Trotz immer neuer Rückschläge zeigten sich die Energiemärkte am Mittwoch tendenziell optimistisch, was eine baldige Beendigung des Irankriegs betrifft. Gas und Öl gaben etwas nach, während CO2 zulegte, Strom notierte uneinheitlich. Möglich ist allerdings, dass die US-Regierung mit ihren optimistischen Aussagen auch die Rohstoffpreise herunterreden will. Denn für den Kern des Konflikts, der Frage nach dem Verbleib des angereicherten iranischen Urans, also der machtpolitischen Trumpfkarte, scheint sich noch keine Lösung abzuzeichnen. Die bisher ventilierten Vorschläge laufen darauf hinaus, das Problem zu einem späteren Zeitpunkt separat zu behandeln. Für die USA und Israel wäre dies alles andere als ein Sieg.
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Strom: Der deutsche OTC-Strommarkt hat sich zur Wochenmitte infolge widerstreitender Impulse ohne klare Tendenz gezeigt. Zwar notierte der Primärenergieträger Erdgas mit Abschlägen, doch zog CO2 kräftig an. Der Day-ahead legte in der Grundlast um 38,25 auf 122,50 Euro je Megawattstunde und in der Spitzenlast um 25,75 auf 61,00
Euro je Megawattstunde zu. An der Börse kostete der Donnerstag 122,32
Euro im Base und 60,74
Euro im Peak. Dort war die Stunde zwischen 13 und 14
Uhr mit einem Cent marginal im Minus.
Händler führten die Aufschläge beim Day-ahead auf die geringere Erneuerbaren-Einspeiseleistung von 25,5
Gigawatt zurück, die für den Donnerstag erwartet wird. Für den Berichtstag hatten die Meteorologen von Eurowind dagegen 32,3
Gigawatt vorhergesagt. Der Wetterdienst geht für Freitag, Samstag und Sonntag von Erneuerbaren-Einspeiseleistungen aus, die etwas höher liegen als die für den Donnerstag prognostizierten Beiträge von Wind und Solar.
Am langen Ende gewann das Frontjahr um 0,44 auf 92,65
Euro.
CO2: Die CO2-Preise haben sich am Mittwoch fester gezeigt. Der Dec
26 gewann bis gegen 13.56
Uhr 0,85 auf 78,88
Euro je Tonne. Umgesetzt wurden bis zu diesem Zeitpunkt 13,8
Millionen Zertifikate. Das Hoch lag bei 79,76
Euro, das Tief bei 78,14
Euro. CO2 reagierte damit auf die Abschläge bei Gas und Öl. Die Nettolongpositionen am CO2-Markt legten an der ICE in der Vorwoche um 0,4
Millionen Tonnen auf knapp 39
Millionen Tonnen zu. Die Analysten von Redshaw Advisors sehen für CO2 wegen des Irankriegs und der für Juli erwarteten Reformankündigungen für den Emissionshandel nur noch begrenztes Aufwärtspotenzial.
Erdgas: Die europäischen Gaspreise haben sich am Mittwoch schwächer gezeigt. Der Frontmonat Juni am niederländischen TTF verlor bis gegen 13.30
Uhr 1,000 auf 46,100
Euro je Megawattstunde. Am deutschen THE sank der Day-ahead um 1,355 auf 46,275
Euro. Erdgas schloss sich damit der Entwicklung bei Erdöl an, das ebenfalls Verluste aufwies. Der europäische Gasmarkt geht nach Ansicht von Analysten der Rabobank den Risiken einer knapperen LNG-Versorgung und niedriger Wintervorräte allerdings allzu gelassen entgegen. Sie gehen davon aus, dass die vollen Auswirkungen von Versorgungsengpässen noch nicht in den Preisen berücksichtigt sind. Das Institut macht darauf aufmerksam, dass geringere LNG-Zuflüsse während der Sommer-Speicherbefüllungssaison dazu führen könnten, dass Europa mit ungewöhnlich niedrigen Gasvorräten in den Winter geht, was das Risiko von Engpässen erhöht.
Die Rabobank erwartet, dass die TTF-Preise im dritten Quartal durchschnittlich bei rund 60
Euro pro Megawattstunde liegen und bis zum Jahresende von derzeit rund 46
Euro auf 69
Euro steigen werden. Die Preise dürften sich erst im Jahr 2028 normalisieren, wenn zusätzliche LNG-Lieferungen aus den USA und Katar erwartet werden, so die Analysten.
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