

Das Forschungsteam um Justus von Freeden vom Fraunhofer IWU in Wolfsburg setzt deshalb auf einen modularen Aufbau. Bei dem Demonstrator bildet ein durchgehender tragender Holm die Basis. Weitere Bauteile werden daran befestigt. Die Vorderkante besteht laut IWU aus Thermoplasten und Naturfasern und ist über eine lösbare Klebeverbindung montiert. Dadurch könne sie bei Verschleiß ausgetauscht werden.

Das Institut verweist zudem auf betriebliche Vorteile. Mit zunehmendem Abrieb an der Vorderkante verschlechtere sich die Aerodynamik, wodurch der Wirkungsgrad sinke. Ein rechtzeitiger Austausch könne daher den Energieertrag und die Wirtschaftlichkeit einer Anlage über längere Zeit stabil halten.

Automatisierte Fertigung

Neben der Reparaturfähigkeit zielt das Konzept auf eine stärker automatisierte Fertigung in Europa. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den eingesetzten Werkstoffen. Das IWU bewertet naturfaserverstärkte Thermoplaste als besser geeignet für Wiederverwendung, Reparatur, Aufarbeitung und Recycling. Im Vergleich zu glasfaserverstärkten Kunststoffen sollen sie mechanische Recyclingprozesse robuster überstehen. Beim Zerkleinern und erneuten Aufschmelzen verliere das Material seine Eigenschaften demnach schrittweise.

Das Projekt Recreate vereinte nach Angaben des IWU rund 20 Partner aus Forschung und Industrie. Koordiniert wurde das Vorhaben vom Politecnico di Milano in Italien. Beteiligt waren unter anderem das Fraunhofer-Institut für Holzforschung Wilhelm-Klauditz-Institut (WKI), Braunschweig, die Invent GmbH aus Braunschweig sowie weitere Unternehmen und Hochschulen aus mehreren europäischen Ländern. Finanziert wurde das Projekt über das Forschungsprogramm Horizont Europa der Europäischen Union.

Weitere Informationen zum Projekt Recreate stehen im Internet bereit.
 // VON Susanne Harmsen
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  UNTERNEHMEN
Quelle: Jonas Rosenberger
Stadtwerke Aalen mit 12.000 Abrechnungen in Verzug
STADTWERKE. Zum Ärger mit der früheren Leitung gesellt sich Frust der Kundschaft. Aalens Versorger hat nach Millionenverlusten einen Kassensturz gemacht, auf den viele Abrechnungsfehler folgten.
Gute Nachrichten sind bei den Stadtwerken Aalen derzeit so häufig wie Regen in diesem April. Wie nun eine Vorlage für den Rat der baden-württembergischen Kommune zeigt, hat der Versorger Tausende Rechnungen für 2025 falsch ausgewiesen oder überhaupt noch nicht gestellt.
 // VON Volker Stephan MEHR...

Der aktuelle Geschäftsführer Michael Schäfer spricht in der von ihm verfassten Vorlage von einer „strukturellen Krise“, die zur wirtschaftlichen Krise hinzugekommen sei. Die Stadtwerke hatten 2024 Verluste von 17 Millionen Euro zu verkraften, in deren Folge der damalige Geschäftsführer Christoph Trautmann und ein Prokurist ihre Jobs auf der Ostalb verloren (wir berichteten). Mit den Betreffenden einigt der Versorger sich aktuell außergerichtlich, weil er sich mit Schadenersatzforderungen Blasen lief.

Mit struktureller Krise meint Michael Schäfer die großen Probleme mit den Abrechnungen. Die Stadtwerke sind offenbar noch überfordert mit der Rechnungsstellung. „Ausbleibende und uneinheitliche Rückmeldungen führen zu Mehrfachkontakten, Unzufriedenheit und Eskalationen“, so der Geschäftsführer. Die Beschwerden der Kundschaft häuften sich mittlerweile wegen „fehlender Transparenz und Verbindlichkeit“ beim Bearbeiten der Fehler.

