US-Präsident Donald Trump hat am frühen Mittwoch zum wiederholten Male ein baldiges Ende des Iran-Krieges angekündigt. Allerdings werden die Ankündigungen der US-Regierung von den Energiemärkten mit zunehmender Skepsis aufgenommen. Daher hat sich der deutsche Strommarkt nicht an den bearishen Äußerungen Trumps orientiert, sondern sich etwas fester positioniert und damit einen Kurs eingeschlagen, dem am Berichtstag auch der CO2-Markt folgte.
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Strom: Der deutsche OTC-Strommarkt hat sich zur Wochenmitte überwiegend etwas fester gezeigt. Der Day-ahead gewann in der Grundlast um 0,50 auf 109,50
Euro je Megawattstunde und sank in der Spitzenlast um 11,00 auf 75,25
Euro je Megawattstunde. An der Börse kostete der Donnerstag 109,15
Euro im Base und 74,91
Euro im Peak.
Händler führten den Preisanstieg im Base auf die geringere Einspeiseleistung der Erneuerbaren zurück. Während die Meteorologen von Eurowind für den Berichtstag noch eine Wind- und Solareinspeiseleistung in Höhe von 26,3
Gigawatt prognostizierten, sollen am Donnerstag nur 24
Gigawatt anfallen, bei allerdings deutlich mehr Sonne als am Vortag. Für die Folgetage ab Freitag erwartet Eurowind eine Erneuerbaren-Einspeiseleistungsd in ähnlicher Höhe wie am Berichtstag.
Am langen Ende legte das Frontjahr infolge höherer CO2-Preise um 0,82 auf 93,47
Euro zu. Marktteilnehmer sprachen von einem ruhigen Geschäft. Der Markt warte auf neue Nachrichten zum Irankrieg, hieß es.
CO2: Die CO2-Preise haben sich am Mittwoch etwas fester gezeigt. Der Dec
26 gewann bis gegen 13.30
Uhr 0,63 auf 75,60
Euro je Tonne. Umgesetzt wurden bis zu diesem Zeitpunkt nur schwache 6
Millionen Zertifikate. Das Hoch lag bei 76,00
Euro, das Tief bei 74,82
Euro.
Die Abschläge bei den Primärenergieträgern Gas, Kohle und Öl wirken sich aktuell positiv auf die CO2-Preise aus. Die Nettolongpositionen am CO2-Markt gingen an der ICE in der Vorwoche um 2
Millionen Tonnen auf 38,6
Millionen Tonnen zurück. Kurzfristig werde der Markt durch die Entwicklungen im Mittleren Osten bestimmt, so Redshaw Advisors. Solange sich dort keine Änderung ergebe, sei der Ausblick tendenziell neutral.
Erdgas: Die europäischen Gaspreise haben sich am Mittwoch leichter gezeigt. Der Frontmonat Juni am niederländischen TTF verlor bis 13.40
Uhr 1,00 auf 50,92
Euro je Megawattstunde. Am deutschen THE sank der Day-ahead um 1,20
auf 51,50
Euro je Megawattstunde.
Erdgas verhielt sich damit wie der Ölmarkt, der erneut Entspannungssignalen aus dem Weißen Haus folgte. Trump hatte ein rasches Ende des Irankrieges in Aussicht gestellt. Allerdings berichten Marktteilnehmer von einem zunehmenden Wettbewerb mit asiatischen Adressen um knappe LNG-Lieferungen, was die Preise stützt.
Der Gasflow aus Norwegen beträgt am Berichtstag auf einem Höhepunkt der jährlichen Wartungssaison zudem nur vergleichsweise geringe 170,3
Millionen Kubikmeter. Allerdings dürften die Lieferungen laut Angaben von Gassco bereits am Donnerstag wieder deutlich zunehmen.
// VON Claus-Detlef Großmann WENIGER