Uneinheitlich haben sich die Energiemärkte am Montag präsentiert. Erdöl, Gas und Kohle notierten befestigt. Hoffnungen auf ein Abkommen zwischen den USA und Iran haben sich bislang nicht erfüllt. Trotz des Waffenstillstands kam es immer wieder zu Scharmützeln zwischen den Kriegsgegnern. CO2 dagegen gab aus einer überkauften Situation heraus nach. Deutscher Strom sah sich zwischen zwei Feuer gestellt und notierte dementsprechend ohne klare Tendenz. Trotz der neuen Gefechte zeigen sich die Märkte grundsätzlich optimistisch, was den Irankrieg betrifft. Das Barrel Brentöl verteuerte sich zwar kräftig, notierte damit aber immer noch deutlich unter den Höchstständen, die der Preis seit Beginn des Kriegs gesehen hat.
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Strom: Uneinheitlich hat sich am Montag der deutsche OTC-Strommarkt gezeigt. Die Notierungen waren widerstreitenden Impulsen vom rückläufigen CO2-Markt einerseits und von festeren Gaspreisen andererseits ausgesetzt.
Der Day-ahead kostete im Base 122,25
Euro je Megawattstunde und im Peak 110,00
Euro je Megawattstunde. Börslich wurden am Montag für die Grundlast 122,02 Euro ermittelt und für die Spitzenlast 109,65
Euro. Der Montag selbst war am Freitag der Vorwoche börslich in der Grundlast mit 154 Euro je Megawattstunde bewertet worden.
Händler verweisen als Grund für den Preisrückgang von Montag auf Dienstag auf die höhere Erneuerbaren-Einspeiseleistung, die für den zweiten Wochentag erwartet wird. Die Meteorologen von Eurowind prognostizieren für den Dienstag Beiträge von Wind und Solar im Umfang von 21,3
Gigawatt nach 18,7
Gigawatt am Berichtstag. Für die Folgetage bis einschließlich Donnerstag prognostiziert Eurowind einen Anstieg der Einspeiseleistung von Tag zu Tag bis auf 35,5
Gigawatt. Danach soll sich der Beitrag von Wind und Solar Schritt für Schritt wieder vermindern.
Am langen Ende zog das Frontjahr um 0,64 auf 94,53
Euro an.
CO2: Schwächer haben sich die CO2-Preise am Montag präsentiert. Der Dec
26 notierte gegen 13.53
Uhr mit einem Minus von 1,70 auf 78,93
Euro je Tonne. Umgesetzt wurden bis zu diesem Zeitpunkt 11,6
Millionen Zertifikate. Das Hoch lag bei 80,57
Euro, das Tief bei 78,78
Euro. Die Analysten von Vertis weisen darauf hin, dass sich die bullishen Wetterprognosen abgeschwächt haben, wodurch ein Teil des jüngsten nachfrageseitigen Aufwärtsimpulses zunichte gemacht wurde.
Noch wichtiger ist, dass die Kursrallye den Relative Strength Index (RSI) in den überkauften Bereich getrieben hat, was darauf hindeutet, dass die jüngste Kursentwicklung die zugrunde liegende Marktstruktur überholt hat und es ohne zusätzliche Impulse schwierig werden könnte, neue Käufer anzuziehen. Darüber hinaus sorgen politische Diskussionen über Benchmarks und die freie Zuteilung von Zertifikaten erneut für Unsicherheit, wodurch der Kapitaleinsatz am Markt zunehmend riskanter wird. Vertis rechnet daher für die kommenden Tage mit einer leicht abwärtsgerichteten Tendenz am CO2-Markt.
Erdgas: Fester zeigte sich am Montag der europäische Erdgasmarkt. Der Frontmonat Juli am niederländischen TTF legte bis 13.20
Uhr um 1,540 auf 47,750
Euro je Megawattstunde zu. Am deutschen THE gewann der Day-ahead um 0,875 auf 47,950
Euro je Megawattstunde hinzu. Damit richtet sich Erdgas erneut an Erdöl aus, das wegen der immer wieder neuen Enttäuschungen in Bezug auf eine Öffnung der Straße von Hormus wieder zugelegt hat. Möglicherweise unterschätzt der Markt noch immer die Folgen der Seeblockade, zumal sie weiterhin die Speicherbefüllung in Europa ausbremst. Der Gasflow aus Norwegen betrug am Berichtstag mäßige 280,9
Millionen Kubikmeter.
// VON Claus-Detlef Großmann WENIGER