Während sich der Strommarkt bei einer weitgehend stabilen Einspeisung der Erneuerbaren behauptete und das Frontjahr leicht zulegte, gaben CO2, Gas, Kohle und Öl nach. Auslöser war die Hoffnung auf eine diplomatische Entspannung im Konflikt zwischen den USA und Iran, die einen Teil der zuletzt aufgebauten geopolitischen Risikoprämie aus den Märkten nahm. Am CO2-Markt überwog ebenfalls eine abwartende Haltung. Der Fokus richtet sich zunehmend auf den für den 17.
Juli angekündigten Reformvorschlag der EU-Kommission zum Emissionshandel.
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Trotz der jüngsten Korrektur bleiben die fundamentalen Risiken am Gasmarkt bestehen. Niedrige Speicherstände, ein verschärfter Wettbewerb um LNG-Lieferungen und anhaltend hohe Temperaturen dürften die Preise auch in den kommenden Wochen stützen.
Strom: Überwiegend etwas fester hat sich der deutsche OTC-Strommarkt zum Ende der Arbeitswoche gezeigt. Der Montag wurde an der Börse mit 120,5
Euro je Megawattstunde gehandelt und lag damit leicht unter dem Day-ahead-Börsenpreis vom Donnerstag (123,67
Euro je Megawattstunde).
Die Einspeiseleistung der Erneuerbaren dürfte sich mit knapp 21,5
Gigawatt am Montag im Vergleich zum Freitag auf einem relativ stabilen Niveau halten. Auch für die darauf folgenden Tage sehen die Meteorologen von Eurowind nur wenig Veränderungen bei den Beiträgen von Wind und Sonne.
Am langen Ende des Strommarktes gewann das Cal
27 bis zum frühen Freitagnachmittag um 0,18 auf 97,05
Euro je Megawattstunde.
CO2: Etwas leichter haben sich die CO2-Preise am Berichtstag gezeigt. Der Dec
26 verlor bis gegen 14.00
Uhr 0,10 auf 78,94
Euro je Tonne. Umgesetzt wurden bis zu diesem Zeitpunkt nur 7,3
Millionen Zertifikate. Das Hoch lag bei 79,30
Euro, das Tief bei 78,50
Euro.
Der CO2-Markt blickt aktuell mit Spannung auf die neue Woche, da die EU-Kommission am 17.
Juli ihren Vorschlag zur Überarbeitung des EU ETS präsentieren will. Die neue Hitzewelle dürfte unterdessen etwas Unterstützung für die CO2-Emissionszertifikate mit sich bringen.
Erdgas: Schwächer haben sich die europäischen Gaspreise am Freitag präsentiert. Der Frontmonat am niederländischen TTF verlor bis gegen 14.00
Uhr um 1,200 auf 48,750
Euro je Megawattstunde. Am deutschen THE sank der Day-ahead um 1,450 auf 48,950
Euro je Megawattstunde.
Damit entfernten sie sich wieder von ihrem Ein-Monats-Hoch, nachdem Berichte über die Fortsetzung der Gespräche zwischen den USA und dem Iran trotz der jüngsten militärischen Auseinandersetzungen die Risikoprämie am Markt verringerten. Ein Vertreter der US-Regierung bekräftigte das Ziel Washingtons, den Konflikt mit Teheran auf diplomatischem Weg zu lösen. Dadurch nahmen die Sorgen vor einer erneuten Eskalation zu einem umfassenden Krieg und möglichen Unterbrechungen der Energieexporte aus der Golfregion ab.
Zuvor waren die Gaspreise innerhalb von drei Handelstagen um mehr als 12
Prozent gestiegen. Auslöser waren neue US-Luftangriffe auf iranische Ziele als Reaktion auf Angriffe auf Schiffe in der Straße von Hormus. Der Iran reagierte darauf in den vergangenen beiden Nächten mit Angriffen auf US-Stützpunkte in der Region.
Die Marktteilnehmer richten ihren Blick weiterhin auf die Transporte durch die Straße von Hormus, über die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und LNG-Handels abgewickelt wird. Jede erneute Störung könnte die Bemühungen Europas erschweren, die Gasspeicher rechtzeitig vor Beginn der Heizperiode ausreichend zu füllen.
Zudem weisen die Analysten der Commerzbank darauf hin, dass dem europäischen Gasmarkt noch zahlreiche Probleme bevorstehen. „Da wären zum einen geringere LNG-Importe aus den USA, die derzeit aufgrund höherer Preise nach Asien geleitet werden. In Asien dürfte in den kommenden Wochen und Monaten eine höhere LNG-Nachfrage vorliegen, die durch El Nino und damit verbundene höhere Temperaturen ausgelöst werden dürfte“, heißt es in einer Research-Note.
In Kombination mit den geringeren Gasvorräten in Europa, die zwischen Oktober und Dezember auf den Füllstand von 90
Prozent (mit einer Abweichung von 15
Prozentpunkten unter besonderen Bedingungen) gebracht werden müssen, dürften die Gaspreise in diesem Jahr wahrscheinlich auf einem hohen Niveau bleiben, so die Analysten. Auf europäischer Ebene könnte das Speicherziel knapp am unteren Ende erreicht werden, in Deutschland sieht es derzeit danach aus, dass man das Speicherziel selbst bei Abzug der 15
Prozentpunkte verfehlen würde.
(cdg)
// VON Claus-Detlef Großmann WENIGER