Vordergründig waren die Probleme entstanden, weil die Stadtwerke sich im Moment des Millionendefizits, dessen sie Ende 2024 gewahr wurden, zu einen Kassensturz veranlasst sahen. Schon damals war die Liquidität aufgrund fehlender Abrechnungen gefährdet, so Schäfer. Mit der allgemeinen Stichtagsabrechnung wollten die Stadtwerke das Ausmaß der finanziellen Schiefstände „vollständig transparent“ machen, schreibt Schäfer in der Vorlage weiter.

Damit verließ der Versorger traditionelle Pfade, was dazu führte, dass aktuell rund 6 Prozent der knapp 200.000 Rechnungen noch nicht erstellt sind. Das sind nahezu 12.000 Dokumente. Dazu habe das Setzen eines künstlich gewählten Abrechnungstermins massenhaft zu Beschwerden auch über falsche Beträge geführt.

Beschwerden über falsche Rechnungen häufen sich

Die Liste der Fehler im System ist lang. Wer etwa Solaranlagen angeschlossen und dabei einen obligatorischen Zählerwechsel vorgenommen hat, habe vielfach falsche Daten erhalten. In diesen Fällen kam es zu einer Mischung aus nicht berücksichtigten Mengen eingespeisten Stroms, fehlerhaften Stammdaten, eingeschränktem Lieferantenwechsel und Problemen bei energiewirtschaftlichen Folgeprozessen.

Weil Rechnungen teilweise auf Schätzwerten beruhen und die Stadtwerke angezeigte Fehler noch nicht korrigieren konnten, schlichen sich auch Fehler in die Berechnungen der Abschläge oder Guthaben ein. Zu Verzögerungen und Fehlern komme es im Zusammenhang mit Solaranlagen auch bei Neuanlagen, Erweiterungen oder einem Betreiberwechsel.

Die Stadtwerke versuchen, die Beschwerden nach Prioritäten abzuarbeiten. Bis Mitte des laufenden Jahres werde es mindestens dauern, den Rückstau abzuarbeiten und Abrechnungen zu übermitteln. Weil Aalen parallel die Rechnungen auf ein neues System umstellt, könnte ein reibungsloser Ablauf sich allerdings auch bis Anfang des kommenden Jahres ziehen. Die „historisch gewachsenen Lücken und Fehler in den Daten und Prozessen“, so schreibt der Stadtwerke-Chef, ließen sich nicht kurzfristig bereinigen.

Nur Trübsal blasen wollte Michael Schäfer in der Vorlage gleichwohl nicht. Die Stadtwerke Aalen seien „guter Dinge“. Die wirtschaftliche Situation habe sich stabilisiert, die „monetären Rückstände“ des Jahres 2025 habe der Versorger im Griff. Das versuchten die Stadtwerke nun auch mit den „prozessualen Rückständen“. Ziel: Die Stadtwerke wollen „in den kommenden Monaten wieder Zufriedenheit und Vertrauen bei den Kunden in Aalen zurückgewinnen“.
 // VON Volker Stephan
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Eon setzt auf moderne Arbeitsmodelle
Quelle: Shutterstock / Andrii Yalanskyi
PERSONALSUCHE. Mit flexiblen Angeboten will sich Eon als attraktiver Arbeitgeber auf dem umkämpften Fachkräftemarkt positionieren.
Ziel des Maßnahmenbündels ist es, auf unterschiedliche Lebenssituationen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einzugehen, wie es in einer Unternehmensmitteilung heißt. „Im Fokus stehen flexible Lösungen, die die individuellen Bedürfnisse der Mitarbeiter und betriebliche Anforderungen in Einklang bringen.“ Mit dem umfangreichen und tiefgreifenden Maßnahmenpaket zur Flexibilisierung von Arbeit nehme man eine Vorreiterrolle unter den DAX-40-Unternehmen ein.
 // VON Günter Drewnitzky MEHR...

