Die Energiepreise haben am Dienstag weiter unter dem Eindruck des Rahmenabkommens zwischen den USA und dem Iran gestanden, mit dem der Irankrieg beendet werden soll. Öl gab weiter deutlich nach, doch bei Gas setzte eine Konsolidierung ein, zumal die niedrigen Speicherstände und die kriegsbedingte Verknappung bei LNG die Preise stützen. Strom und CO2 zeigten sich leichter.
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An den Märkten ebbt die Erleichterung über den bevorstehenden Iran-US-Vertrag etwas ab. Details dazu treffen zwar schrittweise ein, die Börsen wollen aber auch eine gelungene Umsetzung sehen. Im Fokus steht eine gefahrlose Passage von Tankern durch die Straße von Hormus. Innerhalb der nächsten ein bis zwei Wochen sollen dort täglich rund 40 bis 50 Schiffe passieren können.
Strom: Tendenziell leichter hat sich der deutsche OTC-Strommarkt am Dienstag gezeigt. Die Strompreise spiegelten damit das geringere Preisniveau der Primärenergieträger und von CO2 wider. Der Day-ahead gewann allerdings um 4,75
Euro auf 118,00
Euro je Megawattstunde im Base und um 2,25
Euro auf 94,25
Euro je Megawattstunde im Peak. An der Börse wurde die Grundlast mit 117,63
Euro ermittelt, die Spitzenlast mit 94,11
Euro.
Händler verwiesen auf die wenig veränderten Beiträge der erneuerbaren Energien aus Wind und Solar. Die Meteorologen von Eurowind prognostizieren für den Berichtstag 20,4
Gigawatt, am Mittwoch sollen 19,7
Gigawatt anfallen. Für die Folgetage rechnet Eurowind mit nur unwesentlich höheren Beiträgen der Erneuerbaren. Die Wetterdienste prognostizieren für Deutschland ab Donnerstag eine Hitzewelle, die jedoch ab Mitte der kommenden Woche abklingen dürfte.
Am langen Ende gab das Strom-Frontjahr um 0,60
Euro auf 92,31
Euro nach.
CO2: Schwächer haben sich die CO2-Preise am Dienstag präsentiert. Der Dec
26 verlor bis gegen 13.41
Uhr um 0,64
Euro auf 79,38
Euro je Tonne. Umgesetzt wurden bis zu diesem Zeitpunkt 12,4
Millionen Zertifikate. Das Hoch lag bei 80,45
Euro, das Tief bei 79,11
Euro. Am Vortag hatte der Markt oberhalb von 80
Euro geschlossen, fiel jedoch am Berichtstag wieder unter diese Marke zurück.
Ursache für die Abgaben am Berichtstag dürfte das Abklingen der Euphorie sein, welche die Energiemärkte nach der Rahmenübereinkunft zwischen den USA und dem Iran prägte. Belastend auf die Preise dürften sich auch neue Wetterprognosen auswirken, denen zufolge die erwartete Hitzewelle in Europa nur von kurzer Dauer sein dürfte.
Erdgas: Die europäischen Gaspreise haben sich am Dienstag etwas fester gezeigt. Der Frontmonat Juli am niederländischen TTF gewann bis gegen 13.30
Uhr um 0,275
Euro auf 42,400
Euro je Megawattstunde. Der Day-ahead am deutschen THE notierte unverändert bei 42,800
Euro je Megawattstunde.
Wenig überraschend ist der europäische Gaspreis nach der Ankündigung eines Rahmenabkommens zwischen den USA und dem Iran deutlich gefallen. Am Berichtstag zeichnet sich allerdings eine Konsolidierung ab. Auch wenn der Preis infolge der Nachricht um etwa 9 Prozent und seit letztem Freitag um fast 15
Prozent nachgegeben hat, liegt der TTF-Referenzpreis weiter deutlich über dem Vorkriegsniveau. Es bestehe Skepsis darüber, wie schnell LNG-Tanker die Straße von Hormus wieder passieren könnten und wie rasch die LNG-Produktion in der Golfregion wieder anlaufen werde, so die Analysten der Commerzbank.
Für Aufwärtsdruck dürfte zudem der im historischen Vergleich niedrige Gasspeicherfüllstand sorgen, der in Europa derzeit bei etwa 44
Prozent liegt und damit rund 15
Prozentpunkte unter dem Fünfjahresdurchschnitt. Auch eine höhere LNG-Nachfrage aus Asien infolge hoher Temperaturen im Zusammenhang mit El Nino wird immer wahrscheinlicher und spricht dafür, dass der europäische Gaspreis in den kommenden Monaten hoch bleiben dürfte.
// VON Claus-Detlef Großmann WENIGER