Die Energiepreise haben am Dienstag weiter zugelegt. Eine Ausnahme machte nur der CO2-Markt, an dem der Dec 26 wegen der wachsenden Furcht vor Stagflationstendenzen Abgaben verzeichnete. Ein brüchiger Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran sowie tief gespaltene Positionen zur Beendigung des Krieges schüren die Befürchtungen eines länger andauernden Konflikts. „Wir bezweifeln, dass es in naher Zukunft eine Änderung in der diplomatischen Sackgasse zwischen dem Iran und den USA geben wird, da der US-Präsident und sein Team ihren Fokus auf China und den Gipfel am Mittwoch richten“, sagt Kathleen Brooks von XTB. In den nächsten ein oder zwei Tagen seien keine größeren Entwicklungen zu erwarten, die die Situation für die Energiemärkte ändern könnten.
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Strom: Fester hat sich der deutsche OTC-Strommarkt am Dienstag gezeigt. Der Day-ahead gewann 20,25 auf 113,75
Euro je Megawattstunde im Base und 23,25 auf 99,25
Euro je Megawattstunde im Peak. An der Börse wurde die Grundlast mit 113,54
Euro ermittelt, die Spitzenlast mit 99,88
Euro. Händler verweisen auf die geringeren Beiträge von Wind und Solar als Grund für die Aufschläge beim Day-ahead. Während die Meteorologen von Eurowind für den Berichtstag noch 35,8
Gigawatt an Erneuerbarenbeiträgen prognostizieren, sollen am Mittwoch nur noch 28,3
Gigawatt zusammenkommen. Für Donnerstag, Christi Himmelfahrt, und für Freitag rechnet der Wetterdienst mit noch geringeren Einspeisemengen, die nicht mehr als 25,3 beziehungsweise 17,5
Gigawatt betragen sollen.
Am langen Ende legte das Strom-Frontjahr wegen der festeren Preise für Kohle und Gas um 1,52 auf 92,36
Euro zu.
CO2: Schwächer haben sich die CO2-Preise am Dienstag präsentiert. Der Dec
26 verlor bis gegen 13.15
Uhr um 0,77 auf 76,41
Euro je Tonne, nachdem er am Vortag infolge der Benchmark-Veröffentlichungen zum EU-ETS deutlich zugelegt hatte. Umgesetzt wurden bis zu diesem Zeitpunkt 10,2
Millionen Zertifikate. Das Hoch lag bei 77,35
Euro, das Tief bei 76,25
Euro.
CO2 reagierte mit den Abgaben auf die wieder zunehmenden Spannungen in der Straße von Hormus. Nach den kräftigen Zugewinnen vom Montag hat sich die technische Situation für den Dec-26-Kontrakt allerdings deutlich verbessert. Um das kurzfristig bullishe Momentum in eine längerfristige Aufwärtsbewegung zu überführen, ist laut Redshaw Advisors jedoch die Überwindung des April-Hochs bei 78,07
Euro nötig. Eine weitere wichtige Widerstandsmarke ist in diesem Zusammenhang der gleitende 200-Tage-Durchschnitt, der aktuell bei 78,65
Euro verläuft.
Erdgas: Die europäischen Gaspreise haben sich am Dienstag fester gezeigt. Der Frontmonat Juni am niederländischen TTF gewann bis gegen 13.11
Uhr um 0,900 auf 46,900
Euro je Megawattstunde. Der Day-ahead am deutschen THE erhöhte sich um 0,750 auf 47,350
Euro je Megawattstunde.
Gas vollzog damit in abgeschwächter Form die Bewegung von Brent nach, das ebenfalls Aufschläge verzeichnete. Gas profitiert außerdem von der derzeit kühlen Witterung, die sich bis Mitte der kommenden Woche in Nordwesteuropa und Deutschland halten soll. Zudem ist laut dem US-Wettermodell im genannten Zeitraum mit einer nur moderaten Windeinspeisung und einem überwiegend bedeckten Himmel zu rechnen. Der Gasflow aus Norwegen hat sich unterdessen etwas erholt und betrug am Berichtstag allerdings immer noch moderate 299,5
Millionen Kubikmeter. Ungeplante Wartungen wurden nicht gemeldet.
// VON Claus-Detlef Großmann WENIGER