Uneinheitlich haben sich am Donnerstag die Notierungen der Energiemärkte gezeigt. Strom und CO2 gaben ein wenig nach, dagegen legten Gas und Öl wieder etwas zu. Der Handel wird nach wie vor durch die Schlagzeilen in Verbindung mit dem Irankrieg bestimmt. Mittlerweile klagen zwar viele Analysten über die Sinnlosigkeit dieses Hin und Her, das nicht durch echte diplomatische Fortschritte unterlegt zu sein scheint, doch folgen die Märkte noch immer den jeweils jüngsten Äußerungen der Konfliktparteien. Nach eigenen Angaben analysiert der Iran derzeit neue Vorschläge der USA zur Beendigung des Krieges. Zuvor hatte der US-Präsident Donald Trump mitgeteilt, er sei bereit, einige Tage auf „die richtigen Antworten“ aus dem Iran zu warten.
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Strom: Überwiegend leichter hat sich der deutsche Strommarkt am Donnerstag gezeigt. Der Day-ahead fiel in der Grundlast um 2,75 auf 106,75
Euro je Megawattstunde, die Spitzenlast sank um 12,25 auf 63,00
Euro. An der Börse kostete der Base 106,35
Euro, der Peak 62,78
Euro.
Ursächlich für den moderaten Preisrückgang von Donnerstag auf Freitag ist die niedrigere Last für den Freitag vor Pfingsten. Laut MBI Research werden für den Freitag 52,5
Gigawatt abgerufen, während für den Berichtstag noch 53,5
Gigawatt anfallen dürften. Die Erneuerbaren-Einspeiseleistung soll indessen von 23,9
Gigawatt an diesem Donnerstag auf 19,7
Gigawatt zurückgehen. An den Folgetagen bis einschließlich Montag sind Beiträge von Wind und Solar in ähnlicher Höhe zu erwarten. Damit zeichnen sich für das lange Pfingstwochenende negative Day-ahead-Preise ab.
Bereits am Berichtstag verfehlte der börsliche Day-ahead negatives Territorium nur sehr knapp und notierte zwischen 12.30
Uhr und 14.45
Uhr mit Viertelstundenpreisen von 0,00
Euro.
Am langen Ende verlor das Cal
27 um 1,05 auf 92,42
Euro. Händler verwiesen auf eine gute Kernkraftwerksverfügbarkeit in Frankreich und die hohe Solareinspeisung als Gründe für die Abgaben.
CO2: Die CO2-Preise haben am Donnerstag etwas nachgegeben. Der Dec
26 verlor bis gegen 13.29
Uhr um 0,07 auf 75,33
Euro je Tonne. Umgesetzt wurden bis zu diesem Zeitpunkt 8,8
Millionen Zertifikate. Das Hoch lag bei 75,84
Euro, das Tief bei 74,96
Euro.
Trump hatte am Mittwoch erklärt, dass sich die Verhandlungen über ein Abkommen in der Endphase befänden. Dies sowie Berichte, wonach eine kleine Anzahl von Tankern, die überwiegend Öl für asiatische Märkte transportierten, die Straße von Hormus passieren konnte, hatten dazu beigetragen, die allgemeine Risikostimmung etwas zu entschärfen und die Preise für Öl und Gas zu senken, was wiederum den Bullen eine Grundlage für einen leichten Anstieg der EUA-Preise bot.
Allerdings ist das Volumen der die Meerenge passierenden Schiffe laut Angaben von Redshaw Advisors gering, so dass sich das fundamentale Marktumfeld weitgehend unverändert darstellt, so dass weiterhin auf Nachrichten über einen möglichen Deal oder das Potenzial weiterer US-Angriffe gewartet wird. Die Preise werden aktuell durch die Unterstützungsniveaus bei 75
Euro und 74,74
Euro gestützt, doch die Bullen sollten weiterhin mit Widerstand bei den Niveaus um 75,80 bis 75,85
Euro, 76,75 Euro und 76,87
Euro rechnen.
Erdgas: Etwas fester haben sich die Erdgaspreise am Donnerstag gezeigt. Am TTF gewann der Frontmonat Juni bis gegen 13.36
Uhr 0,725 auf 49,825
Euro je Megawattstunde. Der Frontmonat folgte damit den Vorgaben von Öl. Beide Märkte lassen sich vom Nachrichtenfluss zum Irankrieg und dem insbesondere von der US-Regierung ausgehenden Wechselspiel aus Drohungen und optimistisch klingenden Äußerungen hin und her bewegen. Eine wirkliche Einigung in zentralen Fragen des Konflikts zeichnet sich jedoch bislang nicht ab.
Unterdessen ist der Gasflow aus Norwegen am Berichtstag auf allerdings wartungsbedingt immer noch schwache 226,5
Millionen Kubikmeter gestiegen. Für den Vortag hatte der Fernleitungsnetzbetreiber Gassco gar nur 170,3
Millionen Kubikmeter angegeben. Mit Blick auf den Wartungskalender des Netzbetreibers sollten die exportierten Gasmengen in der kommenden Woche aber deutlich steigen.
// VON Claus-Detlef Großmann WENIGER