Überwiegend fester haben sich die Energiemärkte zum Wochenauftakt präsentiert. Erdgas war am TTF am Morgen so teuer wie seit 23. März nicht mehr. Erdgas und Öl legten im Zuge der erneuten Eskalation im Nahen Osten zu. Im Fokus stand erneut die Straße von Hormus, wo Angriffe auf Handelsschiffe und ein deutlich geringerer Schiffsverkehr die Sorge vor anhaltenden Störungen der Energieversorgung schürten. Der CO2-Markt stand unter dem Eindruck der jüngsten Reformvorschläge der EU-Kommission zum Emissionshandel, deren Auswirkungen nun von den Marktteilnehmern bewertet werden. Insgesamt dominieren geopolitische Risiken weiterhin das Marktgeschehen. Gleichzeitig dürften eine schwache Windeinspeisung und hohe Temperaturen in den kommenden Tagen die Nachfrage nach fossiler Stromerzeugung stützen und den Energiemärkten zusätzlichen Rückenwind verleihen.
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Strom: Ohne klare Richtung hat sich der OTC-Strommarkt am Montag gezeigt. Der Dienstag wurde im Base mit 113,25 Euro je Megawattstunde bewertet, für den Peak mussten 72,25 Euro je Megawattstunde gezahlt werden. Am Freitag war der Montag selbst mit 114,00 Euro in der Grundlast gehandelt worden.
Die Einspeiseleistung der Erneuerbaren dürfte am Dienstag etwas niedriger ausfallen als noch am Montag. Für den Mittwoch wird aber bereits wieder ein kräftiger Anstieg auf mehr als 37 Gigawatt erwartet. Im weiteren Verlauf der Woche prognostizieren die Meteorologen von Eurowind eine Einspeiseleistung von Wind und Solar zwischen 22 und 31 Gigawatt, bevor am Sonntag, 26. Juli, wieder ein deutlicher Rückgang zu sehen sein dürfte.
Am langen Ende verlor das Cal 27 am Montag um 0,84
Euro auf 104,38 Euro je Megawattstunde.
CO2: Die CO2-Preise haben am Montag kräftig zugelegt. Der Dec 26 gewann bis gegen 14.00 Uhr um 2,50
Euro auf 81,61 Euro je Tonne. Das Hoch lag bei 81,79 Euro, das Tief bei 78,76 Euro.
Der CO2-Markt war am Montag noch damit beschäftigt, die Vorschläge der EU-Kommission zur Reform des EU-ETS vom Freitag zu verdauen. Nach Monaten, in denen der Emissionshandel sich auf Gerüchte und durchgesickerte Informations-Häppchen gestützt hatte, seien nun endlich Fakten auf dem Tisch, so die Analysten von Vertis.
Wie sich die verschiedenen Änderungen in ihrer Gesamtheit auf den Markt auswirken, dürfte sich erst in den kommenden Tagen zeigen, wenn die Marktteilnehmer die einzelnen Elemente und deren Zusammenspiel analysiert haben, so die Einschätzung der Analysten. Mit der Sommerpause der EU-Institutionen dürfte der politische Nachrichtenfluss zunächst nachlassen. Da das EU-Parlament und der Rat sich bis Dezember positionieren sollen, dürfte das Thema spätestens von September an wieder in den Fokus rücken.
Bis dahin dürften wieder die Fundamentaldaten das Marktgeschehen bestimmen. Die EUA-Auktionen weisen bis August ein um rund 1,7 Millionen Zertifikate pro Woche reduziertes Angebot auf. Gleichzeitig sollen von Freitag an hohe Temperaturen und eine schwache Windeinspeisung zurückkehren. Kohleblöcke dürften so konkurrenzfähig bleiben, während der TTF-Gaspreis weiterhin eine geopolitische Risikoprämie aufgrund der Lage an der Straße von Hormus enthalten sollte.
Erdgas: Uneinheitlich haben sich die europäischen Gaspreise am Montag gezeigt. Der Frontmonat am niederländischen TTF gewann bis gegen 14.00 Uhr leicht um 0,06
Euro auf 58,07 Euro je Megawattstunde. Am deutschen THE gab der Day-ahead um 0,220
Euro auf 48,430 Euro je Megawattstunde nach. Am Montagmorgen war der TTF-Frontmonat zunächst mit der jüngsten Eskalation im Nahen Osten und Angriffen auf Handelsschiffe in der Straße von Hormus bis auf 60,66
Euro je Megawattstunde (MWh) geklettert. Dies ist der höchste Stand seit dem 23. März, der Anfangsphase des Kriegs zwischen den USA und dem Iran.
Im weiteren Handelsverlauf ging es dann wieder leicht abwärts. Seit Beginn des Monats hat sich der Erdgaspreis um etwa 35
Prozent verteuert. Preistreiber ist die eskalierende Lage im Nahen Osten mit gegenseitigen Angriffen der USA und des Iran. Dabei sind Energietransporte durch die Straße von Hormus immer wieder das Ziel von Angriffen.
Aus online verfügbaren Transitdaten geht hervor, dass der sichtbare Schiffsverkehr in der Straße von Hormus am frühen Montag nahezu zum Erliegen gekommen ist. Die jüngsten Attacken auf Schiffe haben neue Bedenken hinsichtlich der Sicherheit geweckt, diese Passage zu durchqueren.
Allerdings gibt es auch Berichte über Tankschiffe, die ohne eingeschaltete Transponder die Meerenge passieren und dabei vom US-Militär unterstützt werden. Die Straße von Hormus ist von hoher Bedeutung für den Transport von Flüssigerdgas vor allem aus Katar. Eine Blockade hat somit Auswirkungen auf die Preisentwicklung auf dem Weltmarkt.
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// VON Marie Pfefferkorn WENIGER