„Die Energiezukunft braucht starke Teams, starke Arbeitgeber und vor allem starke Angebote an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von heute und von morgen. Das mit unseren Sozialpartnern vereinbarte Maßnahmenpaket ist unsere strukturelle Antwort auf die Anforderungen einer Arbeitswelt, die sich spürbar verändert hat. Mit Maßnahmen wie beispielsweise der Familienstartzeit verbessern wir die Vereinbarkeit von Familie und Beruf“, erklärte Stefanie Müller-Thon, Senior Vice President Group HR & Executive HR, zu den neuen Regelungen.

Die Mitarbeiterversprechen gehen nach Angaben von Eon auf die Ergebnisse einer umfassenden Befragung unter den Beschäftigten zurück. Zugleich würdigt das Unternehmen eine enge, partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Gewerkschaften und den betrieblichen Arbeitnehmervertretern während des Abstimmungsprozesses.

Die verschiedenen Maßnahmen im Detail:
  • Mit der Familienstartzeit ermöglicht Eon Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vier Wochen vollvergütet freigestellt zu werden, um ihr neugeborenes Kind und die Familie in dieser Zeit aktiv zu begleiten. Die Richtlinie gilt für alle Geschlechter: Zur Teilnahme berechtigt sind leibliche Väter, weibliche Partnerinnen und nicht-leibliche Väter, die Lebenspartner der Mutter sind.
  • Beschäftigte, die ihre tariflich vereinbarte wöchentliche Arbeitszeit erhöhen möchten, können das Modell Vollzeit Plus wählen. Die Maßnahme ermöglicht es, in unterschiedlichen Lebensphasen mehr zu arbeiten und entsprechend mehr zu verdienen. 
  • Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die für einen gewissen Zeitraum mehr Freizeit haben möchten und bereit sind, hierfür auf Gehalt zu verzichten, können das Modell Freizeit statt Geld wählen. Dadurch erhalten sie die Möglichkeit, bis zu 20 zusätzliche freie Tage pro Kalenderjahr zu erwerben.
  • In Lebensphasen, in denen Beschäftigte das Einkommen durch mehr Arbeit erhöhen möchten, können sie umgekehrt das Modell Geld statt Freizeit wählen. Dabei verzichten diese Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf Anteile des über den gesetzlichen Mindesturlaub hinausgehenden Urlaubs und lassen sich diesen auszahlen.
Danben gibt es, neben Homeoffice-Modellen, auch die Möglichkeit einer längeren Auszeit, das zeitweise Arbeiten im europäischen Ausland oder ein Vollzeitmodell, bei dem es alle zwei Wochen einen freien Tag gibt. Voraussetzung für jede dieser Maßnahmen ist, dass betriebliche Gründe und Abläufe nicht entgegenstehen. 

Das Bündel aus Mitarbeiterversprechen bildet einen einheitlichen Rahmen für Eon in Deutschland, wie es seitens des Energieunternehmens heißt. Aufgrund der dezentralen Organisationsstruktur im Konzern können die verschiedenen Gesellschaften auf dieser Basis selbst entscheiden, welche Schwerpunkte sie setzen und wie die Mitarbeiterversprechen vor Ort konkret umgesetzt werden. 

Eine Übersicht der Mitarbeiterversprechen ist auf der Webseite von Eon veröffentlicht.
 // VON Günter Drewnitzky
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Netze BW und IE2S wollen Logistikflotten elektrifizieren
Quelle: Shutterstock / AlinStock
MOBILITÄT. Netze BW und IE2S vertiefen ihre Zusammenarbeit, um Logistikunternehmen bei der Umstellung auf elektrische Lkw-Flotten ganzheitlich zu unterstützen. 
Die Dienstleistungssparte des baden-württembergischen Verteilnetzbetreibers Netze BW und die Stuttgarter Unternehmenberatung Intelligent Energy System Services GmbH (IE2S) haben einen Kooperationsvertrag zur Elektrifizierung von Logistikflotten geschlossen. Das geht aus einer Pressemitteilung der Unternehmen hervor.
 // VON Katia Meyer-Tien MEHR...

