Durch die Bank leichter haben sich die Energiemärkte am Dienstag präsentiert. Schwächere Notierungen bei Erdgas, Kohle und Rohöl spiegelten die Hoffnung auf eine diplomatische Entspannung im Konflikt zwischen den USA und dem Iran wider, wodurch ein Teil der zuletzt aufgebauten geopolitischen Risikoprämien weiter abgebaut wurde. Gleichzeitig bleibt das fundamentale Marktumfeld insbesondere für Gas angespannt.
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Unterdurchschnittliche Windstrommengen, eine anhaltende Hitzewelle in weiten Teilen Europas und die Sorge um eine verzögerte Befüllung der europäischen Gasspeicher sprechen weiterhin für eine erhöhte Nachfrage nach fossiler Stromerzeugung. Am CO2-Markt belasten zwar Konjunktur- und Inflationssorgen die Stimmung, die wetterbedingt höhere Stromerzeugung dürfte die Nachfrage nach Emissionszertifikaten jedoch stützen.
Strom: Überwiegend schwächer hat sich der deutsche OTC-Strommarkt am Dienstag präsentiert. Der Day-ahead hingegen gewann im Base 10,00 auf 127,00
Euro je Megawattstunde und im Peak 16,25 auf 83,50
Euro je Megawattstunde. An der Börse mussten für die Grundlast 126,84
Euro und für die Spitzenlast 83,30
Euro bezahlt werden.
Die Einspeiseleistung der Erneuerbaren dürfte am Mittwoch mit 24
Gigawatt etwas geringer ausfallen als noch am Dienstag. Für den Donnerstag erwarten die Meteorologen dann aber wieder einen kleinen Anstieg der Erneuerbaren-Einspeiseleistung. Das US-Wettermodell sieht noch bis zum 11.
August unterdurchschnittliche Windstrom-Mengen. Für den gleichen Zeitraum erwarten die Meteorologen außerdem weiterhin eine Hitzewelle mit teils deutlich überdurchschnittlichen Temperaturen.
Am langen Ende des Strommarktes verlor das Cal 27 um 3,91 auf 103,98
Euro je Megawattstunde.
CO2: Die CO2-Preise haben am Dienstag ihren Abwärtskurs fortgesetzt. Der Dec
26 verlor bis gegen 14.00
Uhr um 1,08 auf 81,25
Euro je Tonne. Umgesetzt wurden bis zu diesem Zeitpunkt 12,3
Millionen Zertifikate. Das Hoch lag bei 82,80
Euro, das Tief bei 81,09
Euro.
Nach Einschätzung der Analysten von Redshaw Advisors sind es auch anhaltende Sorgen über eine höhere Inflation und eine Abschwächung der Konjunktur, die die Investitionsbereitschaft spekulativer Marktteilnehmer ausbremsen und auf den Preisen lasten.
Mit der Rückkehr einer Hitzewelle in Teilen Nord- und Westeuropas bleibe der Kühl- und damit der Strombedarf jedoch erhöht, wobei die Verfügbarkeit von Kernkraftwerken in Europa beeinträchtigt werden könnte. Zudem bleibt die Wind-Einspeiseleistung den Meteorologen zufolge unterdurchschnittlich. Die erhöhte Stromnachfrage und der Einsatz fossiler Energieträger dürften die Nachfrage des Energiesektors nach CO2-Zertifikaten zusätzlich unterstützen.
Ein Risiko für die weitere Preisentwicklung bleibt jedoch die Lage im Nahen Osten. Eine erneute Eskalation könnte die Energiepreise weiter steigen lassen und die Nachfrage der Industrie nach Emissionszertifikaten belasten. Umgekehrt dürfte eine diplomatische Entspannung das Marktumfeld für EUAs verbessern und die Preise stützen.
Erdgas: Die europäischen Erdgaspreise haben angesichts der Hoffnungen auf eine diplomatische Entspannung im Konflikt zwischen den USA und dem Iran weiter nachgegeben.
Der Frontmonat am niederländischen TTF verlor bis gegen 14.00
Uhr um 1,350 auf 56,550
Euro je Megawattstunde nach. Am deutschen THE ging es für den Day-ahead um 1,545 auf 56,905
Euro je Megawattstunde nach unten.
Trotz des Preisrückgangs bleiben die Sorgen um die europäische Gasversorgung aber bestehen. Es wächst die Befürchtung, dass die EU ihre Ziele bei der Befüllung der Gasspeicher vor Beginn der Heizperiode verfehlen könnte.
Zudem hat die erneute Eskalation des Konflikts Anfang Juli die Erholung der LNG-Exporte aus Katar, dem größten LNG-Lieferanten im Nahen Osten, unterbrochen. Da der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus weiterhin weitgehend eingeschränkt ist, bleibt ungewiss, wann zusätzliche LNG-Mengen aus der Region wieder den Weltmarkt erreichen können.
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// VON Marie Pfefferkorn WENIGER