Leichter haben sich die Energiemärkte präsentiert, nachdem US-Präsident Donald Trump eine baldige Friedensregelung im Mittleren Osten in Aussicht gestellt hat. Die Anlegerstimmung habe sich verbessert, da die Märkte die Möglichkeit einer weiteren Deeskalation zwischen den USA und dem Iran ausloteten, sei es durch ein umfassenderes Abkommen oder eine Verlängerung des Waffenstillstands, schreibt Anthony Willis von Columbia Threadneedle Investments.
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Strom: Leichter hat sich der deutsche OTC-Strommarkt am Dienstag gezeigt. Der Day-ahead verlor 19,50 auf 102,75
Euro je Megawattstunde im Base und 23,75 auf 86,25
Euro je Megawattstunde im Peak. An der Börse wurde die Grundlast mit 102,64
Euro ermittelt, die Spitzenlast mit 85,97
Euro. Händler verweisen auf die höheren Beiträge von Wind und Solar als Grund für die Abschläge beim Day-ahead. Während die Meteorologen von Eurowind für den Berichtstag noch 23,5
Gigawatt an Erneuerbarenbeiträgen prognostizierten, sollen am Mittwoch gut 30,1
Gigawatt zusammenkommen.
Für Donnerstag, Fronleichnam, rechnen die Analysten von Eurowind mit einer Einspeisung von Wind und Solar von 39,3
Gigawatt im Base und 51,8
Gigawatt im Peak. Dann dürfte es auf Stundenbasis und infolge der feiertagsbedingten schwachen Nachfrage wieder zu negativen Preisen kommen. Für die Folgetage am Freitag und Samstag werden jeweils rückläufige Einspeisemengen von Wind- und Solarstrom prognostiziert.
Am langen Ende gab das Frontjahr um 0,26 auf 94,27
Euro nach.
CO2: Leichter haben sich die CO2-Preise am Dienstag präsentiert. Der Dec
26 verlor bis gegen 13.12
Uhr um 0,79 auf 78,31
Euro je Tonne. Umgesetzt wurden bis zu diesem Zeitpunkt 10,8
Millionen Zertifikate. Das Hoch lag bei 79,44
Euro, das Tief bei 78,24
Euro.
Die geopolitischen Entwicklungen im Mittleren Osten am Wochenende haben die Markterwartungen hinsichtlich eines kurzfristigen Durchbruchs zum Frieden gedämpft, was die Gaspreise in die Höhe trieb und die EUA-Preise nach unten zog.
Die im Laufe des Montags einsetzende Abwärtsbewegung, die am Berichtstag anhält, wurde laut den Analysten von Redshaw Advisors durch technische Indikatoren unterstützt, die auf einen überkauften Markt hinwiesen.
In den kommenden Tagen ist laut den Analysten mit weiteren Gewinnmitnahmen und einer Preiskonsolidierung zu rechnen. Doch letztlich würden die geopolitischen Entwicklungen der wichtigste Markttreiber bleiben, wobei jede Meldung, dass ein Waffenstillstandsabkommen kurz bevorsteht, das Aufwärtsmomentum wahrscheinlich wieder anfachen wird.
Erdgas: Die europäischen Gaspreise haben sich am Dienstag leichter gezeigt. Der Frontmonat Juli am niederländischen TTF verlor bis gegen 13.07 Uhr um 1,245 auf 47,516
Euro je Megawattstunde. Der Day-ahead am deutschen THE sank um 1,500 auf 47,600
Euro je Megawattstunde.
Anlass für die Abgaben sind Äußerungen von US-Präsident Donald Trump, wonach die Verhandlungen mit dem Iran zügig voranschreiten. „Doch je länger sich die Gespräche hinziehen, desto wahrscheinlicher wird es, dass asiatische Abnehmer auf den Spotmarkt ausweichen müssen, um die Ausfälle bei den vertraglich vereinbarten Mengen auszugleichen“, warnten die Analysten von ING.
Sollte dies geschehen, wäre Europa einem verstärkten Wettbewerb um LNG-Ladungen zu einem Zeitpunkt ausgesetzt, wo seine Gasspeicher nur zu etwa 40
Prozent gefüllt sind – deutlich unter dem Fünfjahresdurchschnitt von 54
Prozent.
Gleichzeitig bietet die derzeitige Backwardation am Gasmarkt Händlern und Versorgungsunternehmen kaum wirtschaftliche Anreize, vor dem Winter zusätzliches Gas in die Speicher zu leiten. Backwardation ist eine Preissituation an Terminmärkten, bei der der Preis zur sofortigen Lieferung höher ist als der Preis für eine zukünftige Lieferung.
// VON Claus-Detlef Großmann WENIGER