Uneinheitlich haben sich die Energiemärkte am Freitag vor dem Pfingstwochenende gezeigt.
Die Nachrichtenlage zum Irankrieg ist nach wie vor durch ein hohes Maß an Intransparenz gekennzeichnet, doch scheint an den Märkten die Hoffnung auf eine Entspannung der Situation langsam zu wachsen. So hat es in den sozialen Medien Berichte gegeben, denen zufolge sich die USA und der Iran auf den Entwurf eines Abkommens geeinigt haben könnten, das die Atomgespräche auf einen späteren Zeitpunkt verschiebt. „Die Richtigkeit dieser Berichte bleibt jedoch unklar“, so der Deutsche-Bank-Volkswirt Jim Reid.
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Strom: Tendenziell etwas leichter hat sich der deutsche OTC-Strommarkt am Freitag präsentiert. Der Dienstag nach Pfingsten wurde an der Börse in der Grundlast mit 80
Euro je Megawattstunde gehandelt. Am Donnerstag war der Freitag selbst mit 108,00
Euro im Base und 106,75
Euro im Peak bewertet worden. An der Börse notierte der Dienstag im Base gleichfalls mit 80
Euro.
Der Preisrückgang von Freitag auf Dienstag ist auf die höhere Einspeiseleistung der Erneuerbaren zurückzuführen, die für den Tag nach Pfingsten prognostiziert wird. Die Meteorologen von Eurowind erwarten für den kommenden Dienstag eine Erneuerbaren-Einspeiseleistung von 30,1
Gigawatt. Für den Freitag hatte der Wetterdienst nur 19,5
Gigawatt ermittelt. Die neue Woche soll nach Angaben der Meteorologen warm, sonnig und nur mäßig windig ausfallen. Erst ab dem Samstag vor dem Monatswechsel dürfte sich wieder eine kühlere und unbeständigere Witterung einstellen.
Am langen Ende verlor das Cal
27 um 0,31 auf 92,10
Euro je Megawattstunde. „Die Energiemärkte folgen dem Strom der Meldungen aus dem Irankrieg“, so ein Händler. Allerdings vollziehe der Strommarkt nur gedämpft das Auf und Ab bei Gas und Öl nach. Insgesamt gingen die Märkte offenbar von einer langsamen Entspannung der Situation um die Straße von Hormus in den kommenden zwei bis drei Monaten aus.
Für das Pfingstwochenende ist wieder in großem Umfang mit negativen Preisen zu rechnen. Schon für den Samstag vor dem Fest waren die Preise zwischen 10.00
Uhr und 17.00
Uhr auf Stundenbasis negativ. Der niedrigste Preis wurde mit -31,82
Euro für die Stunde von 13 bis 14 Uhr ermittelt.
CO2: Die CO2-Preise haben am Freitag etwas zugelegt. Bis gegen 13.30
Uhr zog der Dec
26 um 0,44 auf 75,37
Euro je Tonne an. Umgesetzt wurden nur schwache 6,1
Millionen Zertifikate. Das Hoch lag bei 75,80
Euro, das Tief bei 74,84
Euro. Laut den Analysten von belektron dürfte das Marktgeschehen weiter von einer unentschlossenen Haltung der Marktteilnehmer geprägt bleiben, was sich auch in den geringen Umsätzen niederschlägt. Die Analysten sehen den Markt bei Notierungen um die 75
Euro ausbalanciert. Ein positives Zeichen seien allerdings die Ergebnisse der Primärmarktauktionen, die, wenn auch marginal, über den Preisen des fortlaufenden Handels lägen.
Erdgas: Leichter haben sich die europäischen Gaspreise am Freitag gezeigt. Der Frontmonat am niederländischen TTF verlor bis gegen 13.00
Uhr um 0,245 auf 48,620
Euro je Megawattstunde. Am deutschen THE ging es für den Day-ahead um 0,700 auf 49,000
Euro je Megawattstunde nach unten. Händler verwiesen zur Begründung auf die Vorsicht für dem langen Pfingstwochenende und auf das trotz der aktuellen Zugewinne etwas niedrigere Niveau der Ölpreise.
Laut den Analysten der Commerzbank nimmt die Nervosität am europäischen Gasmarkt übergeordnet jedoch zu. Hintergrund dürften die sich nur langsam füllenden europäischen Gasspeicher sein: Der Füllstand hat gerade mal 36
Prozent erreicht, in Deutschland noch nicht einmal 30
Prozent. Im Durchschnitt der letzten fünf Jahre dagegen waren die europäischen Gasspeicher Mitte Mai bereits gut zur Hälfte gefüllt. Die Denkfabrik Bruegel hat ausgerechnet, dass täglich gut 0,25
Prozentpunkte eingespeichert werden müssten, um Anfang November einen Füllstand von 80
Prozent zu erreichen. Die Einspeicherung lag aber in den vergangenen Tagen zumeist darunter.
Die USA haben zwar Mitte April mit Golden Pass erste Verladungen von ihrem neunten Exportterminal vorgenommen und weitere Exportkapazitäten wurden und werden am Exportterminal Corpus Christi in Betrieb genommen. Aber die fehlenden LNG-Importe aus dem Mittleren Osten haben dennoch dazu geführt, dass die LNG-Importe der EU im April deutlich niedriger waren als im März. Problematisch ist zudem, dass die zum Winter hin fallende Terminkurve wenig Anreiz für eine aktuelle Aufstockung der Lagerbestände gibt.
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