Ziel der Vereinbarung ist es, Logistikunternehmen bei der Umstellung von Diesel- auf Elektro-Lkw entlang des gesamten Prozesses zu begleiten – von der Planung bis zur Umsetzung. Dies erfordere den Unternehmen zufolge eine frühzeitige Abstimmung technischer, wirtschaftlicher und energiewirtschaftlicher Aspekte. Neben der Fahrzeugbeschaffung spielten insbesondere die Ladeinfrastruktur, der Netzanschluss sowie das Ladelastmanagement eine zentrale Rolle. Auch IT-Systeme und operative Prozesse müssten angepasst werden, etwa durch den Einsatz von Telematiklösungen zur Überwachung von Reichweiten und Batteriestatus. 

Fremd sind sich die neuen Partner nicht: IE2S und Netze BW arbeiten bereits seit 2023 zusammen. 18 Projekte seien in diesem Zeitraum erfolgreich umgesetzt worden. Mit dem neuen Vertrag sollen die Prozesse standardisiert und die Zusammenarbeit strukturiert werden. Innerhalb der Kooperation soll IE2S die strategische und energiewirtschaftliche Beratung übernehmen. Dazu zählen Machbarkeitsanalysen, Elektrifizierungskonzepte, Wirtschaftlichkeitsberechnungen, Fördermittelmanagement sowie regulatorische Einordnung. Netze BW will Kompetenz in Planung und Umsetzung der Energieinfrastruktur sowie ein Partnernetzwerk einbringen. 

Netze BW betreibt als Verteilnetzbetreiber in Baden-Württemberg Strom- und Gasnetze und bietet netznahe Dienstleistungen an. IE2S ist ein Joint Venture von Transnet BW und der IT- und Managementberatung MHP, einer Tochter der Porsche AG. IE2S ist auf Beratungsleistungen an der Schnittstelle von Energie- und Mobilitätswende spezialisiert.
 // VON Katia Meyer-Tien
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Kraftwerk Software Gruppe digitalisiert Kundenkontakt
Quelle: Pixabay / justynafaliszek
VERTRIEB. Die Kraftwerk Software Gruppe geht eine Partnerschaft mit dem Hamburger Softwarehersteller Endios ein. Eine App-Lösung soll den digitalen Kundenkontakt bündeln.
Die Kraftwerk Software Holding GmbH aus Halle (Saale) erweitert den digitalen Kundenkontakt. Mit der Anwendung „kraftwerk.One“ erhalten Versorgerkunden eine mobile Schnittstelle, die direkt an bestehende Systeme angebunden ist. Grundlage ist die Plattform „endios one“. Ziel sei es, die bislang oft getrennten digitalen Angebote wie Abrechnung, Kundenportal und mobile Anwendungen enger miteinander zu verzahnen, heißt es in einer Mitteilung.
 // VON Stefan Sagmeister MEHR...

Für Unternehmen, die bereits Anwendungen der Kraftwerk Software Gruppe nutzen, bedeute das vor allem eine Erweiterung in Richtung Smartphone. Der Zugang erfolgt über denselben Login wie im Webportal, zusätzliche Registrierungen entfallen. Auch die Datenhaltung bleibt unverändert: Kundendaten werden weiterhin in den Systemen der Versorger gespeichert, während Endios die Benutzeroberfläche bereitstellt.
 
Die neue App vervollständigt die digitale Kundenschnittstelle
Quelle: kraftwerk Software Gruppe/endios

Die App deckt klassische Funktionen wie Zählerstandsmeldung, Abschlagsänderungen oder den Zugriff auf Rechnungen ab. Darüber hinaus ist sie modular aufgebaut. Versorger können zusätzliche Funktionen schrittweise integrieren, etwa Push-Nachrichten, dynamische Tarife oder Anwendungen im Bereich Home Energy Management. Auch Angebote aus dem kommunalen Umfeld, etwa Ticketing oder lokale Services, lassen sich einbinden.

