Tendenziell etwas fester haben die Energiemärkte am Dienstag notiert. Händler machen das Stocken der Verhandlungen zwischen den USA und Iran für die Aufschläge verantwortlich. Fortschritte bei den Friedensgesprächen deuten sich aktuell nicht an. Im Gegenteil: Die wechselseitigen Angriffe Israels und der libanesischen Hisbollah-Miliz dauern an, und US-Präsident Donald Trump zeigte sich über die jüngsten Vorschläge aus dem Iran zur Beendigung des Krieges skeptisch. Händler sprechen daher im Iran-Krieg von Stillstand.
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Strom: Tendenziell fester hat sich der deutsche OTC-Strommarkt am Dienstag gezeigt. Der Day-ahead verlor 5,50 auf 65,50
Euro je Megawattstunde im Base und 12,75 auf 17,50
Euro je Megawattstunde im Peak. An der Börse wurde die Grundlast mit 65,36
Euro ermittelt, die Spitzenlast mit 17,14
Euro. Für den Zeitraum von 10.15
Uhr bis 17.30
Uhr wurden börslich negative Preise ausgewiesen. Die niedrigste Notierung betrug dabei minus 70,24
Euro und fiel im Zeitraum zwischen 13.45
Uhr und 14.00
Uhr an. Die Erneuerbaren-Einspeiseleistung soll laut Eurowind am Mittwoch 31,8
Gigawatt betragen nach 32,6
Gigawatt am Berichtstag. Für die Folgetage bis einschließlich Samstag werden Beiträge von Wind und Solar in ähnlicher Höhe erwartet.
Am langen Ende legte das Cal
27 infolge der festeren Notierungen bei CO2 und Gas um 0,95 auf 92,02
Euro zu. Händler bezeichneten die Stimmung am Markt als abwartend.
CO2: Fester haben sich die CO2-Preise am Dienstag präsentiert. Der Dec
26 gewann bis gegen 13.10
Uhr um 0,68 auf 75,42
Euro je Tonne. Umgesetzt wurden bis zu diesem Zeitpunkt nur schwache 10
Millionen Zertifikate. Das Hoch lag bei 75,97
Euro, das Tief bei 74,65
Euro. Die Analysten von Redshaw Advisors sprechen angesichts des Patts im Konflikt zwischen den USA und Iran von einer Art Schwebezustand am CO2-Markt. Eine Seitwärtsbewegung sei in den kommenden Tagen das wahrscheinlichste Szenario. Ein Schlüssel-Widerstand befindet sich laut den Analysten bei 75,90
Euro.
Erdgas: Die europäischen Gaspreise haben sich am Dienstag fester gezeigt. Der Frontmonat Mai am niederländischen TTF legte bis gegen 13.15
Uhr um 0,925 auf 45,150
Euro je Megawattstunde zu. Gas zog damit im Tandem mit Öl nach oben. Beide Energieträger werden durch die Sperrung der Straße von Hormus auf höhere Preisniveaus getrieben. Laut der Internationalen Energieagentur fehlen dem Weltmarkt durch die Blockade der Straße von Hormus seit Anfang März knapp 20
Milliarden Kubikmeter, die weltweite LNG-Produktion beträgt etwa 550
Milliarden Kubikmeter pro Jahr. Bearish dürfte sich hingegen die für die kommenden Tage in Europa angekündigte milde Witterung auf die Gaspreise auswirken. Die Heating Degree Days belaufen sich laut MBI Research aktuell auf 44,45. Der Saisondurchschnitt beträgt 48,13.
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