BILANZ. Der Ludwigshafener Versorger TWL hat 2025 mehr verdient als geplant. Sinkende Umsätze und geringere Strom- und Gasmengen relativieren die Bilanz.
Die Technischen Werke Ludwigshafen am Rhein AG (TWL) hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem Jahresergebnis von 9,1
Millionen Euro abgeschlossen. Damit lag das Ergebnis deutlich über dem Planwert von 3,8
Millionen Euro und über dem Vorjahreswert von 4,7
Millionen Euro. Die Geschäftszahlen, die der Versorger in einer Mitteilung Ende Juni veröffentlichte, zeigen aber zugleich Druck im operativen Geschäft.
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Laut TWL sanken die Umsatzerlöse nach Abzug von Strom- und Energiesteuer auf 417,8
Millionen Euro. Im Vorjahr hatte der Wert noch bei 457,1
Millionen Euro gelegen. Das entspricht einem Rückgang um 8,6
Prozent. Als Gründe nennt das Unternehmen geringere Absatzmengen und ein niedrigeres Preisniveau. Auch der Energiemarkt blieb laut TWL volatil. Hinzu kamen ein warmer Witterungsverlauf, eine Trockenperiode im Frühjahr, geopolitische Konflikte und wirtschaftliche Unsicherheiten.
Absatz entwickelt sich unterschiedlichIn der Stromsparte gab TWL inklusive Selbstverbrauch 649,4
Millionen kWh ab. Im Vorjahr waren es 703,5
Millionen kWh gewesen. Das Unternehmen verzeichnete damit einen Rückgang um 7,7
Prozent. Beim Gas sank die Liefermenge inklusive Selbstverbrauch von 1,14
Milliarden kWh auf 1,10
Milliarden kWh. Das entspricht einem Minus von 3,2
Prozent.
Zuwächse meldete TWL dagegen bei Wärme und Trinkwasser. Der Wärmeabsatz stieg inklusive Selbstverbrauch von 293,6
Millionen kWh auf 308
Millionen kWh. Das entspricht einem Plus von 4,9
Prozent. Beim Trinkwasser legte der Absatz um 2,4
Prozent zu − von 10,4
Millionen Kubikmetern auf 10,6
Millionen Kubikmeter.
Zu dem höheren Ergebnis trugen laut den Ludwigshafenern vor allem niedrigere Materialkosten sowie geringere Aufwendungen aus Verlustübernahmen bei. Der Materialaufwand sank von 359
Millionen Euro auf 312,7
Millionen Euro. Die Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie bezogene Waren gingen von 231,2
Millionen Euro auf 173 Millionen Euro zurück. Höhere Netznutzungsentgelte in der Stromsparte erhöhten dagegen den Aufwand von 127,8
Millionen Euro auf 139,7 Millionen
Euro. Der Personalaufwand erhöhte sich tarifbedingt von 38,5 Millionen Euro auf 41,7 Millionen Euro.
Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und ÖPNV-Ergebnis beziffert TWL mit 23,9
Millionen Euro. Im Vorjahr hatte TWL 20,1
Millionen Euro erreicht. TWL musste deutlich weniger Mittel für den Ausgleich von Verlusten aus Beteiligungen aufwenden. Die entsprechenden Aufwendungen gingen von 18,8
Millionen Euro auf 12,6
Millionen Euro zurück. Der Bilanzgewinn der TWL AG stieg auf 58,8
Millionen Euro. Der Konzernbilanzgewinn erhöhte sich auf 72
Millionen Euro. TWL weist jedoch darauf hin, dass der Konzernabschluss noch nicht final testiert ist.
Mehr Geld für Netze und WärmeplanungDie Investitionen stiegen von 35,5 Millionen Euro auf 39,9
Millionen Euro. In den Erhalt und Ausbau der Energie- und Wassernetze investierte TWL 24,7
Millionen Euro. Im Vorjahr waren es 20,5
Millionen Euro gewesen. Den größten Anteil erhielt das Wärmenetz mit 8,4
Millionen Euro. In das Stromnetz flossen 7,4
Millionen Euro, in das Trinkwassernetz 5,7
Millionen Euro und in das Gasnetz 2
Millionen Euro.
Nach Angaben von TWL konzentrieren sich die Investitionen auf die Umsetzung der Kommunalen Wärmeplanung.
Das Unternehmen will die Erzeugung dekarbonisieren, das bestehende Wärmenetz verdichten und ausbauen sowie dezentrale Lösungen für Stadtgebiete ohne Fernwärmeanschluss entwickeln. Technischer Vorstand Thomas Mösl sagte laut Mitteilung, TWL übersetze das Konzept nun in konkrete Projekte. Entscheidend bleibe, dass die Transformation planbar verlaufe und die Belieferung stabil bleibe.
Auch beim Gasnetz zieht TWL Konsequenzen aus der Wärmewende. Das Unternehmen begrenzte dessen bilanzielle Nutzungsdauer auf den 31. Dezember 2045 und bildete Rückstellungen für einen späteren Rückbau. Für 2026 plant TWL erneut Investitionen von rund 40
Millionen Euro. Nach der Hochrechnung für das erste Quartal rechnet das Unternehmen mit einem positiven Jahresergebnis von 10
Millionen Euro. Schwerpunkte bleiben die Kommunale Wärmeplanung und der Ausbau des Fernwärmenetzes.
Geschäftszahlen der TWL AG (in Millionen Euro)| | 2025 | 2024 | Veränderung |
| Umsatzerlöse | 417,8 | 457,1 | -8,6 Prozent |
| Ebit | 23,9 | 20,1 | +18,9 Prozent |
| Jahresergebnis | 9,1 | 4,7 | +93,6 Prozent |
| Bilanzgewinn | 58,8 | 54,5 | +7,9 Prozent |
| Materialaufwand | 312,7 | 359,0 | -12,9 Prozent |
| Personalaufwand | 41,7 | 38,5 | +8,3 Prozent |
| Investitionen | 39,9 | 35,5 | +12,4 Prozent |
Quelle:
TWL AG
// VON Davina Spohn WENIGER