Überwiegend etwas schwächer haben sich die Energiemärkte zur Wochenmitte präsentiert. Am Strommarkt sorgte die Aussicht auf eine deutlich höhere Einspeiseleistung der Erneuerbaren für kräftige Abschläge bei den kurzfristigen Kontrakten, während das lange Ende nahezu unverändert tendierte. Auch CO2 gab leicht nach, wobei die Marktteilnehmer weiterhin sehr sensibel auf politische Schlagzeilen zur anstehenden Reform des EU-Emissionshandels reagieren.
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Der Gasmarkt zeigte sich dagegen kaum verändert. Anhaltende Unsicherheiten bei den LNG-Lieferungen aus Katar sowie die Hitzewelle in Teilen Europas stützen die Preise und halten die Versorgungssorgen hoch. Am Ölmarkt überwogen dagegen die Hoffnungen auf eine schrittweise Normalisierung der Lage in der Straße von Hormus, nachdem der Tankerverkehr wieder zunimmt und sich das globale Angebot zunehmend entspannt. Insgesamt bleibt das Marktumfeld von geopolitischen Risiken und einer hohen Nachrichtenabhängigkeit geprägt.
Strom: Überwiegend etwas schwächer hat sich der deutsche OTC-Strommarkt am Mittwoch präsentiert. Der Day-ahead verzeichnete mit der Aussicht auf eine deutlich höhere Erneuerbaren-Einspeiseleistung kräftige Abgaben. In der Grundlast verlor der Day-ahead um 78,25 auf 73,50
Euro je Megawattstunde, in der Spitzenlast ging es um 100,75 auf 23,00
Euro je Megawattstunde nach unten.
Die Einspeiseleistung der Erneuerbaren soll den Meteorologen von Eurowind zufolge mit 37,4
Gigawatt mehr als doppelt so hoch ausfallen als noch am Mittwoch, für den 15,5
Gigawatt erwartet wurden. Für den Freitag wird noch ein weiterer deutlicher Anstieg erwartet, bevor ab Samstag wieder etwas geringere Werte um 30 Gigawatt in Aussicht gestellt werden. Das US-Wettermodell geht weiterhin von einer unterdurchschnittlichen Windstrom-Einspeiseleistung ab dem 9.
Juli aus. Den Start der neuen Hitzewelle sehen die US-Meteorologen nun erst am 8.
Juli.
Am langen Ende des Strommarktes gewann das Cal 27 um 0,17 auf 92,94
Euro je Megawattstunde hinzu.
CO2: Etwas schwächer haben sich die CO2-Preise am Mittwoch gezeigt. Der Dec
26 verlor bis gegen 14.00
Uhr 0,21 auf 79,95
Euro je Tonne. Umgesetzt wurden bis zu diesem Zeitpunkt nur 7,7
Millionen Zertifikate. Das Hoch lag bei 80,26
Euro, das Tief bei 79,25
Euro.
Die Analysten von Redshaw Advisors gehen allgemein aber von einer wieder gestiegenen Risikobereitschaft der Marktteilnehmer aus, nachdem der Europaabgeordnete Peter Liese von der Europäischen Volkspartei (EVP) erklärt hatte, dass die Berichte vom Vortag nicht zutreffend gewesen seien, denen zufolge die EVP unter anderem vorgeschlagen hat, spekulative Aktivitäten einzuschränken, den linearen Reduktionsfaktor zu senken und Stromerzeugern in Ausnahmefällen kostenlose Zertifikatszuteilungen zu gewähren.
Die Kursbewegungen der vergangenen beiden Tage zeigen den Analysten von Redshaw Advisors allerdings, wie empfindlich der Markt auf Schlagzeilen zur ETS-Reform reagiert. Dies dürfte sich im Vorfeld des Reformvorschlags der Europäischen Kommission am 15.
Juli fortsetzen.
Erdgas: Nur wenig verändert haben sich die europäischen Gaspreise am Mittwoch präsentiert. Der Frontmonat am niederländischen TTF gewann 0,075 auf 43,675
Euro je Megawattstunde. Am deutschen THE gewann der Day-ahead um 0,225 auf 44,050
Euro je Megawattstunde.
Die europäischen Erdgaspreise stiegen in den vergangenen Tagen aufgrund der Unsicherheit über die Versorgungslage infolge der Spannungen im Nahen Osten und der Rekordhitze in Teilen Europas. Der italienische Energiekonzern Edison teilte mit, dass QatarEnergy die Force Majeure für einige LNG-Lieferungen verlängert hat. Insgesamt unterliegen nun 21
LNG-Ladungen für den Lieferzeitraum von April bis Anfang September dieser Klausel.
Die Analysten von Kpler erklärten, die jüngste Mitteilung verlängere den betroffenen Lieferzeitraum bis Anfang September und erhöhe damit den Druck auf Edison, während der Befüllung der Gasspeicher im Sommer weiterhin Ersatzmengen am Spotmarkt und bei alternativen Lieferanten zu beschaffen.
Hinzu kommt die anhaltende Hitzewelle in mehreren europäischen Ländern. Die extremen Temperaturen treiben den Kühlbedarf und den Stromverbrauch nach oben und stützen damit die Nachfrage nach Erdgas zusätzlich. Dies verschärft die angespannte Versorgungslage in einer Phase, in der Europa seine Gasspeicher für den kommenden Winter weiter auffüllen muss.
// VON Marie Pfefferkorn WENIGER