Ein Fokus liegt auf der direkten Kommunikation mit den Kunden. Über die App können Versorger beispielsweise bei Störungen oder Wartungsarbeiten in Echtzeit informieren. Dies kann dazu beitragen, die Zahl der Anfragen im Kundenservice zu reduzieren.

Die Kraftwerk Software Gruppe betreut nach eigenen Angaben europaweit mehr als 500 Kunden. Das Unternehmen bündelt mehrere Technologieanbieter und deckt vor allem kaufmännische Prozesse in der Energie- und Wasserwirtschaft ab.

Endios entwickelt seit 2015 mobile Anwendungen für Stadtwerke und kommunale Unternehmen. Die Plattform des Unternehmens ist nach eigenen Angaben bei mehr als 150 Kunden im Einsatz und soll sich über standardisierte Schnittstellen in bestehende IT-Systeme integrieren lassen.
 // VON Stefan Sagmeister
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Neue Plattform für IoT-Angebote von Stadtwerken
Quelle: Pixabay / Gerd Altmann
IT. Die Digitalisierung von Stadtwerken kann künftig gebündelt erfolgen. Unter dem Dach des ASEW-Netzwerks geht eine Plattform für IoT-Dienstleistungen an den Start.
Die neue IoT-Anbieter-Webseite ist ein gemeinsames Projekt mehrerer Stadtwerke und regionaler IoT-Dienstleister unter der Schirmherrschaft der Arbeitsgemeinschaft für sparsame Energie- und Wasserverwendung (ASEW). Dabei entsteht eine zentrale Informationsplattform, die zeigt, wie Stadtwerke die Möglichkeiten des Internet of Things (IoT) für kommunale, industrielle und gewerbliche Herausforderungen nutzen. 
 // VON Günter Drewnitzky MEHR...

„Mit der Plattform für Stadtwerke können diese ihr IoT-Angebot besser und weit gestreut bekannt machen“, ist Lucas Wiermann, Senior-Projektmanager Netz & Digitalisierung bei der ASEW, überzeugt. „Gerade bei regionalen Energieanbietern schlummern viele Angebote, die sich seit Jahren vor Ort bewähren. Davon können auch andere Unternehmen profitieren.“ 

Unter „iotanbieter.de“ finden alle, die sich für das Thema Digitalisierung und Automatisierung interessieren, zahlreiche Praxisbeispiele, anhand derer deutlich wird, wie IoT regionale Unternehmen und Kommunen unterstützt – unter anderem durch kontinuierliches Monitoring, zuverlässige Datenübertragung und individuell anpassbare Visualisierungen.

Kommunale Inovation über Stadtgrenzen hinweg

„Das Besondere an ‚IoT-Anbieter‘ ist die gemeinsame Stärke der mittlerweile über 390 Mitglieder des ASEW-Netzwerks“, so Wiermann. Wenn Stadtwerke ihr Wissen bündeln, könnten Lösungen entstehen, die weit über die eigene Region hinauswirken. „Unsere neue Plattform zeigt, wie kommunale Innovation funktioniert: praxisnah, kundenzentriert und getragen von einer starken Kooperation über Stadtgrenzen hinweg.“

Beispiele für innovative IoT-Anwendungen der beteiligten Stadtwerke liegen etwa im Bereich Denkmalschutz: Die betreffende Praxisanwendung erlaubt es, sensible Gebäude flächendeckeckend und effizient zu monitoren, ohne zerstörende oder verändernde Eingriffe in die Bausubstanz vornehmen zu müssen. Eine weitere Möglichkeit ist Hochwassermonitoring: Der Einsatz von Sensorik gewährleistet die frühzeitige Warnung vor steigenden Wasserläufen in der Region und lässt ein Lagebild zu den Auswirkungen auf die besiedelte Fläche erkennbar werden.

