Fast durch die Bank fester haben sich die Energiemärkte zur Wochenmitte präsentiert.
Während der Strommarkt am langen Ende zulegen konnte und auch CO2 nach den jüngsten Gewinnmitnahmen wieder etwas fester tendierte, legten Erdgas und Rohöl angesichts einer erneuten Eskalation im Nahen Osten deutlich zu. Neue militärische Auseinandersetzungen zwischen den USA, Saudi-Arabien und vom Iran unterstützten Gruppen. Verlängerte Einschränkungen bei LNG-Lieferungen aus Katar verstärkten die Sorgen um die Energieversorgung Europas vor dem Winter.
// VON Marie Pfefferkorn MEHR...
Zwar wurden die Temperaturprognosen etwas entschärft, allerdings dürften unterdurchschnittliche Windstrommengen die Nachfrage nach fossiler Stromerzeugung stützen. Insgesamt bestimmen damit erneut geopolitische Risiken, die angespannte LNG-Versorgung und die Wetterentwicklung die Richtung an den europäischen Energiemärkten.
Strom: Überwiegend fester hat sich der deutsche OTC-Strommarkt am Mittwoch präsentiert. Der Day-ahead verlor hingegen im Base 5,50 auf 121,50
Euro je Megawattstunde, während es im Peak um 1,00 auf 84,50
Euro je Megawattstunde nach oben ging.
Die Einspeiseleistung der Erneuerbaren dürfte am Donnerstag mit 27,3
Gigawatt etwas höher ausfallen als noch am Mittwoch, für den 25
Gigawatt erwartet wurden. Für Freitag, Samstag und Sonntag erwarten die Meteorologen von Eurowind dann geringere Einspeiseleistungen, bevor ab Montag wieder ein Anstieg auf knapp 27
Gigawatt erwartet wird.
Am langen Ende gewann das Strom-Frontjahr um 1,66 auf 105,64
Euro je Megawattstunde.
CO2: Die CO2-Preise haben am Berichtstag wieder zugelegt. Der Dec
26 gewann bis gegen 14.00
Uhr 0,62 auf 82,35
Euro je Tonne. Umgesetzt wurden bis zu diesem Zeitpunkt 6,8
Millionen Zertifikate. Das Hoch lag bei 82,75
Euro, das Tief bei 81,50
Euro.
Nach der kräftigen Rally infolge der Reformvorschläge der EU-Kommission dominierten am CO2-Markt laut Marktbeobachtern zuletzt Gewinnmitnahmen und eine eher vorsichtige Haltung, eigene Impulse gebe es eher wenig. Die Marktteilnehmer warteten ab, ob sich der Dec-2026-Kontrakt oberhalb der Marke von 80
Euro behaupten kann. Das niedrigere Handelsvolumen aufgrund der Urlaubszeit erhöhe die Wahrscheinlichkeit kurzfristiger Ausschläge, ohne dass sich am übergeordneten Trend zwingend etwas ändert, hieß es am Markt.
Erdgas: Die europäischen Erdgaspreise sind am Mittwoch wieder gestiegen, nachdem sie zuvor zwei Handelstage in Folge nachgegeben hatten. Der Frontmonat am niederländischen TTF gewann bis gegen 14.00
Uhr 3,600 auf 59,700
Euro je Megawattstunde. Am deutschen THE ging es für den Day-ahead um 3,250 auf 59,950
Euro je Megawattstunde nach oben.
Auslöser der Erholung war die erneute Eskalation im Nahen Osten, die die Sorgen über anhaltende Störungen der Gasversorgung wieder verstärkte. Die USA und Saudi-Arabien führten gemeinsame Militärschläge gegen vom Iran unterstützte Gruppen im Irak durch, denen Drohnenangriffe auf saudi-arabische Ölanlagen vorgeworfen werden. Teheran bezeichnete es als „schwere Fehleinschätzung“, den Iran für die Angriffe verantwortlich zu machen. Die Militäraktion erfolgte nur wenige Stunden, nachdem Washington den Abschuss mehrerer iranischer Raketen gemeldet hatte, die auf US-Truppen in der Region abgefeuert worden sein sollen. Damit endete eine mehrtägige Phase relativer Ruhe.
Die jüngste Eskalation verschlechtert die Aussichten für die europäische Gasversorgung zusätzlich, während die EU ihre Speicher vor Beginn der Heizperiode weiter auffüllen muss. Zusätzlichen Auftrieb erhielten die Preise durch Berichte, wonach der LNG-Produzent Qatar Energy seine Force-Majeure-Regelung für europäische Abnehmer mindestens bis Ende September verlängert hat. Dadurch dürfte sich die Versorgung Europas mit Flüssigerdgas aus Katar weiter verzögern und der Wettbewerb um verfügbare LNG-Ladungen auf dem Weltmarkt angespannt bleiben.
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// VON Marie Pfefferkorn WENIGER