Eine Pause in ihrem Aufwärtstrend haben am Donnerstag die Energiemärkte eingelegt, obgleich die Zeichen im Konflikt am Persischen Golf weiter auf Eskalation stehen. Gas und Öl zeigten sich wenig verändert. Die Emissionen dagegen präsentierten sich vor der Veröffentlichung der Kommissionsvorschläge zur ETS-Reform am Freitag dieser Woche wie so häufig mit viel Eigenleben und fielen deutlich unter die Marke von 80
Euro.
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Bearish auf die Energiepreise dürfte sich auch der anstehende Rückgang der Wärmebelastung über Europa auswirken. So gehen die hitzebedingten Kapazitätseinschränkungen in Frankreich zurück und auch der Day-ahead am deutschen Strommarkt war am Berichtstag billiger zu haben.
Strom: Tendenziell etwas leichter hat sich der deutsche OTC-Strommarkt am Donnerstag gezeigt. Der Day-ahead allerdings verlor in der Grundlast 19,50 auf 140,75
Euro je Megawattstunde, die Spitzenlast notierte mit einem Minus von 10,00 auf 122,75
Euro.
Die Meteorologen von Eurowind haben die Erneuerbaren-Einspeiseleistung am Berichtstag mit 20,1
Gigawatt berechnet. Am Freitag soll sich die Einspeiseleistung von Wind und Solar auf 19,5
Gigawatt belaufen. Allerdings dürfte sich die Last MBI Research zufolge von 55,3
Gigawatt am Berichtstag auf nur noch 54,2
Gigawatt reduzieren. Das liegt nicht nur an der generell gerne etwas niedrigeren Stromnachfrage an Freitagen, sondern auch an der geringeren Wärmebelastung über Deutschland, die für diesen Tag vorhergesagt wird.
Zu den rückläufigen Day-ahead-Preisen am deutschen Markt dürfte zudem die Situation der Kraftwerke in Frankreich beigetragen haben. Dort scheinen die hitzebedingten Kapazitätseinschränkungen ihren Höhepunkt überschritten zu haben. Die Minderkapazitäten der französischen Kernkraftwerke sollen am Freitag auf 9
Prozent der installierten Leistung zurückgehen. Für Mittwoch und Donnerstag betrug die Minderproduktion noch 13,2
Prozent.
Am langen Ende zeigte sich das Strom-Frontjahr mit einem Minus von 0,21 auf 103,55
Euro etwas leichter.
CO2: Die CO2-Preise haben am Donnerstag kräftig nachgegeben. Der Dec
26 verlor bis gegen 13.55
Uhr um 1,97 auf 79,19
Euro je Tonne. Umgesetzt wurden bis zu diesem Zeitpunkt 16,3
Millionen Zertifikate. Das Hoch lag bei 81,18
Euro, das Tief bei 79,00
Euro. Der Markt nimmt vor der Veröffentlichung von Vorschlägen der EU-Kommission zur Reform des EU-ETS am Freitag Gewinne mit. Offenbar rechnen viele Anleger mit bearishen Ergebnissen der Beratungen.
Interessanterweise zeigte der jüngste CoT-Bericht, dass Investmentfonds ihre Netto-Long-Positionen reduzierten, obwohl die EUA-Preise weiter zulegten. Dies deutet darauf hin, dass die jüngst zurückliegende Rallye eher durch die Compliance-Nachfrage als durch spekulative Käufe gestützt wurde. Über die Überprüfung des EU-Emissionshandelssystems hinaus beobachten die Marktteilnehmer auch die Fortschritte bei der Verknüpfung der Emissionshandelssysteme der EU und des Vereinigten Königreichs. Nach Angaben von Vertretern der Europäischen Kommission soll eine Vereinbarung zur Verknüpfung der beiden Emissionshandelssysteme kurz bevorstehen.
Erdgas: Etwas fester hat Erdgas am Donnerstag notiert. Am TTF gewann der Frontmonat August bis gegen 13.49
Uhr 0,056 auf 55,016
Euro je Megawattstunde. Am deutschen THE hingegen zog der Day-ahead um 0,205 auf 54,905
Euro je Megawattstunde an.
Damit richtet sich Erdgas erneut an Erdöl aus, das ebenfalls kaum Veränderungen zeigte. Etwas bearish für Erdgas dürfte jedoch der sich zum Wochenende vollziehende Übergang zu deutlich kühlerer Witterung in Mitteleuropa auswirken. Laut dem norwegischen Netzbetreiber Gassco beträgt der norwegische Gasexport recht robuste 328,1
Millionen Kubikmeter für den Berichtstag.
(cdg)
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