US-Präsident Donald Trump hat vorerst nach eigener Aussage auf einen eigentlich für diesen Dienstag geplanten Angriff auf den Iran verzichtet. Anleger werten dies als Hinweis, dass die Verhandlungen zwischen Iran und den USA weiterlaufen. Trump warnte jedoch, das US-Militär sei bereit, jederzeit einen vollständigen, groß angelegten Angriff auf den Iran durchzuführen, falls kein akzeptables Abkommen erreicht werde. Die Aussagen Trumps haben die Aufwärtstendenz an den Energiemärkten gedämpft, doch die Preise bleiben zumeist auf einem erhöhten Niveau. Die mangelnde Klarheit über diplomatische Fortschritte und das Risiko einer erneuten Eskalation lassen die Märkte weiterhin vorsichtig agieren.
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Strom: Tendenziell mit moderaten Abgaben hat sich der deutsche OTC-Strommarkt am Dienstag gezeigt, was Händler mit einer leichten Entspannung im Mittleren Osten in Verbindung brachten. Der Day-ahead verlor 19,25 auf 109,00
Euro je Megawattstunde im Base und 20,50 auf 86,25
Euro je Megawattstunde im Peak. An der Börse wurde die Grundlast mit 108,90
Euro ermittelt, die Spitzenlast mit 86,01
Euro. Händler verweisen auf die höheren Beiträge von Wind und Solar als Grund für die Abschläge beim Day-ahead. Während die Meteorologen von Eurowind für den Berichtstag 18,8
Gigawatt an Erneuerbaren-Beiträgen prognostizieren, sollen am Mittwoch 24,7
Gigawatt zusammenkommen. Für den Donnerstag rechnet Eurowind mit Einspeisemengen in ähnlicher Höhe wie am Mittwoch. Etwas geringer dürften die Beiträge von Wind und Solar am Freitag und Samstag ausfallen.
Am langen Ende verlor das Strom-Frontjahr 0,39 auf 92,65
Euro.
CO2: Schwächer haben sich die CO2-Preise am Dienstag präsentiert. Der Dec
26 verlor bis gegen 13.25
Uhr um 0,82 auf 74,73
Euro je Tonne. Umgesetzt wurden bis zu diesem Zeitpunkt 9,4
Millionen Zertifikate. Das Hoch lag bei 75,80
Euro, das Tief bei 74,69
Euro. Aktuell kämpft der Dec
26 mit der Unterstützung zwischen 74,74 und 75,00
Euro. Das primäre Ziel der CO2-Bullen dagegen ist die Überwindung des Widerstands bei 77
Euro. Die Schwäche von CO2 am Berichtstag spiegelt die Ängste vor Stagflationstendenzen angesichts des erhöhten Preisniveaus von Gas, Kohle und Öl wider. Was die Positionierung betrifft, wurde die jüngste Rallye in erster Linie durch Short-Covering und weniger durch neue Direktkäufe getrieben. Damit sich ein Aufwärtstrend nachhaltig fortsetzen kann, müssen jedoch neue Long-Positionen entstehen – und diese Überzeugung ist noch nicht erkennbar. Bis dahin dürfte sich der Markt wahrscheinlich in einer Spanne von 74 bis 77
Euro bewegen, so die Analysten von Vertis.
Erdgas: Die europäischen Gaspreise haben sich am Dienstag fester gezeigt. Der Frontmonat Juni am niederländischen TTF gewann bis gegen 13.20
Uhr um 0,659 auf 50,750
Euro je Megawattstunde. Der Day-ahead am deutschen THE erhöhte sich um 1,965 auf 51,550
Euro je Megawattstunde. Die Erdgaspreise halten sich angesichts des anhaltenden Iran-Konflikts, der die Sorgen um die weltweite Versorgung schürt, über der Marke von 50
Euro pro Megawattstunde. Ein sich verknappender LNG-Markt beginnt bereits, Europa zu belasten: Laut ANZ-Analysten gingen die Importe nach Europa im vergangenen Monat im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 7
Prozent zurück, da aufgrund von Lieferengpässen immer mehr Lieferungen nach Asien umgeleitet werden. Unterdessen könnten mögliche streikbedingte Störungen im australischen Ichthys-LNG-Werk die Lage verschärfen und wichtige Abnehmer wie Japan und Taiwan belasten.
// VON Claus-Detlef Großmann WENIGER