Interessant für Webseiten-Besucherinnen und -Besucher der Plattform: Ein interaktives Kartentool zeigt direkt den zuständigen lokalen Ansprechpartner. Das erleichtert gerade Kommunen, Betrieben und öffentlichen Einrichtungen den Zugang zu einem regionalen Partner mit hoher IoT-Kompetenz. 
 

Das Internet of Things (IoT)

Im Grunde geht es um eine Infrastruktur, die physische und virtuelle Gegenstände miteinander vernetzt, Kommunikation und Informationsaustausch stehen im Mittelpunkt. Dabei kommen in der Regel Sensoren und ein Übertragungsnetz (sehr oft LoRaWAN) zum Einsatz. Hierüber implementierte Funktionen erlauben die Interaktion zwischen Menschen und vernetzten elektronischen Systemen bzw. zwischen den Systemen selbst.

Im Unterschied zum World Wide Web besteht IoT nicht mehr vorrangig aus menschlichen Teilnehmern, sondern eben aus vernetzten Objekten, etwa öffentlichen Abfallbehältern (Things). Die Vernetzung erlaubt Datensammlung und -übertragung, Überwachung und langfristige Planung.
 
 // VON Günter Drewnitzky
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Stadtwerke Löhne nach Abgang des Chefs nun mit Doppelspitze
Neue Chefs in Ostwestfalen: Hans Kleine (l.) und Alexander Jost. Quelle: Stadtwerke Löhne
PERSONALIE. Auf den Abgang des früheren Geschäftsführers reagieren die Stadtwerke Löhne mit einer Aufgabenteilung. Der Versorger aus Ostwestfalen geht mit einer Doppelspitze in die Zukunft.
Der April hat einschneidende Veränderungen bei den Stadtwerken Löhne mit sich gebracht. Der Versorger aus dem ostwestfälischen Kreis Herford steht nun unter Führung einer Doppelspitze. Alexander Jost zeichnet für den kaufmännischen Bereich verantwortlich, Hans Kleine für den technischen.
 // VON Volker Stephan MEHR...

Die Erweiterung der Betriebsleitung folgt auf den Weggang des bisherigen Betriebsleiters und Geschäftsführers Matthias Kreft (wir berichteten). Er hatte nach acht Jahren als Chef in Löhne einen Tapetenwechsel vorgenommen und mit Beginn des Monats April als Geschäftsführer der Stadtwerke im benachbarten Porta Westfalica – ebenfalls Nordrhein-Westfalen – angeheuert.

Mit Kreft war der kommunale Versorger aus Löhne Anfang der 2020er-Jahre in den Vertrieb von Strom und Gas eingestiegen. Seine Nachfolger wollen als erste Projekte nun den CO2-Handel vorantreiben sowie den Umbau des Betriebshofes stemmen.

Wirtschaftsplan für 2026 nun doch durch den Stadtrat

Der kaufmännische Leiter Alexander Jost (39) betritt mit dem jetzigen Aufgabengebiet Neuland. Seine jüngsten sechs Berufsjahre verbrachte der Jurist bei der Stadt Löhne, zuletzt als Amtsleiter Immobilienwirtschaft. Er verfügt beim Versorger nun über die Entscheidungsgewalt in den Bereichen Zentrale Dienste, Recht und Personal, Finanzen, IT sowie Kundenservice, heißt es in einer Mitteilung der Stadtwerke. Zugleich fungiert er als Geschäftsführer der Energie-Tochter, der Stadtwerke Löhne Energie & mehr GmbH.

Sein Co-Betriebsleiter Hans Kleine (58) kennt die Stadtwerke dagegen seit Jahren von innen. Der Technische Betriebswirt kam 1993 zum Versorger und arbeitete mehr als drei Jahrzehnte lang als Leiter des Zentralklärwerks. Zudem war er Matthias Krefts Stellvertreter.

