BILANZ. Der kommunale Versorger in Münster bilanziert für 2025 einen Überschuss von 13,7 Millionen Euro. Auch im laufenden Jahr verortet sich das Unternehmen „voll auf Kurs“.
Der große Sprung war schnell erklärt. Um 61
Prozent ist der Jahresüberschuss der Stadtwerke Münster 2025 höher ausgefallen als im Jahr zuvor. „Um das ein bisschen zu relativieren“, erinnerte Geschäftsführer Sebastian Jurczyk an einen Ende 2024 geplatzten Grundstücksverkauf. 5,3
Millionen fehlten plötzlich in der Bilanz, der Überschuss damals betrug 8,5
Millionen Euro. Für 2025 stehen 13,7
Millionen Euro zu Buche.
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„Aber wir sind auch über Plan herausgekommen und sehr zufrieden mit dem Jahr“, betonte Jurczyk bei Vorstellung der Geschäftszahlen am 15. Juni. Es sei ein herausforderndes Geschäftsjahr gewesen, weil die „Gasturbine 1“ Anfang 2025 einige Monate ausgefallen sei.
Von den 13,7
Millionen Euro schütten die Stadtwerke 10,6
Millionen an ihren Gesellschafter, die Stadt Münster, aus. 6,5 Millionen sind die übliche Dividende, 4,1
Millionen fließen als Sonderdividende ins Stadtsäckel. Das Auftragsvolumen an die heimische Wirtschaft beziffert die Geschäftsführung auf 88,2
Millionen Euro – ein Plus von ungefähr 22
Prozent im Vergleich zum Jahr 2024.
„Jahrzehnt der Investitionen“Ein Plus zeigt sich auch bei den Investitionen. „Wir haben eine Rekordsumme von knapp 60
Millionen Euro investiert“, berichtete Jurczyk. In etwa den gleichen Betrag will das Unternehmen 2026, dem Jahr seines 125.
Jubiläums, in die Hand nehmen. Jurczyk spricht „von einem Jahrzehnt der Investitionen, nicht nur in der Energiewirtschaft, sondern in Deutschland“.
Das Geld dient vor allem dem Ausbau der erneuerbaren Energien sowie dem Strom-, Wärme- und Glasfasernetz. Zudem stellen die Stadtwerke ihre Busflotte weiter auf Elektrovehikel um. Zur Finanzierung der verschiedenen Projekte hat der Versorger, wie Jurczyk erläuterte, in Greenbonds und Nachrangdarlehen der Stadt „gute Finanzierungsinstrumente für uns entdeckt“. Für den Glasfaserausbau haben die Münsteraner die Telekom als Partner sowie die Investmentfirma Palladio.
Aber auch an der Kostenschraube wollen sie drehen. „Parallel haben wir in 2025 ein Effizienzprogramm ins Leben gerufen“, sagte Co-Geschäftsführer Frank Gäfgen. Das „Fit-25-Programm“ soll künftig die Kosteneffizienz im Unternehmen erhöhen.
Abschied von Verivox & Co?Unmut erregen bei den Stadtwerken Energiediscounter. „Die Billiganbieter sind wieder aus ihren Häusern gekommen“, sagte Jurczyk. Den Wettbewerb auf Vergleichsportalen habe man insbesondere im Strombereich gespürt. Das Geschäftsmodell, auf Verivox oder Check
24 Kunden zu akquirieren, stellt er für die Stadtwerke infrage. Kunden, die man dort hole, verliere man nach zwei Jahren. „Da muss man gucken, ob das ein dauerhaftes Geschäftsmodell ist, wo man zukünftig mitspielen möchte.“
Der Stromabsatz der Stadtwerke macht im vergangenen Jahr 974 Millionen kWh aus. Das sind 15,4
Prozent weniger als 2024. Die Erdgasabgabe beträgt 2.139
Millionen kWh, minus 0,7
Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Wärmeabsatz hingegen ist mit 549
Millionen kWh um 0,7
Prozent höher als im Vorjahr.
Ein Minus – bedingt durch den Ausfall der Gasturbine – zeigt sich bei der Stromerzeugung. 316
Millionen kWh verzeichnen die Stadtwerke für 2025, im Jahr 2024 waren es 344
Millionen kWh. Die GuD-Anlage macht an der Erzeugung im vergangenen Jahr 243 Millionen kWh aus, Windenergie 46,5
Millionen kWh, BHKW-Technik 17,3
Millionen kWh und Photovoltaik 9,7
Millionen kWh.
Busflotte zu 90 Prozent elektrischWas den Ausbau der Windkraft angeht, haben die Stadtwerke nach eigenen Angaben 14 weitere Anlagen genehmigt bekommen. Geplant ist, im Jahr 2030 rund 280
GWh Strom durch Wind zu erzeugen. Das Ziel werde man wahrscheinlich sogar „übererfüllen“, sagte Jurczyk.
Die Zahl der Elektrobusse im vergangenen Jahr beziffern die Stadtwerke auf 97 – ein Anteil von 80 Prozent an der Flotte. In diesem Jahr steigt die Zahl auf 107. Überdies rollen mittlerweile auch Busse von zwei Subunternehmern im Netz, die die Ladeinfrastruktur des kommunalen Versorgers nutzen. Dass Diesel im ÖPNV keine Zukunft hat, zeigt sich auch daran, dass die Stadtwerke von den vier Dieseltanks auf ihrem Betriebsgelände drei entfernt haben. „Wir werden nicht mehr in Dieseltechnologie investieren“, so Gäfgen.
Die Geschäftsentwicklung im laufenden Jahr lässt die Stadtwerke-Chefs zuversichtlich nach vorne schauen. „Wir sind operativ sehr gut unterwegs, wir sind leicht über Plan“, sagte Jurczyk. Angepeilt werde ein Jahresüberschuss von „10,X“ Millionen Euro.
Geschäftsentwicklung der Stadtwerke Münster| Kennzahl | 2025 | 2024 | Veränderung (in Prozent) |
| Umsatzerlöse (Mio. Euro) | 728,8 | 813,5 | - 10,5 |
| Jahresüberschuss (Mio. Euro) | 13,7 | 8,5 | 61,2 |
| Investitionen (Mio. Euro) | 59,8 | 58,2 | 2,8 |
| Eigenkapitalquote (Prozent) | 35,8 | 38,4 | - 7,3 |
Quelle: Stadtwerke Münster
// VON Manfred Fischer WENIGER