Ohne klare Richtung haben sich die Energiemärkte am Donnerstag präsentiert. Der Strommarkt zeigte sich uneinheitlich und Gas sowie CO2 verzeichneten nach den kräftigen Aufschlägen der Vortage leichte Gewinnmitnahmen. Die Rally am Ölmarkt setzte sich fort. Die Marktteilnehmer richten ihren Blick weiterhin auf die Eskalation im Nahen Osten. Neben der Straße von Hormus rückt nach den Angriffen auf saudi-arabische Öltanker nun auch das Rote Meer als potenzieller Engpass für den globalen Energiehandel stärker in den Fokus.
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Gleichzeitig nähren anhaltend hohe Temperaturen und die Sorge um eine schwierige Befüllung der europäischen Gasspeicher die Erwartungen eines angespannten Energiemarktes im weiteren Jahresverlauf. Trotz der zwischenzeitlichen Konsolidierung bleibt das Marktumfeld damit von geopolitischen Risiken und einer hohen Nervosität geprägt.
Strom: Uneinheitlich hat sich der deutsche OTC-Strommarkt am Donnerstag gezeigt. Der Day-ahead gewann im Base 12,75 auf 130,75
Euro je Megawattstunde und im Peak 11,75 auf 90,25
Euro je Megawattstunde.
Die Einspeiseleistung der Erneuerbaren dürfte am Freitag im Vergleich zum Vortag ein gutes Stück sinken. Für die darauf folgenden Tage werden relativ konstante Einspeiseleistungen zwischen 21 und 27 Gigawatt erwartet.
Das US-Wettermodell stellt für die kommenden zwei Wochen eine um den Durchschnitt herum schwankende Wind-Einspeiseleistung in Aussicht. Die Temperaturprognose ist dagegen weitgehend unverändert geblieben, die US-Meteorologen erwarten ab dem 27.
Juli wieder überdurchschnittliche Werte.
Am langen Ende des Strommarktes gewann das Cal
27 leicht um 0,20 auf 110,00
Euro je Megawattstunde.
CO2: Der CO2-Markt hat am Donnerstag einen Teil der Gewinne der Vortage wieder abgegeben. Der Dec
26 verlor bis gegen 14.00
Uhr 1,15 auf 85,47
Euro je Tonne. Umgesetzt wurden bis zu diesem Zeitpunkt 14,1
Millionen Zertifikate. Das Hoch lag bei 86,66
Euro, das Tief bei 85,26
Euro.
Der Preisrückgang am Berichtstag dürfte nach Einschätzung von Marktbeobachtern eher mit Gewinnmitnahmen zu erklären sein. Übergeordnet gehen die Analysten von Redshaw Advisors aber davon aus, dass die Bullen das Marktgeschehen weiter unter Kontrolle haben werden, sodass auch ein weiterer Preisanstieg möglich sei.
Da es in den vergangenen Tagen keine Nachrichten gab, die das fundamentale Marktbild verändert hätten, dürfte die Aufwärtsbewegung laut Redshaw Advisors vor allem von spekulativen Käufen getragen worden sein. Offenbar positionierten sich Investoren bereits im Vorfeld einer erwarteten Angebotsverknappung zum Jahresende 2026 und im Verlauf des Jahres 2027.
Erdgas: Die europäischen Erdgaspreise haben am Donnerstag wieder etwas nachgegeben. Der Frontmonat am niederländischen TTF verlor bis gegen 14.00
Uhr um 0,900 auf 61,800
Euro je Megawattstunde. Am deutschen THE ging es für den Day-ahead um 0,925 auf 62,000
Euro je Megawattstunde nach unten.
Der Fokus der Marktteilnehmer liegt trotz des Rücksetzers weiterhin auf der erneuten Eskalation des Konflikts im Nahen Osten, mit der die Sorgen um die LNG-Versorgung Europas vor Beginn der Heizperiode wieder verstärkt werden. Die USA und der Iran setzten ihre gegenseitigen Angriffe fort und dämpften zugleich die Erwartungen an eine baldige diplomatische Lösung. Damit wächst das Risiko länger anhaltender Störungen der Energieexporte aus der Region.
Zusätzliche Unsicherheit entstand, nachdem die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz erklärte, zwei saudi-arabische Öltanker im Roten Meer angegriffen zu haben.
Die europäischen Gaspreise bewegen sich damit wieder auf dem Niveau der bisherigen Höchststände während der Eskalation des Konflikts. Das verringerte LNG-Angebot aus der Golfregion verschärft den Wettbewerb Europas mit asiatischen Importeuren um verfügbare LNG-Ladungen. Gleichzeitig treibt die anhaltende Hitzewelle in Europa den Stromverbrauch und damit die Gasnachfrage für die Stromerzeugung.
Der norwegische Energiekonzern Equinor, Europas größter Erdgaslieferant, warnte laut Trading Economics zudem, dass die EU ihr Ziel eines Speicherfüllstands von 80 Prozent vor Beginn der Heizperiode voraussichtlich nicht erreichen werde. Dadurch würde der europäische Gasmarkt bei einem frühen Kälteeinbruch deutlich anfälliger für starke Preisschwankungen.
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// VON Marie Pfefferkorn WENIGER