Zweigeteilt haben sich am Donnerstag die Energiemärkte gezeigt. Während am Berichtstag Strom und CO2 sich insgesamt wenig verändert präsentierten, war deutlich mehr Dynamik an den Märkten für Gas und Öl erkennbar. Bei Öl setzte sich die Abwärtsbewegung fort, die Brent mittlerweile auf Preisniveaus geführt hat, wie sie vor Ausbruch des Irankriegs bestanden. Der europäische Gasmarkt hingegen leidet unter den niedrigen Speicherständen innerhalb der EU und dem mühseligen Wiederhochfahren der LNG-Produktion Katars und folgt deswegen Öl nicht nach unten. Auch das Wetterphänomen El Nino führt zu einem bullishen Effekt auf die Gaspreise, weil es hitzebedingt die Nachfrage nach dem fossilen Primärenergieträger Gas erhöht.
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Strom: Ohne klare Tendenz und in enger Bandbreite hat sich der deutsche OTC-Strommarkt am Donnerstag gezeigt. Der Day-ahead verlor in der Grundlast 13,75 auf 59,75
Euro je Megawattstunde, in der Spitzenlast 6,75 auf 16,25
Euro je Megawattstunde. An der Börse kostete der Base 59,54
Euro, der Peak 16,03
Euro. Börslich waren auf Stundenbasis die Preise zwischen 10 Uhr und 18
Uhr negativ. Der niedrigste Preis hatte sich mit -4,99
Euro für die Stunde zwischen 14 und 15 Uhr ergeben.
Ursächlich für den Preisrückgang beim Day-ahead war die höhere Erneuerbaren-Einspeiseleistung von knapp 48
Gigawatt, die am Freitag anfallen soll. Für den Berichtstag hatten die Meteorologen von Eurowind hingegen nur 38,7
Gigawatt prognostiziert. Für Samstag und Sonntag erwartet Eurowind eine Einspeiseleistung der Erneuerbaren von jeweils um die 35
Gigawatt.
Zudem hat auch die für den Freitag erwartete geringere Last zum Preisrückgang beim Day-ahead beigetragen. Die Nachfrage nach Strom beziffert MBI Research für diesen Tag auf 54,4
Gigawatt gegenüber 55,5
Gigawatt am Berichtstag.
Am langen Ende zeigte sich das Strom-Frontjahr mit einem Rückgang von 0,02 auf 92,92
Euro kaum verändert gegenüber dem Vortag.
CO2: Die CO2-Preise haben am Donnerstag ein wenig zugelegt. Der Dec
26 gewann bis gegen 14.07
Uhr um 0,13 auf 79,67
Euro je Tonne. Umgesetzt wurden bis zu diesem Zeitpunkt 8,8
Millionen Zertifikate. Das Hoch lag bei 80,15
Euro, das Tief bei 79,00
Euro.
Der CO2-Markt hat sich zuletzt wenig dynamisch präsentiert. Der Umstand, dass die EU-Kommission ihre Vorschläge zur Reform des EU-ETS nun am 17.
Juli vorstellen will, also zwei Tage später als zunächst geplant, vermittelte dem Handelsgeschehen keine Impulse. Die Analysten von Redshaw Advisors sehen Unterstützung für den Dec
26 bei 79,25
Euro, 79,11
Euro und 78,88
Euro. Widerstand wurde bei 80,26
Euro, 80,66
Euro und 81,07
Euro ermittelt.
Erdgas: Fester hat Erdgas am Donnerstag notiert. Am TTF gewann der Frontmonat August bis gegen 13.50
Uhr 0,675 auf 43,775
Euro je Megawattstunde. Am deutschen THE kletterte der Day-ahead um 0,580 auf 44,005
Euro.
Händler machten die anhaltende Unsicherheit über LNG-Lieferungen aus dem Persischen Golf für die Zugewinne verantwortlich. Obwohl die weltweiten LNG-Exporte im Juni laut den Analysten der ANZ auf den höchsten Stand seit März gestiegen sind, hat Qatar Energy kürzlich die Force Majeure für einige LNG-Lieferungen verlängert, was die Nervosität am Markt schürt. Das Wiederanlaufen der LNG-Anlage Katars dürfte mehrere Wochen dauern. Zuletzt wurde die Schätzung von zwei Monaten auf „mehrere“ Wochen reduziert, wobei dies aufgrund der jüngsten Explosion in einer Gasverarbeitungsanlage bezweifelt werden kann. Unterdessen sind die EU-Gasspeicher aktuell zu etwa 49
Prozent gefüllt. Das macht den Markt anfällig für weitere Versorgungsengpässe und stützt die Preise.
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