BILANZ.
Die kommunale Berliner Energie und Wärme (BEW) hat 2025 ihren Gewinn gesteigert und aktualisiert ihren Fahrplan für den Kohleausstieg bis 2030 sowie klimaneutrale Fernwärme bis 2045.
Die BEW Berliner Energie und Wärme GmbH hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem deutlich höheren Gewinn abgeschlossen. Das landeseigene Unternehmen, das seit Mitte 2024 das Berliner Fernwärmenetz betreibt, erzielte nach eigenen Angaben einen Jahresüberschuss von 80,2
Millionen Euro. Im Vorjahr hatte der Gewinn noch bei 15,8
Millionen Euro gelegen.
// VON Susanne Harmsen
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Die BEW versorgt nach Unternehmensangaben rund 700.000
Haushalte sowie 8.000
weitere Gebäude mit Fernwärme. „Trotz eines ungewöhnlich kalten Winters mit den niedrigsten Dezembertemperaturen seit 15
Jahren haben wir die Versorgung stabil gehalten“, sagte Technikgeschäftsführerin Kerstin Busch. Der Brandanschlag auf das Stromnetz in Berlin im Januar habe zu keinen Versorgungsunterbrechungen geführt. Allerdings habe die BEW ihre Sicherheitsmaßnahmen verschärft.
Politischer AuftragDie Berliner Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) bezeichnete als BEW-Aufsichtsratsvorsitzende, die Rekommunalisierung der Fernwärme als zentrale klimapolitische Entscheidung für die Hauptstadt. „Die Wärmewende ist nicht nur ökologisch notwendig, sondern auch wirtschaftlich tragfähig“, sagte Giffey. Ziel sei es, Berlin schrittweise unabhängiger von fossilen Energien zu machen.
Nach Angaben der BEW investierte das Unternehmen 2025 rund 417
Millionen Euro in Versorgungssicherheit und den Umbau der Wärmeerzeugung. Bis 2030 sollen insgesamt rund 3,5
Milliarden Euro folgen. Die Finanzierung stützt sich laut Unternehmen unter anderem auf eine zugesagte Eigenkapitalerhöhung von 550
Millionen Euro aus dem Berliner Klimapakt sowie eine Zwischenfinanzierung über bis zu 1,1
Milliarden Euro. Zudem erhielt die BEW von der Ratingagentur Moody’s die Bewertung Baa1.
Anpassung des DekarbonisierungsfahrplansDer Kohleausstieg bis 2030 bleibe bestehen, erklärte BEW-Geschäftsführer Christian Feuerherd. Bis dahin will das Unternehmen die CO2-Emissionen im Vergleich zu 1990 um 80
Prozent senken und einen Anteil erneuerbarer Energien von 40
Prozent erreichen. 2025 lagen die Emissionen laut BEW bei rund vier Millionen Tonnen CO2 und damit etwa 70
Prozent unter dem Niveau von 1990. Dabei sollen jährlich neue Fernwärmeabnehmer für eine Leistung von 100
MW angeschlossen werden.
Für die Wärmeerzeugung setzt das Unternehmen künftig auf einen breiteren Technologiemix. Dazu gehören nach Angaben der BEW stärker elektrifizierte Wärmeerzeugung, industrielle Abwärme, Geothermie, Wärmespeicher, Abwassernutzung, grüne Gase und Wärmepumpen. Biomasse soll langfristig maximal 15
Prozent des Wärmemixes ausmachen. Unter der Ägide von Vorbesitzer Vattenfall waren hier wesentlich höhere Anteile vorgesehen.
Drei Entwicklungspfade möglichIm aktualisierten Dekarbonisierungsfahrplan bis 2045 beschreibt die BEW zudem drei mögliche Entwicklungspfade für die Zeit nach 2035. Diese unterscheiden sich vor allem im Anteil von grünem Wasserstoff, Strom und lokalen Wärmequellen. Bei der Überarbeitung des Fahrplans habe die BEW den Austausch mit Umwelt- und Verbraucherverbänden, Wohnungsunternehmen sowie Vertretern aus Wissenschaft und Politik gesucht.
Feuerherd verwies darauf, dass der weitere Umbau von mehreren externen Faktoren abhänge. Dazu zählten regulatorische Vorgaben, Genehmigungsverfahren, der Ausbau des Stromnetzes sowie die Verfügbarkeit erneuerbarer Wärmequellen. Dafür müsse der politische Rahmen aus KWK-Novelle, Wärmelieferverordnung und Fernwämeregelung noch in diesem Jahr kommen, forderte Feuerherd von der Bundesregierung.
Finanziell solide BasisNach Angaben von Finanzgeschäftsführer Axel Pinkert stammen rund zwei Drittel des Ergebnisses aus dem Wärmegeschäft und etwa ein Drittel aus der Stromerzeugung. „Das finanzielle Fundament für die Berliner Wärmewende steht“, sagte Pinkert.
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BEW-Jahreszahlen. (Für Vollbild auf die Grafik klicken) Quelle: BEW |
Parallel arbeitet die BEW nach eigenen Angaben an mehr als 30 Bauprojekten. Während des Rückbaus fossiler Anlagen an sechs Standorten soll die Wärmeversorgung ohne Unterbrechung weiterlaufen. Damit wird Platz für neue Technik geschaffen.
Die BEW kündigte außerdem an, sich künftig stärker auf Berlin zu konzentrieren und verkaufte deutschlandweite Geschäftsaktivitäten. Als Landesunternehmen wolle man die Wärmepreise möglichst stabil halten. Dafür setze die BEW unter anderem auf langfristige Beschaffung von Energie und Brennstoffen sowie neue Preisänderungsklauseln. Feuerherd bezeichnete die Wärmewende als „Gemeinschaftswerk aller kommunalen Unternehmen der Stadt“. Dazu gehören auch kommunale Wohnungsunternehmen mit 400.000 Wohnungen.
Der
Geschäftsbericht der BEW 2025 sowie der
aktualisierte Dekarbonisierungsfahrplan für die Berliner Fernwärme stehen im Internet bereit.
// VON Susanne Harmsen
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