Ihm obliegt nunmehr die Verantwortung über den technischen Betrieb der Energie- und Wasserversorgung, über die Stadtentwässerung, die Abwasserreinigung sowie die Stadtdienste. Auch ist Kleine kaufmännischer Geschäftsführer sowohl der Gasnetz GmbH als auch des Wasserbeschaffungsverbands „Am Wiehen“ (WBV).

Die neuen Chefs bei den Stadtwerken können weitgehend unbelastet an ihrem ausgegebenen Ziel arbeiten, den Versorger als modernen kommunalen Dienstleister weiterzuentwickeln und wirtschaftlich stabil zu halten. Denn der noch im Dezember 2025 vom Stadtrat abgelehnte Wirtschaftsplan (wir berichteten) für das laufende Jahr ist inzwischen verabschiedet.

Lokalpolitische Meinungsverschiedenheiten hatte es über die Erhöhung der Wassergebühren für die Privatkundschaft um 8 Cent je Kubikmeter gegeben. Die Opposition bildete sich in dieser Sache aus CDU, AfD und Löhner Bürger-Allianz (LBA), die eine Überraschungsmehrheit in einer Ratssitzung aufgrund fehlender Mitglieder bei den anderen Fraktionen ausnutzte. Damit waren auch vorgesehene Investitionen zunächst lahmgelegt.

Allerdings setzte diese Rats-Allianz im Dezember keine Änderungen am Wirtschaftsplan der Stadtwerke durch. Somit hatte die Kommune die Gelegenheit, den Antrag unverändert in eine Ratssitzung im Februar einzubringen. Zu diesem Zeitpunkt stand dann die übliche Mehrheit im Lokalparlament, sodass die Stadtwerke nun Kurs nehmen können auf ihr erklärtes Ziel, einen Jahresgewinn von gut 850.000 Euro zu erwirtschaften. Das ist ungefähr so viel, wie der Versorger 2025 als Gewinn an die Stadt ausschüttete. Dieser Betrag soll im laufenden Jahr auf rund 713.000 Euro sinken.
 // VON Volker Stephan
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Energienetze Mittelrhein verlängern mit Technikchef
Hendrik Majewski. Foto: Dominik Ketz/evm
PERSONALIE. Hendrik Majewski bleibt weitere fünf Jahre technischer Geschäftsführer der Energienetze Mittelrhein.
Vorzeitige Vertragsverlängerung für Hendrik Majewski: Die Gesellschafterversammlung der Energienetze Mittelrhein hat den 42-Jährigen bis zum 30. April 2032 zum technischen Geschäftsführer des Unternehmens bestellt. Majewski hat die Posten seit Mai 2022 inne. Er arbeitet an der Seite von Udo Scholl, der seit 2017 für die kaufmännischen Belange verantwortlich ist. Die Netzgesellschaft mit Sitz in Koblenz ist der Teil der Unternehmensgruppe Energieversorgung Mittelrhein.
 // VON Manfred Fischer MEHR...

Bevor Majewski nach Koblenz kam, war er unter anderem in leitenden technischen Funktionen bei den Stadtwerken Düsseldorf und der Yncoris GmbH tätig. Seine berufliche Laufbahn hatte er mit einer Ausbildung zum Gas- und Wasserinstallateur begonnen, gefolgt von einem Studium der Versorgungs- und Anlagenbetriebstechnik an der Hochschule Bremerhaven. Seit einem Jahr ist Majewski Vorsitzender der Landesgruppe Rheinland-Pfalz des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfachs (DVGW).
 

Die Netzgesellschaft betreibt nach eigenen Angaben Stromleitungen mit einer Gesamtlänge von 9.000 Kilometer, das Erdgasnetz misst 6.000 Kilometer. Das Geschäftsjahr 2024 schloss die Energienetze Mittelrhein GmbH & Co. KG mit einem Jahresüberschuss von 3,2 Millionen Euro ab (2023: 2,9 Millionen Euro).
 // VON Manfred Fischer
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MARKTBERICHTE

STROM
GAS
Stillstand im Nahostkonflikt stützt Preise
Quelle: E&M
MARKTKOMMENTAR. Wir geben Ihnen einen tagesaktuellen Überblick über die Preisentwicklungen am Strom-, CO2- und Gasmarkt.
 
