Die Stromerzeugung in Deutschland ist im ersten Quartal 2026 deutlich gestiegen. Nach Angaben der Bundesnetzagentur erhöhte sich die realisierte Stromerzeugung gegenüber dem Vorjahresquartal um 7,0
Prozent auf 126,0
Milliarden kWh. Gleichzeitig stieg der Stromverbrauch um 1,9
Prozent auf 127,2
Milliarden kWh.
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Vor allem die erneuerbaren Energien trugen zur höheren Einspeisung bei. Ihr Anteil an der gesamten Stromerzeugung lag bei 52,8
Prozent, nach 49,4
Prozent im Vorjahresquartal. Die Einspeisung aus Windkraft an Land erhöhte sich um 22,8
Prozent auf 33,1
Milliarden kWh. Die Offshore-Windkraft erreichte mit 9,7
Milliarden kWh einen neuen Höchstwert für ein erstes Quartal. Einspeisung aus Photovoltaik-blieb mit 11,5
Milliarden kWh nahezu stabil.
Die Bundesnetzagentur führt die Entwicklung, insbesondere auf ein windstärkeres Quartal zurück. Gleichzeitig habe der Ausbau der Photovoltaik trotz eines vergleichsweise sonnenarmen Februars hohe Einspeisewerte ermöglicht.
Bei den konventionellen Energieträgern legte vor allem Erdgas zu. Die Einspeisung aus Gaskraftwerken stieg im Quartalsvergleich um 5,8
Prozent auf 22,5
Milliarden kWh. Dagegen sank die Stromerzeugung aus Braunkohle um 5,0
Prozent auf 20,1
Milliarden kWh und aus Steinkohle um 3,0
Prozent auf 10,7
Milliarden kWh.
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Anteil deutscher Stromquellen im ersten Quartal 2026 (zur Vergrößerung bitte auf die Grafik klicken) Quelle: Smard |
Strompreise schwanken stärkerNach Angaben der Bundesnetzagentur wirkten sich die im Jahresvergleich niedrigeren Gaspreise sowie höhere Preise für CO2-Zertifikate zugunsten der Gaskraftwerke aus. Allerdings habe sich dies mit Beginn des Iran-Konflikts Ende Februar teilweise geändert. Steigende Gaspreise hätten dazu geführt, dass Kohlekraftwerke in der sogenannten Merit-Order wieder häufiger vor Gaskraftwerken zum Einsatz kamen.
Im März sank die Stromerzeugung aus Erdgas deshalb deutlich auf 4,6
Milliarden kWh. Im Januar hatte sie noch bei 9,8
Milliarden kWh gelegen. Parallel dazu nahm die Einspeisung aus Kohlekraftwerken wieder zu. Die Entwicklung wirkte sich auch auf die Großhandelspreise aus. Der durchschnittliche Strompreis am Day-Ahead-Markt sank im ersten Quartal um 8,7
Prozent auf 102,17
Euro/MWh. Damit lag der deutsche Großhandelspreis erstmals seit längerem unter dem Durchschnitt der europäischen Nachbarländer.
Laut Bundesnetzagentur sorgten die hohe Einspeisung aus erneuerbaren Energien sowie niedrigere Gaspreise im Quartalsmittel für den Preisrückgang. Besonders hohe Strompreise von mehr als 300
Euro/MWh traten nur noch in zwölf Viertelstunden auf. Im Vorjahresquartal waren es noch 60
Viertelstunden gewesen.
Gleichzeitig nahmen die Preisschwankungen gegen Ende des Quartals wieder zu. Vor allem im März kam es häufiger zu starken Ausschlägen bei den Viertelstundenpreisen. Die Behörde führt dies auf die steigende Photovoltaik-Einspeisung bei gleichzeitig sinkendem Stromverbrauch sowie auf höhere Gaspreise zurück.
Deutschland wieder NettoexporteurIm Außenhandel wurde Deutschland erstmals seit dem vierten Quartal 2023 wieder Nettoexporteur von Strom. Die Exporte stiegen im Vergleich zum Vorjahresquartal um 23,5 Prozent auf 17,9 Milliarden kWh. Die Importe gingen dagegen um 17,5 Prozent auf 15,3 Milliarden kWh zurück. Daraus ergab sich ein Nettoexport von 2,6 TWh. Im ersten Quartal 2025 hatte noch ein Nettoimport von 4,0 Milliarden kWh vorgelegen.
Die Bundesnetzagentur begründet die Entwicklung vor allem mit den niedrigeren deutschen Großhandelspreisen. Dadurch sei Strom aus Deutschland für ausländische Versorger häufiger wirtschaftlich attraktiv gewesen.
Wichtigster Abnehmer deutscher Stromexporte blieb Österreich mit 4,1
Milliarden kWh. Besonders stark stiegen die Lieferungen nach Dänemark und Norwegen. Deutlich zurück gingen dagegen die Exporte nach Frankreich. Größter Stromlieferant für Deutschland war erneut Dänemark vor den Niederlanden und Frankreich. Bei den Importen spielte Kernenergie weiterhin die größte Rolle unter den einzelnen Energieträgern.
Auch bei den Exporten dominierte die Windkraft an Land. Insgesamt stammten 57,1
Prozent der deutschen Stromexporte aus erneuerbaren Energien. Im Vorjahresquartal hatte der Anteil noch bei 54,7
Prozent gelegen.
Die
Strom-Quartalszahlen 2026 stehen auf der Interentseite von Smard, einer Informationsplattform der Bundesnetzagentur, zur Einsicht bereit.
// VON Susanne Harmsen WENIGER