Im Juni 2026 wurden laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) 84.057 reine E-Autos (BEV) zugelassen, was einem Marktanteil von 28,4
Prozent entspricht. Erstmals waren E-Autos damit die stärkste Antriebsart vor klassischen Verbrennern und Hybriden. Das Bundesumweltministerium (BMUKN) will die Entwicklung der E-Auto-Förderung weiter beobachten und schließt Anpassungen nicht aus. Auf eine Nachfrage in der Regierungspressekonferenz am 10.
Juli sieht es vorerst keine Notwendigkeit, die Förderung auf Pkw zu begrenzen, die in Deutschland oder der EU produziert werden.
// VON Susanne Harmsen MEHR...
Nach Angaben des BMUKN gibt es derzeit keinen Hinweis darauf, dass die Förderung überwiegend Herstellern aus China zugutekommt. Auf Basis der bislang eingegangenen Förderanträge entfielen weniger als 15
Prozent auf Fahrzeuge chinesischer Marken. Das Ministerium betont, dass diese Auswertung auf den bisher vorliegenden Anträgen und den steigenden Bewilligungszahlen beruht.
Markthochlauf funktioniertDas Förderprogramm richtet sich an private Haushalte in Deutschland und unterstützt den Kauf oder das Leasing neuer Elektroautos. Es gilt rückwirkend seit dem 1.
Januar 2026. Förderanträge können seit dem 19.
Mai digital eingereicht werden. Laut BMUKN sind inzwischen mehr als 80.000 Anträge eingegangen.
Nach Einschätzung des Ministeriums zeigt das Programm bereits Wirkung. Die Nachfrage nach Elektroautos sei gestiegen und das Förderinstrument stärke den Klima- und Umweltschutz im Verkehrssektor. Zudem erleichtere es privaten Haushalten den Umstieg auf Elektromobilität und setze Impulse für die deutsche und europäische Automobilwirtschaft.
Eine Bindung der Förderung an den Produktionsstandort ist derzeit jedoch nicht vorgesehen. Das BMUKN verweist darauf, dass Antragsteller und Zuwendungsempfänger private Haushalte und nicht Fahrzeughersteller sind. Deshalb gebe es keine Vorgaben, für welche Marke sich Förderberechtigte entscheiden. Sollte sich die Entwicklung anders darstellen als bislang erkennbar, sei das Ministerium bereit, nachzusteuern, so ein Sprecher.
E-Autos führen erstmals Neuzulassungen anDie aktuellen Zulassungszahlen sprechen für eine anziehende Nachfrage nach Elektroautos. Nach Angaben des KBA wurden im Juni 2026 bundesweit 36.894 BEV mehr zugelassen als im Vorjahresmonat (plus 78 Prozent). Der Anteil der reinen Elektroautos an allen Neuzulassungen lag bei 28,4
Prozent. Plug-in-Hybride hatten 39
Prozent Marktanteil. Rund 20
Prozent der neu zugelassenen Pkw fahren mit Benzinantrieb, 11,4
Prozent mit Diesel und 0,7
Prozent Flüssiggas, so das KBA.
Besonders gefragt waren im abgelaufenen Monat die Elektrowagen von Tesla und BYD. Bei Tesla lag der Zuwachs den weiteren Angaben zufolge bei 318
Prozent auf 7.768 Autos, BYD kam mit einem Plus von 274
Prozent auf 6.259 Fahrzeuge. Bei den deutschen Marken erreichte Smart im Juni mit Plus von 176
Prozent das größte Zulassungsplus. Mini legte um knapp 60
Prozent zu.
Aber auch BMW und Audi erzielten mit 18,6 und 17,1
Prozent zweistellige Zuwachsraten, während Mercedes und VW auf ein Plus von 5,9
Prozent kamen. Insgesamt wurden im ersten Halbjahr 2026 rund 1,48
Millionen Pkw neu zugelassen und damit 5,8
Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.
Rechtliche Herkunftsbeschränkung schwierigRechtliche Grenzen für eine Fördereinschränkung setzt nach Angaben des BMUKN das europäische Beihilfe- und Binnenmarktrecht. Regelungen, die Fahrzeuge aus europäischer Produktion bevorzugen, seien auf Grundlage der geltenden EU-Vorschriften derzeit nicht ohne Weiteres zulässig.
Allerdings würden entsprechende Änderungen auf europäischer Ebene im Rahmen des geplanten Industrial Accelerator Act diskutiert. Das Ministerium unterstütze neue Möglichkeiten, europäische Produkte gezielter fördern zu können, und bringe sich in die Erarbeitung der deutschen Position ein, versicherte ein Sprecher.
(sh)
// VON Susanne Harmsen WENIGER