Uneinheitlich haben sich die Energiemärkte am Donnerstag gezeigt.
Erdgas und Rohöl gaben nach den kräftigen Aufschlägen des Vortages wieder etwas nach. Auslöser waren Hoffnungen auf eine teilweise Normalisierung der LNG-Exporte aus Katar, nachdem erstmals seit mehreren Wochen wieder ein Tanker die Straße von Hormus passieren konnte. Gleichzeitig bleibt das fundamentale Umfeld angespannt. Die anhaltenden militärischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten, verlängerte Lieferbeschränkungen für LNG aus Katar sowie die Hitzewelle in Europa sorgen weiterhin für erhebliche Unsicherheit.
// VON Marie Pfefferkorn MEHR...
Der CO2-Markt zeigte sich bei geringer Handelsaktivität leicht fester und bleibt nach Einschätzung vieler Marktteilnehmer in einem intakten Aufwärtstrend. Insgesamt bestimmen geopolitische Risiken, Wetterentwicklung und die Versorgungslage am Gasmarkt weiterhin die Richtung der europäischen Energiemärkte.
Strom: Uneinheitlich hat sich der deutsche OTC-Strommarkt am Donnerstag präsentiert. Der Day-ahead gewann um 21,50 auf 149,00
Euro je Megawattstunde im Base und um 41,00 auf 125,50
Euro je Megawattstunde im Peak.
Am Freitag dürfte die Einspeiseleistung der Erneuerbaren deutlich geringer ausfallen als am Donnerstag. Für Samstag und Sonntag erwarten die Meteorologen von Eurowind ebenfalls eher moderate Einspeiseleistungen, bevor es zum Start in die neue Arbeitswoche wieder etwas windiger werden dürfte. Das US-Wettermodell sieht ab dem 7.
August einen Anstieg der Wind-Einspeiseleistung über das saisonübliche Mittel.
Die Temperaturprognose wurde unterdessen wieder etwas korrigiert, die US-Meteorologen gehen nun bis Mitte August von überdurchschnittlichen Werten aus.
Am langen Ende des Strommarktes verlor das Cal
27 bis zum frühen Nachmittag um 0,22 auf 105,42
Euro je Megawattstunde.
CO2: Die CO2-Preise haben am Donnerstag leicht zugelegt. Der Dec
26 gewann bis gegen 14.00
Uhr 0,19 auf 82,21
Euro je Tonne. Umgesetzt wurden bis zu diesem Zeitpunkt nur 7,0
Millionen Zertifikate. Das Hoch lag bei 82,31
Euro, das Tief bei 81,50
Euro.
Die Analysten von Redshaw Advisors gehen weiterhin von einem intakten Aufwärtstrend am CO2-Markt aus, auch wenn der zuletzt gesehene Gaspreisanstieg die Inflationssorgen verstärke und die US-Notenbank wie auch die Bank of England die Zinsen unverändert gelassen haben. Kurzfristige Unterstützung dürfte auch die aktuelle Hitzewelle und damit der steigende Strombedarf zum Betrieb von Klimaanlagen mit sich bringen.
Die jüngsten Positionsdaten sprechen laut den Analysten von belektron für eine vorsichtige Haltung der Finanzinvestoren. Nach dem aktuellen Commitment-of-Traders-Bericht bauten Investmentfonds ihre Netto-Long-Positionen in der vergangenen Woche um rund fünf Millionen Tonnen aus. Im Vergleich zum deutlichen Positionsaufbau der Vorwochen fällt der Zuwachs jedoch moderat aus, was darauf hindeute, dass Anleger auf dem aktuellen Preisniveau selektiv agieren, anstatt der Aufwärtsbewegung uneingeschränkt zu folgen.
Auch die Handelsaktivität hat spürbar nachgelassen. Mit Beginn der Sommerferien sank das durchschnittliche tägliche Handelsvolumen, wodurch die Liquidität am Markt zurückging. In dem ruhigeren Marktumfeld könnten größere Einzelorders oder geopolitische Nachrichten in den kommenden Wochen stärkere Kursausschläge auslösen.
Erdgas: Die europäischen Erdgaspreise haben am Donnerstag wieder nachgegeben und damit einen Teil der kräftigen Vortagesgewinne wettgemacht. Der Frontmonat am niederländischen TTF verlor bis gegen 14.00
Uhr 1,250 auf 58,900
Euro je Megawattstunde. Am deutschen THE gab der Day-ahead um 1,600 Euro auf 59,000
Euro je Megawattstunde nach.
Auslöser für den erneuten Rückgang der Gaspreise waren Berichte, wonach erstmals seit mehr als drei Wochen wieder ein LNG-Tanker aus Katar die Straße von Hormus erfolgreich verlassen konnte. Dies nährte Hoffnungen, dass die Exporte eines der weltweit größten Flüssiggaslieferanten schrittweise wieder anlaufen könnten.
Es handelt sich um das erste bekannte LNG-Schiff, das die strategisch wichtige Meerenge passieren konnte, seit ein Tanker aus Katar vor mehr als drei Wochen angegriffen worden war. Dennoch bleiben die Sorgen um die Sicherheit des Schiffsverkehrs in der Region angesichts der erneuten militärischen Eskalation hoch.
US-Präsident Donald Trump kündigte eine entschlossene Reaktion an, nachdem der Iran US-Stützpunkte in Jordanien angegriffen hatte. Dem waren gemeinsame Luftschläge der USA und Saudi-Arabiens gegen vom Iran unterstützte Milizen im Irak vorausgegangen.
Zusätzliche Unsicherheit ist durch die Entscheidung von QatarEnergy entstanden, die Force-Majeure-Regelung für europäische und asiatische Kunden Anfang der Woche zu verlängern. Dadurch verschärft sich der Wettbewerb zwischen Europa und Asien um verfügbare LNG-Ladungen. Gleichzeitig treibt die Hitzewelle in weiten Teilen Europas den Strombedarf nach oben und verlangsamt die Auffüllung der europäischen Gasspeicher, da verstärkt Erdgas zur Stromerzeugung eingesetzt wird.
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// VON Marie Pfefferkorn WENIGER