Fast durch die Bank fester haben sich die Energiemärkte zum Ende der Arbeitswoche präsentiert. Am kurzen Ende des Strommarktes stützte die Aussicht auf eine rückläufige Erneuerbaren-Einspeiseleistung. Auch das lange Ende tendierte fester.
// VON Marie Pfefferkorn MEHR...
Der CO2-Markt legte ebenfalls zu, blieb jedoch von geringer Liquidität und politisch getriebenen Schwankungen geprägt. Belastend wirkte zwischenzeitlich die Ankündigung höherer Auktionsvolumina. Die Stimmung bleibt aufgrund unsicherer regulatorischer Perspektiven abwartend. Am Gasmarkt rückten wieder die Aussichten auf länger anhaltende Angebotsstörungen in den Vordergrund, nachdem die Gespräche zwischen den USA und Iran ohne Ergebnis blieben. Kohle und Öl verzeichneten ebenfalls Aufschläge. Insgesamt dominieren weiterhin geopolitische Risiken und Unsicherheit über die Entwicklung der globalen Energieversorgung das Marktgeschehen.
Strom: Überwiegend fester hat sich der deutsche OTC-Strommarkt am Freitag präsentiert. Der Montag wurde an der Börse in der Grundlast mit 136,50 Euro je Megawattstunde gehandelt.
Für den Freitag nach Christi Himmelfahrt waren börslich am Mittwoch 108,00 Euro je Megawattstunde im Base und 84,65 Euro je Megawattstunde im Peak gesehen worden. In der Day-ahead-Auktion für den Brückentag am bundeseinheitlichen Feiertag selbst wurden 109,81
Euro aufgerufen. Peakload landete bei 84,47
Euro, die günstigste Viertelstunde war mit 31,57
Euro jene bis 14
Uhr.
Die Einspeiseleistung der Erneuerbaren dürfte am Montag etwas geringer ausfallen als am Freitag. Für den weiteren Verlauf der neuen Arbeitswoche werden leicht rückläufige Werte erwartet. Das US-Wettermodell geht von einer unterdurchschnittlichen Wind-Einspeiseleistung bis 24. Mai aus. Die Temperaturen dürften demnach ab dem 20. Mai in den leicht überdurchschnittlichen Bereich klettern.
Marktbeobachter berichteten von einer geringeren Liquidität und teilweise nur spärlich besetzten Handelstischen, da der Freitag von vielen als Brückentag nach dem Feiertag Christi Himmelfahrt genutzt wurde.
Am langen Ende gewann das Cal 27 am Freitag um 0,73
Euro auf 92,18 Euro je Megawattstunde.
CO2: Die CO2-Preise haben am Freitag ebenfalls zugelegt. Bis gegen 14.00 Uhr legte der Dec 26 um 0,45 auf 75,53 Euro je Tonne zu. Umgesetzt wurden nur schwache 5,6 Millionen Zertifikate. Das Hoch lag bei 75,70 Euro, das Tief bei 74,64
Euro.
Die Analysten von Belektron betonten, der CO2-Markt sei zuletzt wieder stark von politischen Schlagzeilen getrieben. Verstärkt wurde dieser Effekt in der abgelaufenen Woche durch eine insgesamt geringere Liquidität, zum einen aufgrund des Feiertags Christi Himmelfahrt und zum anderen durch die Argus Carbon Conference in Nizza, die viele Händler besuchten.
Insgesamt bleibt die übergeordnete Handelsspanne den Analysten zufolge zwar intakt, doch die schnelle Gegenbewegung nach der Ankündigung der zusätzlichen Auktionen unterstreicht, wie fragil die Stimmung angesichts sich verändernder Politik- und Angebotserwartungen weiterhin ist.
Belastet wurde der Markt zwischenzeitlich durch die Nachricht über erhöhte Auktionsvolumina zwischen Juli und Dezember, die mit dem Finanzierungsbedarf des Sozialen Klimafonds zusammenhängen. Das zusätzliche Angebot von 40
Millionen Tonnen habe einen Großteil der Aufwärtsbewegung der Vorwoche schnell zunichte gemacht, so die Analysten.
Erdgas: Fester haben sich die europäischen Gaspreise am Freitag gezeigt. Der Frontmonat am niederländischen TTF gewann bis gegen 14.00 Uhr um 1,705
Euro auf 49,205 Euro je Megawattstunde. Am deutschen THE ging es für den Day-ahead um 2,025
Euro auf 49,425 Euro je Megawattstunde nach oben.
Am Gasmarkt rückten laut Marktbeobachtern wieder die Befürchtungen länger anhaltender Angebotsunterbrechungen in den Vordergrund. US-Präsident Donald Trump warnte den Iran, einem Abkommen zuzustimmen oder andernfalls mit „Vernichtung“ rechnen zu müssen.
Zugleich erklärte der Iran, dass seit Mittwochabend rund 30
Schiffe die Straße von Hormus passiert hätten. Die Entwicklungen folgen auf das Scheitern der Gespräche zwischen den USA und dem Iran über einen von den USA ausgearbeiteten Friedensvorschlag, wodurch die Spannungen rund um die strategisch wichtige Wasserstraße hoch bleiben.
Seit Beginn des Krieges Ende Februar wurde rund ein Fünftel des weltweiten LNG-Angebots beeinträchtigt. Zwar gehen die meisten Gasexporte aus dem Persischen Golf üblicherweise nach Asien, die Störungen haben jedoch das globale Angebot verknappt und den Wettbewerb um LNG-Ladungen verschärft. Das sorgt insbesondere in Europa für erhebliche Besorgnis, da die Region ihre Gasspeicher vor dem Winter wieder auffüllen muss.
// VON Marie Pfefferkorn WENIGER