Tendenziell etwas fester haben die Energiemärkte am Dienstag notiert. Händler machen das Stocken der Verhandlungen zwischen den USA und Iran für die Aufschläge verantwortlich. Fortschritte bei den Friedensgesprächen deuten sich aktuell nicht an. Im Gegenteil: Die wechselseitigen Angriffe Israels und der libanesischen Hisbollah-Miliz dauern an, und US-Präsident Donald Trump zeigte sich über die jüngsten Vorschläge aus dem Iran zur Beendigung des Krieges skeptisch. Händler sprechen daher im Iran-Krieg von Stillstand.
 // VON Claus-Detlef Großmann MEHR...

Strom: Tendenziell fester hat sich der deutsche OTC-Strommarkt am Dienstag gezeigt. Der Day-ahead verlor 5,50 auf 65,50 Euro je Megawattstunde im Base und 12,75 auf 17,50 Euro je Megawattstunde im Peak. An der Börse wurde die Grundlast mit 65,36 Euro ermittelt, die Spitzenlast mit 17,14 Euro. Für den Zeitraum von 10.15 Uhr bis 17.30 Uhr wurden börslich negative Preise ausgewiesen. Die niedrigste Notierung betrug dabei minus 70,24 Euro und fiel im Zeitraum zwischen 13.45 Uhr und 14.00 Uhr an. Die Erneuerbaren-Einspeiseleistung soll laut Eurowind am Mittwoch 31,8 Gigawatt betragen nach 32,6 Gigawatt am Berichtstag. Für die Folgetage bis einschließlich Samstag werden Beiträge von Wind und Solar in ähnlicher Höhe erwartet. Am langen Ende legte das Cal 27 infolge der festeren Notierungen bei CO2 und Gas um 0,95 auf 92,02 Euro zu. Händler bezeichneten die Stimmung am Markt als abwartend.

CO2: Fester haben sich die CO2-Preise am Dienstag präsentiert. Der Dec 26 gewann bis gegen 13.10 Uhr um 0,68 auf 75,42 Euro je Tonne. Umgesetzt wurden bis zu diesem Zeitpunkt nur schwache 10 Millionen Zertifikate. Das Hoch lag bei 75,97 Euro, das Tief bei 74,65 Euro. Die Analysten von Redshaw Advisors sprechen angesichts des Patts im Konflikt zwischen den USA und Iran von einer Art Schwebezustand am CO2-Markt. Eine Seitwärtsbewegung sei in den kommenden Tagen das wahrscheinlichste Szenario. Ein Schlüssel-Widerstand befindet sich laut den Analysten bei 75,90 Euro.

Erdgas: Die europäischen Gaspreise haben sich am Dienstag fester gezeigt. Der Frontmonat Mai am niederländischen TTF legte bis gegen 13.15 Uhr um 0,925 auf 45,150 Euro je Megawattstunde zu. Gas zog damit im Tandem mit Öl nach oben. Beide Energieträger werden durch die Sperrung der Straße von Hormus auf höhere Preisniveaus getrieben. Laut der Internationalen Energieagentur fehlen dem Weltmarkt durch die Blockade der Straße von Hormus seit Anfang März knapp 20 Milliarden Kubikmeter, die weltweite LNG-Produktion beträgt etwa 550 Milliarden Kubikmeter pro Jahr. Bearish dürfte sich hingegen die für die kommenden Tage in Europa angekündigte milde Witterung auf die Gaspreise auswirken. Die Heating Degree Days belaufen sich laut MBI Research aktuell auf 44,45. Der Saisondurchschnitt beträgt 48,13.
 // VON Claus-Detlef Großmann
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